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Republican U.S. presidential nominee Donald Trump speaks at a campaign rally in Wilkes-Barre, Pennsylvania, October 10, 2016.   REUTERS/Mike Segar

«Es ist so schön, dass mir die Fesseln abgenommen wurden, und ich jetzt so für Amerika kämpfen kann, wie ich es will.», verkündete Donald Trump.  Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Trump lässt Wut freien Lauf - Scharfe Kritik an eigener Partei

Der Streit zwischen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und führenden Vertretern seiner eigenen Partei eskaliert. Trump warf dem mächtigen Republikaner Paul Ryan und anderen am Dienstag vor, seinen Wahlkampf zu torpedieren.



Ryan, der Vorsitzender des Abgeordnetenhauses ist, hatte sich am Vortag von dem Kandidaten losgesagt. Im Kurznachrichtendienst Twitter setzte Trump gleich mehrere Botschaften ab, in denen er seiner Wut freien Lauf liess. Ryan nannte er eine «schwache und erfolglose Führungsfigur».

Abtrünnige Republikaner seien viel problematischer als seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton, klagte er weiter. «Sie greifen einen von allen Seiten an. Sie wissen einfach nicht, wie man gewinnt. Ich werde es ihnen zeigen.» Die Loyalität im demokratischen Lager sei viel grösser.

Er machte deutlich, dass ihm nichts daran gelegen ist, die Risse zu kitten. «Es ist so schön, dass mir die Fesseln abgenommen wurden, und ich jetzt so für Amerika kämpfen kann, wie ich es will.»

FILE - In this May 12, 2016, file photo, House Speaker Paul Ryan of Wis. speaks with reporters on Capitol Hill in Washington, following his meeting with Republican presidential candidate Donald Trump. It’s long been clear that Ryan is, shall we say, not wholly comfortable with Trump’s presidential candidacy. The announcement of Ryan and Trump’s first joint appearance of the campaign on Oct. 8 in Wisconsin _ just four weeks before the election _ was simply the latest reminder. The third paragraph of Ryan’s release about the event says that Trump “will also join Wisconsin Republicans” at the annual party festival in Elkhorn, a small city in Ryan’s congressional district. (AP Photo/Cliff Owen, File)

Der Republikaner Paul Ryan ist laut Trump eine «schwache und erfolglose Führungsfigur».  Bild: AP/FR170079 AP

New-Jersey-Gouverneur: Unzumutbar

Unterdessen kamen aber selbst aus seinem innersten Zirkel missfällige Töne. New Jerseys Gouverneur Chris Christie kritisierte Trump für seine frauenverachtenden Äusserungen aus dem geleakten Video. «Solches Gerede und solche Unterhaltungen sind selbst im Privaten einfach unzumutbar», sagte Christie. Er erklärte aber auch, er werde weiter hinter Trump stehen.

Christie gehört neben New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani zu den engsten Vertrauten des Kandidaten.

In den Aufnahmen aus dem Jahr 2005, die die «Washington Post» am Freitag veröffentlicht hatte, brüstet sich der Unternehmer damit, dass er sich gegenüber Frauen alles erlauben könne.

FILE - In this Monday, Aug. 29, 2016, file photo, Gov. Chris Christie answers a question as he addresses the media in Trenton, N.J. On Tuesday, Oct. 11, 2016, Christie said he still supports Donald Trump, even though he finds the Republican presidential candidate's sexually aggressive comments

Auch New Jerseys Gouverneur Chris Christie kritisierte Trump für seine frauenverachtenden Äusserungen aus dem geleakten Video. Bild: Mel Evans/AP/KEYSTONE

Führende Vertreter der Republikaner hatten sich davon entsetzt gezeigt. Ryan, soll mehreren Abgeordneten am Montag in einem Telefongespräch gesagt haben, er wolle Trump nicht mehr verteidigen und sich stattdessen auf die Kongresswahlen konzentrieren.

Er ist als Vorsitzender des Repräsentantenhauses der derzeit mächtigste Republikaner. Der 46-jährige haderte schon in der Vergangenheit mit Trump. Immer wieder kritisierte er ihn scharf, sprach ihm im Juni aber dennoch die Unterstützung zu. Zumindest offiziell hat er diese noch nicht zurückgenommen.

Die Wahl schon aufgegeben

Ryans Bemerkungen wurden in amerikanischen Medien nun so interpretiert, als habe er die Präsidentschaftswahl schon verloren gegeben. Ihm scheint es nun vor allem darum zu gehen, die republikanische Mehrheit im Kongress zu halten. Mehrere republikanische Senatoren müssen wegen Trump um ihre Wiederwahl bangen, darunter Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain.

Die zweite Kammer des Kongresses wählt mit der Präsidentenwahl am 8. November 34 Sitze neu, die für sechs Jahre besetzt werden. Die Demokraten müssten den Republikanern nur vier der zur Wahl stehenden 34 Senatorensitze abnehmen, um die Mehrheit zu haben. (sda/dpa)

Trump vs. Clinton: Die besten Zitate des TV-Duells

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Trump vs. Clinton: Die besten Zitate des TV-Duells
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