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ARCHIVBILD ZUM AUSSTIEG VON CARLA DEL PONTE AUS DER UNO-UNTERSUCHUNGSKOMMISSION ZU SYRIEN, AM SONNTAG, 6. AUGUST 2017 - Carla del Ponte, Member of the Independent Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic, speaks to the media about the Independent Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic, during a press conference, at the European headquarters of the United Nations in Geneva, Switzerland, Wednesday, March 01, 2017. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Die frühere UNO-Chefanklägerin Carla del Ponte ist mittlerweile in Pension.  Bild: KEYSTONE

Erschütterte Del Ponte: «Der ‹IS› lässt Leute am Leben, bloss um sie weiter zu foltern»



Die frühere UNO-Chefanklägerin Carla del Ponte wirft der internationalen Gemeinschaft im Syrien-Konflikt Versagen vor. Gräueltaten wie etwa jene der Terrororganisation «IS» habe sie zuvor noch nie gesehen, nicht in Jugoslawien, nicht in Ruanda, sagte sie dem «Blick».

Der «IS» foltere und halte die Person am Leben, um weiter zu foltern, sagte das frühere Mitglied der UNO-Untersuchungskommission für Syrien in einem Interview mit der Zeitung vom Mittwoch. Sie habe zuvor noch nie gesehen, dass Kinder gefoltert würden. Die Täter filmten ihr Foltern. «Einem Zwölfjährigen wird in einem dieser Videos am Ende der Kopf abgeschlagen. Die Augen dieses Buben werde ich nie vergessen können.»

Sie glaube nicht mehr, dass die Welt in dem Bürgerkrieg wirklich noch nach Gerechtigkeit für die Opfer suche, sagte del Ponte weiter. Als 2011 die UNO-Ermittlungen in dem Konflikt anfingen, seien die Vertreter der syrischen Regierung die Bösen gewesen. Mittlerweile hätten in dem Krieg aber alle Kriegsverbrechen begangen. Die Terroristen, der «IS», die Opposition und die Regierung.

«Kein politischer Wille»

Es freue sie zwar sehr, dass heute bewiesen werden könne, dass etwa die syrische Regierung hinter der Gasattacke auf Khan Shaykhun vom 4. April 2017 stecke. Derzeit gebe es aber keinen politischen Willen für eine Strafverfolgung dieser Kriegsverbrecher. Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates würden schweigen, kritisiert del Ponte.

Del Ponte hielt respektive hält eine militärische Intervention für notwendig. Die Amerikaner hätten mit einer solchen Intervention gedroht. «Doch wenn Sie schon drohen, müssen Sie konsequent bleiben.»

Sie kritisiert auch die Diplomatie: «Erinnern Sie sich an die Ukraine? Da packten alle Aussenminister ihre Zahnbürsten ein und flogen nach Kiew. Ganz anders ins Syrien: Niemand ging nach Damaskus und versuchte, mit Assad zu sprechen.»

Die frühere UNO-Chefanklägerin Carla del Ponte trat Anfang August aus der Unabhängigen Internationalen UNO-Untersuchungskommission für Syrien aus. Die Tessinerin kritisierte, dass sie keine Einflussmöglichkeiten habe, wenn der UNO-Sicherheitsrat trotz dutzender Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen nichts unternehme. (sda)

Die Kinder von Aleppo

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Shin Kami 27.09.2017 10:33
    Highlight Highlight Tja die Uno kann halt nichts machen, wenn die Russen oder Amis dauernd ihr Veto einlegen...
  • dommen 27.09.2017 08:52
    Highlight Highlight Na dann wollen wir doch mal hoffen, dass sich das grosse nichtstun nach der grossen Empörung für die verantwortlichen wenigstens in finanzieller Hinsicht gelont hat. Kauft euren Kindern was schönes. *Sarcasm off
  • Cachesito 27.09.2017 08:43
    Highlight Highlight 12 jährigen Kinder den Kopf abschlagen. Ich frage euch, was soll es für solche Greuel für eine Strafe geben? Da gibt's meiner Meinung nach nur eins. Standgericht und erschießen. Ich bin nur noch sprachlos wenn ich sowas höre. Das sind keine Menschen mehr nicht mal Tiere die machen nähmlich so was auch nicht. Darum müssen wir diese Individien, ich weiss auch nicht wie man diese Bastarde sonst nennen soll, dementsprechend behandeln. An den Rest der zivilisierten Welt: steht zusammen und löst das Problem, was auch immer nötig ist.
  • Raphael Stein 27.09.2017 08:34
    Highlight Highlight ...Es freue sie zwar sehr, dass heute bewiesen werden könne,

    Konnte, oder ist noch immer "werden können"
    Weiss da jemand was darüber?
    • Saraina 27.09.2017 08:50
      Highlight Highlight Könne, denn die Beweisführung müsste in einem Prozess geschehen, den noch niemand wirklich gefordert hat.

      Sie meint, dass die notwendigen Beweise vorhanden sind. Könne und könnte ist nicht dasselbe.
    • Raphael Stein 27.09.2017 11:12
      Highlight Highlight den noch niemand wirklich gefordert hat. ...

      aha, scheint offenbar einigen nicht wichtig zu sein.
      Sowas braucht schon eine dicke Haut!
  • rodolofo 27.09.2017 07:50
    Highlight Highlight Der frühere Weltpolizist USA hat sich mit seinen unüberlegten und verlogenen Interventionen (im Grunde ging es den Bush-Regierungen weder um Demokratie, noch um Menschenrechte, sondern nur um Öl und darum, die militärische Vormachtstellung der US-Streitkräfte unter Beweis zu stellen) übernommen und ist darum heute ein "Lahmer Adler" der nur noch drohen kann.
    Eigentlich hat dieser Abstieg bereits mit dem (verloren gegangenen) Vietnam-Krieg begonnen.
    Auch darum begann Barak Obama mit einer realistischeren Politik der Verhandlungen "auf Augenhöhe" mit den diversen Playern dieser Welt...
  • Energize 27.09.2017 07:30
    Highlight Highlight Starke Worte, welche die Wahrheit wohl nur zu gut wiedergeben.
  • Lamino 420 27.09.2017 07:17
    Highlight Highlight Hat man nicht den IS gewähren lassen, weil er eben Assad schädigt? Ja, Diplomatie ist immer besser. Der Westen wollte aber keine Diplomatie.
    • Saraina 27.09.2017 08:53
      Highlight Highlight Es gibt Vermutungen dass Assad den IS gewähren liess, weil er das Feuer von den Regierungstruppen ablenkte. Auch die Nusra-Front war der Ansicht, dass der IS Assad unterstützt, weil er alle anderen Rebellengruppen als "Ungläubige" brandmarkte und bekämpfte.
    • Lamino 420 27.09.2017 09:02
      Highlight Highlight Echo der Zeit, der Westen (USA, Grossbritannien und Frankreich) hat vor Kriegsbeginn in Syrien destabilisierend gewirkt.
    • beaetel 27.09.2017 09:48
      Highlight Highlight Statt Krieg oder Diplomatie gibt es noch einen dritten Weg: den der totalen Gleichgültigkeit ...
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