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Republican U.S. presidential candidates (L-R) U.S. Senator Lindsey Graham, Dr. Ben Carson, former New York Governor George Pataki, former Hewlett-Packard CEO Carly Fiorina and New Jersey Governor Chris Christie mix and mingle on stage after the conclusion of the Voters First Presidential Forum in Manchester, New Hampshire August 3, 2015. REUTERS/Brian Snyder

Bereits am Montag traten elf der 17 Bewerber an einem Wählermeeting in New Hampshire auf, darunter Lindsey Graham, Ben Carson, George Pataki, Carly Fiorina und Chris Christie (von links). Bild: BRIAN SNYDER/REUTERS

Ein Grossmaul, neun Mitstreiter und sieben Frustrierte: So läuft die erste TV-Debatte der Republikaner

Die Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner werden am Donnerstag ihre erste Fernsehdebatte abhalten. Nur zehn der 17 Bewerber sind zugelassen. Das erzeugt böses Blut. 



In 15 Monaten wählt Amerika den Nachfolger – oder die Nachfolgerin – von Barack Obama im Weissen Haus. Der Weg bis dorthin ist weit, doch in der medial getriebenen US-Politik hat der Wahlkampf längst begonnen. Nun kann sich eine breite Öffentlichkeit erstmals ein Bild von den Kandidaten machen, zumindest von jenen der Republikaner. Am Donnerstagabend findet in Cleveland im Bundesstaat Ohio die erste Fernsehdebatte statt.

Übertragen wird sie von Fox News, dem «Haussender» der Partei. Im Vorfeld gab es Kontroversen, denn das Bewerberfeld ist gross: Nicht weniger als 16 Männer und eine (!) Frau haben sich für die Präsidentschaftskandidatur beworben. Nur zehn aber dürfen an der eigentlichen Debatte zur Primtime um 21 Uhr Ortszeit teilnehmen. Die übrigen sieben müssen sich mit einem «Vorgeplänkel» um 17 Uhr begnügen, also in der Rushhour, wenn kaum jemand zuschaut.

Wer ist dabei?

Am Dienstag lüftete Fox News das Geheimnis. Teilnehmen dürfen der Unternehmer Donald Trump, Jeb Bush, Sohn und Bruder eines Ex-Präsidenten und früherer Gouverneur von Florida, Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin, Mike Huckabee, Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas, der Neurochirurg Ben Carson, Ted Cruz, ultrakonservativer Senator aus Texas, Marco Rubio, Senator aus Florida, Rand Paul, libertärer Querdenker und Senator von Kentucky, Chris Christie, Gouverneur von New Jersey und John Kasich, Gouverneur von Ohio.

Die Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl

Christie und Kasich galten als Wackelkandidaten, sind nun aber dabei. An den «Katzentisch» (so die spöttische Bezeichnung der US-Medien) verbannt wurden der frühere texanische Gouverneur Rick Perry, Rick Santorum, ehemaliger Senator aus Pennsylvania, Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana, die Managerin Carly Fiorina (einzige Frau im Feld), Lindsey Graham, Senator aus South Carolina, der ehemalige New Yorker Gouverneur George Pataki und Jim Gilmore, Ex-Gouverneur von Virginia.

Wie wurde ausgewählt?

Die Auswahlkriterien von Fox News für die Debatte haben im Vorfeld für viel Kritik gesorgt. Der Nachrichtensender hat das Teilnehmerfeld auf Grundlage der fünf jüngsten Meinungsumfragen zusammengestellt. Das ärgert besonders jene Kandidaten, die dabei schlecht abschneiden und nun nicht an der eigentlichen Debatte teilnehmen dürfen. «Nationale Umfragen sind im August bedeutungslos», liess Rick Santorum über einen Sprecher mitteilen.

Der streng religiöse und erzkonservative Ex-Senator war vor vier Jahren die Überraschung im republikanischen Bewerberfeld, lange agierte er bei den Vorwahlen auf Augenhöhe mit dem letztlich nominierten Mitt Romney. Nun droht ihm wie seinen sechs «Leidensgenossen» das frühe Aus. Andere verbreiten Durchhalteparolen. «Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Debatte um 21 Uhr ein Zirkus sein wird», sagte ein Berater von Rick Perry der New York Times.

Wer hat Angst vor Donald Trump?

Der New Yorker Immobilienunternehmer mit der bizarren Fönfrisur hat das Bewerberfeld tüchtig aufgemischt, mit provokativen Sprüchen gegen mexikanische Einwanderer und deftigen Attacken auf seine Konkurrenten. Geschadet hat ihm das nicht, im Gegenteil. Im von Fox News ermittelten Durchschnitt der fünf Umfragen kommt Donald Trump auf 23,4 Prozent, fast doppelt so viel wie Jeb Bush (12 Prozent). Eine radikale Minderheit liebt Trump für seine unverblümte Art, während er sich für das Partei-Establishment zunehmend zum Schreckgespenst entwickelt.

Nun hoffen viele, Trump werde sich vor laufender Kamera selbst demontieren oder von seinen Kontrahenten durch den Fleischwolf gedreht. «The Donald» zeigt sich davon unbeeindruckt, er brüstet sich vielmehr damit, dass er sich nicht speziell auf die Debatte in Cleveland vorbereiten werde. «Wenn er die Bühne beherrscht und die konservative Wut effektiv zum Ausdruck bringt, ohne wie ein kläffender Pitbull rüberzukommen, könnte Trump seine Position als Spitzenreiter in den Umfragen zementieren», glaubt die New York Times.

FILE - In this July 27, 2015 file photo, Republican presidential candidate, former Florida Gov. Jeb Bush speaks in Orlando, Fla. Bush's recent poll results earned him a place in the first prime time Republican presidential debate, Thursday. (AP Photo/John Raoux, File)

Der Establishment-Favorit Jeb Bush hat bislang nicht überzeugt. Bild: John Raoux/AP/KEYSTONE

Gefordert sind seine Gegner, allen voran Jeb Bush, der viele mächtige Geldgeber auf seiner Seite hat und über eine entsprechend gut gefüllte «Kriegskasse» verfügt. Doch der 62-Jährige konnte bislang nicht überzeugen. «Mit einer souveränen und dominanten Vorstellung kann er die Zweifel an seiner Person beseitigen», so die «New York Times». Ein Problem für alle Teilnehmer ist die knappe Redezeit. Mehr als zehn Minuten pro Person liegen nicht drin.

Was machen die Demokraten?

Um die andere grosse Partei ist es ziemlich ruhig, was auch am deutlich kleineren Bewerberfeld liegt, das gerade einmal fünf Personen umfasst. Und die ehemalige Aussenministerin und First Lady Hillary Clinton liegt in den Umfragen so deutlich voraus, dass für viele Beobachter das Rennen gelaufen ist, trotz Affären etwa um ihre E-Mails

MIAMI, FL - JULY 31:  Democratic Presidential hopeful and former Secretary of State Hillary Clinton waves as she walks off stage after calling for an end to the Cuban trade embargo during a policy speech at the Florida International University on July 31, 2015 in Miami, Florida. According to polls Clinton continues to lead the Democratic candidates running for the Democratic nomination.  (Photo by Joe Raedle/Getty Images)

Hillary Clinton hat bislang keine ernstzunehmenden Gegner. Bild: Getty Images North America

Offen ist, ob Vizepräsident Joe Biden ebenfalls antreten wird, er hat zuletzt wieder einmal mit einer Kandidatur kokettiert. Trotzdem wollen auch die Demokraten sechs Fernsehdebatten durchführen. Die Parteiführung will die Daten gemäss Daily Beast noch diese Woche bestimmen. Die erste dürfte irgendwann im Herbst stattfinden.

US-Präsidenten und die Haarfrage

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelle 06.08.2015 12:49
    Highlight Highlight Ich mussste doch herzhaft lachen ob der Übersetzung "Katzentisch". Lieber Herr Blunschi, das Ding wird "Kiddy Table" genannt, nicht "Kitty Table", wobei Kiddy die Verkleinerung/Verniedlichung des Englischen Wortes Kid ist, somit handelt was sich hierbei um den Kindertisch.

    Ich danke jedoch für die Aufmunterung im tristen Büroalltag!
  • blueberry muffin 06.08.2015 09:34
    Highlight Highlight Das Watson Bernie vergisst, bei den Demokraten, ist ja schon fast unerhoert. Er hat ja unterdessen aufgeholt und wird in Umfrage Ergebnissen immer besser.

    Die gekaufte Clinton, die gegen Homosexuelle ist und fuer den Irak Krieg stimmte, ist einfach nur eine weitere gekaufte Marionette.
    • leclerc 06.08.2015 09:49
      Highlight Highlight #bernieforpresident :D
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 06.08.2015 10:06
      Highlight Highlight Man kann doch keinen 73 jährigen Greisen zum Präsidenten machen!
    • blueberry muffin 06.08.2015 10:35
      Highlight Highlight Naja, zum Staatsekretär hats gereicht. ;)

      Und er ist immerhin der einzige, bis auf Trump, der nicht von Super PACs oder den Koch Brüdern finanziert wird.
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