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Turkish President Recep Tayyip Erdogan, center, and first lady Emine Erdogan attend the inauguration of the Diyanet Center of America in Lanham, Md., on Saturday, April 2, 2016. (AP Photo/Sait Serkan Gurbuz)

Erdogan beim Bad in der Menge in Lanham, Maryland.
Bild: AP/FR171401 AP

Kritikerdogan: Türkischer Präsident beklagt Islamfeindlichkeit im US-Wahlkampf

Der türkische Präsident Erdogan hat den US-Präsidentschaftsbewerbern vorgeworfen, die Islamophobie im Land zu schüren. Sie machten Stimmung gegen Muslime.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Bei der Eröffnung einer Moschee unweit von Washington hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert, dass bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl die Islamophobie zunehme. Kandidaten hätten Kampagnen gegen Muslime geführt. Zudem sagte der türkische Präsident, die jüngsten Terroranschläge in Brüssel und Paris würden verblassen neben dem, was die Türkei habe durchmachen müssen.

Erdogan hatte am internationalen Nukleargipfel in Washington teilgenommen. Er hatte sich auch mit Barack Obama zu einem Gespräch im Weissen Haus getroffen. Dabei hatte sich der US-Präsident besorgt über den Umgang Erdogans mit der Pressefreiheit gezeigt.

A crowd listens to Turkish President Recep Tayyip Erdogan's speech at the inauguration of the Diyanet Center of America in Lanham, Md., on Saturday, April 2, 2016. (AP Photo/Sait Serkan Gurbuz)

Diyanet Center of America in Lanham, Maryland.
Bild: AP/FR171401 AP

Affront unter Verbündeten

Auf die Frage, ob Erdogan ein autoritärer Präsident sei, sagte Obama: «Es ist kein Geheimnis, dass es ein paar Entwicklungen in der Türkei gibt, über die ich beunruhigt bin.» Der gegenwärtige Umgang mit den Medien sei «einer, der die Türkei einen Weg abwärts führen könnte, was besorgniserregend wäre».

Obama hatte Erdogan am Rande des Washingtoner Atomgipfels am Donnerstag überraschend empfangen, nachdem dies zunächst nicht vorgesehen war. Die anfängliche Ablehnung war als Affront unter Verbündeten verstanden worden.

In der Türkei war kürzlich die regierungskritische Zeitung «Zaman» unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Ausserdem müssen sich derzeit zwei führende Journalisten der Zeitung «Cumhuriyet» wegen «Spionage» vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft und Erdogan werfen ihnen vor, über türkische Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien berichtet zu haben.

Deutscher Botschafter mehrfach einbestellt

Heftig fiel auch die Reaktion der Türkei auf einen TV-Beitrag des NDR-Satiremagazins «extra 3» aus. Der Beitrag hatte sich kritisch mit Verletzungen der Meinungs- und Pressefreiheit sowie mit dem Vorgehen türkischer Sicherheitskräfte gegen Kurden auseinandergesetzt. Die türkische Seite hatte vom deutschen Botschafter Martin Erdmann eine Löschung des Beitrags verlangt.

Screenshot ZDFneo

Liess es sich nicht nehmen, auf den Erdogan-Satire-Zug aufzuspringen: Komiker Jan Böhmermann.

Insgesamt drei Mal war der deutsche Botschafter in Ankara einbestellt worden. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ging es in einem Fall am 19. Februar auch um eine Handreichung für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt, in der von «Völkermord» an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges die Rede sei. Das Papier enthält demnach auch eine Karikatur, die Erdogan auf Totenköpfen gehend zeigt.

Ankara lehnt die Einstufung der Massaker an christlichen Minderheiten im damaligen Osmanischen Reich als «Völkermord» ab. Auch die Bundesregierung verwendet diesen Begriff bislang nicht – anders als Bundespräsident Joachim Gauck oder Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Die Entscheidung über eine Bundestagsresolution zu dem Thema war vor einigen Wochen auf April verschoben worden.

Bei der dritten Einbestellung ging es um die Anwesenheit des deutschen Botschafters Erdmann beim Prozess gegen die beiden «Cumhuriyet»-Journalisten. (hda/AFP/Reuters)

«extra 3» und Erdogan

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kibar Feyzo 03.04.2016 09:03
    Highlight Highlight Warum berichtet ihr nicht von der gestern in Brüssel von einem Nazi mutwillig und feige überfahrenen Muslima, anstatt über Erdogans berechtigte Kritik herzuziehen.
    2 3 Melden
    • Simone Kubli 03.04.2016 09:16
      Highlight Highlight Darüber haben wir gestern selbstverständlich auch berichtet:) http://www.watson.ch/!379003629
      0 2 Melden
    • Kibar Feyzo 03.04.2016 14:00
      Highlight Highlight Ohh, ich entschuldige mich, es war euch also eine Erwähnung wert. Dennoch, dieses pubertäre Erdogan-Bashing ist einfach nur noch billig. Anspruchsvoll geht definitiv anders. Wie oft wollt ihr den gleichen Inhalt noch wiederholen?

      Die Türkei hat den US-Muslimen einen riesen Campus für 110Mio. hinbauen lassen, damit einen beachtlichen Beitrag zum Dialog geleistet. Warum findet dieser Aspekt keine Erwähnung? Verkauft sich halt wohl weniger gut.
      0 2 Melden
  • Darkside 03.04.2016 02:39
    Highlight Highlight Naja, viel Positives über den Islam und dessen Auswüchse gibt es dieser Tage ja nicht wirklich zu berichten.
    16 7 Melden
  • Kato 03.04.2016 01:02
    Highlight Highlight Der türkische Botschafter wurde bereits ins Weisse Haus bestellt.
    13 3 Melden

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