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US-Wahlkampf entgleist vor Weichenstellung am Dienstag



Gewalt und Empörung überschatten den US-Vorwahlkampf vor dem möglicherweise vorentscheidenden Wahltag mit fünf Abstimmungen am Dienstag.

Bei Kundgebungen des polarisierenden Republikaner-Kandidaten Donald Trump gingen Anhänger und Gegner aufeinander los. Andere Kandidaten zeigten sich ob der Reaktionen Trumps erbost und sorgten sich um die Aussenwirkung des in Teilen entgleisten US-Wahlkampfes.

Am Montag versuchten die Kandidaten von Republikanern und Demokraten noch einmal mit einem Marathon an Kundgebungen, unentschiedene Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

In this March 9, 2016, photo, Democratic presidential candidates, Hillary Clinton and Sen. Bernie Sanders, I-Vt.,  stand together before the start of the Univision, Washington Post Democratic presidential debate at Miami-Dade College in Miami. Clinton and her allies had hoped to switch much of their focus to the general election after Tuesday's primary contests, a plan thrown into doubt after her loss in Michigan last week. Wins on Tuesday would give Sanders fresh momentum in the contest, granting him months to continue criticizing Clinton's positions on issues that Republican frontrunner Donald Trump wants to put front and center in the general election. (AP Photo/Wilfredo Lee)

Am Ende kann nur eine/r der beiden gewinnen.
Bild: Wilfredo Lee/AP/KEYSTONE

Bei den Republikanern stehen in den grossen Bundesstaaten Florida und Ohio Alles-oder-nichts-Entscheidungen auf dem Programm. Der Sieger bekommt in Florida alle 99 zu vergebenden Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli, in Ohio 66.

Bei den Demokraten führt weiterhin Ex-Aussenministerin Hillary Clinton mit klarem Vorsprung. Allerdings lässt ihr innerparteilicher Widersacher Bernie Sanders nicht locker.

Zuletzt hatte er völlig überraschend die Vorwahl in Michigan für sich entschieden, was in den USA als Weckruf für Clinton gewertet wurde. In den Umfragen liegt die frühere First Lady jedoch zum Teil deutlich vorn.

In Gewalt ausgeartet

Kurz vor dem Wahltag am Dienstag mit Abstimmungen zudem in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten Illinois, Missouri und North Carolina artete die politische Auseinandersetzung in Gewalttätigkeiten aus.

Bei Kundgebungen des republikanischen Favoriten Donald Trump kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Anhängern und Gegnern. Trump sagte am Freitag eine Veranstaltung in Chicago aus Sicherheitsgründen ab. In Missouri setzte die Polizei Tränengas ein.

Trumps Mitbewerber bezichtigten ihn, seine Anhänger aufzuhetzen. Der 69-Jährige hatte erklärt, er wolle für diejenigen, die gewalttätig gegen Störer vorgegangen seien, die Anwaltskosten übernehmen. Öffentlich beteuerte er dagegen, er mache sich nicht mit Gewalttätern gemein. Andere Kandidaten erklärten, sie machten sich wegen der Eskalation Sorgen um das Bild der USA im Ausland.

CORRECTS LAST NAME OF VETERAN FROM MOPPIN TO MAUPIN- Republican presidential candidate Donald Trump reacts as veteran Keith Maupin asks the candidate to clarify comments he made about Arizona Sen. John McCain during a campaign stop at the Savannah Center, Sunday, March 13, 2016, in West Chester, Ohio. Trump said in July, while campaigning in Iowa, that he dismissed the notion that McCain, the 2008 Republican nominee for president, was a hero

Reizfigur Trump kann sich keine Niederlage leisten.
Bild: John Minchillo/AP/KEYSTONE

Trump darf nicht verlieren

Ohios Gouverneur John Kasich führt in seinem Heimatstaat laut Umfragen hauchdünn vor dem New Yorker Immobilien-Milliardär Trump. In Florida liegt Trump klar vor Senator Marco Rubio, der aus dem Sonnenstaat kommt, seinen Heimvorteil aber bisher nicht ausspielen konnte.

Sollte Trump Florida und Ohio gewinnen und auch in den anderen drei Staaten signifikante Anteile bekommen, wäre seine Kandidatur nur noch schwer zu stoppen.

Verliert er etwa Ohio, wird es rechnerisch schwierig für ihn, die nötige absolute Mehrheit von 1237 Delegierten zu erringen, zumal er am vergangenen Wochenende keine der kleineren Vorwahlen gewinnen konnte. Derzeit führt er mit einem Vorsprung von rund 90 Delegierten vor seinem härtesten Verfolger, Senator Ted Cruz aus Texas. (jas/sda/dpa)

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