International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04855598 A frame grab from surveillance video released  by the Waller County, Texas, USA, Sheriff's Office and made available on 21 July 2015 shows medical responders departing after 28 year old Sandra Bland was found dead in her Waller County Jail cell on 13 July 2015. According to authorities, Bland, from Naperville, Illinois, USA, was arrested on 10 July after being stopped on a traffic charge where she allegedly became combative. Three days later she was found hanged in her cell with a trash bag around her neck. The official cause of death was initially ruled self-inflicted asphyxiation according to a statement from Waller County Sheriff Glenn Smith. The case is now being investigated as a murder investigation according to Waller County district attorney Elton Mathis.  EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S OFFICE / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY / NO SALES

Alle Rettungsversuche kommen zu spät: Sandra Bland stirbt in einem texanischen Gefängnis – drei Tage nachdem sie wegen eines Verkehrsverstosses festgenommen worden war. Bild: EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S OFFICE

Schwarze vergisst zu blinken, wird festgenommen und stirbt in Gefängniszelle – jetzt ist ein neues Video der Verhaftung aufgetaucht

Ein kleiner Verkehrsverstoss hat für Sandra Bland tödliche Folgen. Ihre Begegnung mit einem texanischen Polizisten eskaliert, der Beamte nimmt sie fest. Drei Tage später wird die Afroamerikanerin tot in ihrer Zelle aufgefunden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sandra Bland wechselt die Fahrspur ohne zu blinken. Ein Polizist, der mit seinem Wagen hinter der Frau unterwegs ist, sieht das Vergehen und stoppt die Fahrerin. Der Beamte macht die Frau auf ihren Fehler aufmerksam und nimmt ihre Personalien auf.

Bis hierhin wirkt alles wie eine Routinekontrolle, wie sie täglich tausendfach in den USA vorkommt. Doch dann eskaliert die Begegnung zwischen der schwarzen Frau und dem weissen Polizisten. Die Frau fühlt sich ungerecht behandelt. Sie habe die Spur gewechselt, um dem Polizeiauto auszuweichen, sagt sie.

Dashcam-Bilder der Festnahme

Play Icon

YouTube/Texas Department of Public Safety

Die beiden streiten, die Frau weigert sich, ihre Zigarette auszumachen und aus dem Wagen zu steigen. Der Beamte droht Bland mit seiner Elektroschockpistole. «Ich zünd dich an.» Wie die «New York Times» unter Berufung auf das Video aus der Polizeikamera  berichtet, droht der Polizist noch einmal: «Ich zerr' dich da raus.»

Kurze Zeit später befindet sich Bland demnach ausserhalb des Wagens in Handschellen. Sie flucht und beschimpft den Polizisten. Wie sie aus dem Auto kam, ist allerdings nicht auf der Aufnahme zu sehen. Jedoch ist eine Art Handgemenge zu hören. «Sie haben mich gerade niedergeschlagen und meinen Kopf auf den Boden geknallt.»

So lief die Verhaftung ab: Handy-Video eines Passanten

Play Icon

YouTube/Shazzam1294

Die Frau wird festgenommen und in ein Gefängnis nordwestlich von Houston gebracht. Das war am 10. Juli. Drei Tage später, am 13. Juli wird Bland leblos in Zelle 95 gefunden. Die Polizei spricht von Suizid durch Erhängen mit einer Plastikmülltüte, die Familie der Toten hält das für ausgeschlossen.

«Sandra Bland hatte es nicht verdient, festgenommen zu werden»

Texanischer Senator, Royce Wesr

Die 28-Jährige war gerade erst von Chicago nach Texas gezogen, um einen Job an einer Universität anzutreten. Elron Mathis, der Staatsanwalt von Waller County, dem Gerichtsbezirk, in dem sich der Vorfall ereignete, hat angeordnet, den Fall wie einen Mordfall zu untersuchen.

«Es gibt zu viele Fragen, die beantwortet werden müssen», sagte Mathis. Die Familie der Toten habe deutlich gemacht, dass in Blands Leben «sehr viele Dinge sehr gut gelaufen» seien.

Nach der Veröffentlichung des Polizeivideos von der Festnahme wächst der Druck auf die Beamten. «Sandra Bland hatte es nicht verdient, festgenommen zu werden», sagte der texanische Senator Royce West.

«Das ist eine Tragödie, was hier passiert ist», sagte auch der texanische Regierungsvertreter Dan Patrick. «Sie hat ihr Leben im Gefängnis verloren, und dem müssen wir nachgehen.»

In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA zum Teil gewalttätige Proteste und Diskussionen über Rassismus in der Polizei ausgelöst. Ende April wurde die Ostküstenstadt Baltimore von schweren Ausschreitungen erschüttert, nachdem ein junger Afroamerikaner dort ums Leben gekommen war, nachdem er sich in Polizeigewahrsam verletzt hatte.

Auch der aktuelle Fall aus Texas sorgt für Aufregung in den USA. Unter den Hashtags #SandraBland und #IfIDieInPoliceCustody werfen Tausende der Polizei Rassismus vor, und beschuldigen die Beamten, den Suizid inszeniert zu haben. (syd/AFP/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Diese Stars fliehen vor der Feuerhölle in Kalifornien

Es sind erschreckende Bilder, die um die Welt gehen. Im US-Bundesstaat Kalifornien haben mittlerweile 31 Menschen ihr Leben verloren. Über 200 Opfer sind immer noch vermisst.

8000 Feuerwehrleute kämpfen sich durch das Höllenfeuer. Insgesamt wurden mehr als 15'000 Personen evakuiert. Die Häuser vieler US-Stars im Promi-Hotspot Malibu sind komplett abgebrannt. Die Anwesen liegen nur noch in Schutt und Asche. Was die Betroffenen sagen, seht ihr hier: 

Artikel lesen
Link to Article