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Eskaliert der Huawei-Streit? China hat zweiten Kanadier festgenommen



Die Spannungen zwischen China und Kanada wegen der Affäre um die Finanzchefin des chinesischen Telekom-Riesen Huawei, Meng Wanzhou, könnten sich noch einmal verschärfen. In der Volksrepublik wurde ein zweiter Kanadier festgenommen.

Huawei chief financial officer Meng Wanzhou arrives at a parole office with a security guard in Vancouver, British Columbia, Wednesday, Dec. 12, 2018. (Darryl Dyck/The Canadian Press via AP)

Meng Wanzhoum Huawei-Finanzchefin, ist gegen Kaution auf freiem Fuss. Bild: AP/The Canadian Press

Wie bereits dem Ex-Diplomaten Michael Kovrig wird auch dem Korea-Experten Michael Spavor vorgeworfen, «in Aktivitäten verwickelt zu sein, die die nationale Sicherheit gefährden». Das berichtete die Nachrichtenagentur China News Service am Donnerstag unter Hinweis auf das Staatssicherheitsbüro in Dandong an der nordkoreanischen Grenze.

Das Vorgehen wird von Beobachtern als mögliche chinesische Vergeltung für die Festnahme der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei in Kanada auf Antrag der USA angesehen. Der Top-Managerin wird Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstössen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen.

Wie ein Richter am Dienstag entschied, wird Meng Wanzhou bis zu einer Entscheidung über ihre Auslieferung an die USA gegen Kaution von der Haft verschont. Die 46-Jährige muss allerdings unter strengen Auflagen und unter Bewachung in Vancouver bleiben.

Beide Festgenommene für NGOs tätig

Die beiden in China festgenommenen Kanadier arbeiten für zwei verschiedene regierungsunabhängige Organisationen. Die Ermittlungen gegen den Korea-Experten Spavor seien am Montag aufgenommen worden, hiess es laut China News Service, was auf den Tag der Festnahme schliessen lässt.

Die Formulierung war fast wortgleich mit dem Vorwurf gegen den Nordostasien-Fachmann der in Brüssel ansässigen Crisis Group, Kovrig, der ebenfalls am Montag festgenommen worden war.

Das Aussenministerium in Peking teilte mit, dass die Organisation, die Analyse und Politikberatung zu Konfliktsituationen anbietet, «in China nicht rechtlich registriert» sei und ihre Aktivitäten in China damit illegal seien.

Die chinesischen Regierung hat die Kontrolle von ausländischen, regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) im Land in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Viele mussten China verlassen oder operieren unter schwierigen rechtlichen Bedingungen, die vor allem unliebsame politische Aktivitäten verhindern sollen.

Der jetzt auch noch festgenommene Korea-Experte Spavor unterhält über seine Paektu Organisation für Kulturaustausch gute Beziehungen zu Nordkorea und hatte unter anderem 2013 und 2014 die Besuche des US-Basketballstars Dennis Rodman in Pjöngjang organisiert.

Er ist einer der wenigen Ausländer, die sogar mit Machthaber Kim Jong Un zusammengetroffen waren. Kanadas Aussenministerin Chrystia Freeland sagte in Montreal, ihre Regierung habe den Fall bereits gegenüber den chinesischen Behörden angesprochen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Aladdin 13.12.2018 10:36
    Highlight Highlight Die Sanktionen von denen hier explizit die Rede ist, fussen auf einer UNO Resolution von 2005 und blieben bis 2015-16 in Kraft. Auch die Schweiz machte da mit. Mit dem USA Alleingang hat das nichts zu tun.
    Hier der link dazu: https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Aussenwirtschaftspolitik_Wirtschaftliche_Zusammenarbeit/Wirtschaftsbeziehungen/exportkontrollen-und-sanktionen/sanktionen-embargos/sanktionsmassnahmen/massnahmen-gegenueber-der-islamischen-republik-iran.html
  • Skeptischer Optimist 13.12.2018 09:50
    Highlight Highlight Nicht sehr geschickt von Kanadiern sich vom Trump Regime einspannen zu lassen.
  • WID 13.12.2018 08:04
    Highlight Highlight Es ist schon schräg: 1. Die USA machen Gesetzte, welche Kanada ausführt. 2. Es trifft ausgerechnet einen Konzern, welcher den USA so richtig weh tut. 3. Unschuldige NGO's büssen das Imperiale Gehabe der USA und das Vasallenverhalten von Kanada.
  • Gummibär 13.12.2018 07:45
    Highlight Highlight Das war nun wirklich vorauszusehen. Hätten die kanadischen Behörden Frau Meng Wanzhou wegen eines Vergehens gegen kanadische Gesetze festgenommen, wäre die Aufregung unangebracht.
    Was aber hier geschehen ist, droht jedem Vertreter einer Firma, welche aus amerikanischer Sicht gegen die von den U.S.A. gegen den IRAN verhängten Sanktionen verstösst. Auf dem Boden eines Drittlandes !
    Dazu noch die unsägliche Bemerkung des D.Trump, dass er womöglich Frau Meng Wanzhou als Pfand für seine China-Verhandlungen einsetzen will.
  • Dirk Leinher 13.12.2018 05:52
    Highlight Highlight Die Kanadier sollten sich ein wenig von der isolierten Position der USA entfernen. Die Amis wollen anscheinend den Unilaterismus ohne Rücksicht durchsetzen.

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