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Wie Donald Trump eine Invasion erfand – und deshalb nun ein Problem hat

Donald Trump ist jedes Mittel recht, um Angst vor Migranten zu schüren und seine rechte Basis für die Midterm-Wahlen aufzuscheuchen. Es ist sein altbewährtes Mittel – doch es könnte diesmal nach hinten losgehen.

Marc Pitzke, New York



Ein Artikel von

Spiegel Online

Er hat Einwandererfamilien getrennt und ihre Kinder einsperren lassen. Er warnt vor fiktiven Terroristen, Gangmitgliedern und anderen Kriminellen. Er schickt Tausende Truppen an die Grenze und droht, diese sogar ganz dichtzumachen.

Und nun will er auch noch einen zentralen Teil der US-Verfassung aushebeln.

US-Präsident Donald Trump scheut keine Mittel, um den Kongresswahlkampf für die Republikaner zu entscheiden. Sein schlagkräftigstes Schlussplädoyer ist dabei der Dauerstreit um die Einwanderungs- und Grenzpolitik: Amerika, warnt er, werde von fremden Horden überrannt – und er allein könne und werde sie stoppen.

epa07134342 US President Donald J. Trump speaks during the Make America Great Again Rally in Hertz Arena, Fort Myers, Florida, 31 October 2018. Trump holds a national midterm campaign tour with rallies scheduled in key congressional districts and states including Florida, Missouri, West Virginia, Indiana, Montana, Georgia, Tennessee, and Ohio supporting the GOP majorities in the House and Senate.  EPA/CRISTOBAL HERRERA

Donald Trump während einer Wahlveranstaltung in Florida. Bild: EPA/EPA

Die Dämonisierung von Einwanderern ist ein altbewährtes Mittel von Demagogen, das an die niedersten Instinkte appelliert und mit der Realität meist wenig zu tun hat. Diesmal könnte es aber nach hinten losgehen: Für die meisten US-Wähler sind die Wirtschaft oder die Gesundheitsversorgung zurzeit wichtiger.

Dennoch hofft Trump – der schon seinen Wahlkampf 2016 mit Hass auf Immigranten begann – damit seine Basis aufzustacheln. Jüngstes Beispiel: das Staatsbürgerrecht. Das besitzt jeder, der in den USA geboren wird, egal, woher die Eltern kommen - was auch die Babys illegaler Einwanderer zu Amerikanern macht. Trump droht nun, dieses Geburtsortprinzip per Federstrich abzuschaffen.

«Wir sind das einzige Land auf der Welt, wo eine Person kommen und ein Baby kriegen kann, und das Baby ist dann 85 Jahre lang ein Bürger der Vereinigten Staaten», beschwerte er sich in einem Interview. «Es ist lächerlich. Und es muss aufhören.» Ein entsprechendes Dekret werde er «bald» unterzeichnen.

Erstens: Dutzende Länder haben die gleichen Regeln. Zweitens: Das sogenannte Geburtsortprinzip ist seit 1868 in einem US-Verfassungszusatz verankert und selbst für einen Präsidenten unantastbar – zur Änderung oder Abschaffung bedürfte es einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses.

Hinzu kommt, dass dieser 14. Verfassungszusatz einen gewichtigen Hintergrund hat: Er wurde nach dem US-Bürgerkrieg verabschiedet, um befreite Sklaven zu gleichberechtigten Staatsbürgern zu machen. Diese Geschichte zur Disposition zu stellen, ist entweder Ignoranz oder ein Wink an die Rassisten unter den Wählern.

 Ryan widerspricht Trump

Der Aufschrei liess nicht auf sich warten. Trump «schürt Angst und Unsicherheit», erklärte Nicole Austin-Hillery, die US-Direktorin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Selbst prominente Republikaner distanzierten sich von der Idee und widersprachen Trump. «Man kann das Geburtsortprinzip nicht per Dekret beenden», stellte Repräsentantenhaussprecher Paul Ryan klar.

Egal – allein die Schlagzeilen nutzen Trump: So lange alle darüber reden, greift das Schreckensszenario. Zumal Statistiken der Border Patrol besagen, dass neuerdings wieder mehr Migranten über die US-Grenze kommen, seit die kontroverse Familientrennung und Internierung von Kindern beendet wurde.

«Seit Juni greifen wir immer öfters immer grössere Gruppen auf», sagt der US-Grenzschutzagent Daniel Hernandez aus Tucson in Arizona gegenüber dem Spiegel. «So extrem haben wir das lange nicht mehr erlebt.» Eine «Krise» sei das freilich nicht.

Doch Trump liebt künstliche Krisen, um sie dann zu «lösen». So beschreibt er die Flüchtlinge aus Zentralamerika, die gerade auf dem Weg Richtung USA sind, in immer apokalyptischeren Tönen: Die «Karawane» wimmele vor Kriminellen und «Nahöstlern», ein Codewort für Terroristen. Er sprach von einer «Invasion», drohte den Herkunftsländern, liebäugelte mit einem pauschalen Einreiseverbot und der Idee, die 3000-Kilometer-Südgrenze sogar für den Handel zu schliessen.

Schlimmer noch: Trump verbreitete eine Verschwörungstheorie weiter, wonach die «Karawane» vom – jüdischen – Milliardär George Soros finanziert werde. Einer, der sich im Internet dieser wirren These anschloss, war der mutmassliche Attentäter, der jetzt in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen erschoss.

Obwohl die besagten Migranten noch so weit weg sind, dass sie die US-Grenze erst in Wochen erreichen, haut auch Trumps Haussender Fox News hart auf die Pauke. «Die kommen mit Krankheiten und Pocken und Lepra», fabulierte ein Kommentator. Das war selbst manchen Kollegen zu viel: «Es gibt keine Invasion», sagte Fox-News-Nachrichtenmann Shep Smith. «Kein Grund zur Beunruhigung.»

Trump will bis zu 15'000 Soldaten an die Grenze schicken

Trotzdem beschloss Trump schliesslich, Soldaten an die Grenze zu entsenden, als drohe wirklich ein Einmarsch. 5200 US-Truppen sollen sich den 2100 Nationalgardisten anschliessen, die bereits im Grenzgebiet sind. Damit hätten die USA dort mehr Soldaten als zurzeit in Syrien und im Irak, wo sie echte Terroristen bekämpfen. Und am Mittwoch verschärfte er seinen Ton nochmals: Er könne bis zu 15'000 Soldaten an die Grenze zu Mexiko zu schicken, um die Karawane aufzuhalten, drohte er.

Es ist offensichtlich, dass das nur Show ist, dass die Soldaten nur Statisten sind im Kampf um die Wähler. «Wir haben genug Agenten», sagt auch Grenzschutzmann Hernandez. Die US-Truppen dürfte sowieso nur logistische Hilfe leisten: «Fahrzeuge reparieren, Überwachungskameras bedienen.» Dafür sei man dankbar – aber mit Migranten dürften die Soldaten nicht in Kontakt kommen.

Und nach der Wahl wird es wahrscheinlich wieder still werden um die Grenze.

8 Rohrbomben an Obama & Co: Trump rügt Medien

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • The Konrad 01.11.2018 15:06
    Highlight Highlight "Amerika, warnt er, werde von fremden Horden überrannt – und er allein könne und werde sie stoppen."
    Benutzer Bild
  • Magnum44 01.11.2018 13:28
    Highlight Highlight Und jetzt? Es spielt absolut keine Rolle was Trump erzählt, seine Anhänger glauben es ihm. Die anderen sind jetzt ein wenig empört, aber werden auch 2020 wieder dafür sorgen, dass Donald gewählt wird. Und nicht vergessen: 40% der Amerikaner ist das Thema dermassen egal, dass sie nicht einmal abstimmen gehen werden.
  • El Pepedente 01.11.2018 12:16
    Highlight Highlight Trump wird auch 2020 gewinnen und die schreihälse werden daran schuld haben^^ heute zählt es ja nur wer am lautesten schreit und den grössten shitstorm aufbringt gegen seine gegner... wo fakten und statistiken beleidigend oder diskriminierend, genau da leben wir heute oder die medien wollen es dich glauben lassen^^ und mal ehrlich es ist niemandes aufgabe flüchtlinge aufzunehmen! Es ist unsere aufgabe ihnen zu helfen ihr land auf zu bauen! Weil vin eigenen problemen kann man nicht wegrennen
    • banda69 01.11.2018 18:17
      Highlight Highlight @pepedente

      Von den eigenen Problemen wegrennen?

      Sagen Sie das doch bitte mal einer Syrischen Familie ins Gesicht
    • 123und456 01.11.2018 20:23
      Highlight Highlight Ja genau, schliesslich sind alle flüchtlinge verantwortlich dafür, dass ihr Land im Krieg versinkt oder von einer korrupten Machtelite und kriminellen Organisationen terrorisiert wird...🙈
      Wenn sie nur so brav und fleissig arbeiten wie wir Vorbilds-Schweizer und unsere Hilfe annehmen, werden sich ihre Probleme lösen oder wie?😂😂😂
    • Dominik Treier (1) 02.11.2018 11:38
      Highlight Highlight Sollen sie doch Kuchen essen oder wie darf ich das verstehen lieber El Pepedente?
  • Paddiesli 01.11.2018 12:14
    Highlight Highlight In ein paar Jahren werden sich wohl auch verfolgte und verarmte Brasilianer auf zur Flucht machen. Traurig, was auf der Welt abgeht. Egoismus und Geiz herrschen. Und Trump trägt die Fahne.
    • Yogi Bär 01.11.2018 13:22
      Highlight Highlight Paddiesli Egoismus, Geiz und Rechte!
  • Normi 01.11.2018 12:00
    Highlight Highlight Versuch 2

    Trump hält sich für den "Wahren" Lord Helmchen 😉
    Benutzer Bild
  • dinner for one MGTOW 01.11.2018 11:10
    Highlight Highlight Eigentlich müsste man das ganze mit Trump differenzierter angehen. Auch wenn ich ihn für einen Kollekitivisten halte und dementsprechend verachte, sind mir Fakeinvasionen lieber als die echten Invasionen seiner Vorgänger.
    Kinder von ihren Eltern trennen ist auch zu verachten, passiert aber Täglich zu Tausenden in den Familiengerichten des Westens und da empört sich niemand, sind ja sowieso meist Väter.... Diese ewige Doppelmoral der Linken und Rechten erstaunt mich nicht mehr. Objektivität und Libertäre Einstellung sind nicht mehr zeitgemäss. Willkommen in der post-Moderne.
    • swisskiss 01.11.2018 19:43
      Highlight Highlight dinner for one MGTOW: Mangelnde Objektivität zu beklagen und gleichzeitig die Trennung von illegal eingereisten Familien in den USA, mit der gerichtzlichen Zuweisung des Sorgerechts zu vergleichen ist lächerlich. Objektivität zu fordern, wenn man bei der Sorgerechtsentscheidung nicht das Kindswohl beachtet, sondern die Situation des meist unterlegenen Vaters (erinnerst Du Dich, Kindswohl?) ist nicht nur purer whatsaboutism, sondern eine unglaublich einseitige, komplett subjektive Betrachtungsweise. Das ist weder Postmodern, noch Libertär, sondern schlicht absurd.
  • neutrino 01.11.2018 11:04
    Highlight Highlight Der erwähnte Punkt der Verfassung (Pass in jedem Fall bei Geburt in den USA) finde ich auch als Trump-Gegner diskutabel.

    Deshalb: es gibt diverse Hürden für Trump - aber diese Verfassungsgeschichte ist es nicht. Da stehen die Trump-Fans relativ geeint hinter ihm.
    • swisskiss 01.11.2018 13:06
      Highlight Highlight neutrino: Eine Verfassungsänderung bedingt eine 2/3 Mehrheit in Senat und Repräsetantenhaus.

      Der supreme court hat 6 mal in den letzten 30 Jahren den Verfassungstext geschützt und das Recht auf Einbürgerung bestätigt.

      Seit 1990 sind diverse Vorstösse us Repräsentantenhaus und Senat gescheitert, dieses Recht zu ändern, da nicht mal eine republikanische Mehrheit zustande kam.

      Nichts als heisse Luft von Trump.
  • WatchesFTW 01.11.2018 10:42
    Highlight Highlight was denkt ihr?
    Benutzer Bild
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 11:11
      Highlight Highlight Ja ich stelle mir gerade vor, wie diese Leute zu ihrer Regierung maschieren und sie von etwa 15 Maschinengewehren in 20 Sekunden niedergemäht werden... Da würde sich die Welt ändern, da bin ich sicher...
    • Oh Dae-su 01.11.2018 11:25
      Highlight Highlight 5000 Menschen wären eine ziemlich mickrige Demonstration. In Caracas hast du teilweise über 1 Million auf den Strassen und geändert hat sich bekanntlich nichts.
      Zudem kann auch eine demokratische Regierung nicht einfach so schnell mal die Armut und Kriminalität wegzaubern.
    • WatchesFTW 01.11.2018 11:44
      Highlight Highlight und deswegen muss jetzt ein anderes land dafür einstehen?
      natürlich ist es nicht schön und unmenschlich aber nicht das problem von einem anderen Land...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oh Dae-su 01.11.2018 09:38
    Highlight Highlight Trump hat mal gesagt, dass er jemanden erschiessen könnte und trotzdem keine Wähler verlieren würde.
    Mittlerweile zweifle ich kein bisschen mehr an dieser Aussage...
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 11:00
      Highlight Highlight Ich glaube die einzige Person, die er erschiessen könnte um nicht mehr gewählt zu werden, wäre er selbst...
    • die 200 01.11.2018 11:26
      Highlight Highlight @ Dominik Treier: dann hätte er sogar meine Unterstützung gesichert...
  • Evan 01.11.2018 09:37
    Highlight Highlight Trump, Brasilien, und die Doku über die digitale Überwachung in China haben wir nun endgültig das Gefühl gegeben in einer dystopischen Gegenwart zu leben, und vor allem auch dass es immer schlimmer wird.
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 11:02
      Highlight Highlight Deshalb Ja am 25. November zu Versicherungsspionen! Führen wir Stasi-Methoden auch in der Schweiz ein! Wenn man den schon vor lauter Egoismus, die Dummheit nicht mehr sehn will, dann richtig! Hab ich recht?....
    • neutrino 01.11.2018 13:35
      Highlight Highlight @Dominik: bin auch gegen die Überwachung am 25. und werde dementsprechend stimmen. Aber das mit Stasi-Methoden zu vergleichen ist eine Verharmlosung der Stasi-Methoden (und ihrer Opfer) sondergleichen...
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 14:03
      Highlight Highlight Wiso? Eine Überwachung durch eine Institution ohne Kontrollmöglichkeit, die selbständig über das Leben einer Person und dessen Wert bestimmt, die Überwachung durch Amateure anordnet und dann auch noch selbst, als Parteui im Verfahren, ein Urteil fällt, dass man dann zwar anfechten kann, was aber sehr lange dauert viel Kraft kostet und Geld dazu wird man auch keins haben... Sehe da nicht mehr viel Spielraum, bis wir bei den Stasimethoden angekommen sind... In der Aushöhlung des Rechtsstaats wären wir jedenfalls schon dann top...
  • sherpa 01.11.2018 09:28
    Highlight Highlight "Die Dämonisierung von Einwanderern ist ein altbewährtes Mittel von Demagogen, das an die niedersten Instinkte appelliert und mit der Realität meist wenig zu tun hat," Also genau das was die SVP auch tut und dabei versucht, jene zu mobilisieren, welche nach ihrer Ansicht und Interpretation, , eine niedrige Ausbildung und ein niedriges Wissen vorweisen können. Die "Politik" von Trump und SVP sind absolut eidesgleich und passen auch perfekt zusammen.
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 11:05
      Highlight Highlight Nicht nur das, man versucht schon lange höhere Ausbildungen als Nutzlos und teuer und die bösen "Gstudierten" als arbeitsscheu zu verunglimpfen, um die Zahl derer, die gelernt haben Fakten zu akzeptieren und sich zu hinterfragen, möglichst stark zu reduzieren... In den USA hat es wie man sieht schon funktioniert...
  • Sapientia et Virtus 01.11.2018 09:10
    Highlight Highlight Der 14. Verfassungszusatz legt wörtlich fest, dass neugeborene Kinder, deren Eltern "unter der Jurisdiktion" der USA fallen, US-Bürger sind. Ob "unter der Jurisdiktion" lediglich bedeutet, dass sie sich an die Gesetze der USA halten müssen, oder dazu ein rechtmässiger Aufenthalt nötig ist, ist auch unter Verfassungsrechtlern umstritten. Der Passus bezieht sich historisch auf ehemalige Sklaven und gilt nicht für Kinder von Diplomaten und Kriegsgefangenen, die sich auch an die Gesetze zu halten haben. Der Oberste Gerichtshof hat sich bislang lediglich zu Kindern legaler Einwanderer geäussert.
    • swisskiss 01.11.2018 17:40
      Highlight Highlight Sapientia et Virtus: Faktisch Falsch! Das Prinzip "Jus soli" wurde schon vor über 100 Jahren vom supreme court definiert und beinhaltet auch die Kinder von Bürgern die nicht die US Staatsangehörigkeit besitzen und nicht eine permanenten Aufenthaltsstatus haben.(United States v. Wong Kim Ark, 1898)

      Der Rechtsstatus wird NICHT durch den Aufentaltsstatus tangiert, da auch Illegale der Rechtssprechung der USA unterstellt sind, sobald sie sich auf US Boden befinden.

      Es ist auch eine Falschdarstellung, das dies unter Verfassungsrechtlern umstritten ist.
    • Sapientia et Virtus 01.11.2018 19:57
      Highlight Highlight @swisskiss: Der berühmte Herr Wong hatte aber eine Aufenthaltsbewilligung. Und ob "der Rechtssprechung unterstellt" einzig und allein bedeutet, an die Gesetze gebunden zu sein, ist wie gesagt umstritten. Man konsultiere z. B. The General Principles of Constitutional Law in America von Thomas Cooley. Ich behaupte ja nicht, dass Trump vor Gericht mit Sicherkeit durchkäme, aber ein Executive Order wäre eine sehr einfache und elegante Art, eine gerichtliche Klärung zur von vielen als unsinnig angesehenen Praxis, Illegale mit dem Bürgerrecht für ihre Kinder zu belohnen.
    • Fulehung1950 02.11.2018 11:04
      Highlight Highlight Sapienta et virtus: es gibt einen Geburtentourismus. Bekannt sind Mitglieder der türkischen Oberschicht, die kurz vor der Entbindung in die USA reisen, das Kind kommt dort zur Welt und ist US-Staatsbürger. Die Leite nennen das „dem Kind alle Chancen eröffnen“.

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70134821.html
  • swisskiss 01.11.2018 09:06
    Highlight Highlight "Und nach der Wahl wird es wahrscheinlich wieder still werden um die Grenze."

    Wird es nicht, da dies eines der Kernthemen Trumps ist und Trump NICHT in erster Linie Wahlkampf für die Kandidaten der Reps oder der Partei macht, sondern für sich selbst.

    Seit seiner Amtseiführung macht Trump Wahlkampf für 2020.

    Immer gleiche Rhetorik und immer gleiche Themen.

    Der Ton wird noch schriller und extremer, wenn die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen und nicht nur seine Politik behindern können, sondern auch wirksame Mittel haben, seine finanziellen Verflechtungen offenzulegen.
  • Y. Pony 01.11.2018 08:47
    Highlight Highlight Ich denke, man sollte diese Lügen nicht als „Fake-News“ bezeichnen. Die Republikanischen Wähler sind nicht dumm.
    Es geht dabei nicht um Plausibilität, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen, welche ein Lebensgefühl anspricht.
    Dabei vermischen sich Themen wie „metoo“ und „Immigration“ wahllos und MÖCHTEN geglaubt werden. Da helfen weder Fakten noch ein Appell an die Moral.
    • exeswiss 01.11.2018 11:24
      Highlight Highlight "Es geht dabei nicht um Plausibilität, sondern darum, ein Märchen zu erzählen, welche ein Lebensgefühl anspricht." /fixed

      Geschichten enthalten meistens eine spur wahrheit.
  • Marc83 01.11.2018 08:36
    Highlight Highlight Und wieso genau könnte jetzt der schuss nach hinten los gehen?
    Ich lese im bericht keine gründe weshalb es nach hinten los gehen könnte.
  • Herbert Anneler 01.11.2018 08:17
    Highlight Highlight Trump würde wohl auch 100 GIs mobilisieren, um eine Toi Toi-Toilette zu erstürmen - Helden sind das...
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 10:59
      Highlight Highlight Wenn darin 5 Rappen versteckt wären, wäre es ihm wohl auch egal wenn 10 mal so viele draufgingen...
  • Markus97 01.11.2018 08:16
    Highlight Highlight Donald Trump hat bestimmt kein Problem. Er könnte behaupten, dass die Demokraten Nazi-Zombis züchten deren biss Kinder homosexuell macht und er hätte immernoch kein Problem. Wahrheit ist heutzutage nicht mehr wichtig in der Politik. Die Leute welche Trump jetzt kritisieren haben das schon immer getan, seine Anhänger folgen ihm bedingungslos und bis zum Schluss.
    • Bruno S.1988 01.11.2018 08:32
      Highlight Highlight Das stimmt. Aber diejenigen die ihn vor 2 jahren gewählt haben, waren nicht nur ausschliesslich blinde rassisten. Und die Wahl war auch verdammt knapp...mal sehen was bei den Midterms raus kommt. Dann sehen wir ob sein Bullshit noch fruchtet oder sogar ehemalige Wähler sich nicht mehr belügdn lassen.
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 10:55
      Highlight Highlight Es ist Traurig aber ich muss dir da recht geben... Viele Leute wünschen sich ihre einfache Welt von früher zurück, in der alles was über die Dorfgrenze hinaus ging, weeeeiiiit weg war und wollen deshalb lieber in angenehmem, einfachem Ton angelogen werden, als die unangenehme und Verantwortung aufbürdende Wahrheit zu höhren... Was man nicht sehen will, gibt es schlicht nicht und gehört verboten, erst recht wenn man alles andere als unschuldig daran ist...
    • Yogi Bär 01.11.2018 13:16
      Highlight Highlight Stefann dies war schon zu Zeiten Hitlers so. Der ungebildete Mensch als einzelner lernt nichts dazu, denn er kennt nur seinen beschränkten Mikrokosmos.
  • N. Y. P. 01.11.2018 08:12
    Highlight Highlight Donald Trump flutet momentan die Öffentlichkeit permanent mit seinen Lügen (alternativ : Scheisse).

    Sind viele Amerikaner inzwischen so dermassen verblödet, dass sie den ganzen Unsinn glauben ?

    Hat man eigentlich schon mal untersucht, ob sich die eher dümmlichen Leute NUR auf Facebook informieren ? Statt sich selber aktiv um Information zu bemühen.
    • Fruchtzwerg 01.11.2018 08:54
      Highlight Highlight Das tun sie tatsächlich. Ein amerikanischer Comedian hat auf einer Trump-Rally herumgefragt (finde das Video gerade nicht mehr...) Viele ältere Republikaner informieren sich lediglich auf Facebook und Foxnews und leben so in ihrer ganz eigenen Filterblase...
    • Charlie Runkle 01.11.2018 09:00
      Highlight Highlight Nicht nur amerikaner, das würde in der schweiz und anderen ländern genau so funktionieren. 80% der Mennschheit ist einfach mal leichtgläubig und ziemlich dumm!
    • Sharkdiver 01.11.2018 09:16
      Highlight Highlight Das ist bei uns genau gleich. Die Flüchtlingslagern nehmen laufend ab, aber die Angst vor Ihnen ist immer noch gross.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triple 01.11.2018 07:54
    Highlight Highlight Ich befürchte auch dieser Schuss geht nicht nach hinten los. In einem Land wo Kinder als AH verkleidet werden und Fanatiker Synagogen angreifen ist leider alles möglich. Wie heisst es so schön, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten....
    • Dominik Treier (1) 01.11.2018 14:06
      Highlight Highlight Leider werden die Möglichkeiten nur da begrenzt, wo es absolut unnötig wäre...
  • chnobli1896 01.11.2018 07:43
    Highlight Highlight Traurigerweise funktioniert es wohl sogar.. Wird den Reps sicher ein paar Extrastimmen geben. Aber ist doch eh alles Fake News, oder etwa nicht? ;-)
    • rburri38 01.11.2018 08:26
      Highlight Highlight Ist aber hier ja dasselbe mit der SVP. Die sind übrigens immer noch die stärkste Partei der CH. Traurig.

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