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18 Jahre nach 9/11: Mutmassliche Drahtzieher wieder vor Gericht



FILE - This Saturday March 1, 2003 photo obtained by The Associated Press shows Khalid Shaikh Mohammad, the alleged Sept. 11 mastermind, shortly after his capture during a raid in Pakistan. On Friday, Aug. 30, 2019, a military judge set Jan. 11, 2021 for the start of the long-stalled war crimes trial of the five men being held at the Guantanamo Bay prison on charges of planning and aiding the Sept. 11 terrorist attacks. (AP Photo)
Khalid Sheikh Mohammed,Khalid Shaikh Mohammad

Er ist der mutmassliche Drahtzieher: Chalid Scheich Mohammed. Bild: AP

Die mutmasslichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind auf dem langwierigen Weg zu einem Prozess wieder vor Gericht erschienen. Die Anhörung im Rahmen einer Vorverhandlung fand am Montag kurz vor dem 18. Jahrestag der Attentate statt.

Kurz zuvor war der Termin für den Start des eigentlichen Verfahrens für Januar 2021 festgelegt worden. Alle fünf Angeklagten waren zu Beginn der Anhörung vor einem Sondertribunal im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba anwesend - darunter Chalid Scheich Mohammed, der als Mastermind der Anschläge gilt.

Bei den Terroranschlägen waren in New York und Washington fast 3000 Menschen ums Leben gekommen. Islamisten hatten damals drei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und in das Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab.

Was vor 18 Jahren passierte, kam in der Anhörung in Guantánamo am Montag zunächst nicht zur Sprache. Stattdessen ging es um komplizierte Verfahrensfragen. Wie soll mit geheimen Informationen umgegangen werden? Warum werden immer wieder die Verfahrensregeln geändert? Die Verteidiger wiesen auf die zahlreichen Schwierigkeiten des Verfahrens hin - und beklagten die Unannehmlichkeiten in Guantánamo. Es sei, wie durch Wasser zu laufen, sagte James G. Connell, einer der Hauptverteidiger.

Mit Folter zu Geständnissen

Über allem stehe die Tatsache, dass die Angeklagten gefoltert worden seien, um Geständnisse zu erhalten und Beweise zu sammeln, machte der Verteidiger von Scheich Mohammed, Gary Sowards, klar. Scheich Mohammed sass an Sowards Seite, den langen Bart orange gefärbt, mit markanter Brille und schwarz-grau gestreiftem Kopftuch.

Scheich Mohammed, der seinen Initialen entsprechend auch «KSM» genannt wird, soll einst die «Nummer drei» der Terrororganisation Al-Kaida gewesen sein. Er und andere wurden nach ihrer Festnahme in Geheimgefängnissen der CIA brutal gefoltert.

The outside of the

Ausserhalb von «Camp Five», Guantanamo Bay. Bild: X80003

«KSM» ist seit 2003 in US-amerikanischer Gefangenschaft, 2006 kam er in das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo Bay. Mindestens 183 Mal wurde er dem sogenannten Waterboarding ausgesetzt, wie aus einem 2014 veröffentlichten Bericht des US-Senats hervorgeht. Dabei wird Ertränken simuliert.

Noch 40 Häftlinge in Guantánamo

Die so erzwungenen Aussagen können bei einem Verfahren vor Gericht nicht verwendet werden. Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte sich vergeblich darum bemüht, die mutmasslichen Terroristen in New York vor ein Bundesgericht zu stellen.

Zu den Angeklagten zählt auch Walid bin Attasch, der einst Leibwächter Osama bin Ladens gewesen sein soll, und Mustafa Ahmed al-Hausawi aus Saudi-Arabien, der den Attentätern Geld beschafft haben soll. Das wird auch dem in Kuwait aufgewachsenen Ali Abdel Asis Ali vorgeworfen, der mit Scheich Mohammed verwandt ist. Für September sind zahlreiche neue Anhörungen angesetzt - auch am Jahrestag der Anschläge.

In Guantánamo sitzen noch insgesamt 40 Häftlinge. Obama war mit dem Versuch gescheitert, das Lager zu schliessen. Viele der Gefangenen wurden nie verurteilt oder gar nicht erst angeklagt. (sda/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Peter Reber 10.09.2019 06:03
    Highlight Highlight Eine normale Gerichtsverhandlung ist unmöglich, weil die Behörden Beweise vorlegen müssten die sich nicht haben, weil 9/11 ein inside-Job war. Die Angeklagten in Guantanamo werden unschuldig jahrzehntelang gefangen gehalten und gefoltert.
  • Stef96 10.09.2019 05:52
    Highlight Highlight Für mich gehört der Bush-Junior ins Gefängnis. Viel Dreck am stecken hat er.. Die jetzige 9/11 Geschichte könnte von einem Autor geschrieben worden sein..
  • Sándor 10.09.2019 03:54
    Highlight Highlight Nach 18 Jahren Folter bekommt man auch von Mutter Theresa ein Geständnis für alle Gräueltaten vergangener und zukünftigen zu bekommen.
  • Incognito Zorro 10.09.2019 00:36
    Highlight Highlight Als ob da nicht etliche amerikaner vor gericht stehen müssten...
  • LuLaa 09.09.2019 23:41
    Highlight Highlight 9/11 wird wohl nie endgültig geklärt werden.
  • Gantii 09.09.2019 23:38
    Highlight Highlight 18 Jahre Haft ohne einmal vor einem US-Gericht zu stehen.. Das ist mir aber ein feiner Rechtsstaat.
    • samsam88 10.09.2019 06:39
      Highlight Highlight Naja Guantanomo ist faktisch ja nicht auf US-Boden. Daher ziehen da die US-Gerichte nicht zwingend.

      Und damit ist min. in der Theorie auch der Rechtsstaat nicht gefährdet.
    • Gantii 11.09.2019 08:12
      Highlight Highlight dann erklären Sie mir mal, welche Gerichte dann ziehen.
      Ist es ein US Gefängnis, ja oder nein? Wenn ja, warum zieht ein US Gericht nicht? aha, weil der Rechtsstaat ausser kraft gesetzt wurde.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 09.09.2019 22:15
    Highlight Highlight Sind diese Leute nach 18 Jahren Isolationshaft und Folter eigentlich noch Vernehmungs- und Prozessfähig?
    Einige sollen ja erheblichen Psychischen Schaden erlitten haben und bei vielen gibt es nichts auser den Verdacht
  • Füürtüfäli 09.09.2019 21:03
    Highlight Highlight Guantanamo bay
    das ist das typische Folterlager eines Schurkenstaates. So wie sie auch in Saudi Arabien, bestimmt in Russland und in weiteren Länder existieren. Daraus folgt die US Scheindemokratie, ein hübsches Deckmäntelchen für den faschistoiden Kriegs- und Wirtschaftsklan der die USA eigentlich beherrscht.

    Bin gespannt, ob wir jemals erfahren was damals passiert ist. Oder das US Regime den Deckel auf Dauer weiter so gut drauf halten kann.
    • DocShi 10.09.2019 06:07
      Highlight Highlight Wissen wir was damals bei Kennedy Passierte? Drahtzieher etc.? Nein, auch unter Verschluss. Etc.
  • MetalUpYour 09.09.2019 20:59
    Highlight Highlight Hier von Angeklagten zu sprechen ist ein Hohn. Die sitzen einfach lebenslang in Untersuchungshaft.
    • Maya Eldorado 09.09.2019 21:32
      Highlight Highlight Nicht mal das. Viele sollen nicht mal angeklagt worden sein.
      Dunkles Kapitel.
    • Dr.Ve 09.09.2019 22:46
      Highlight Highlight Also sollte Clinton auch in U-Haft?
    • El Tirador 10.09.2019 01:19
      Highlight Highlight Könnten Sie uns bitte den Bezug zu (welchem/r) "Clinton" genauer erklären?

      Mir scheint Ihre Frage hat keinen Anhaltspunkt zur Thematik des Artikels. Ich wäre Ihnen für eine Präzisierung der Frage sehr dankbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dragona 09.09.2019 20:25
    Highlight Highlight USA: Verteidiger der Menschenrechte in Syrien, Libyen und allen anderen Ländern. Wie sagt man doch so schön, "man sollte zuerst vor der eigenen Türe wischen".

Der Fall Tinner – eine unglaubliche Geschichte, erzählt in 6 Akten

Pakistan war das erste muslimische Land, das eine Atombombe besass. Zu verdanken hat es das zum Teil der Familie Tinner aus St. Gallen. Die CIA sah deswegen den Weltfrieden in Gefahr und setzte zuerst Christoph Blocher und dann den restlichen Bundesrat unter Druck.

Die Causa Tinner beschäftigte vor zehn Jahren die Schweizer Medienlandschaft.

Es ist eine Geschichte, bei der sich die Weltmacht USA gegen die Schweiz auflehnte, der Bundesrat trotz Souveränitätsverletzung dem Druck der CIA nachgab, sich zwei helvetische Staatsgewalten, die Exekutive und die Judikative, in Form der Kantonspolizei Bern und der Bundespolizei Fedpol bewaffnet gegenüberstanden und sich um den Schlüssel zu einem Tresor stritten, in dem sich Dokumente befanden, die die Sprengkraft …

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