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Tanzania's President elect John Pombe Magufuli addresses members of the ruling Chama Cha Mapinduzi Party (CCM) at the party's sub-head office on Lumumba road in Dar es Salaam, October 30, 2015. Tanzania's ruling party candidate, John Magufuli, was declared winner on Thursday of a presidential election, after the national electoral body dismissed opposition complaints about the process and a demand for a recount. The election has been the most hotly contested race in the more than half a century of rule by the Chama Cha Mapinduzi Party, which fielded Magufuli, 56, a minister for public works. REUTERS/Emmanuel Herman

Der tansanische Präsident John Pombe Magufuli sagt der Korruption in seinem Land den Kampf an.
Bild: EMMANUEL HERMAN/REUTERS

Auch Tansanias Präsident hatte gestern «kei Luscht» ... ging Müll sammeln und wird auf Twitter abgefeiert

Ueli Maurer war gestern mit seinem «kei Luscht» nicht alleine. Dasselbe sagte sich zur gleichen Zeit auch der tansanische Präsident Magufuli, strich die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag und ging Müll sammeln.



Bundesrat Ueli Maurer sorgte mit seinem «kei Luscht» für den inoffiziellen Aufreger der Bundesratswahlen. Die Art und Weise, wie er SRF-Reporter Gion-Duri Vincenz abblitzen liess, wurde zum Steilpass für die Twittergemeinde. 

Der Bundesrat war jedoch nicht alleine: Auch der Präsident Tansanias hatte gestern «kei Luscht». Doch im Gegensatz zu Ueli Maurer ist John Pombe Magufuli bei der Twitter-Community ein Star. 

Doch von vorne:

Exakt 44 Jahre und einen Tag ist es her, seit sich Tansania von der britischen Kolonialmacht befreien konnte und unabhängig wurde. Deswegen hätte im ostafrikanischen Land gestern eigentlich der tansanische «Independence Day» gefeiert werden sollen.

Doch dazu kam es nicht, denn der frischgewählte Präsident John Pombe Magufuli hatte dazu «kei luscht». Er könne doch nicht feiern gehen, während seine Landsleute an Cholera litten, so Magufuli, und rief zur nationalen Kehrwoche auf. Sämtliche Festlichkeiten zum Unabhängigkeitstag wurden abgeblasen, der Präsident bewaffnete sich mit Schaufel und Besen und ging Müll sammeln.

Auf diese Dinge hat Magufuli «kei Luscht»

Bei seinem Amts-Antritt Ende Oktober sagte Magufuli der Korruption, Vetternwirtschaft und der Verschwendung von Steuergeldern durch die Eliten den Kampf an. Im Normalfall sind solche Ansagen bei Staatspräsidenten in der Sub-Sahara-Zone nichts als leere Plattitüden. Doch offenbar nicht so bei Magufuli. Der 56-Jährige lässt den schönen Worten tatsächlich auch Taten folgen. Er hatte nämlich nicht nur «kei Luscht» auf den «Independence Day» sondern auch auf viele weitere Dinge:

Auch hier geht Magufuli mit gutem Beispiel voran: Den Heimweg nach der gestrigen Müllsammel-Aktion bestritt der Staatspräsident mit seinem Fahrrad und einem modischen Helm.

Magufuli wird zum Twitter-Star

Die Begeisterung über den neuen Präsidenten ist gross. Nicht nur in Tansania, sondern auch in den Nachbarländern. So veröffentlichte die kenianische Zeitung Narobi News kürzlich einen Artikel mit dem Namen: «Acht Dinge, die Uhuru von Magufuli lernen kann». Seht her, nicht nur watson macht Listicles :). Uhuru Kenyatta ist seit dem 9. April 2013 Präsident von Kenia. 

Doch nicht nur Kenya will von Magufuli lernen. Seine Landsleute ziehen bereits nach und schnallen den Gürtel ebenfalls enger – zumindest auf Twitter. Unter dem Hashtag #Whatwouldmagufulido trumpfen die Tansanier gross auf mit ihren Sparideen. Hier ein paar äusserst kreative Beispiele:

Nach nicht einmal zwei Monaten im Amt ist Magufuli also bereits zum Twitter-Star avanciert. Die Freude in Tansania ist gross. Doch eine Sorge bleibt. Macht Magufuli mit seiner Aufräum-Aktion derart rigoros weiter, könnte demnächst auch Weihnachten gestrichen werden. 

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