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Trevor Noah on set during a taping of

Trevor Noah, Host der beliebten «Daily Show», wurde vom französischen Botschafter zusammengestaucht – seine Reaktion ist beeindruckend.  Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

US-Komiker Trevor Noah zeigt, wie man die Doppeladler-Debatte auch hätte führen können



Es geschieht nicht alle Tage, dass ein Komiker Post erhält von einem Botschafter. Trevor Noah, seines Zeichens Anchorman der erfolgreichen US-Satiresendung «The Daily Show» und niemand, der einen guten Witz der politischen Eintracht opferte, wurde jetzt zur Zielscheibe französischer Kritik aus der höchsten Ebene.

Auslöser der Affäre: Noah hatte nach dem Sieg Frankreichs an der WM in seiner Sendung Afrika gratuliert – eine Anspielung auf den Migrationshintergrund vieler Spieler der französischen Nationalmannschaft. Für den Botschafter Frankreichs in den USA eine grobe Beleidigung, ja geradezu ein Angriff auf die Grundwerte der Grande Nation.

France's Ambassador to the U.S. Gerard Araud speaks during the U.S. Holocaust Memorial Museum's annual Days of Remembrance Ceremony, Thursday, April 16, 2015, in Emancipation Hall on Capitol Hill in Washington, to mark this year as the 70th anniversary of the liberation of the concentration camps by the Allies during World War II. (AP Photo/Andrew Harnik)

Gérard Araud, Botschafter Frankreichs in den USA. Bild: AP/AP

In einem geharnischten Schreiben wies er Noah darauf hin, dass es sich bei den Spielern ausnahmslos um Franzosen handelt, dass ihre «Französischheit» nicht in Zweifel zu ziehen sei und dass eigentlich überhaupt nichts wahr sei an dem, was Noah gesagt hatte.

Das hier hat er gesagt:

abspielen

Video: YouTube/Comedy Central UK

Die Retourkutsche der französischen Regierung auf einen Satirebeitrag erinnert an die ätzende Doppeladler-Diskussion, die die Schweiz nach dem Sieg gegen Serbien an der WM erfasst und das Land für einige Tage in einen Zustand kollektiver Hysterie versetzt hatte.

Damals prasselte eine Welle der Kritik auf Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Co. ein, der Generalsekretär des Fussballverbands SFV goss zusätzlich Öl ins Feuer mit einem Interview, in dem von «Problemen mit Mehrfachnationalitäten» die Rede war. Der Chefredakteur einer grossen Zeitschrift fabulierte von der «Fortsetzung des innerjugoslawischen Bruderkriegs unter Schweizer Flagge» und stramm rechte Patrioten hätten es am liebsten gesehen, wenn die Schweiz ihre besten Spieler gleich selber für den Rest des Turniers ausgeschlossen hätte.

Begründet wurden diese interessanten intellektuellen Verrenkungen mit der Eidgenossen-Formel: Schweizer sein kann nur, wer schon immer Schweizer war und vor allem: Wer sonst nichts ist. 

«Why can't they be both?»

Noah wählte einen anderen Weg, der einen, sagen wir, positiveren Ansatz beinhaltete. In seiner nächsten Sendung las er den Brief des Botschafters vor – natürlich nicht ohne sich über den Englisch-Akzent der Franzosen zu mokieren – und sezierte den Inhalt ebenso gründlich wie genüsslich.

Noahs Kernbotschaft: Das Eine schliesse das Andere nicht aus, mehrschichtige Identitäten seien kein Ding der Unmöglichkeit, sondern vielmehr wünschenswert. Oder ganz simpel: «Why can't they be both?» 

Noahs Reaktion in voller Länge:

Er wolle den Franzosen afrikanischer Abstammung nicht ihre Französischheit wegnehmen, im Gegenteil, so Noah. Er wolle vielmehr ihre Afrikanischheit feiern, gerade weil sie es geschafft haben, französische Staatsbürger zu werden.

Das allgemeine Unverständnis in den USA über die Doppelbürger-Diskussion in Frankreich (und in der Schweiz) leitet Noah gleich selber her: Während Frankreich das Französischsein mit der Auslöschung der afrikanischen Herkunft kopple, um eine vermeintliche Gleichheit unter seinen Bürgern zu schaffen, sei es in den USA völlig selbstverständlich, sich als US-Bürger zu fühlen und gleichzeitig die Erinnerung an die eigene Herkunft hochzuhalten. Der St.Patricks-Day der irisch-stämmigen Bevölkerung sei bestes Beispiel dafür. 

«Wenn sie arbeitslos sind oder ein Verbrechen begehen, dann sind sie afrikanische Immigranten. Wenn ihre Kinder die Weltmeisterschaft gewinnen, dann sind sie Franzosen.»

Natürlich unterliess es der Komiker nicht, den einen oder anderen Seitenhieb auf die angebliche Heuchelei anzubringen, die in den Worten des Botschafters mitschwängen.

The French team pose for a team group prior to the final match between France and Croatia at the 2018 soccer World Cup in the Luzhniki Stadium in Moscow, Russia, Sunday, July 15, 2018. (AP Photo/Martin Meissner)

Die französische Startelf vor dem WM-Finale in Moskau. Bild: AP/AP

Wo der französische Botschafter die Vielfalt der Hintergründe der französischen Nationalmannschaft preist, erwähnt Noah mit maliziösem Lächeln die Geschichte des Kolonialismus – der vielbeschworene gemeinsame Hintergrund resultiere letztendlich daraus, dass die Kolonialmacht Frankreich fremde Länder eroberte und ihre Bevölkerung ausbeutete.

Auch die Doppelmoral, die in der mit viel Medienecho begleiteten Geschichte des jungen malischen Migranten Mamoudou Gassama mitschwang, der ein Kleinkind rettete, indem er die Fassade eines Pariser Wohnhauses hochkletterte, kritisierte Noah scharf.

Gassama erhielt nach der mirakulösen Rettungstat kurzerhand die französische Staatsbürgerschaft von Premier Macron höchstpersönlich überreicht – zuvor war er allerdings ein unwillkommener illegaler Einwanderer oder schlicht: Un noir.

«Wenn sie arbeitslos sind oder ein Verbrechen begehen, dann sind sie afrikanische Immigranten. Wenn ihre Kinder die Weltmeisterschaft gewinnen, dann sind sie Franzosen.» Besser hätte man es nicht zusammenfassen können.

Übrigens: Trevor Noah selber ist Südafrikaner mit Schweizer Wurzeln. Darauf kann man eigentlich stolz sein. (wst)

«Wenn noch einer ‹Schlitzauge› zu mir sagt ...»

abspielen

Video: watson/Bunni Khun, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ingenting 20.07.2018 10:15
    Highlight Highlight besser kann man es nicht sagen. und es ist zu hoffen, dass es die Diskussion bei uns beeinflusst. Danke watson für den Beitrag.
  • felixJongleur 20.07.2018 00:38
    Highlight Highlight Soll denn die Botschaft nicht jene sein, dass ein ganzes Team, egal welcher Hintergrund, vereint unter einer Farbe füreinander eintritt? Das ist doch das Ziel schlussendlich. Ich sehe es leider immer noch nicht ein, warum ich nun auf Teufel komm raus den Doppeladler gut finden muss wenn der doch eben nicht das gemeinsame betont sondern nur den Nationalstolz der Herkunft? Ein stolzer Albaner mit schweizer Flagge am feiern, das heisst für mich teil des CH-Ganzen zu sein, nicht mit der Albanienflagge feiern, dann feiert man nicht die Diversität sondern betreibt Heimatnationalismusfolklore.
  • TRL 20.07.2018 00:17
    Highlight Highlight Ich fand seine Speech super bis zum Punkt als er Kontextualität auf die Hautfarbe reduzierte. Wir alle können zusammen den St.PatricksDay feiern, aber Afrikaner zu sein ist ein exklusives Recht? ... naja, aus Afrika kommen wir schlussendlich alle - und ich hoffe, dass man das eines Tages schmerzfrei sagen kann; dass es das natürlichste der Welt ist, sich mit Afrika oder den afrikanischen Franzosen zu freuen, ohne als Weisser sich sofort rechtfertigen zu müssen. Und genau das hätte der Botschafter auch nicht tun sollen. Er hätte ganz easy twittern können: Je suis africain.
  • rodolofo 19.07.2018 21:15
    Highlight Highlight Es kommt nicht nur darauf an, WAS jemand sagt, sondern WER es sagt (und WIE)!
    Trevor (mit Südafrikanischen Wurzeln) sagt den schwarzen Franzosen "Afrikaner", weil er diesen damit ein Kompliment machen will!
    Würde aber ein Front National - Wähler von "Afrikanern" im Französischen Weltmeister-Team sprechen, dann würde er damit einen Teil dieses erfolgreichen Teams schlecht machen und beleidigen.
    Was lernen wir daraus?
    Schau Dir die Person, die etwas sagt, genau an!
    Denn nur so kannst Du die Bedeutung vom Gesagten verstehen!
    Prüfungs-Frage:
    Aussage: "Du bist doch ein Blocher!"
    Kompliment?
    • Citation Needed 20.07.2018 08:13
      Highlight Highlight Nosh erklärt diese Thematk mit dem simplen Hinweis ‚context‘.. Und mit ein paar Beispielen.
    • Citation Needed 20.07.2018 22:57
      Highlight Highlight Noah..
      🙄
  • chicadeltren 19.07.2018 17:53
    Highlight Highlight Die Doppeladlerdiskussion ist für die Amis eh zu hoch, dass es eventuell Streitigkeiten um die Herkunft verschiedener Weissen geben könnte, ist dort unvorstellbar...
    Gleichzeitig werfen sie auch liebend gern alle Afrikaner in einen Topf, vollkommen ignorierend, dass einzelne Volksstämme dort auch völlig verschiedene Bräuche haben und es "den Afrikaner" gar nicht gibt. Kommt dort mittlerweile leider nur noch auf die Hautfarbe an...
    • Saraina 19.07.2018 20:35
      Highlight Highlight Erstens ist Trevor Noah kein Ami, und zweitens glaube ich nicht, dass ihm die Doppeladler-Debatte zu hoch ist, oder er, als Südafrikaner, nicht weiss, dass in Afrika mehrere Ethnien leben. Immerhin hat das Land fünf offizielle Landessprachen. Was allfällige Differenzen unter Weissen angeht, hat er sicher ebenfalls etwas mitbekommen, leben doch in Südafrika holländisch-, französisch- und englischstämmige Afrikaner seit längerem und nicht immer friedlich zusammen. Vielleicht hat ihm ja auch sein Schweizer Papi mal etwas über die beiden Weltkriege erzählt...
    • satyros 19.07.2018 21:23
      Highlight Highlight Das mag auch damit zu tun haben, dass die wenigsten Afro-Amerikaner wissen, wo ihre Vorfahren genau lebten, bevor sie als Sklaven in die Neue Welt verschifft wurden. Um sich dieser Wurzeln bewusst sein zu können und sie in die eigene afro-amerikansiche Kultur zu integrieren, ist unumgänglich, Afrika als grosses Ganzes wahrzunehmen.
  • Pnesch 19.07.2018 17:48
    Highlight Highlight Toll! Und wie er den Brief vom Franz. Botschafter las - mit einem französischen Akzent 😂
  • Luca Brasi 19.07.2018 17:17
    Highlight Highlight Wusste gar nicht, dass Lloris, Giroud, Griezmann, Pavard, etc. aus Afrika stammen.
    The more you learn...
    Thanks, Trevor...

    PS: Die Schweiz wird übrigens von nationalistischen Albanern gerne als ihr "B-Team" betitelt.
    • Luca Brasi 19.07.2018 21:35
      Highlight Highlight Nationalisten machen sich die Welt wie es ihnen gefällt. Wenn Spieler gegen Albanien antreten, sind sie Verräter, treten sie gegen Serbien an und machen den Adler, sind sie Helden.
      Bei Schweizer Nationalisten ist es das gleiche. Wenn sie schlecht spielen, sind sie nicht mit dem Herz dabei. Wenn sie hervorragend spielen, dann nur wegen den profesionellen Bedingungen in der Schweiz.
      Seltsame Leute in allen Nationen.
    • rodolofo 20.07.2018 07:10
      Highlight Highlight @ Luca Brasi
      Als Yakin (oder Türkilmaz?) gegen die Türkei und erst noch IN der Türkei das entscheidende Tor für die Schweiz schoss, verzog er keine Mine und jubelte demonstrativ nicht.
      Die Schweizer Spieler mussten sich nach Spielende von einem aufgebrachten Türkischen Mob in die Kabine flüchten.
      Ganz anders im EM-Spiel Albanien-Schweiz !
      Die Stimmung war friedlich und familiär.
      Der Witz mit der Schweiz als "Albanien 2" zeigt, dass uns die Albaner in ihre Familie INTEGRIEREN!
      Und darum bin ich auch gerne ein "Albaner":
      Ik bin auk eine Albaner und ik can auk seigen die Doppeladler-Signal!
  • Gummibär 19.07.2018 17:10
    Highlight Highlight Trevor Noahs Vater ist Schweizer, seine Mutter Xhosa (Bantu) und er lebte als Kind, während der Apartheit, bei seiner Grossmutter in Soweto.
    In seiner südafrikanischen Heimat, wo er sehr beliebt ist, fällt er offiziell in die Volksgruppe "coloured" .
    Dank seiner Kindheit und als Mensch afrikanischer Herkunft in Amerika lebend, weiss er aus Erfahrungen am eigenen Leib, was es heisst sich als Afrikaner auf der Welt zu bewegen. Es ist sein gutes Recht diese Erfahrungen in seinen Auftritten zu karikieren und sich über ethnische Zugehörigkeiten lustig zu machen.
    Lekker man !
  • Nelson Muntz 19.07.2018 16:58
    Highlight Highlight Wie soll Afrika eine WM gewinnen? Es nehmen Länder daran Teil, nicht Kontinente.

    „Africa is not a country!“. Und ja die Jungs sind Franzosen. Wie unsere Jungs Schweizer sind. Egal ob eingebürgert oder mit Landesstammbaum seit 1500 Jahren: jeder der den Pass hat ist gleichberechtigter Bürger des Landes, egal ob die Frankreich, Schweiz, Kenja, Indien oder Japan ist!
    • rodolofo 20.07.2018 07:20
      Highlight Highlight Afrika hat nicht nur im Fussball gewonnen, sondern noch viel mehr in der Musik!
      Was wäre unsere Musik ohne Salsa, Souk, Blues, Reagea, Jazz, Rumba, Samba, usw.?
      In der Afrikanischen Musik sind Körper, Geist und Seele sehr eng verbunden!
      Im Unterschied zur Grossartigkeit der Klassik, die eine gewaltige akustische Landschaft vor uns ausbreitet, durch die wir fortschreiten, wie Louis IV, fährt die Afrikanische Musik in uns hinein und lässt uns zappeln und pulsieren!
      Und ein solches Körpergefühl braucht es auch im Fussball, damit Du vom besserwisserischen Zuschauer zum Mit-SPIELER wirst!
  • DemonCore 19.07.2018 16:26
    Highlight Highlight Es ist lustig, dass die Kritik an den Nationalisten, d.h. diejenigen die gegen die doppelte Staatsbürgerschaft sind, gleichzeitig die Verteidigung primitiver nationalistischer Instinkte, nämlich des Zeigens des Doppeladlers, ist.
    • Babalu 19.07.2018 23:40
      Highlight Highlight Stimme dir 100% zu. Von links bis rechts werden Reflexe ausgelöst, welche am Thema vorbeigehen.
  • whatthepuck 19.07.2018 16:24
    Highlight Highlight Mühsame Debatte.

    Diese Leute spielen für Frankreich, weil sie Franzosen sind. Franzosen sind sie als direkte Folge des Französischen Kolonialismus. Frankreich hat diese Gebiete und Kulturen aktiv erobert; es gibt so gesehen wenig Französischeres, als dass heute auch Leute nicht-europäischer Herkunft zu Frankreich gehören. Der Staat hat noch heute Territorium überall auf dem Globus. Vielleicht sollte Trevor Noah auch einfach Frankreich etwas besser kennenlernen.

    Halte diese Situation zudem für anders als in klassischen Immigrationsländern ohne aktive Eroberungshistorie.
    • Ludovigo 19.07.2018 19:15
      Highlight Highlight Mit der Eroberung und Besetzung von Ländern kannst du diese Leute nicht einfach zu genetische Franzosen machen, sondern du zwingst denen eine Zugehörigkeit auf.
    • DonChaote 19.07.2018 23:31
      Highlight Highlight @ludovigo
      „genetische franzosen“
      Sagen sie das nochmal ganz langsam und hören sie sich dabei zu... bitte...
      ist ihnen „rassenlehre“ ein begriff?

    • TRL 20.07.2018 00:36
      Highlight Highlight nein, die Zugehörigkeit eben nicht. Sonst hätten sie ja keine Probleme wenn sie nach Frankreich kommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • gjonkastrioti 19.07.2018 16:06
    Highlight Highlight Ich sehe nicht, was mit dem Schreiben der franz. Botschaft falsch ist. Die Spieler sind Franzosen ohne wenn und aber. Noah hatte in seinem vorherigen Beitrag angedeutet, sie seien Afrikaner und nicht Franzosen, womit sich viele Rechtsradikale in ihrer Meinung unterstützt gesehen hätten.
    • Saraina 19.07.2018 19:03
      Highlight Highlight Nun, sie sind eben auch Afrikaner. Noah hat Recht, würde einer von ihnen mit einer Missetat unangenehm auffallen, wäre er sofort wieder Afrikaner. Schwarze in den USA sind African-American, und Shaqiri ist auch ein Albaner. Das macht ihn nicht weniger Schweizer. Nur Extreme und Radikale beharren auf einer völlig eingleisigen „reinen“ Identität. Das sollte man ihnen nicht durchgehen lassen.
    • Maracuja 19.07.2018 21:45
      Highlight Highlight @Saraina: Nur Extreme und Radikale beharren auf einer völlig eingleisigen „reinen“ Identität

      „Reine“ Identität gibt es nicht, auch wenn Deppen darauf beharren. Trevor Noah hat Recht damit, Doppelmoral (wenn Schwarze Grossartiges leisten sind sie Franzosen, wenn nicht sind sie Afrikaner) zu entlarven. Trotzdem kann ich auch den Standpunkt des Botschafters nachvollziehen. Zudem versteh ich nicht, wieso man ein Team, dass zusammen ein grosses Ziel erreicht hat, nach Herkunft auseinander dividieren muss, bei den hellhäutigen Spieler ist allfällige ausserfranzösische Herkunft ja auch kein Thema.
    • Saraina 20.07.2018 09:04
      Highlight Highlight Man muss die Spieler nicht auseinander dividieren. Der Standpunkt des Botschafters ist eine Reaktion auf den rassistischen Diskurs in Frankreich. Der Witz von Trevor Noah - und nicht nur dieser Witz, er spielt ja öfter mit dem Thema - beruht auf der realen Diskriminierung, die Afrikaner ständig und überall, auch in Afrika selbst, erleben.
      Man kann auch nicht erwarten, dass Schweizer mit albanischen Wurzeln unter „Messerstecher“ Plakaten und abwertenden Diskussionen aufwachsen und ständigen Vorurteilen unterworfen sind, aber dann an der WM zu lupenreinen Schweizern mutieren.
  • Turrdy 19.07.2018 15:27
    Highlight Highlight Ich glaube Noah hat den Botschafter nicht exakt verstanden: "Noahs Kernbotschaft: Das Eine schliesse das Andere nicht aus".
    Ich würde noch einen Schritt weiter gehen und behaupten: der Botschafter wollte darauf hinweisen, dass "Französischsein" das "Afrikanischsein" explizit miteinschliesst. Es gibt also nicht das Eine und das Andere, sondern nur das Eine, und das Andere ist Teil davon.
  • Therealmonti 19.07.2018 15:18
    Highlight Highlight Beim Lesen dieser Kommentare hier wird mir klar, warum es bei mir heftig geblitzt hat, als ich nach der WM postete: Afrika wurde Weltmeister. Selber Doppelbürger meinte ich dies keineswegs rassistisch.
    • Ludovigo 19.07.2018 19:18
      Highlight Highlight Aber du hast recht, es sind die mehrheitlich Afrikaner, die Frankreich den WM-Titel beschert haben. Das ist Tatsache.
    • DonChaote 19.07.2018 23:38
      Highlight Highlight @ludovigo
      Franzosen mit afrikanischen wurzeln...
      hört doch bitte endlich damit auf, hautfarbe, wurzeln oder gar religionen mit der aktuellen nationalität (wessen pass man besitzt/wo man das bürgerrecht geniesst) zu verwechseln.
      Wir leben in einer bunten und pluralistischen welt und das ist gut so, schön so, und bereichert uns im endeffekt alle...
  • sir_kusi 19.07.2018 15:03
    Highlight Highlight Genauso wie die Afrika-Aussage kann man auch sagen, „die kosovaren/albaner/serben haben die Schweiz weitergebracht“, lesen wir ja auch und ist in Ordnung. Was aber nicht geht m.M.n. ist das Zur-Schau-stellen von Symbolen der einen „Herkunft/Identität“ durch einen Direktbetroffenen, wenn er gleichzeitig eigentlich die andere „H/I“ öffentlich vertritt.
  • Alcedinidae 19.07.2018 14:57
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 15:16
      Highlight Highlight Diese Meinung stammt doch gerade von einem, für den es unmöglich erscheint, dass man beides sein kann. Er insistiert, dass die dunkelhäutigen WM-Gewinner Franzosen, und nur Franzosen seien.

      Das ist aber doch gerade sein Problem. In dem Sinne bestätigt der doch gerade, was Trevor Noah sagt, dass es Leute gibt, die einfach ein Problem damit haben. Die Guten sind Franzosen, die schlechten sind Afrikaner. Afrikaner zu sein, sei erniedrigend.

      "TL;DR: Calling our players "Africans" is really insulting to them"

      Jemanden Afrikaner zu nennen ist beleidigend. Eben! So sehen es die Rassisten.
    • Turrdy 19.07.2018 16:48
      Highlight Highlight @Ueli: Es ist eben schwierig für nicht-Franzosen (du, Trevor, viele andere hier) zu verstehen, dass die französische Identität die unterschiedliche Abstammung explizit miteinbezieht. Französisch sein heisst eben genau beides zu sein. Die Frage, ob es möglich ist, Franzose UND Afrikaner zu sein, ist deshalb von Grund auf nichtig.
      Und Afrikaner genannt zu werden ist nicht beleidigend weil rassistisch (Afrika = schlecht), sondern weil dadurch implizit das Französischsein aberkannt wird.
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 17:27
      Highlight Highlight Turrdy: "Und Afrikaner genannt zu werden ist nicht beleidigend weil rassistisch, sondern weil dadurch implizit das Französischsein aberkannt wird."

      So willst du das verstehen. Tatsächlich hat sich Noah klar ausgedrückt, dass er nicht das Französischsein aberkannt, sondern beides anerkennt. Auch das Afrikanische.

      Nichtig? Hättest DU gerne!

      Du bist doch derjenige, der genau diese schwarz-weisse Entweder-oder-Haltung vertritt, und sie sogar noch als einzig richtiges Französischsein verkündest.

      Es ist auch für schweizer Nicht-Eidgenossen schwierig, den Rassismus der Eidgenossen zu verstehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nicosinho 19.07.2018 14:52
    Highlight Highlight einfach genial dieser Trevor Noah!
  • dho 19.07.2018 14:49
    Highlight Highlight P.S. ... um auf der Wahrheit in bezug auf die Mehrheisnationalitäten zu beharren: Granit Xhaka hat nur einen Pass... siehe:

    https://m.tagesanzeiger.ch/articles/5b4a3ba2ab5c371f33000001
    • Saraina 19.07.2018 19:04
      Highlight Highlight Who cares! Das ist doch seine Privatsache.
  • Alcedinidae 19.07.2018 14:44
    Highlight Highlight Naja. In Frankreich und auch hier müssen Dunkelhäutige ständig beweisen, dass sie wirklich die Nation lieben, das nur wegen ihrer Hautfarbe. Jetzt werden sie in Frankreich endlich als Helden gesehen, aber jetzt kommen ein paar Amis/Afrikaner und sagen, dass Afrika gesiegt hat. Ich habe einen Kollegen "aus Madagascar", der aber hier geboren ist, dessen Vater Urschweizer ist und 10kg Käse pro Tag isst. Trotzdem wird er immer in Frage gestellt und anders behandelt. Dass meine Eltern nicht Schweizer sind juckt niemand, weil ich halt weiss bin...
    Siehe Tweets von B Mendy und co.
  • Therealmonti 19.07.2018 14:41
    Highlight Highlight Noah ist grossartig. Er trifft wie immer den Nagel auf den Kopf
  • Qui-Gon 19.07.2018 14:37
    Highlight Highlight "Afrika" ist für den Herrn Botschafter also eine Beleidigung. Auch nicht schlecht...
  • Pidemitspinat 19.07.2018 14:28
    Highlight Highlight Nuff said.
  • grind 19.07.2018 14:26
    Highlight Highlight ich liebe trevor aber diesen "witz" fand ich auch doof.

    afrika hat auch die nba gewonnen. und die nfl. hörte ich ihn aber noch nie sagen.

    zudem ist es wasser auf die mühlen der rechten rhetorik, die ja genau in die gleiche kerbe schlägt.

    nichts für ungut, er ist komiker. es sei ihm verziehen
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 14:55
      Highlight Highlight grind: Die dunkelhäutigen NBA oder NFL-Spieler werden in den Staaten Afro-Amerikaner genannt. Es wird daher gar nicht negiert, dass sie beides sind, und auch beides sein dürfen.

      Er sprach auch darüber, dass es in Amerika üblich ist, dass die Leute einerseits Amerikaner sind, aber anderseits praktisch alle einen Migrationshintergrund haben, und dass sie nebst der amerikanischen auch ihre Herkunftskultur pflegen, und darauf stolz sind.

      Da hattest du aber vermutlich gerade deine Scheuklappen an. Nichts für ungut, dein Missverständnis sei dir verziehen.
    • Ratchet 19.07.2018 15:42
      Highlight Highlight Naja NBA Spieler nennen sich selber AFRICAN american, wenn das nicht genug sind.
    • SpoonerStreet 19.07.2018 17:53
      Highlight Highlight Ja stimmt, der Witz an und für sich ist wirklich nicht sehr geistreich.
      Wie er die Situation dann aber darstellt finde ich sehr witzig und intelligent.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 19.07.2018 14:24
    Highlight Highlight Wenn wir hier schon besonders genau sein und das Identitätsspiel spielen wollen. Wie kommt Noah darauf, dass die "afrikanischen" Spieler eine "afrikanische" Identität haben oder haben wollen? Vielleicht fühlen sie sich einfach als "Franzosen"?
    Was um alles in der Welt ist bitte eine "afrikanische Identität? Normalerweise macht man sich ja über die dummen Amis lustig, die nicht checken, das Afrika kein Land, sondern ein Kontinent ist, offensichtlich sind auch bei Noah alle vom afrikanischen Kontinent "Afrikaner", als gebe es keine historisch gewachsene Staaten oder Ethnien.
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 14:36
      Highlight Highlight Du hast auch einiges nicht begriffen, Retikulum.

      Zum Beispiel wie es sich anfühlt, mehreren Kulturen anzugehören. Oder wie es sich in einer Haut afrikanischer Herkunft anfühlt.

      Wenn du besonder genau sein willst, und dieses Identätsspiel spielen willst, dann solltest du zuerst bemerken, dass du keine Ahnung hast, dass du gar keine Ahnung haben kannst, weil du nämlich nicht in deren Haut steckst, und dass du dich daher besser solchen Kommentaren enthälst.

      Vielleicht sprichst du mal ein paar Dunkelhäutige an, und frägst sie, woher sie kommen, und ob sie sich auch als Afrikaner fühlen. Okay?
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 14:40
      Highlight Highlight Noch was zu deiner Bildung, Retikulum, aus einer normalerweise eher rechts gesinnten Zeitung:

      "Eine der wichtigsten Entdeckungen dabei ist die beträchtliche genetische Vielfalt nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den Völkergruppen"
      https://www.welt.de/wissenschaft/article3760193/Afrikaner-mit-riesiger-genetischer-Vielfalt.html

      Will heissen: Die von dir angesprochenen "historisch gewachsene Staaten oder Ethnien" gibt es in dieser Reinrassigkeit, wie du dir das vorstellst, schlicht und einfach nicht. Sie sind alle wild durcheinander gemischt. Das macht sie letztlich genetisch stark.
    • Lauwärmer 19.07.2018 14:43
      Highlight Highlight Achherrje... Natürlich sind alle Kulturen unterschiedlich voneinander, jedoch kann man bei vielen französischen Spieler klar erkennen, dass sie afrikanisches Blut haben. Man muss sie nur feiern sehen. Sei nicht so streng :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • MeinSenf 19.07.2018 14:23
    Highlight Highlight Fairerweise muss man noch ergänzen, dass Noah darauf hingedeutet hat, dass er verstehe, die Reaktion des Botschafters fusse wahrscheinlich auf dem Hintergrund der rechtsradikalen Debatte über Bürger zweiter Klasse... Kennen wir ja bei uns auch, etwa Schweizer vs. Eidgenossen
    • Chamael 19.07.2018 14:58
      Highlight Highlight Und damit macht er es sich zu einfach. In der Meinung von „ich weiss, was der Botschafter meint, ABER...“ ist etwa die gleiche Argumentation wie „Ich hab ja nichts gegen Ausländer, ABER...“
      Es zeigt, dass Noah die Seite des Botschafters egal ist...
      Uhd warum muss sich jeder mit afrikanischen Wurzeln als Afrikaner fühlen? Mein Neffe hat auch haitianische Wurzeln, also indirekt afrikanische und ist einfach nur Schweizer durch und durch, weil er bei uns aufgewachsen ist, keine Nachteile hat und noch nie in Haiti oder Afrika war.

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