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U.S. President Barack Obama talks with Russian President Vladimir Putin at the APEC Economic Leaders’ Meeting in Lima, Peru November 20, 2016.  REUTERS/Kevin Lamarque

Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Barack Obama und Wladimir Putin. Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Schweigen zwischen Obama und Putin – doch dann macht der Russe ein Abschiedsgeschenk

Wladimir Putin und Barack Obama gehen sich beim Asien-Pazifik-Gipfel weitgehend aus dem Weg. Nur kurz sprechen sie über den Syrienkrieg. Dennoch zeigt sich Wladimir Putin zum Abschluss von seiner charmanten Seite.



US-Präsident Barack Obama hat sich nach einem kurzen Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wenig zuversichtlich über eine Lösung des Syrienkonflikts gezeigt. «Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf den Prozess in nächster Zeit», sagte Obama.

Das Gespräch sei ähnlich verlaufen wie viele in den vergangenen Monaten, sagte der scheidende Präsident am Sonntagabend (Ortszeit) bei seiner letzten Pressekonferenz auf einer Auslandsreise in der peruanischen Hauptstadt Lima. Er kritisierte erneut scharf die russischen Bombardements in Syrien. In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört.

Obama und Putin waren zwei Tage lang beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC). Es gab aber kein gemeinsames bilaterales «Abschlussgespräch», sondern nur einen vierminütigen Wortwechsel am Rande einer Arbeitssitzung. Man sei sich «mit Respekt begegnet», sagte Putin anschliessend.

Zuvor ging man sich so gut es ging aus dem Weg und schwieg sich an. Auch auf dem Gruppenfoto und dem gemeinsamen Abendessen wurde die Distanz deutlich. Beim feierlichen Dinner sassen Barack Obama und Wladimir Putin 15 Plätze auseinander. Der US-Präsident sass neben Chiles Präsidentin Michelle Bachelet, Putin neben Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto.

Leaders wave during the group photo at the annual Asia Pacific Economic Cooperation, APEC, summit in Lima, Peru, Sunday, Nov. 20, 2016.  From right are Malaysia's Prime Minister Najib Razak, Vietnam's President Tran Dai Quang, South Korea's Prime Minister Hwang Kyo-ahn, U.S. President Barack Obama, Japan's Prime Minister Shinzo Abe, Thailand's Deputy Prime Minister Prajin Juntong, Indonesia's Vice President Jusuf Kalla, Taiwan 's special APEC envoy James Soong, Hong Kong's Chief Executive Leung Chun-ying, Singapore's Prime Minister Lee Hsien Loong, Peru's President Pedro Kuczynski, Russia's President Vladimir Putin, China's President Xi Jinping and Philippines's Secretary of Department of Foreign Affairs Perfecto Yasay. (AP Photo/Martin Mejia)

Das abschliessende Gruppenfoto: Sicherer Abstand zwischen Wladimir Putin und Barack Obama.  Bild: Martin Mejia/AP/KEYSTONE

Am 20. Januar 2017 übernimmt Donald Trump das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten. Er will mit Putin das Gespräch suchen und strebt auch einen neuen Ansatz in der amerikanischen Syrien-Politik an. Obama hatte stets die russische Unterstützung für Syriens Machthaber Baschar al-Assad kritisiert. Assad sei ein Mann, der sein Land zerstöre, kritisierte Obama in Lima.

Warnung an die Adresse Trumps

Seinen designierten Nachfolger Trump warnte Obama indirekt davor, das Freihandelsabkommen TPP aufzukündigen. «TPP ist ein Plus für die amerikanische Wirtschaft, für Arbeitsplätze und für Arbeiterrechte», sagte Obama.

Die Transpazifische Partnerschaft (TPP) war 2015 beschlossen worden und ist das bisher grösste Freihandelsabkommen der Welt. Es umfasst die USA, Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Trump will TPP aufkündigen, weil es Arbeitsplätze in den USA kosten könnte. Die USA haben mit den TPP-Staaten ein Handelsvolumen von rund 1600 Milliarden Dollar, 40 Prozent ihres Aussenhandels.

epa05640170 US President-elect Donald Trump gestures a thumbs up at the clubhouse of Trump International Golf Club, in Bedminster Township, New Jersey, USA, 20 November 2016.  EPA/PETER FOLEY

Donald Trump: Er ist in Lima zwar nicht anwesend, dennoch allgegenwärtig.  Bild: PETER FOLEY/EPA/KEYSTONE

Putins Verständnis

Putin rechnet allerdings nicht mit einem kompletten Ende der liberalen US-Handelspolitik unter dem künftigen US-Präsidenten Trump. «Es gibt einen grossen Unterschied zwischen der Rhetorik im Wahlkampf und der Realpolitik, das ist in jedem Land der Welt so», sagte Putin in einer Pressekonferenz zum Abschluss des Asien-Pazifik-Gipfels in Lima. «Und wenn Herr Trump erklärt, dass er Firmen in die USA zurückholen will, um damit in seinem Land Arbeitsplätze zu sichern, was gibt es Schlechtes dabei?», fragte Putin.

Er bekräftigte, dass Trump auf «eine Normalisierung der Beziehungen» zu Russland setze. Aber noch sei kein Termin für ein Treffen der beiden vereinbart worden. Trump hatte im Wahlkampf Putins Führungsstärke gelobt, Putin gehörte unter den Staatschefs zu einem der ersten Gratulanten.

«Abschiedsgeschenk»

Trotz der spürbaren Kälte zwischen Obama und Putin kam es ganz zum Schluss des Gipfels zu einer versöhnlichen Geste. Putin machte Obama bei ihrer letzten Begegnung ein besonderes «Abschiedsgeschenk»: Er stellte Obama eine Art Willkommensgarantie für Russland aus.

Russian President Vladimir Putin attends a meeting of the APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) Business Advisory Council in Lima, Peru, November 19, 2016. REUTERS/Mariana Bazo

Heisst Barack Obama in Russland immer willkommen: Wladimir Putin. Bild: MARIANA BAZO/REUTERS

«Ich habe ihm für die Jahre der Zusammenarbeit gedankt und ihm gesagt, dass wir uns immer freuen, ihn in Russland zu sehen – wenn es notwendig sein sollte oder wenn er es sich wünscht», sagte Putin zum Abschluss des Asien-Pazifik-Gipfels in der peruanischen Hauptstadt Lima. 

Putin bezeichnete die Zusammenarbeit als schwierig. «Aber Präsident Obama und ich haben betont, dass wir uns immer gegenseitig respektiert haben, genauso wie unsere Standpunkte. (cma/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 21.11.2016 21:42
    Highlight Highlight Putin hat die Ausstrahlung eines Haifisches, oder eines dressierten Pitbull-Kampfhunds.
    Und das ist der Oberste Russe...
    Armes, armes Russland!
    Da können ja die Yankees mit ihrem Trump-Trottel noch zufrieden sein, wenn sie sich mit den Russen vergleichen, und die Deutschen können mit ihrem unzerstörbaren Wackelpudding Merkel auch noch zufrieden sein, wenn sie sich mit den Russen vergleichen.
    Ja sogar wir können mit unserem Schneider-Amann und seinem "Rire est Bon pour la santée!" noch sehr zufrieden sein.
    Nur bei den Türken und ihrem Erdowahn habe ich Zweifel, ob sie zufriedener sein können...
  • Saraina 21.11.2016 21:10
    Highlight Highlight Putin bietet Obama Asyl an, für den Fall dass die Rassisten in den USA gänzlich überhandnehmen?
  • ströfzgi 21.11.2016 12:22
    Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen, wie der "Ami" denn auf des "Russen" sein Geschenk reagiert hat.
  • Bolly 21.11.2016 08:36
    Highlight Highlight Bild 16
    Ist mit Jimmy Fallon, da gibt es immer was zu lachen.
  • AJACIED 21.11.2016 06:33
    Highlight Highlight Putin hat doch auch menschliche Züge. Das muss wohl seinen hatern wohl sehr gegen den Strich gehen 😂😂
    • rodolofo 21.11.2016 13:18
      Highlight Highlight Natürlich ist Putin ein Mensch!
      oder hast Du gedacht, wir hielten ihn für einen Ausserirdischen?
      Aber wenn ich Barak Obama wäre, dann würde ich das mit dem "jederzeit willkommen" etwa so wörtlich nehmen, wie alles andere, was Putin schon gesagt (und dann komplett gegensätzlich getan) hat.
      Wenn ihm sein Leben lieb ist, dann wird er diese Art von Russischer Kälte meiden!
      Übrigens war Adolf Hitler auch ein Mensch...
    • Toerpe Zwerg 21.11.2016 13:40
      Highlight Highlight Mir wird ganz warm ums Herz.
  • Spooky 21.11.2016 04:40
    Highlight Highlight "In Aleppo würden Kinder getötet und Schulen zerstört."

    Als ob das Obama schlaflose Nächte bereiten würde.
    • Aged 21.11.2016 07:23
      Highlight Highlight Und Ihnen?
    • Russian Lady 21.11.2016 07:26
      Highlight Highlight Vorallem werden auch im Irak Kinder getötet. Aber wenn die Amis wo einmarschieren, dann ist das völlig legitim. Sobald die Russen sich militärisch beteiligen, sind es Kriegsverbrecher...
    • Pius C. Bünzli 21.11.2016 08:18
      Highlight Highlight genau das dachte ich auch..
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