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Justizirrtum: US-Amerikaner sass 26 Jahre unschuldig im Gefängnis

Vor einem Vierteljahrhundert wurde Johnny Tallbear dafür verurteilt, einen Obdachlosen getötet zu haben. Nun wurde der Fall erneut geprüft - ein DNA-Test bewies seine Unschuld.



Ein Artikel von

Spiegel Online

In 26 Jahren kann man allerhand erleben: Einen Schulabschluss oder Karriere machen, eine Familie gründen, Kinder grossziehen. Manche kündigen ihren Job, machen eine Weltreise, bauen ein Haus. Johnny Tallbear blieb all das 26 Jahre lang verwehrt. So lange sass der Mann in Oklahoma im Gefängnis - zu Unrecht. Am Montag wurde Tallbear, inzwischen 61 Jahre alt, entlassen.

Johnny Tallbear, right, celebrates outside the Oklahoma County Courthouse with one of his attorneys, Karen Thompson, left, in Oklahoma City, Monday, June 11, 2018, after Judge Glen Jones ordered his release due to new DNA evidence. Tallbear had been convicted in 1992 of first-degree murder charges in the death of a homeless man. (AP Photo/Sue Ogrocki)

Johnny Tallbear feiert mit seiner Rechtsanwältin Karen Thompsen seine Freilassung. Bild: AP/AP

Der US-Amerikaner wurde 1992 wegen Mordes verurteilt. Als entscheidend war damals die Aussage eines Augenzeugen gewertet worden, der Tallbear und einen anderen Mann im Oktober 1991 in einen tödlichen Kampf mit einem Obdachlosen verwickelt gesehen haben wollte. Später bekam er Zweifel, ob es sich bei dem Mann wirklich um Tallbear handelte.

Die Wende brachten neue DNA-Beweise. Ein Gericht entschied am Montag nach Angaben des Bezirksstaatsanwalts, dass das Blut Tallbears nicht mit den Spuren an der Kleidung des damaligen Opfers übereinstimmte.

«Eine wirklich grosse Mahlzeit verspeisen»

Tallbear zeigte sich beim Verlassen des Gerichtssaales in TV-Aufnahmen überglücklich: «Ich sage seit mehr als zwei Jahrzehnten, dass ich nichts mit diesem schrecklichen Verbrechen zu tun habe. Ich wusste immer, dass ich unschuldig bin, und nun hat es die DNA bewiesen.»

Auf die Frage, was er als erstes machen wolle, wenn er heimkomme, sagte Tallbear: «Ich denke, erst mal eine wirklich grosse Mahlzeit verspeisen.»

kry/dpa

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Staatsgebeutelter 12.06.2018 18:14
    Highlight Highlight Toller Rechtsstaat USA aber hier in de Käseunion ist es nicht besser, da massen sich Richter auch an ein Urteil zu fällen nach blosser Überzeugung, Beweise sind hier für ein Urteil nicht nötig.
  • Gogl Vogl 12.06.2018 14:40
    Highlight Highlight Um weitere Fälle wie diesen zu verhindern habe ich einen Tipp für die USA; Hört auf eure Gefängnisse zu privatisieren und fangt an euer Bewährungsstrafen-System zu überarbeiten. Vor allem im Süden. Danke
    • Gar Manarnar 12.06.2018 15:37
      Highlight Highlight Zudem die Abschaffung der Bail-Bond Industrie.
    • milkdefeater 12.06.2018 18:11
      Highlight Highlight Ihr seid auch John Oliver Fans, I take it?
  • LU90 12.06.2018 12:01
    Highlight Highlight Fehlentscheide wie dieser, sind ein weiterer Grund für die Abschaffung der Todesstrafe!
  • Ehringer 12.06.2018 10:53
    Highlight Highlight Der Wortlaut des grossen amerikanischen Denkers Homer J. Simpson passt auch hier wieder perfekt: "U.S.A! U.S.A!"
  • Fabio74 12.06.2018 09:40
    Highlight Highlight Toll dieser Rechtsstaat USA
    • Joe Smith 12.06.2018 10:51
      Highlight Highlight Glaubst Du wirklich, bei uns gebe es keine Fehlurteile? Zeugenaussagen sind das unsicherste Beweismittel überhaupt, auch oder gerade dann, wenn der Zeuge sich seiner Sache ganz sicher ist.
    • Astrogator 12.06.2018 11:26
      Highlight Highlight Strafrechtsvorlesung 1. Semester Uni Bern 1996: ca. 11% der Insassen Schweizer Gefängnisse sind wahrscheinlich unschuldig.

      Ein weiterer Grund gegen die Todesstrafe.
    • Madison Pierce 12.06.2018 11:26
      Highlight Highlight @Joe Smith: Bestimmt gibt es auch bei uns Fehlurteile. Aber ich denke, das sind einiges weniger als in den USA. Wir haben keine Geschworenengerichte, in denen Laien über Schuld oder Unschuld urteilen. Deshalb ist die Beweiswürdigung besser. Geschulte Richter lassen sich weniger vom Schauspieltalent von Zeugen oder Anwälten beeinflussen.
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