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Former FBI Director James Comey is sworn in during a Senate Intelligence Committee hearing on Capitol Hill, Thursday, June 8, 2017, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon, Pool)

James Comey bei der Vereidigung zu Beginn des Hearings. Bild: Alex Brandon/AP/KEYSTONE

Das sind die 6 brisantesten Aussagen aus dem Hearing mit Ex-FBI-Chef James Comey

Trump ist ein Lügner, der Präsident wünschte sich ein Ende der Ermittlung gegen Michael Flynn, seine Entlassung erfolgte aufgrund der Russland-Ermittlungen: Die Aussagen von James Comey vor dem Senat hatten Zunder. Diese Erkenntnisse werden die nächsten Tage für Schlagzeilen sorgen.



Für Comey ist Trump ein Lügner

Die widersprüchlichen Aussagen über den Grund für seine Entlassungen sind für Comey Beweis dafür, dass Präsident Trump gelogen hat. Auch Trumps Aussagen über den angeblich schlechten Zustand des FBI seien Lügen gewesen.

Eine Lüge ist gemäss James Comey auch die öffentliche Aussage Trumps, wonach dieser Comey nie auf die Ermittlungen gegen den zurückgetretenen nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn angesprochen habe.

Comey fühlte sich von Trump unter Druck gesetzt

Im besonders brisanten Gespräch zwischen Donald Trump und James Comey im Oval Office am 14. Februar dieses Jahres begab sich Trump auf juristisch dünnes Eis. Er gab Comey mit folgender Formulierung zu verstehen, dass er sich ein Ende der Ermittlungen gegen seinen kurz zuvor zurückgetretenen nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn wünsche: «Ich hoffe, Sie sehen einen freien Weg, von Flynn abzulassen. Er ist ein guter Kerl. Ich hoffe, Sie können das sein lassen.»

Auch die Tatsache, dass Trump nach einem Treffen mit hochrangigen Regierungsmitgliedern und Chefs von anderen Sicherheitsbehörden ein Vieraugengespräch mit Comey verlangte, empfand der Ex-FBI-Chef als hoch problematisch.

Trump mischte sich unangemessen ein, erteilte Comey aber keine Befehle

epa06015679 US President Donald J. Trump walks down the Colonnade to the Oval Office after returning to the White House by Marine One, in Washington, DC, USA, 07 June 2017. Trump returns from Cincinnati, Ohio.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Hat Trump die Justiz behindert? Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Der ehemalige FBI-Boss empfand Trumps Verlangen nach persönlicher Loyalität, seinen Wunsch, das FBI möge die «dunkle Wolke» der Russland-Ermittlungen zum Verschwinden bringen und seine geäusserte Hoffnung auf ein Ende der Flynn-Ermittlungen als unangemessene Einmischung in die Arbeit des FBI.

Auf Nachhaken republikanischer Senatoren präzisierte Comey aber, dass ihn Trump nicht mit eindeutigen Worten um eine Einstellung der Ermittlungen gebeten habe. Für Comey ist aber klar, dass der Sonderermittler Robert Mueller auch untersuchen müsse, ob Trump «obstruction of justice», Behinderung der Justiz, betrieben habe. Über diesen Vorwurf stolperte 1973 US-Präsident Richard Nixon, der wegen der Watergate-Affäre zurücktreten musste.

Comeys Entlassung war eine Reaktion auf die Russland-Ermittlungen

epa06016792 Russian President Vladimir Putin attends a meeting with Chinese President Xi Jinping (not pictured) in Astana, Kazakhastan, 08 June 2017. The leaders of Russia and China arrived in Astana to take part in the Shanghai Cooperation Organization (SCO) summit on 08 and 09 June 2017.  EPA/ALEXEY NIKOLSKY / SPUTNIK / KREMLIN POOL / POOL MANDATORY CREDIT

Welche Rolle spielte Russland im US-Wahlkampf? Um diese Frage dreht sich letztlich die ganze Affäre. Bild: EPA/SPUTNIK POOL

Mehrere Senatoren fragten Comey, was seiner Meinung nach der Grund für seine Entlassung gewesen sei. Er wiederholte unter Eid, dass der Grund für seine Entlassung die Russland-Untersuchungen seien. Diesen Vorwurf hatte Trump zunächst abgestritten, was die Frage befeuert, ob Trump mit Comeys Entlassung versucht hat, die Ermittlungen zu behindern.

Comey reichte Gesprächsnotizen an die Medien weiter

Former FBI Director James Comey reacts during a Senate Intelligence Committee hearing on Capitol Hill, Thursday, June 8, 2017, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)

Nach seiner Entlassung gab Comey via einen Freund Gesprächsnotizen an die «New York Times» weiter. Bild: Alex Brandon/AP/KEYSTONE

James Comey hat auf Fragen der republikanischen Senatoren im Ausschuss eingeräumt, dass er selber hinter der Enthüllung der Aufzeichnung über sein Gespräch zwischen ihm und Trump über die Ermittlungen gegen Michael Flynn stehe. Nach seiner Entlassung habe er einen Freund gebeten, seine Gesprächsnotiz an einen Journalisten weiterzugeben. Als privater Bürger sei er der Auffassung gewesen, dass die Öffentlichkeit über diese Informationen verfügen sollte.

Comey wollte damit erreichen, dass in der Russland-Affäre ein Sonderermittler eingesetzt wird. Die «New York Times» hatte am 17. Mai über dieses Memo berichtet. Comey hatte darin notiert, dass Trump ihn um die Einstellung der Ermittlung gegen den früheren Sicherheitsberater Michael Flynn gebeten habe.

Kein Zweifel an russischem Hacking, keine Hinweise auf Wahlmanipulation

Die Bedrohung der amerikanischen Demokratie durch russische Einflussnahme sei ein parteiübergreifendes Problem, das Demokraten und Republikaner gleichermassen betreffe: «They're coming after America».

Seit Ende 2015 seien ihm über 100 Vorfälle von versuchter Einflussnahme russischer Urheber auf den Wahlkampf berichtet worden. Dahinter stehe die eindeutige Absicht, den Ausgang der Wahl im Sinne Russlands zu beeinflussen. Hinweise, dass Manipulationen am Wahlergebnis stattgefunden haben, gebe es aber nicht.

Hier findest du das ganze Hearing mit James Comey als Transkript zum Nachlesen auf Englisch.

Die Trumps beim Papst

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 09.06.2017 07:23
    Highlight Highlight Ja, da hätte er eben nicht kurz vor dem Wahltermin Hillary Clinton unnötig diskreditieren sollen mit seiner Ankündigung, dass die Untersuchungen in der e-mail-Affaire nach der Entdeckung neuer e-mails wiederaufgenommen würden!
    Mit Hillary Clinton als Chefin sässe er wohl noch auf seinem Posten.
    Doch als Republikaner hat ihm sein Ideologisches Unterbewusstsein wohl einen Streich gespielt...
    Dass Trump ein Lügner ist, wissen wir doch alle bereits!
    Dazu bräuchte es nun wirklich keinen super-teuren Geheimdienst.
    Aber die Republikanischen Steigbügelhalter von Trump sollten sich an der Nase nehmen!
    • reconquista's creed 09.06.2017 11:24
      Highlight Highlight Ich persönlich glaube er hat damals nicht parteipolitisch gehandelt, sondern wollte um jeden Preis verhindern, dass man ihm später bei einem Wahlsieg Clintons etwas vorwerfen kann. Durch den überraschenden Ausgang der Wahl war dies nun erfolglos.
      Ansonsten stimme ich völlig deinem treffendem Kommentar zu.
  • Kaviar 09.06.2017 07:16
    Highlight Highlight Nichts. Einfach nichts hat diese Anhörung ergeben. Nichts als viel gehässiger Lärm eines gescheiterten, rachesüchtigen Beamten.
    • äti 09.06.2017 09:43
      Highlight Highlight ... schon mal probiert zwischen den Zeilen zu lesen oder gar feinere Töne zu interpretieren?
    • Kaviar 09.06.2017 10:20
      Highlight Highlight @äti: Zwischen den Zeilen ist Leere. Wer dort etwas sieht, der sollte zum Augenarzt, oder zum Psychiater gehen.
  • reconquista's creed 09.06.2017 06:13
    Highlight Highlight Das Problem ist doch, dass wir vom orangen Daily-Bullshit-Producer derart abgestumpft sind, dass manche das nur noch für ein Skandälchen halten. Jeder richtiger Politiker mit minimaler Integrität müsste in einem Rechtsstaat schon lange zurücktreten.
    Aber Trump läuft ansscheinend geistig unter “Jugendstrafrecht“...
    • fadnincx 09.06.2017 07:26
      Highlight Highlight Aus irgend einem Grund gibt es ja das Jugendstrafrecht...
      Ich meine man kann doch nicht so unmündige Personen nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilen.
  • Thinktank 09.06.2017 00:21
    Highlight Highlight Die 1000ste Trump-Story. Who cares.
    • Blutgrätscher 09.06.2017 00:30
      Highlight Highlight Der 1000ste Kommentar hierzu von Thinktank. Thinktank cares.
    • reconquista's creed 09.06.2017 06:13
      Highlight Highlight 👍😅
  • HabbyHab 08.06.2017 21:53
    Highlight Highlight Ja, Trump hat keinen klaren Befehl erteilt, aber wie schon durch Comey und auch Mitglieder des Komitees erwähnt, wenn man von einem Präsidenten sowas gesagt bekommt.. "I hope.." wenn ein Mafiaboss dir sagt, er hoffe, dass du bis Sonntag bezahlt hast..
    • Lowend 08.06.2017 22:43
      Highlight Highlight Ich habe mir das ganze Hearing auf CNN angeschaut und hatte genau die gleiche Empfindung, denn die Schilderungen von Comey über Trump glichen eher dem, was man in zweitklassigen Mafiafilmen sieht, wenn der Boss von seinen Untergebenen absolute Treue und Unterwefung verlangt.
    • Scaros_2 09.06.2017 07:03
      Highlight Highlight Und dabei war es erschreckend wie sehr die Republikaner versuchten den Subtext von Worten zu ignorieren und zu behaupten er habe ja nur "Ich hoffe" gesagt was keine Aufforderung ist.

      Lächerlich das ganze.

      Aber das Hearing war nicht viel mehr als ein bereinigter HipHop Songt in welchem alle explizite stellen kaschiert wurden denn alle Fragen die INteressant waren wurden ins closed hearing verlegt.
    • dracului 09.06.2017 07:35
      Highlight Highlight "To hope" wird so umschrieben: want something to happen or be the case.
      "he's hoping for an offer of compensation"
      synonyms: expect, anticipate, look for, wait for, be hopeful of, pin one's hopes on, want; wish for, dream of ... Die FBI hat jeweils wenig Kontakt mit dem Präsidenten und wenn dieser, unter 4 Augen, nach einem unerwarteten Nachtessen, im Weissen Haus, seine "Hoffnungen" zu einer laufenden Ermittlung sagt, ist das beunruhigend. Nach so einem Vorfall muss Trump mindestens einsehen, dass es einen Unterschied zwischen einer Demokratie mit Gewaltentrennung und einem Königreich gibt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dirk Leinher 08.06.2017 21:34
    Highlight Highlight Schön und gut aber auch dieses Hearing brachte anscheinend nicht viel Neues hervor.
    Ausser natürlich der Tatsache, dass Senator McCain Anzeichen einer Demenzerkrankung zeigt.
    • \L/ 08.06.2017 21:54
      Highlight Highlight Der eigentlich interessante Teil des Hearings fand auch danach, hinter verschlossenen Türen statt, wo Comey sich auch zu Dingen äussern konnte, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
    • Sapere Aude 08.06.2017 23:52
      Highlight Highlight Nun ja vielleicht nicht viel neues, aber wenn der ehemalige Chef der führenden Strafverfolgungsbehörde unter Eid den Präsident der Lüge bezichtig und sagt seine Ermittlungen in der Russland Sache sei der Grund für seine Entlassung ist das schon starker Tobak. Vor allem wenn er die wirklich spannenden Fragen nicht beantworten durfte, da bleibt sehr viel Raum für Spekulationen.

      Und bezüglich Mc Cain habe ich mir ähnliche Fragen gestellt.
  • Der Tom 08.06.2017 21:25
    Highlight Highlight Jetzt sollte das weisse Haus enttrümpelt werden.
    • rodolofo 09.06.2017 07:26
      Highlight Highlight Ich schlage dafür Mexikanisches Putzpersonal vor.

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