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epa07346145 President of the Venezuelan National Assembly Juan Guaido takes part in a session of the body, in Caracas, Venezuela, 05 February 2019, during which he stated that the best for Russia and China is a change of Government in Venezuela. Venezuela's President Maduro and his opponent National Assembly leader Juan Guaido have called on their supporters to take to the streets as international pressure increased on Maduro to resign. Guiado had declared himself interim president of Venezuela on 23 January and promised to guide the country toward new election as he consider last May's election not valid.  EPA/Miguel Gutierrez

Interimspräsident Juan Guaido bittet das Militär an der Grenze Venezuelas die Hilfsgüter durchzulassen. Bild: EPA/EFE

In Venezuela kommt es bald zum Stichtag: Auf welcher Seite steht das Militär? 



Nach der Anerkennung durch viele EU-Länder wird die humanitäre Hilfe für Venezuela zu der ersten Bewährungsprobe für den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó.

Gelingt es ihm, die Lieferungen in das notleidende Land zu bringen, dürfte ihm das viel Anerkennung unter der Bevölkerung verschaffen. Scheitert er allerdings, könnte seine Erfolgswelle schnell wieder abebben.

Um Lebensmittel und Medikamente in den Krisenstaat zu schaffen, braucht er allerdings die Unterstützung der Streitkräfte, die die Grenzen kontrollieren. «Alles ist bereit. Hier die Frage an die Militärs: Soldat, wirst du deiner Familie die humanitäre Hilfe verweigern? Einmal mehr appelliere ich an euer Gewissen. Diese Hilfe ist dazu da, Leben zu retten», sagte Guaidó.

EU will Büro in Caracas

Zugleich kündigte die EU-Kommission am Dienstag an, fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Land zur Verfügung. Das Geld solle unter anderem der Versorgung mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe dienen, sagte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.

epaselect epa07333351 Spanish Delegation spokesman for the Popular Party in the European Parliament Esteban Gonzalez Pons attends the vote on Venezuela's situation during a plenary session at the European Parliament in Brussels, Belgium, 31 January 2019. The parliament voted for the official recognition of the President of the National Assembly (Parliament) of Venezuela and self-proclaimed interim President of the country Juan Guaido as president of the Venezuela.  EPA/STEPHANIE LECOCQ

Das Europaparlament kurz nach der Abstimmung zur Anerkennung von Juan Guaido als Präsident Venezuelas am 31. Januar.  Bild: EPA/EPA

2018 habe die EU insgesamt 34 Millionen Euro für Venezuela zur Verfügung gestellt. Zudem plane die EU-Kommission, in Caracas ein Büro für humanitäre Hilfe zu eröffnen.

Im Machtkampf in Venezuela hatte sich der junge Abgeordnete vor knapp zwei Wochen selbst zum Übergangspräsidenten erklärt und Staatschef Nicolás Maduro damit offen herausgefordert. Die USA, viele lateinamerikanische Staaten und zahlreiche EU-Länder stellten sich bereits hinter Guaidó.

Erdogan fordert Demokratie ein

Maduro hingegen wird von Russland, China, dem Iran, der Türkei sowie Kuba, Nicaragua und Bolivien gestützt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte die Europäische Union für ihre Unterstützung Guaidós.

Nun habe sich gezeigt, was die EU wirklich sei. «Einerseits sprecht ihr ständig von Demokratie und von Wahlen, aber dann stürzt ihr mit Gewalt und List eine Regierung», sagte er am Dienstag während einer Rede in Ankara. «Wir sind strikt gegen diese imperialistischen Strukturen und können sie auf keinen Fall akzeptieren.»

FILE - In this July 11, 2018 file photo, President Donald Trump, left, talks to Turkish President Recep Tayyip Erdogan as they tour the new NATO headquarters in Brussels, Belgium.  Trump’s decision to withdraw American troops from Syria was made hastily, without consulting his national security team or allies, and over the strong objections of virtually everyone involved in the fight against the Islamic State, according to U.S. officials. Trump stunned his Cabinet, lawmakers and much of the world with the move that triggered Defense Secretary Jim Mattis’ resignation by rejecting the advice of his top aides and agreeing to the pull-out in a phone call with Turkish President Recep Tayyip Erdogan last week, two officials briefed on the matter said. (Tatyana Zenkovich/pool photo via AP)

Erdogan greift Trump direkt an. Bild: AP/POOL EPA

Ohne seinen Namen zu nennen, wandte Erdogan sich offenbar auch an US-Präsident Donald Trump. «Ist Venezuela etwa dein Staat? Wie kann es sein, dass du einen durch Wahlen an die Macht gekommenen Menschen aufforderst, zu gehen?», fragte er. «Und wie kannst du jemandem, der nicht einmal zur Wahl angetreten ist, die Führung des Staates überlassen? Wart ihr nicht Demokraten? Was soll das?»

Auch Russland wetterte gegen die internationale Unterstützung für Guaidó. «Wenn sie einfach aus dem Ausland erklären, dass es jetzt einen neuen amtierenden Präsidenten in Venezuela gibt, das übersteigt jede Vorstellung», sagte Aussenminister Sergej Lawrow am Dienstag vor Studenten der Universität Duschanbe in der Hauptstadt Tadschikistans. Das Prinzip, sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates einzumischen, sei eklatant verletzt worden.

Umworbenes Militär

Maduro fürchtet eine Militärintervention gegen seine sozialistische Regierung und schwört die Streitkräfte seit Tagen auf die Verteidigung des Landes ein. Auch Guaidó umwirbt die Soldaten. Er redet ihnen ins Gewissen und hat ihnen Straffreiheit zugesagt, wenn sie bei der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung helfen.

epa07326218 A handout photo made available by the Miraflores Press, shows the president of Venezuela, Nicolas Maduro (C), during military exercises in Caracas, Venezuela, 27 January 2019. Maduro led on Sunday military maneuvers with soldiers, as the opposition went to barracks to deliver to the uniformed of the country the text of a law with which they seek to get them to disown the president.  EPA/MIRAFLORES PRESS / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Auf welche Seite wird sich Venezuelas Militär stellen? Bild: EPA/MIRAFLORES PRESS

«Heute richte ich einen Aufruf an die Streitkräfte: In wenigen Tagen habt ihr die Möglichkeit zu entscheiden, ob ihr auf der Seite von jemandem stehen wollt, um den es immer einsamer wird, oder auf der Seite von Hunderttausenden Venezolanern, die Lebensmittel und Medikamente brauchen», sagte Guaidó.

Hilfe von Kolumbien und Brasilien aus

Für die kommende Woche war in Washington eine internationale Konferenz zu der humanitären Hilfe für Venezuela geplant. Die USA, Kanada und Deutschland sagten bereits Soforthilfen in Millionenhöhe zu. Die Lieferungen sollen von Kolumbien und Brasilien aus ins Land gelangen.

«Die wirtschaftliche und humanitäre Krise in Venezuela erfordert breite Hilfsbemühungen durch die internationale Gemeinschaft», schrieb der stellvertretende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), David Lipton, zuletzt auf Twitter. «Wir sehen einen perfekten Sturm aus Lebensmittelmangel, Hyperinflation, Verlust von Humankapital und einem komplexen Schuldenproblem.»

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen fehlender Devisen kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Viele Menschen hungern und rund drei Millionen Venezolaner sind vor dem Elend in ihrer Heimat bereits ins Ausland geflohen. (leo/sda/dpa)

Die Venezuela-Krise im Januar 2019

Juan Guaidó erklärt sich zum Staatschef Venezuelas

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Aurum 06.02.2019 08:32
    Highlight Highlight Ich gebe Putin und Erdogan ausnahmsweise (zum teil) recht (uuuh gänsehaut...).
    Was in Venezoela geschieht geht absolut niemanden etwas an, ausser die Venezoelaner selbst. Erst wenn die Frage geklärt wurde, wer nun regiert, darf humanitäre Hilfe angeboten werden. Auch Maduro hat noch Anhänger, was glaubt ihr, wie diese Anhänger danach zur neuen Regierung stehen, wenn dieser Präsident es nur mit ausländischer Hilfe geschafft hat? Mir gefällt der Vergleich von einem schlüpfenden Küken: bloss nicht eingreifen und das Küken selbst die Schale durchbrechen lassen.
  • Mägs 06.02.2019 07:01
    Highlight Highlight Zuerst das Land mit Sanktionen arm machen und die Bevölkerung ausbluten lassen, damit man anschliessend als Retter der Bevölkerung auftreten und humanitäre Hilfe leisten kann....
  • Patrick Bender 06.02.2019 06:21
    Highlight Highlight Despoten unterstützen Despoten, das ist ja logisch, denn nur so können sie sich selbst an der Macht halten, weil sie merken dass sich das Volk immer weniger für dumm. Verkaufen lässt.
  • AdvocatusDiaboli 06.02.2019 01:34
    Highlight Highlight Russland will das Maduro bleibt, liefert aber wieder einmal null humanitäre Hilfe.
  • DerewigeSchweizer 06.02.2019 01:12
    Highlight Highlight Gestern sprach US-Aussenminister Mike Pompeo vor dem UNO Sicherheitsrat.

    "Millionen venezolanischer Kinder sind unter- oder mangelernährt."
    "9 von 10 Venezolaner leben in Armut"
    ...
    Vielleicht stimmts, vielleicht auch nicht.
    War er persönlich vor Ort? Wohl kaum.
    Das haben ihm die US-Geheimdienste berichtet.

    ... Oder auch nicht ...

    Hat mich an Colin Powell erinnert, wie er 2003 am selben Ort beteuerte, "sämtliche US-Geheimdienste bestätigen, dass Saddam Chemiewaffen entwickelt".

    Hier, zur Erinnerung, wie das so ist mit den USA und der Wahrheit:
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