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epa05270641 US Republican presidential candidate Donald Trump (C) appears with his wife Melania (L) and daughter Ivanka Trump (R) on a NBC Town Hall at the Today Show in Rockefeller Plaza in New York, New York, USA, 21 April 2016. Trump currently holds commanding lead in delegates 845 to 559 over his rival from Texas Senator Ted Cruz on his way to the 1,237 needed for the Republican Presidential nomination.  EPA/PETER FOLEY

Melania oder Ivanka – wer wird die First Lady? Bild: PETER FOLEY/EPA/KEYSTONE

Künftige First Lady: Lieber Ivanka als Melania

Ivanka Trump wird wohl nicht nur die mächtigste Präsidententochter der US-Geschichte – sie könnte auch ihrer Stiefmutter Melania die Rolle als First Lady abnehmen. Die Indizien häufen sich.

Fabian Reinbold / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Im Weissen Haus sind Räume und Rollen eigentlich klar verteilt. Im West Wing sitzen der Präsident und seine engsten Mitarbeiter, hier liegen das sagenumwobene Oval Office und der Situation Room. Am anderen Ende des Gebäudes, im deutlich kleineren East Wing, bezieht die First Lady mit ihren Mitarbeitern Quartier.

Mit einem Präsidenten namens Donald Trump, der sich bekanntlich um Konventionen nicht schert, dürfte auch diese Tradition kippen. Gattin Melania zieht vorerst nicht ins Weisse Haus, und statt des üblichen «Office of the First Lady» soll im Ostflügel jetzt ein «Office of the First Family» entstehen, berichtet CNN. Tochter Ivanka soll gar überlegen, ob sie nicht doch gleich ein Büro im Westflügel bezieht – ganz nah an der Macht.

Wie nah und in welcher Position Donald Trumps Tochter nach Amtsantritt an den Präsidenten heranrückt, darüber wird viel spekuliert in diesen Tagen. Dass Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner wichtige Berater des Präsidenten werden, scheint sicher. Jetzt deutet sich darüber hinaus an, dass Ivanka womöglich auch noch die gesellschaftlichen Funktionen der First Lady übernimmt.

Die 35-jährige Tochter könne «die mächtigste First Lady aller Zeiten» werden, befand die Autorin Kate Andersen Brower am Freitag in der «Washington Post». Brower studiert die Geschichte der First Ladys. Zumindest in den Monaten, in denen Trumps Ehefrau Melania mit Sohn Barron in New York bleibt, könnte Ivanka Staatsgäste empfangen, Reden halten, den Präsidenten vertreten. Und womöglich noch viel länger.

Die Rollen im Trump-Clan sortieren sich

Denn die Rollen im Trump-Clan sortieren sich: Melania bleibt Mutter in New York, mindestens bis das Schuljahr beendet ist. Die Söhne Donald Jr. und Eric werden das Geschäft übernehmen, so kündigte es der Vater diese Woche an. Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner bleiben Berater – nur ihre offiziellen Positionen sind nicht geklärt.

Schliesslich gibt es auch rechtliche Hürden wie das Anti-Vetternwirtschaftsgesetz, das es dem Präsidenten verbietet, einem Familienmitglied einen Posten in einer Behörde zu verleihen, die ihm direkt unterstellt ist. Trump sagte diese Woche, man müsse abwarten, was genau dieses Gesetz für seine Situation bedeutet – er lässt seit Langem keinen Zweifel daran, dass er Ivanka so nah wie möglich am Oval Office platzieren möchte.

Diese hat den gesamten Wahlkampf über eine grössere Rolle gespielt als ihre Stiefmutter Melania, die das Rampenlicht der Kampagne gescheut hat. Deren einzige grosse Rede auf dem Parteitag im Juli geriet in den Augen vieler Beobachter zum Desaster: Mehrere Stellen der Ansprache waren bei Michelle Obama abgekupfert.

Kein Wort von Melania

Danach verschwand Melania bis auf wenige Interviews und Kurzauftritte von der Bildfläche. Die 46-Jährige hat betont, dass sie ihre Rolle vor allem als Mutter sieht.

In der Übergangsphase seit dem Wahlsieg ist Melania so gut wie unsichtbar. Die Nachricht, dass sie und ihr Sohn zunächst nicht ins Weisse Haus ziehen werden, stand zunächst in einer Boulevardzeitung und wurde dann von ihrem Ehemann bestätigt. Kein Wort von Melania.

Ivanka hingegen bleibt auch im Übergangszirkus präsent: In dieser Woche posierte sie etwa mit dem Überraschungsgast im Trump Tower, Rapstar Kanye West. Sie war ebenso anwesend (wie ihr Ehemann und die zwei Brüder), als Trump die Silicon-Valley-Bosse im Trump Tower versammelte. Auch beim ersten Treffen des Wahlsiegers mit einem ausländischen Staatsmann, Japans Premier Shinzo Abe, sass Ivanka mit am Tisch. Was den komplizierten Interessenkonflikt verdeutlicht, der sich bei den Trumps stellt. Ivanka ist immerhin Vize-Chefin der Trump Organization (und betreibt nebenbei ihre eigene Schmuck- und Modefirma).

Wenn sie nun auch als de-facto First Lady auftritt, wäre das ungewöhnlich, aber nicht völlig ohne Beispiel. In den Jahren 1857 bis 1861 residierte mit James Buchanan ein ewiger Junggeselle im Weissen Haus, die Rolle der Gastgeberin übernahm seine Nichte Harriet Lane. Auch wenn Harry Trumans Ehefrau Bess Washington satt hatte und nach Missouri verschwand, übernahm Tochter Margaret die Rolle als Gastgeberin. Doch erst Hillary Clinton kam als First Lady auf die Idee, auf ein Büro im West Wing zu pochen, wie es nun Ivanka bekommen könnte.

Ivanka als Botschafterin ins andere Amerika?

Präsidentengattinen-Expertin Brower findet eine mächtige Ivanka nicht schlecht. Es sei immer besser, wenn jemand die Rolle der First Lady ausfülle, der auch gestalten wolle, als jemand, der keinerlei Interesse daran habe.

Ivankas Rolle als Beraterin und de-facto First Lady hätte für viele ihren Reiz. Da sich die 35-Jährige wiederholt interessiert an Frauen- und Umweltthemen zeigte, könnte sie als Botschafterin in das andere Amerika wirken, das ihr Vater nicht erreicht. Leonardo di Caprio traf sich bereits mit Ivanka und überreichte ihr einen Film zum Klimawandel (den ihr Vater ja wiederholt als Erfindung der Chinesen bezeichnete). Auch Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg suchte bereits den Kontakt, um ein Verhältnis aufzubauen.

Schon im Wahlkampf hatte Ivanka ihre eigenen Veranstaltungen abgehalten und dabei vor allem über Themen wie Kinderbetreuung, gleiche Bezahlung und Mutterschutz gesprochen. Über die Rolle von arbeitenden Frauen will sie ein Buch schreiben. Sie nimmt sich Themen an, für die ihr Vater keinerlei Interesse zeigt.

Als kurz nach dem Wahlsieg Nancy Pelosi, die Fraktionschefin der Demokraten, bei Trump anrief, sprach der mit ihr über Innenpolitik und seine Infrastrukturpläne. Als sie dann das Thema auf Frauenbelange lenkte, reichte Trump zum Erstaunen Pelosis den Hörer weiter: an Ivanka.

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25
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    Alle Leser-Kommentare
  • jellyshoot 18.12.2016 07:48
    Highlight Highlight hat er nicht mal grossmäulig gemeint,
    er wolle in nyc bleiben?
  • Aged 17.12.2016 21:50
    Highlight Highlight Mir grauts einfach.
    • Mia_san_mia 18.12.2016 00:33
      Highlight Highlight Ach komm schon, so ein Riesenunterschied zu Hillary wirds auch nicht sein.
    • DaveKnobs 18.12.2016 01:14
      Highlight Highlight Mia, ich hoffe für dich, dass deine aussage sarkastisch gemeint ist. Ansonsten ist bei dir nämlich hopfen und malz verloren...
    • Mia_san_mia 18.12.2016 02:50
      Highlight Highlight Nein die war nicht sarkastisch gemeint. Klar ist Trump das Schlimmere Übel, aber hast Du das Gefühl mit Hillary wäre alles Super? Dann ist bei Dir Hopfen und Malz verloren 😉 Jetz muss man mal abwarten wies weiteegeht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 17.12.2016 21:36
    Highlight Highlight Wenn Ivanka sich für wichtige Themen einsetzen kann, die ihrem Vater egal sind, ist es mir recht, wenn sie sich engagiert. Lieber als eine völlig desinteressierte Melania.

    Nur wird sie das gleiche Problem wie ihr Vater haben, nämlich ihre wirtschaftlichen Eigeninteresse aus dem Politischen rauszuhalten.
    • bitteschoen 17.12.2016 23:21
      Highlight Highlight Genau, Mutter-sein und sich dem Mutter-sein auch noch zu widmen, ist völlig ganz und gar nichts wert.
    • lilie 18.12.2016 08:11
      Highlight Highlight @bitteschoen: Das ist jetzt aber unfair mir gegenüber! Ich habe nicht gesagt, dass ich es wertlos finde, wenn Melania sich ihren Mutterpflichten widmet - im Gegenteil: Tatsächlich wollte ich genau dazu noch etwas schreiben, entschied mich dann aber dagegen, um mich auf Ivanka zu konzentrieren.
    • SemperFi 18.12.2016 09:24
      Highlight Highlight @bitteschoen: Wo hat Lilie sich zum Thema Mutter-sein geäussert und was ist Ihr Bezug zum Artikel?
  • Bijouxly 17.12.2016 20:56
    Highlight Highlight Also immerhin muss man sagen, dass Ivanka sich etwas auf die Beine gestellt hat. Sie hätte sich auch einfach im Reichtum suhlen können, aber die hat Köpfchen und ist meiner Meinung nach ganz schön tough. Man muss Trump lassen, dass da die Erziehungum einiges besser funktioniert hat als bei vielen Anderen rich-kids.
    • Aged 18.12.2016 01:53
      Highlight Highlight Echt? Da muss ich viel verpasst haben.
    • Butzdi 18.12.2016 09:32
      Highlight Highlight Was hat sie denn auf die Beine gestellt? Die Mode oder den Schmuck made in China? Mit einem bisschen Geld und dem Namen von Papi geht alles.
      Trump hat sich Null um seine Kinder gekümmert, Erziehung war Sache seiner 3 Frauen und Privatschulen die möglichst weit weg sind. Interessiert haben ihn seine Kinder nie. Sobald Ivanka aber ins Teenyalter kam, interessierte sich Daddy plötzlich für sie und machte sehr Trumpsche Aussagen wie dass er si gerne Daten würde und dass sie einen heissen Hintern habe. Erziehung? Wohl kaum.
      Benutzer Bild
    • Nausicaä 18.12.2016 09:37
      Highlight Highlight Sie ist bestimmt intelligent und tough und allemal besser geeignet als ihr pöbelhafter Vater. Ihre genaue politische Gesinnung kenne ich nicht, aber sie scheint mir eine Superkapitalistin zu sein... Wenn Sie sich aber immerhin für Klimaschutz und die Verbesserung der Situation für (arbeitende) Mütter einsetzen würde, besser als nichts (ergo Melania).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pana 17.12.2016 19:05
    Highlight Highlight Überraschend ist anders hehe.
    Benutzer Bild
  • rodolofo 17.12.2016 18:48
    Highlight Highlight Zur Abwechslung mal eine erfreuliche Nachricht aus dem Hause Trump:
    Ivanka Trump als First Lady und womöglich sogar zukünftige Präsidentin?
    Das tönt irgendwie verlockend in meinen Ohren.
    Aber vielleicht gehen da nur die Hormone mit mir durch...
    • FrancoL 17.12.2016 23:00
      Highlight Highlight Dich kriegt man aber schnell rum, Hormonhaushalt besser managen. ;-))
    • Saraina 18.12.2016 07:27
      Highlight Highlight Ja, cool! Sie wäre dann die erste weibliche UND die erste jüdische Präsidentin der USA! So liesse sich die Ära Trump problemlos auf 16 Jahre verlängern.
    • rodolofo 18.12.2016 09:27
      Highlight Highlight @ Saraina
      Jüdische Präsidentin?
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