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Die grosse Timeline: Was Trump wann gesagt hat – und wann es ins Gegenteil gekehrt wurde

Dominique Zeier
Dominique Zeier



Das Schauspiel nimmt seinen Anfang am Montag in Helsinki. Hauptdarsteller: Donald Trump. Er und Russlands Präsident Wladimir Putin beraten sich in einem zweistündigen Treffen unter vier Augen.

Ein zentraler Punkt in den Beziehungen der beiden Länder: Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in die Präsidentenwahl vom November 2016 eingemischt zu haben. Putin streitet das vehement ab. 

epa06897030 US President Donald J. Trump speaks during a cabinet meeting in the Cabinet Room of the White House, in Washington, DC, USA, 18 July 2018.  EPA/Olivier Douliery / POOL

Hmmm … Bild: EPA/ABACA POOL

Wie positioniert sich Trump? Im Vorfeld war von verschiedenen Seiten erwartet worden, dass er Putin deswegen zur Rede stellen wird. Entsprechend gespannt warteten die Medien auf die anschliessende Pressekonferenz.

Was dann folgte: einige der denkwürdigsten Kommunikationspirouetten der US-Geschichte. Aber schön der Reihe nach. Hier die Geschehnisse in der Timeline

Stunde 0 – Die Pressekonferenz

Montag, 18.50 Uhr, Helsinki (Ortszeit)

Nach ihren Gesprächen treten Putin und Trump in Helsinki vor die Medien. Dabei sagt Trump klar, dass er nicht daran glaube, dass Russland sich in die Wahlen 2016 eingemischt hat. Dies liege hauptsächlich an Putins vehementer Versicherung, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Trump sagt: 

«Meine Leute kamen zu mir und sagten mir, sie denken dass es Russland war. Ich habe mit Präsident Putin gesprochen, er meinte, es sei nicht Russland gewesen. Ich sage nur eins: Ich sehe keinen Grund, wieso es Russland gewesen sein sollte.»

Dieser letzte Satz ist entscheidend. 

Im Original lautete dieser: «I don't see any reason why it would be Russia.»

Die entscheidende Momente der Pressekonferenz (ab 38:38):

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Video: YouTube/CNN

Stunde 27 – Der Rückzug

Dienstag, 15.10 Uhr, Washington (Ortszeit)

Trumps Äusserungen sorgen in den USA für Entsetzen und grosse Kritik in beiden politischen Lagern. Gut einen Tag danach tritt der amerikanische Präsident deshalb erneut vor die Medien. Und meint: Ihm sei am Vortag ein Fehler unterlaufen. 

«Ich habe mir dann tatsächlich auch noch mal das Video von einer Antwort angesehen, die ich (auf der Pressekonferenz) gegeben habe und bemerkt, dass eine Klarstellung nötig ist. […] In einem entscheidenden Satz meiner Bemerkungen sagte ich ‹sein sollte› statt ‹nicht sein sollte›. Der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht sollte – oder warum es nicht Russland sein sollte. […] So eine Art doppelte Verneinung also.»

Alles nur ein Versprecher, also?

Trumps Klarstellung:

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Video: YouTube/USA TODAY

Stunde 49 – Die Verwirrung

Mittwoch, 13 Uhr, Washington (Ortszeit)

Das Spiel geht aber noch weiter. Während einer Pressekonferenz am nächsten Tag wird Trump die Frage gestellt, ob sich Russland weiterhin in den USA einmische. Der Präsident antwortet mit einem deutlichen:

«Nein.»

Dies ergab erneut den Anschein, dass Trump seinem eigenen Geheimdienst widerspricht.

Die entscheidende Stelle gleich zu Beginn:

Stunde 52 – Das erneute Missverständnis

Mittwoch, 16 Uhr, Washington (Ortszeit)

Nur drei Stunden später hält die Sprecherin von Trump, Sarah Sanders, eine Pressekonferenz. Dabei wird das Thema nochmals aufgenommen. Sanders erklärt, dass sich Trumps «Nein» nicht auf die Frage der Journalistin bezogen habe, sondern bedeutete, dass er keine weiteren Fragen mehr annehme.

Nur ein Missverständnis, also?

Eine Journalistin hakt nach: «Obwohl wir es auf Video haben und sehen, dass der Präsident ‹nein› auf die Frage der Journalistin antwortet und obwohl mehrere Leute im Raum dies als Antwort auf ihre Frage verstanden haben und obwohl der Präsident noch nie vorher ‹nein, nein› gesagt hat, um Reporter aus dem Raum zu scheuchen, sagen Sie trotzdem, dass er es nicht so gemeint hat?»

«Ich habe mit dem Präsidenten gesprochen, er hat mir gesagt, er habe die Frage nicht beantwortet, sondern vielmehr damit ausgedrückt, dass er keine weiteren Fragen beantworten wolle.»

Die Reporter im Raum scheinen mit Sanders Antwort nicht zufrieden zu sein. Unruhe kommt auf. Nach mehreren Zwischenrufen bohrt die Journalistin weiter: 

«Das ist nun das zweite Mal in drei Tagen, dass der Präsident eine Aussage des Präsidenten umkehrt.»

Sanders erwidert darauf nur: 

«Ich interpretiere, was der Präsident gesagt hat. Ich kehre seine Aussage nicht um. […] «Ich war auch im Raum und ich habe es nicht so aufgefasst wie Sie.»

Die Aussagen von Sarah Sanders (ab 16.35)

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Video: YouTube/Trump TV Network

Damit endet das Schauspiel. Zumindest vorerst.

Mehr zum Thema:

«Idiot» oder «Fanboy» – Kritik an Trumps Auftritt mit Putin

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Video: watson

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gondeli 19.07.2018 17:45
    Highlight Highlight Daily Trump bashing... Sommerloch?
    • Anna Landmann 19.07.2018 18:44
      Highlight Highlight Ernsthaft jetzt?
    • Sebastian Wendelspiess 20.07.2018 23:16
      Highlight Highlight War doch schon im Winter so ;)
  • Cooockie 19.07.2018 15:43
    Highlight Highlight Wenn dieser Nerd nicht so gefährlich wäre, könnte man glatt lachen!
    • Obsidian 19.07.2018 20:35
      Highlight Highlight Trumpel ein Nerd? Bitte beleidige die Nerds nicht.
  • D(r)ummer 19.07.2018 15:27
    Highlight Highlight Oliver Welke (Heute-Show ZDF) meinte mal:
    "Was meint Trump, wenn er spricht."

    Diese Variable hat Trump geschickt eingeführt und kultiviert.
    • Geophage 19.07.2018 16:22
      Highlight Highlight @D(r)ummer
      Play Icon
  • herpderpschlerp 19.07.2018 14:17
    Highlight Highlight und putin so
    Play Icon
    • Gzuz187ers 19.07.2018 15:40
      Highlight Highlight Cheeki breeki iv damke
  • Amadeus 19.07.2018 14:07
    Highlight Highlight Schön platzierte Werbung
    Benutzer Bild
  • Paddiesli 19.07.2018 14:01
    Highlight Highlight Doppelte Negation ...
    Ich glaube, diese Grammtikform musste man Trump zuerst einmal erklären, damit er sie als Ausrede verwenden kann.
  • TanookiStormtrooper 19.07.2018 14:00
    Highlight Highlight Ich bin ein bisschen enttäuscht... Ich dachte beim lesen des Titels es gehe um Widersprüche, die Trump in seiner bisherigen Amtszeit gemacht hat. Aber dann wäre der Artikel wohl etwas zu lange geworden... 😂
    • D(r)ummer 19.07.2018 15:32
      Highlight Highlight Etwa so lange wie das hier: https://swanh.net/
      (ich habs mir mal komplett gegeben)

      Diese Darstellungsmethode könnte man auch auf Trumps Amtszeit anwenden.
  • Geophage 19.07.2018 13:54
    Highlight Highlight Die Zukunft ist jetzt.
    Play Icon
  • ZaharztAua 19.07.2018 13:30
    Highlight Highlight Aufhören, Trump auf Trump zu reduzieren!

    Halb Amerika hat diesen Präsidenten gewählt und steht hinter ihm. Das muss man einshehen und akzeptieren.
    TRUMP, DAS SIND DIE USA HEUTE.
    Man braucht also den Namen Trump gar nicht mehr erwähnen.
    Richtig ist: "Der Präsident der Vereingten Staaten", liebt golden-shower, packt Frauen "by the pussy", lügt, beleidigt, verfeindet Partner, schleimt Diktatoren an, tritt peinlich auf, etc. etc.
    DAS SIND DIE USA HEUTE, d.h. mitnichten "nur" Trump.
    Einsehen, akzeptieren ... und daraus Schlüsse und Konsequenzen ziehen.
    • FrancoL 19.07.2018 17:40
      Highlight Highlight Bin zwar nie gerne beim Zahnarzt aber Du hast natürlich recht. Allerdings würde ich da nicht gerade die Mehrheit der Amerikaner anprangern, es gibt doch noch viele die die Machenschaften nicht goutieren, aber die haben kaum die Macht.

      Was man sicherlich sagen kann, dass je länger dieses miese Schauspiel geht desto mehr steht die GOP in der Verantwortung.
  • Asha 19.07.2018 13:17
    Highlight Highlight Ich arbeite mit verhaltensauffälligen Grundschülern. Es ist unglaublich, wie oft mich Trump an sie erinnert! Wäre er nicht Präsident der mächtigsten Militärnation dieser Erde, wäre es sogar lustig - doch so ist es einfach nur erschreckend.
    • Geophage 19.07.2018 15:16
      Highlight Highlight @Asha
      Play Icon
    • Paddiesli 19.07.2018 15:19
      Highlight Highlight Würde ich jemanden kennen mit einem Wesen wie Trump, hätte ich ihn längst zu einem Therapeuten geschickt.
      Äh, ich korrigiere mich: zu einem Psychiater
    • HerrLich 19.07.2018 15:44
      Highlight Highlight Wenigstens kannst Du Deinen Schülern sagen: "Schaut her, sogar Präsident könnt Ihr noch werden."
  • Bert der Geologe 19.07.2018 13:10
    Highlight Highlight Ich wiederhole mich: Trump IST Schrödingers Katze. Er sagt etwas, und gleichzeitig meint er auch das Gegenteil. Dank seinem angora-ähnlichen Toupet erkennen wir es auch, er IST Schrödingers Katze. Definitiv. Wir bleiben dran.
  • Helvetiavia Philipp 19.07.2018 13:02
    Highlight Highlight Ich hoffe echt, dass diese Pipi-Tapes existieren und DT von Putin unter Druck gesetzt wird. Alles andere würde bedeuten, dass DTs Argumente auf reiner Dummheit basieren. Das wäre dann wirklich peinlich.
    • Paddiesli 19.07.2018 15:16
      Highlight Highlight Ixh debke, es trifft beides zu.
    • Astrogator 19.07.2018 18:16
      Highlight Highlight @Gregor Hast: und du weisst es weil?
    • Astrogator 20.07.2018 03:19
      Highlight Highlight @Gregor Hast: Du weisst es also nicht, sondern hoffst es. Das ist ein grosser Unterschied lieber Gregor, hat dir nie jemand den Unterschied zwischen "wissen" und "vermuten" erklärt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Black Cat in a Sink 19.07.2018 12:54
    Highlight Highlight Grossbuchstaben:

    PAPPNASE

    Ausrufezeichen

    !!!!!!!!

  • zombie woof 19.07.2018 12:24
    Highlight Highlight Was bewegt eigentlich Menschen wie Sanders und Co dazu, offensichtliche Lügen ihres Chef-Lügners zu verteidigen? Können die eigentlich nicht so weit denken, was kommt wenn der Trottel weg vom Fenster ist?
    • Astrogator 19.07.2018 12:45
      Highlight Highlight Das ist der Job eines Pressesprechers, egal ob in Politik oder Wirtschaft.
    • ChiliForever 19.07.2018 12:48
      Highlight Highlight Job + Geld ? 😎
    • swisskiss 19.07.2018 12:59
      Highlight Highlight zombie woof: Sarah Sanders die Tochter des ehemaligen Gouverneurs des Staates Arkansas, Mike Huckabee, hat ihre eigene politische Agenda.Die durchaus professionelle und loyale Mitarbeiterin von Trump (so schwer das auch ist!) hat andere Ziele. Da sollte man nicht das arme Mädchen dissen, wenn sie nichts anderes versucht , als ihren Job zu machen. Und seien wir mal ganz neutral. Besser als Spicer und Scaramucci ist sie alleweil!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Astrogator 19.07.2018 12:04
    Highlight Highlight So lächerlich war Ali gar nicht, hat aus heutiger Sicht Potential US Präsident zu werden...
    Benutzer Bild
  • maljian 19.07.2018 11:53
    Highlight Highlight "Ich interpretiere, was der Präsident gesagt hat..."

    Sollte sie als Pressesprecherin nicht genau wissen, was Trump sagen möchte und es nicht interpretieren müssen?

    Das nach so einer Farce immer noch Millionen von Leuten hinter ihm stehen, ist unfassbar.

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