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Clinton und Trump zittern: Tritt Bloomberg an, investiert er eine Milliarde in den Wahlkampf

Der Milliardär Michael Bloomberg erwägt einen späten Einstieg ins Rennen ums Weisse Haus. Republikaner und Demokraten sind irritiert: Was will der Ex-Bürgermeister von New York?

Veit Medick, Washington



Ein Artikel von

Spiegel Online

Einen «Privatier, der ein grosses Unternehmen besitzt» nennt ihn Marco Rubio, der Senator aus Florida. Als guten Bürgermeister bezeichnet ihn Chris Christie, Gouverneur von New Jersey. Und Jeb Bush beschreibt den 73-Jährigen einfach als netten Mann. Aber Präsident? Niemals – so der Tenor der drei Republikaner.

Die Rede ist von Michael Bloomberg, Besitzer des gleichnamigen Medien- und Finanzimperiums, Ex-Bürgermeister von New York, Milliardär. Dieser hatte am Wochenende streuen lassen, dass er bereit sei, ins Rennen ums Weisse Haus einzusteigen.

Also vielleicht. Wenn die Umstände es erfordern. Und natürlich als Unabhängiger.

Bloomberg, der Mann der Amerika vor Donald Trump und Bernie Sanders bewahrt, den Radikalen von rechts und links. Das war die Botschaft, die seine Vertrauten in den Medien erzählten.

epa05055404 Former mayor of New York City Michael Bloomberg attends the 'Action Day' meeting at the COP21 World Climate Change Conference 2015 in Le Bourget, north of Paris, France, 05 December 2015. The 21st Conference of the Parties (COP21) is held in Paris from 30 November to 11 December aimed at reaching an international agreement to limit greenhouse gas emissions and curtail climate change.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Michael Bloomberg könnte den US-Wahlkampf gehörig aufmischen.
Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Die Republikaner geben sich demonstrativ gelassen. Ob Rubio, Bush oder Donald Trump – von so ziemlich allen Bewerbern auf die Präsidentschaftskandidatur wird Bloomberg für seine über die New York Times lancierte Ankündigung belächelt. Die einen sehen sie als reinen Testballon. Die anderen als Versuch, Unruhe bei den Vorwahlen zu erzeugen. Wieder andere deuten das Manöver als Drohung eines gelangweilten und geltungssüchtigen Milliardärs. Soll er doch, sagen sie. Wird eh nix.

Das scheint, auf den ersten Blick, keine ganz realitätsferne Sichtweise. Bloomberg for President ist ein Szenario, nach dem man gewissermassen die Uhr stellen kann. Ziemlich genau alle vier Jahre mäandert es durch die amerikanische Politik. Mal befeuert es der Milliardär selbst. Mal spielen es seine Fans durch. Dann wieder machen sich die Medien einen Spass draus. Eröffnet wurde eine Bloomberg-Kampagne für das Weisse Haus noch nie.

Alter und Zeitpunkt sind ein Problem. Oder?

Es gibt etliche Gründe, die dagegen sprechen, dass der Ex-Bürgermeister es wirklich ernst meint. Da ist das Alter. Mit 73 Jahren wäre er nicht gerade der jüngste Kandidat. Da ist der Zeitpunkt. Erst nach dem Start der ersten Vorwahlen einzusteigen, wäre reichlich mutig. Im ganzen Land dann noch schnell eine Organisation aufzubauen, wäre fast schon ein Ding der Unmöglichkeit.

Former New York city mayor Michael Bloomberg and daughter Georgina arrives at  the Metropolitan Museum of Art Costume Institute Gala 2015 celebrating the opening of

Bloomberg mit Tochter Georgina bei einer Veranstaltung des Metropolitan Museum of Art in New York im Mai 2015.
Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Und da ist sein Ruf. Der ist nicht optimal. Zwar kennen viele Amerikaner Bloomberg, aber kaum jemand weiss, welche politischen Überzeugungen er mitbringt. Bloomberg war bis 2001 bei den Demokraten. Dann hielt er sich ein paar Jahre bei den Republikanern auf. 2016 würde er als Unabhängiger antreten. Auf diesem Ticket ist noch niemand Präsident geworden.

Eine Luftnummer also. Oder?

epa05054152 Former mayor of New York, Michael Bloomberg (L) and French President Francois Hollande attend the Mayors Summit, as part of the World Climate Change Conference 2015 (COP21), at Le Bourget, Paris, France, 04 December 2015. The 21st Conference of the Parties (COP21) is held in Paris from 30 November to 11 December aimed at reaching an international agreement to limit greenhouse gas emissions and curtail climate change.  EPA/STEPHANE DE SAKUTIN / POOL MAXPPP OUT

Bloomberg und Francois Hollande an der Klimakonferenz von Paris im Dezember 2015.
Bild: EPA/AFP POOL

Das Problem ist, dass in dieser Präsidentschaftswahl nichts wie gewöhnlich läuft. Wer hätte gedacht, dass Trump fast ein halbes Jahr die republikanische Bewerberriege dominiert? Wer hätte für möglich gehalten, dass Bernie Sanders der natürlichen Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, das Leben so schwer macht? Warum also eigentlich kein Präsidentschaftskandidat Bloomberg?

Hier mal das Gegenargument zur Luftnummer: Bloomberg ist zwar 73, aber mit seinem Leben noch lange nicht fertig. Nach seinem Abschied als New Yorker Bürgermeister 2013 wusste er eine Zeit lang nichts mit sich anzufangen. Er wurde für sämtliche Ämter gehandelt: Weltbankpräsident, UNO-Generalsekretär, Aussenminister – aber nichts wurde Wirklichkeit. Also kehrte er Ende 2014 wieder an die Spitze seines neun Milliarden Dollar schweren Unternehmens zurück. Und reformiert es seitdem in einer Art und Weise, wie es das Unternehmen nie zuvor erlebt hat.

«Ich würde es toll finden, gegen Michael anzutreten»

Unabhängige mögen wenig Chancen haben in amerikanischen Wahlkämpfen. Aber in diesem Rennen sieht Bloomberg für sich eine Möglichkeit. Sollte es Clinton nicht zur Kandidatur schaffen, könnte er als pragmatischer Macher, der den Konservatismus modern anhaucht, für Trump und Sanders der Spielverderber sein, so sein Kalkül. «Ich werde ihn erlösen und mir die Nominierung holen, damit er nicht antreten braucht», sagt Clinton. Aber selbst wenn sie für die Demokraten anträte, liesse ihm ihr absehbarer Linkskurs womöglich eine Lücke, glaubt er.

Geld wäre jedenfalls kein Problem. Bloombergs Vermögen wird auf mehr als 30 Milliarden Dollar geschätzt. Er sei bereit, rund eine Milliarde davon für den Wahlkampf auszugeben, liess er wissen. Damit liesse sich schon etwas bewerkstelligen, später Einstieg hin oder her. «Ich würde es toll finden, gegen Michael anzutreten», sagt Trump – und stellt Bloomberg vorsichtshalber mal als Mann hin, der Entscheidungen scheut. «Michael wollte das schon so häufig machen, hat aber nie den Abzug gedrückt.»

Die Republikaner und ihre grosse TV-Debatte

Möglich, dass Bloomberg auch diesmal nur ein Spiel spielen will. Aber wie gesagt: Im Jahr 2016 sollte man vorsichtig sein mit politischen Vorhersagen.

Zusammengefasst: Der bekannte US-Milliardär Michael Bloomberg erwägt, sich als unabhängiger Kandidat um das Präsidentenamt zu bewerben. Entsprechende Gerüchte gab es bereits in den vergangenen Jahren, eine offizielle Kampagne des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters folgte nie. Ob er es diesmal ernst meint, ist unklar – ebenso wie sein politisches Programm. Doch Bloomberg hat Ambitionen und in diesem Jahr scheint im US-Wahlkampf alles möglich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Brienne von Tarth 25.01.2016 23:42
    Highlight Highlight Dein Argument beruht also darauf das junge neue Ideen haben und nicht konservativ denken. Ich gehe mal davon aus du bist auch jung. Wie willst du dieses Argument denn verteidigen wenn du selbst schon glaubst das alle "alten" Leute so verschlossen gegenüber neun Dingen sind? Das ist auch sehr einseitig und nicht sehr progerssiv. Und "alt" ist mitlerweile sowieso eher relativ. Ein Mensch kann heute gut 100 Jahre alt werden also hat er mit 60 nur ein bisschen mehr als die Hälfte seines Lebens erreicht. Aber ja, es gibt definitv alte Leute mit einer falschen Einstellung, genauso aber auch junge.
  • User01 25.01.2016 13:11
    Highlight Highlight Nach "73 Jahre alt" habe ich aufgehört zu lesen. Nein danke.
    • Brienne von Tarth 25.01.2016 14:37
      Highlight Highlight Vermutlich hast du das gemacht weil er in deinen Augen mit dem Alter zu sehr von sich und seiner Weltanschauung überzeugt ist und somit gar nichts neues und gutes machen kann, stimmt's?

      Dann frage ich mich nach wie vielen Jahren hast du dich entschieden so vo̱reingenommen gegen über alten Leuten zu sein? ;)
    • kaderschaufel 25.01.2016 15:53
      Highlight Highlight Die sind alle in dieser Altersregion:
      Trump 69, Clinton 68, Sanders 74
      Einzig Jeb Bush ist "nur" 62.
    • User01 25.01.2016 22:43
      Highlight Highlight Bob133, wenn schon eine 62-jährige im Digitalen Zeitalter sagt "das Internet ist für uns alle #Neuland", dann ist der Politik von morgen mit einem noch älteren Vertreter bestimmt nicht geholfen. Progressiv denken, Junge an die Macht lassen. Das brauchen wir.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kaderschaufel 25.01.2016 13:08
    Highlight Highlight Bin ich der einzige, der darin eine echte Gewinnchance für Trump sieht?

    Ich meine, selbst wenn Trump die republikanischen Wahlen gewinnen würde, hätte er, falls Bloomberg nicht antritt, gegen den demokratischen Vertreter keine Chance, weil es selbst bei der republikanischen Wählerschaft noch halbwegs anständige Leute gibt, die ihn nicht wählen würden.

    Wenn aber Bloomberg den Demokraten Stimmen wegnimmt, könnte es eng werden.
  • zombie woof 25.01.2016 12:11
    Highlight Highlight Man könnte ja den Job als US Präsident auf Ebay versteigern, kommt im Endeffekt auf das gleiche hinaus.....
  • koks 25.01.2016 12:10
    Highlight Highlight nur noch milliardäre und multimillionäre in exekutiv-ämtern. wo ist da der unterschied zu regimes wie russland, china, brasilien etc?
    • pedrinho 25.01.2016 13:48
      Highlight Highlight in brasilien wirst du erst nach der wahl zum milliardaer ;)
  • zipper 25.01.2016 11:57
    Highlight Highlight Ich hoffe sehr, dass Bernie Sanders weiter so wie bisher aufholt. Er scheint eine echte Alternative zu sein. Wahrscheinlich wird er aber noch diskreditiert oder sonst wie fertig gemacht.. aber träumen darf man ja noch ;) Alle anderen sind blosse Handlanger der Wallstreet.. okay Bloomberg ein Scheffhandlanger ;)
  • 有好的中国老虎 friendly chinese Tiger 25.01.2016 11:37
    Highlight Highlight langsam kommt es mir vor, dass jeder der genug Geld hat, Präsident der US and A werden kann.
    democracy at its finest.

    Hoffe dass diese Entwicklung nicht auf den alten Kontinent rüberschwappt.
    • zombie woof 25.01.2016 12:13
      Highlight Highlight Ist schon längstens passiert, siehe Blocher Clan
    • Duweisches 25.01.2016 12:19
      Highlight Highlight Ist auch bei uns schon so, nur bei den Parteien, nicht den Präsidentschaftskandidaten...
  • icarius 25.01.2016 11:34
    Highlight Highlight Der Titel ist irreführend, weil Bloomberg ja eben gerade nicht gegen Clinton antreten will. Und wenn er es doch tut mit seinem "modernen Konservatismus" (geht das?), würde das wohl eher die verbleibenden moderaten Republikaner anziehen, nicht die Demokraten. Fazit: Clinton zittert nicht.
  • herschweizer 25.01.2016 11:28
    Highlight Highlight Ein guter Kandidat ich würd ihn wählen.... Clinton wird eh demontiert werden und Trump spannt mit Palin zusammen... also bitte... er denkt wohl auch dass es billiger ist spät aber heftig Aufmerksamkeit zu bekommen... sie muss ja nur bis zum Wahltermin halten
  • Angelo C. 25.01.2016 11:08
    Highlight Highlight Mit keinem Wort kommuniziert Watson dass Bloomberg Jude ist, was dies für die künftige Israelpolitik der USA, aber auch für die Palästinenser bedeuten könnte. Es ist davon auszugehen, dass ihn die ganze jüdische US-Lobby und deren breit abgestützte Medienlandschaft massiv unterstützen würde. Obwohl es natürlich ein Unterschied ist, ob Bloomberg in einer Stadt wie New York, mit grossen jüdischen Bezirken wie Brooklyn etc. zum Bürgermeister gewählt wird, oder ob er - u.a. auch in den konservativen Südstaaten - als US-Präsident gewählt werden soll.

    Würde aber so oder so spannend werden...
    • Hierundjetzt 25.01.2016 12:22
      Highlight Highlight Mit keinem Wort, kommuniziert watson, dass Clinton und Trump protestantisch sind und dies eine starke Implikation zu Südamerika aufweisen kann. Und zum Kanton Freiburg. Und der Innerschweiz.

      Gruss ein überzeugter Protestant, der Glauben strikt als Privatsache ansieht
    • Johnny Guinness 25.01.2016 13:28
      Highlight Highlight Es geht nicht um den Glauben. Das Judentum stellt nicht nur eine Religion dar, sondern Juden sind auch eine eigene Ethnie und in den USA sogar eine sehr einflussreiche.
    • Palatino 25.01.2016 13:49
      Highlight Highlight @Angelo C.: Seit dem 16. Oktober 2014 sind Sie registrierter Watson-User. Und doch weiss die Community immer noch nichts persönliches über Sie. So schlimm!
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