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Sollen Maschinen Menschen töten? Sechs Fragen zur Killer-Roboter-Debatte der UNO in Genf

bild: shutterstock

Dominique Zeier
Dominique Zeier



Seit Montag diskutieren in der Genfer UNO-Zentrale Mitgliedsstaaten der Vereinigten Nationen über die Zukunft autonomer Waffen. Sechs Fragen dazu:

Was sind «autonome Waffen»?

Mit «autonomen Waffen» sind Kampfgeräte gemeint, die ohne menschliches Zutun über Leben und Tod entscheiden können. Dabei kann es sich um ganz autonome oder halbautonome Roboter handeln. Nützlich sein können sie zur Beobachtung, Spionage, Minenräumung oder Zielbekämpfung. Eingesetzt werden solche autonomen Waffen heutzutage allerdings noch nicht.

Dieses Video zeigt einen Test von Kampfrobotern der US-Marine:

abspielen

Video: YouTube/WarLeaks - Military Archive

Autonome Waffenroboter können ausserdem ihre Ziele selbstständig erreichen, indem sie auf intelligente Art mit ihrer Umwelt interagieren. Dabei soll ihnen die künstliche Intelligenz (KI) helfen. Hierbei liegt auch der Sorgenpunkt: Mithilfe von KI soll es den Robotern möglich sein, neue Algorithmen aufgrund von neuen Erfahrungen zu entwickeln und mit ihnen Entscheidungen zu treffen, die nicht einmal der Programmierer voraussehen kann.

Wie sieht die momentane Situation weltweit aus?

Augenblicklich findet ein weltweites Wettrüsten um autonome Waffen statt. Wie viele Länder genau ihre eigenen Killer-Roboter entwickeln und wie technologisch fortgeschritten diese sind, ist schwierig zu beurteilen. Zu den Ländern, die an solchen autonomen Waffen arbeiten, gehören laut der «Human Rights Watch» aber unter anderem China, Israel, Südkorea, Russland, Grossbritannien und die USA

Bild

Vollkommen autonom sind solche Drohnen heutzutage noch nocht. bild: shutterstock

Einige Organisationen verurteilen dieses Verhalten zutiefst. Amnesty-International beispielsweise protestiert gegen die weitere Entwicklung von autonomen Waffen und sagt dazu zu SRF: «Kampfroboter sind nicht mehr Stoff nur von Science-Fiction.» Es sei für einen Kurswechsel aber noch nicht zu spät. Sie fordern ein umfassendes Verbot vollautomatischer Waffensysteme. 

Was macht die UNO?

Ein Knackpunkt in der Diskussion um autonome Waffen ist die Frage, wie moralisch das Einsetzen solcher Roboter tatsächlich ist. Sollen Maschinen alleine über Leben und Tod eines Menschen entscheiden können?

Über diese und andere Fragen diskutieren mehr als 75 UNO-Mitgliedsstaaten in Genf diese Woche. Darunter gibt es zahlreiche Staaten, die die Killer-Roboter verbieten wollen. Einige weitere Länder lehnen ein striktes Verbot allerdings ab. Dabei handelt es sich vor allem um Staaten, die selbst bereits an der Entwicklung von autonomen Waffen arbeiten, wie beispielsweise Frankreich, die USA und Grossbritannien. 

Bild

Auch Waffen können mit KI ausgestattet werden. bild: future of life institute

Sie argumentieren, dass der technische Fortschritt nicht aufgehalten werden soll. Kritiker hingegen verlangen bis Ende dieser Woche klare Verhandlungsmandate für einen internationalen Vertrag. Ein Initiant der «Kampagne gegen Killer-Roboter» sagte gegenüber dem Newsportal «Nau», dass nun etwas passieren müsse, da die Technologie in fünf bis zehn Jahren andernfalls so weit verbreitet und so günstig sei, dass sich jeder solche Waffen leisten könne.

Welche Vor- und Nachteile werden genannt?

In der Vergangenheit haben sich mehrere bekannte Persönlichkeiten gegen den Einsatz und die Entwicklung von autonomen Waffen ausgesprochen. Dazu gehören unter anderem Elon Musk, Steve Wozniak und Stephen Hawking. Sie befürchten, dass durch die Entwicklung solcher Roboter eine neue Ära der bewaffneten Konflikte beginnen könnte.

So sollen autonome Waffen Kriege möglich machen, die schlimmer sind als alles, was die Menschheit bisher gesehen hat. Ausserdem ist es auch denkbar, dass Terroristen und Diktatoren solche Technologie für ihre Zwecke nutzen können.

Befürworter der autonomen Waffen plädieren allerdings dafür, dass es dem Militär dank der KI dieser Maschinen möglich ist, seine Ziele besser und effizienter zu erreichen. Ausserdem wird darauf verwiesen, dass es in den letzten Jahrzehnten trotz der ständigen Verbesserung und Weiterentwicklung der Waffentechnologie zu einer Explosion des Friedens und nicht etwa des Kriegs gekommen sei.

Es wird behauptet, dass autonome Waffen sogar das Potenzial haben, die Kriegsführung moralisch zu verbessern.

Was ist die Haltung der Schweiz?

Die Schweiz ist augenblicklich gegen ein generelles Verbot von automatischen Waffensystemen. Ein kategorisches Nein zum Verbot ist dies allerdings nicht. «Nur nichts überstürzen», lautet zusammengefasst die Position der Eidgenossenschaft.

Das Aussendepartement (EDA) schreibt in einem Arbeitspapier für die Genfer Gesprächsrunden, zuerst müsse die ganze Komplexität der Materie erfasst werden. Erst dann stehe fest, wo genau Regulierungsbedarf bestehe. Gerade aus rechtlicher, militärischer oder auch ethischer Perspektive sei diese Grenze noch zu erörtern.

Würde die Schwelle zu tief angesetzt, würden auch andere Systeme verboten werden, die sehr gut zu kontrollieren sind und unter der Einhaltung des Völkerrechts arbeiten. Auf der anderen Seite dürfe die Schwelle aber auch nicht zu hoch angesetzt werden, da somit teilautonome Waffensysteme möglich werden.

Wie sieht die Zukunft aus?

Abschliessende, formelle Entscheidungen dürften diese Woche in Genf noch nicht gefällt werden. Dazu sind sich die teilnehmenden Staaten noch zu uneinig.

Es werden aber wichtige Weichenstellungen erwartet. Ausserdem sollen die Treffen diese Wochen eine Grundlage für eine konstruktive, weitere Tagung im November dieses Jahres darstellen. 

Diese selbst-steuernde Drohne lernt durch Algorithmen

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Video: srf

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Weissbrot 29.08.2018 06:14
    Highlight Highlight Ey super!in wenigen Jahren können wir Killerroboter exportieren und noch mehr Geld verdienen (Ironie Off)
  • Rumbel the Sumbel 29.08.2018 03:17
    Highlight Highlight Künstliche Intelligenz für Kriegsmaschinen gehört weg. Auch anderes davon. Nicht alles aber genug davon!
  • PC Principal 28.08.2018 22:26
    Highlight Highlight Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keinen direkten Kampf zweier Grossmächte mehr. Die Atombomben haben tatsächlich einen dritten Weltkrieg verhindert. Es klingt paradox, aber dank besserer Waffen sterben seit Jahrzehnten immer weniger Menschen in Kriegen.
  • Stigs 28.08.2018 19:00
    Highlight Highlight Ich bin absolut gegen Roboter die über Leben und Tod entscheiden. Man darf aber nicht vergessen dass wenn der Roboter nicht entscheiden darf, einfach ein Mensch mit möglicherweise fragwürdigen Ansichten dahinter gesetzt wird der dann nur noch einen knopf drückt und DASS ist bereits realität.
  • Jesses! 28.08.2018 18:35
    Highlight Highlight Terminator wird Realität. Mir macht das Angst. Maschinen töten ohne zu Zögern. Kein Gewissen, keine Gefühle. Nichts. Krieg wird noch viel schlimmer und erbarmungsloser werden, als er schon immer war. Eine neue, monströse, kalte Dimension tut sich auf. Zum Glück werde ich das nicht mehr erleben. Und die Menschen, die solche Dinge erschöpfen, sind tatsächlich stolz darauf. Schon die heutigen Hobby-Drohnen lösen bei mir ein ungutes Gefühl aus.
  • DomKi 28.08.2018 17:28
    Highlight Highlight Interessant wieder Artikel von der Realität ablenkt. Es wird nur vom Krieg gesprochen, aber da steht doch was ganz anderes noch dahinter: die Kontrolle von großen Menschenmassen in den Städten wie Demos, erc.
  • Merida 28.08.2018 16:33
    Highlight Highlight NIEMAND!!! Soll Menschen töten!!
  • Bene86 28.08.2018 16:02
    Highlight Highlight "Sollen Maschinen Menschen töten"...

    Hmmm... Eine sehr schwierige Frage...
  • Sappho 28.08.2018 15:13
    Highlight Highlight Explosion des Friedens, alles klar.
  • stookie 28.08.2018 14:00
    Highlight Highlight Ich sage es wieder. Wir sollten soweit entwickelt sein um einzusehen dass wir keine Waffen mehr brauchen. Keine Armeen, keinen Krieg. Über KI bei Waffensystemen zu diskutieren verdeutlicht meiner Meinung nach dies umso mehr. Krieg ist unmoralisch, das werden KI’s nicht ändern.
    • Flötist 29.08.2018 07:04
      Highlight Highlight Sind wir aber nicht.
  • Uglyman 28.08.2018 13:56
    Highlight Highlight Ein deja vue. Was bringt ein Verbot. Wer haltet die Staten auf die sich nicht daran halten.


  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 28.08.2018 13:52
    Highlight Highlight Sarah Connor ist dagegen.

    Benutzer Bild
  • 77 Angels 28.08.2018 13:50
    Highlight Highlight Autonome Waffen werden kommen, so oder so. Ich begrüsse die Haltung der Schweiz ein generelles Verbot abzulehnen, denn da machen die Grossen alle nicht mit.

    Die Frage ist: An welchem Punkt wäre die USA, China und Russland einverstanden sich zu einigen auf Verbote?

    Aber hey, wir können auch moralisch erhaben in der Bedeutungslosigkeit verschwinden ...
  • 77 Angels 28.08.2018 13:45
    Highlight Highlight In anbetracht der seligen Dummheit der Menschen, müssten wir schon einen sehr komplexen Algorithmus schreiben, um unsere Stupidität zu simulieren.

    Ich findes das russische Model besser: Man bennent die Zielstadt und annihiliert sie mit Artillerie. Smart!
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 28.08.2018 13:34
    Highlight Highlight Ich wäre dafür das Kriegsmaterial generell Verboten würde und jeder der Versucht an nur schon an Sturmgewehre oder einer Anzahl Munition zu kommen oder diese Herzustellen Überprüft und abschliessend seine Strafe absitzt!

    Dann hört der Kriegsscheiss schnell auf
    • 77 Angels 28.08.2018 13:46
      Highlight Highlight Und dann läutete der Wecker und du bist aufgewacht ...
    • LCT 28.08.2018 13:55
      Highlight Highlight Wer will das deiner Ansicht nach regulieren können?
  • Grundi 28.08.2018 13:26
    Highlight Highlight Drohnen sind ja schon lange im Einsatz.
    Autonome Waffen werden eingesetzt, egal ob wir einverstanden sind oder nicht.
    Oder hat jemand erfolgreich die Atom- Wasserstoff- oder Neutronenbombe verhindert?
    • Delgado 28.08.2018 20:58
      Highlight Highlight Bio und Chemiewaffen z.B. sind tatsächlich verboten und werden deshalb fast nie eingesetzt. Man könnte sehr wohl auch alle anderen Waffenarten vervieten, ist nur eine Willensfrage
  • Skater88 28.08.2018 13:22
    Highlight Highlight Terminator kommt einem da unweigerlich in den Sinn.

    Nur wird die Entwicklung so sein, jemand erfindet einen Kampfrobotor, die Gegenseite die Möglichkeit diesen auszuschalten....

    Die Menschen sind wirklich die einzigen die Ihre eigene Todesfalle bauen.
  • MSpeaker 28.08.2018 12:35
    Highlight Highlight Ich bin klar gegen Autonome Waffen, da ich der Meinung bin, dass wer kriegführen möchte auch mit Toten rechnen sollte. Wenn man den Gegner angreiffen kann, ohne eigene Verluste (Tote sind immer schwer zu rechtfertigen) hinnehmen zu müssen, greift man doch auch eher mal an. Es senkt also die Hemmschwelle zum Krieg.

    Verbieten würde ich es, auch wenn es natürlich nur mässig viel bringt.
  • derEchteElch 28.08.2018 12:20
    Highlight Highlight Ich teile die Ansicht von Metsuke, aber dass Skynet die Komplexität einer Banane schnell in den Griff bekommt mag ich zu bezweifeln 🤪
    Benutzer Bildabspielen
  • Mynamesjeff 28.08.2018 12:16
    Highlight Highlight Warum kommt mir bei diesem Beitrag gleich Black Mirror in den Sinn?
  • Matrixx 28.08.2018 12:08
    Highlight Highlight Autonome Roboter ja, aber nicht gegen Menschen gerichtet.
    Lasst doch die Maschinen euren Krieg ausfechten, weit weg jeglicher Zivilisation, damit kein Mensch zu schaden kommt.
    • Watcher 28.08.2018 13:14
      Highlight Highlight "Euren Krieg" - Bravo!
  • Daenerys Targaryen 28.08.2018 11:57
    Highlight Highlight Ähm, wie wäre es mit gar kein Krieg? Hat vielleicht jemand mal an das gedacht?
    • DerSimu 28.08.2018 12:53
      Highlight Highlight Über eine solche Utopie nachzudenken lohnt sich gar nicht.

      Zu schön um wahr zu sein.
    • LCT 28.08.2018 13:33
      Highlight Highlight Erobere die Ländereien mit deinen Drachen, schaffe die Sklaverei ab und beende die Kriege. Ich glaube an dich Khaleesi <3
    • Daenerys Targaryen 29.08.2018 15:34
      Highlight Highlight @waedliman Sind alle welche Breaking Bad anschauen Drogendealer? Ja also. Laut Ihrer Aussage müsste ich auch Inzsest und Sklaverei befürworten, ist aber nicht der Fall. Guets Tägli no! 😄
      @LibConTheo Merci! ❤ Valar Morghulis!
  • Watcher 28.08.2018 11:53
    Highlight Highlight Wirtschaftlich genial, damit kann man ganz einfach Menschen ausschalten welche nicht die gewünschte Meinung vertreten. Zudem versetzt ein solcher Roboter die Menschen in Angst und Schrecken, somit sind diese besser steuerbar. Die Welt braucht sowas. Noch besser sind ferngesteuerte Giftkapseln welche man ganz bequem vom PC oder Smartphone steuern kann. Mit RFID-Chips kann man den Geldhahnen zudrehen um die Menschen zu steuern und lenken, das wird ja bald kommen.
    Aus moralischer Sicht: völlig krank.
    • 77 Angels 28.08.2018 13:48
      Highlight Highlight Nix begriffen. Wir wollen keine Menschen töten, das sind potentielle Konsumenten. Meinungen können wir manipulieren, es reicht also für den Pöbel wenn "unsere" Maschinen gegen "deren" Maschinen kämpfen um von den echten Problemen abzulenken.
  • w'ever 28.08.2018 11:49
    Highlight Highlight geht das unter die gleiche kategorie, dass maschinen/waffen keine menschen töten, sondern menschen?
  • Fruchtzwerg 28.08.2018 11:42
    Highlight Highlight Klar ist die Schweiz gegen ein Verbot dieser Waffen. Schliesslich möchte die Ruag in Zukunft weiterhin gutes Geld mit dem Leid anderer verdienen.
    Und jedem der dagegen ist, halten die Bürgerlichen dann vor, dass Arbeitsplätze verloren gehen...
  • LCT 28.08.2018 11:36
    Highlight Highlight Wer steht in der Verantwortung, wen die KI einen Massenmord verübt? Der Hersteller, derjenige der es einsetzt oder muss gar das KI selbst nach Den Haag?

    Wie wenig Eier haben denn die Kriegsfürsten mittlerweile?
    • Domimar 28.08.2018 15:34
      Highlight Highlight Genau das ist ein wichtiger Punkt. Vor dem Einsatz solcher Dinger (das ist wohl früher oder später unausweichlich) sollte die Verantwortlichkeit lückenlos geklärt sein. Man darf keine Softwarefehler als Erklärung abliefern, wenn mal etwas nicht funktioniert hat (unbeabsichtigte Tötung), sondern da muss ein Mensch hin stehen und sagen, das war meine Verantwortung und es muss klar sein, wer dieser Mensch ist. Deshalb begrüsse ich Diskussionen dazu, sofern solche Dinge dann eben auch geklärt werden.
    • Muggeseckli 28.08.2018 18:24
      Highlight Highlight Mal abgesehen davon das Kriege absolut bescheuert sind:
      Würdest du also lieber in den Krieg, als eine Maschine für dich kämpfen lassen?
    • LCT 29.08.2018 07:43
      Highlight Highlight @Muggeseckli:

      Absolut bescheuert, aber ja, ich würde selbst gehen, wen es mein Krieg wäre.

      Nur würde es mir selbst nie in den Sinn kommen etwas derart menschenunwürdiges anzuzetteln. Aber das kommt heute ja auch nur denen in den Sinn, welche nicht direkt involviert sind ;)
  • DerSimu 28.08.2018 11:30
    Highlight Highlight Wenn schon Menschen getötet werden, soll gefälligst auch ein Mensch den Abzug betätigen! Alles andere ist nicht nur feige sondern gefährlich.

    Ja, viele Techbologien wurden durch das Militär entwickelt, aber mit künstlicher Intelligenz, darf man nicht im Krieg experimentieren! Wenn überhaupt dann umgekehrt. Im zivilen experimentieren und entwickeln, bis die Technologie genug ausgereift ist.

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