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Quartier in Aleppo nach dem mutmasslichen Einschlag einer Fassbombe. Bild: STRINGER/REUTERS

Der Mai war der tödlichste Monat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien

In einem Brief an den UNO-Sicherheitsrat haben 70 Staaten den Einsatz von Fassbomben im syrischen Bürgerkrieg kritisiert. Belgien, Luxemburg und die Niederlande initiierten das Schreiben. China und Russland als Vetomächte unterzeichneten nicht.



«Der Mai 2015 war der tödlichste Monat seit Beginn der syrischen Krise», kritisierte das am Donnerstag bekannt gewordene Schreiben an den Vorsitz des Sicherheitsrats. In der Region rund um die nordsyrische Stadt Aleppo werfe die syrische Luftwaffe aus Helikoptern immer wieder Fassbomben auf dicht besiedelte Gebiete ab.

Bei den Angriffen seien in den vergangenen Wochen hunderte Menschen getötet worden. «Der blinde Einsatz von Waffen wie Fassbomben ist nach internationalem Recht verboten», hiess es weiter. Auch mehrere UNO-Resolutionen richteten sich dagegen. Der UNO-Sicherheitsrat müsse dafür sorgen, dass diese auch umgesetzt würden.

Rebel fighters prepare locally made shells during clashes with forces loyal to Syria's President Bashar al-Assad on the frontline of Aleppo's Sheikh Saeed neighbourhood May 23, 2015. Rebel fighters from Al-Fawj al-Awal, al-Safwa battalions and group 101 brigades, that are part of the Free Syrian Army, made advances against forces loyal to Syria's President Bashar al-Assad during Aleppo Intifada battles, they said. Picture taken May 23, 2015. REUTERS/Hosam Katan

Rebellen in einem Granatenlager bei Aleppo. Bild: HOSAM KATAN/REUTERS

Die Unterzeichnerstaaten sprachen sich für eine friedliche Beilegung des Bürgerkriegs in Syrien aus. Es müsse einen «wirklichen politischen Wandel» geben, forderten sie. Zu den Unterzeichnern gehören die meisten europäischen Länder ebenso wie die USA, Kanada und Saudi-Arabien

Russland und China stehen abseits

Die UNO-Vetomächte Russland und China schlossen sich der Initiative allerdings nicht an. Die beiden Staaten blockieren im UNO-Sicherheitsrat regelmässig Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

Frankreich berät nach Angaben von Diplomaten derzeit mit den anderen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats über eine Resolution speziell gegen den Einsatz von Fassbomben. 

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallstücken gefüllte Ölfässer, die daher in einem grossen Radius wahllos Menschen verletzten oder töten. Ihr Abwurf über bewohntem Gebiet in Syrien wurde wiederholt von Menschenrechtsgruppen verurteilt. Assad bestreitet, dass seine Truppen Fassbomben einsetzen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. Mehr als 220'000 Menschen wurden in dem Konflikt schon getötet. (kad/sda/afp)

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