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President Bush speaks to Vice President Dick Cheney by phone aboard Air Force One after departing Offutt Air Force Base in Nebraska, hours after the terrorist attacks, September 11, 2001.  (KEYSTONE/AP Photo/The White House/Eric Draper)

George W. Bush nach den Attacken des 11. September an Bord der Air Force One. Bild: AP, THE WHITE HOUSE

11. September 2001: Wo war George W. Bush?

Nach den Attacken des 11. September 2001 flüchtete George W. Bush an Bord der Air Force One. Ein Journalist hat jetzt die dramatischen Stunden in der Präsidentenmaschine rekonstruiert.

Michail Hengstenberg / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Attacken des 11. September sind längst Geschichte, viele Bilder jenes Tages im kollektiven Gedächtnis der Welt verankert. Auch jenes von US-Präsident George W. Bush, der vor einer Schulklasse sitzt und aus einem Buch vorliest, als ihn die Nachricht der Angriffe ereilt. Was danach geschah, wo sich Bush dann aufhielt, darüber war bislang wenig bekannt. Es war einer der wenig ausgeleuchteten Aspekte dieses Tages, der die Welt veränderte. Bis jetzt.

Das US-Magazin Politico hat die Stunden nach den Attacken auf die Twin Towers, wie der US-Präsident sie fern New Yorks erlebte, minutiös nachgezeichnet. Autor Garret M. Graff hat mit den Menschen gesprochen, die sich an jenem Tag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One befanden. Und die Geschehnisse anhand der Gesprächsprotokolle rekonstruiert.

Denn George W. Bush befand sich nach den Angriffen nicht geschützt in einem Bunker, sondern dort, wo man ihn am sichersten wähnte. Hoch oben in der Luft. Mit ihm an Bord: seine Entourage, Pressevertreter, der Secret Service. Aus den Erinnerungen dieser Begleiter entsteht ein genauso gespenstisches wie lebendiges Bild jener Stunden.

Flucht in 14'000 Meter Höhe

Wie die sogenannte Motorcade, der Motorrad- und Limousinen-Korso des Präsidenten, nach dem Auftritt in der Schule zum Flughafen rast und wie Personenschützer Dave Wilkinson anordnet, die Kreuzungen entlang der Strecke nicht nur durch Streifenpolizisten, sondern doppelt und dreifach durch Streifenwagen zu blockieren. «Weil wir Angst vor einer Autobombe hatten.»

Nach der Bildstrecke geht der Text weiter.

Der Tag, der die Welt veränderte

Wie hilflos teils auf die Bedrohung regiert wurde. «Noch nie war es so schwer, an Bord der Maschine zu kommen», schildert B. Alexander Kress, bildungspolitischer Berater des Präsidenten, die Ankunft am Flughafen. «Normalerweise reichte es, den Mitarbeiter- oder Presseausweis, den wir angeheftet hatten, vorzuzeigen. Diesmal mussten wir uns zusätzlich mit Pass ausweisen – obwohl uns die Secret-Service-Leute schon lange kannten.»

In den Stunden danach irrt die Maschine in knapp 14'000 Metern Höhe über den amerikanischen Kontinent, weil die aktuelle Bedrohungslage nicht klar ist und niemand weiss, wo man sicher landen kann. Nur bruchstückhaft gelangen die Informationen in der pre-Smartphone-Ära in den inneren Zirkel, Chaos prägt diese Stunden, alles scheint möglich, auch ein Angriff auf die Präsidentenmaschine. Jedes unidentifizierte Agrarflugzeug ist eine potenzielle fliegende Bombe.

Die Fassungslosigkeit angesichts der Tat ist durch diese sehr persönlichen Schilderungen stets greifbar. Und auch die Einsamkeit der Situation. Schon kurz nach den Attacken in New York wird der Luftraum über den USA geräumt und alle Flugzeuge an den Boden beordert. Bis auf Kampfjets, die patrouillieren – und die Präsidentenmaschine. «Hier oben, das ist doch der sicherste Ort, den es gerade gibt?», fragt Ellen Eckert, Stenografin im Weissen Haus, einen der mitfliegenden Personenschützer. Der antwortet: «Hängen Sie das nicht an die grosse Glocke, aber wir könnten uns auch ein grosses, rotes Kreuz unten auf den Rumpf pinseln – wir sind das einzige Flugzeug am Himmel.»

ARCHIV -- US-Praesident George W. Bush verlaesst die Air Force One am 11. Sept. 2001 auf der Andrews Air Force Base in Louisiana. Nicht jeder Staatchef kann ueber seinen 'eigenen

Nach Stunden in der Luft landet Präsident George W. Bush auf der Andrews Air Force Base. Bild: AP ARCHIV

Ein selten intimer Blick auf George W. Bush

Die Riege derjenigen, die sich von Autor Graff haben interviewen lassen, ist beeindruckend. Vom F-16-Kampfjet-Piloten, der die Air Force One eskortierte, bis hin zum innersten Zirkel der Macht – Stabschef Andy Card, sein Vize Karl Rowe, Pressesprecher Ari Fleischer – standen dem Journalisten die Protagonisten dieses seltsamen Fluges Rede und Antwort. Und füllen so Stück für Stück, Erinnerung für Erinnerung, eine der letzten Lücken in der Geschichtsschreibung dieses Ereignisses.

«Ich war selber Pilot bei der Nationalgarde», sagt George W. Bush seinem Stabschef, nachdem er von der Air Force One aus den Befehl gegeben hat, weitere entführte Passagierjets im Zweifelsfall vom Himmel zu schiessen. «Ich hätte diesen Befehl auch bekommen können. Und ich kann mir nicht vorstellen, so einen Befehl zu bekommen», sagt Bush.

Vor allem diese hochrangigen Gesprächspartner ermöglichen durch ihre Erinnerungen auch einen genaueren Blick darauf, was den Präsidenten in jenen Stunden bewegte. Denn eine Person hat nicht mit Graff gesprochen. George W. Bush.

Die ganze Geschichte liest du (auf Englisch) hier.

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    Alle Leser-Kommentare
  • amore 11.09.2016 10:12
    Highlight Highlight Von wegen, eine Regierung kann so was doch nicht machen. Aber ja, doch. Es wurde in Amerika ja schon einmal geplant.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods
    Und das ist nun nicht Verschwörungstherorie. Das war real.
    Kennedy hatte diesen Plan ausgeschlagen. Wie hat Bush bei 9/11 gehandelt? Wir wissen es noch nicht.
    Aber das Schlimmste dazu ist in der CH passiert: Prof. Dr. D. Ganser musste auf Druck des UNI-Rektors von Basel die Forschungsarbeiten dazu einstellen. Er musste ein eigenes Forschungs-Institut gründen.
  • Sanchez 11.09.2016 10:09
    Highlight Highlight Statt vielleicht rasch in einer ruhigen Minute in sich zu gehen und den vielen Leidtragenden und tausenden Opfern zu gedenken, preschen nun wieder diverse Aluhutträger hervor und präsentieren abstruse Verschwörungstheorien zu 9/11.
    Schade.
    • Sanchez 11.09.2016 16:43
      Highlight Highlight Ja ja, der musste ja kommen..
      Im ersten und zweiten Weltkrieg sowie im Korea- und Jugoslawienkrieg waren die jedoch willkommen als Befreier hm?
    • Sir Jonathan Ive 12.09.2016 09:13
      Highlight Highlight @Sanchez
      Ich bin kein Unterstützer der Verschwörungstheorien, aber Kriege die die USA startete (für Regime-Change etc.) mit Kriegen zu vergleichen, in die sie sehr spät erst eingriffen um ihren Verbündeten zu helfen ist nicht sinnvoll.
    • Sanchez 12.09.2016 10:43
      Highlight Highlight Es ist aber genau so wenig sinnvoll einen Terrorsnschlag mit einem militärischen Krieg zu vergleichen oder?
  • EvilBetty 11.09.2016 09:00
    Highlight Highlight Das war keine Flucht, sondern ist das genau das Protokoll das in solchen Situationen aktiviert wird. 🙄
  • chilli37 11.09.2016 07:31
    Highlight Highlight
    Play Icon


  • zombie woof 11.09.2016 07:00
    Highlight Highlight Tschortsch Dabbelju hat ja selber nie genau gewusst, wo er ist und das während seiner gesamten Regierungszeit.
  • tzhkuda7 11.09.2016 00:36
    Highlight Highlight 9/11 wurde entweder bewusst nicht verhindert um damit die Irakintervention zu rechtfertigen oder ein totales Versagen der Regierung. Warum sonst werden bis heute noch immer 29 Seiten des Berichts vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten. Löpfe wollte dazu leider keine Stellung nehmen. Seine Meinung wäre noch interessant dazu gewesen.
    • Datsyuk * 11.09.2016 01:24
      Highlight Highlight Ursula, nein. 9/11 ist nicht aufgeklärt.
    • Kian 11.09.2016 08:12
      Highlight Highlight Die besagten 28 Seiten wurden am 15. Juli veröffentlicht.
    • ströfzgi 11.09.2016 08:36
    Weitere Antworten anzeigen
  • Soli Dar 10.09.2016 23:16
    Highlight Highlight Bush ist kein Held sondern ein Mörder und Kriegsverbrechet. Über 1 Mio. Irakis zahlten mit ihrem Keven.
    • Toerpe Zwerg 11.09.2016 00:33
      Highlight Highlight Aha. Die hat wer genau umgebracht?
    • Fabio74 11.09.2016 06:44
      Highlight Highlight Leider funktioniert die Welt nicht so. Aber &Co. gehören vor Gericht gestellt.
    • äti 11.09.2016 09:43
      Highlight Highlight @fabio: "&Co. gehören vor Gericht gestellt". Diese Liste würde (weltweit) sehr, sehr lang. Und wenn man noch alle Mitschreier und Mitläufer beifügt - grauenhaft lang.
  • Roaming212 10.09.2016 22:36
    Highlight Highlight Exklusive Aufnahmen der Tätigkeiten von George W. Bush während 9/11
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Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

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