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Donald Trump spricht am Donnerstagabend zur Crew auf dem Flugzeugträger Gerald R. Ford.  Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

«Totale Hexenjagd» – Schluss mit der Ruhe, Trump geht wieder in Kampfstellung

Donald Trump hat am Donnerstagabend auf die Affäre um Justizminister Jeff Sessions reagiert. Derweil sieht sich Mike Pence mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert wie Hillary Clinton im Wahlkampf.

03.03.17, 05:08 03.03.17, 07:01


Rund 48 Stunden sind seit Trumps grosser Rede vor dem Kongress vergangen. Zwei Tage, in denen der Präsident keine Giftpfeile nach links und rechts schoss. Bemerkenswert. Doch damit ist nun Schluss. In der Affäre um die Russland-Kontakte von Justizminister Jeff Sessions hat der US-Präsident am Donnerstagabend wieder zu seiner aggressiven Rhetorik zurückgefunden. 

Trump beklagte eine «Hexenjagd» auf seinen unter Druck geratenen Justizminister. Sessions sei ein «anständiger Mann», erklärte Trump am Donnerstag und warf den Demokraten vor, jeden «Sinn für die Realität verloren» zu haben.

Zugleich gestand der US-Präsident ein, dass sich Sessions deutlicher hätte äussern können, als er zu seinen Kontakten zu russischen Vertretern während des US-Wahlkampfs befragt wurde. Zuvor sagte Trump, der Justizminister geniesse sein volles Vertrauen.

Fertig Einigkeit: Trump attackiert die Demokraten

Rücktrittsforderungen

Sessions sieht sich derzeit mit Rücktrittsforderungen führender Demokraten konfrontiert, weil er während seines Nominierungsverfahrens im US-Senat unerwähnt liess, dass er sich im vergangenen Jahr zwei Mal mit dem russischen Botschafter getroffen hatte. Die Verbindungen des Trump-Teams nach Russland gelten deshalb als potenziell anrüchig, weil russische Hacker nach Überzeugung der US-Geheimdienste zugunsten von Trump in den Wahlkampf eingegriffen haben.

Russland hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sessions ist auch Generalstaatsanwalt, ihm untersteht die Bundespolizei FBI. Aus den Ermittlungen im Fall der mutmasslichen russischen Einmischung will sich Sessions heraushalten.

Jeff Sessions: Der US-Justizminister hatte Kontakte zu Russland und verschwieg diese. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Untersuchung des Trump-Imperiums

Derweil forderte der demokratische US-Senator Sherrod Brown eine Untersuchung der russischen Geschäftspartner des Trump-Imperiums. Es müsse geklärt werden, ob Präsident Trump oder ein Mitglied seiner Familie mit Geschäften oder Investitionen «aus Russland oder anderen Ländern» gegen US-Gesetze zu Sanktionen und Terrorbekämpfung verstossen hätten, schrieb Brown in einem Brief an Finanzminister Steven Mnuchin.

Die Weigerung Trumps, seine genauen Geschäftsbeziehungen offenzulegen, mache es schwer einzuschätzen, ob er oder seine Familie über diese Verbindungen «Terrorfinanzierung, Sanktionen oder Geldwäscherei aufgesessen» seien, schrieb Brown. Es sei im Interesse des amerikanischen Volkes und der Familie Trump selbst, dass das Finanzministerium jegliche Risiken unabhängig untersuche.

Das US-Finanzministerium ist für die Überwachung der Einhaltung von Wirtschaftssanktionen zuständig. Zu dem Brief des Senators wollte sich ein Sprecher am Donnerstag zunächst nicht äussern.

Hackerangriff auf Pence

Unter Druck kam auch US-Vizepräsident Mike Pence. Laut einem Medienbericht benutzte er als Gouverneur von Indiana ein privates E-Mail-Konto für dienstliche Zwecke. Pence habe den Account regelmässig für die Kommunikation über Amtsgeschäfte verwendet, berichtete die Zeitung «The Indianapolis Star». Im vergangenen Sommer sei auf das Konto ein Hackerangriff verübt worden.

Die Zeitung hatte eine Anfrage nach öffentlichen Dokumenten gestellt und daraufhin Einsicht in E-Mails von Pence erhalten. Diese zeigten, dass er sein AOL-Konto etwa dafür benutzt habe, um mit Beratern über Sicherheitstore an seinem Wohnsitz oder die Reaktion des Bundesstaates auf Terrorattacken zu kommunizieren. In einer anderen E-Mail sei es um die Festnahmen mehrerer Männer gegangen, gegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit Terrorismus erhoben wurden.

Diesen Vorwurf kennen wir doch: Pence soll für wichtige Nachrichten seine eigene E-Mail-Adresse verwendet haben. Bild: John Minchillo/AP/KEYSTONE

Erinnerung an Clinton

Die Angelegenheit ist vor dem Hintergrund der Kampagne bemerkenswert, die Trump und sein Team wegen des E-Mail-Skandals gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gefahren hatten. Auch Pence hatte Clinton im Wahlkampf wiederholt kritisiert und ihr vorgeworfen, sie sei fahrlässig mit geheimen Informationen umgegangen.

Pence war von 2012 bis Anfang Januar Gouverneur von Indiana. Das Büro des Vizepräsidenten teilte der Zeitung mit, Pence habe ähnlich wie frühere Gouverneure einen dienstlichen und einen privaten Account gehabt. Er habe sich hinsichtlich der E-Mail-Nutzung vollständig an die Gesetze des Bundesstaates gehalten. (sda/afp)

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29
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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lapos 03.03.2017 23:50
    Highlight Meine güte. Warum wird jede möglichleit mit russland aus zu kommen so bekämpft?
    3 3 Melden
  • thelegend27 03.03.2017 11:47
    Highlight Ich brauche keine Netflix Serien mehr seit seiner Wahl! Tragikkomödie vom feinsten!
    13 5 Melden
  • Amazing Horse 03.03.2017 10:56
    Highlight Ich bin schockiert!
    8 6 Melden
  • Andy Best 03.03.2017 10:44
    Highlight AOL? Wirklich?? Gibt's die noch?
    19 2 Melden
  • ThomasHiller 03.03.2017 10:26
    Highlight Okay, ich fasse mal Trumps politischen Äußerungen der letzten sechs Wochen zusammen:

    mimimi...

    Na ja, jedes Volk wählt sich die Regierung, die es verdient.
    29 12 Melden
  • acove 03.03.2017 10:03
    Highlight Habe gar nicht gewusst, dass es in der Administration Trump auch anständige Leute gibt. Mal etwas neues aus dem Trump-Tempel.
    9 8 Melden
  • Pitlane 03.03.2017 09:21
    Highlight Jetzt würde ich nur allzu gerne ein Statement von Trump zu Pence's Umgang mit E-Mails sehen. #lockhimup
    25 7 Melden
  • Wehrli 03.03.2017 09:00
    Highlight Total whichhunt, believe me! Gota burn the media at the stake, using Trumpwood, it's the best!
    10 8 Melden
  • Donald J Trump 03.03.2017 08:42
    Highlight Democrats are overplaying their failure. Had some great golden shower sessions with sessions. Lets get back to the real trouble concerning our nation. The size of the inauguration crowd, my hands, Bill Clinton choosing the wrong wife and the leaks of Kellyannes nudes in the Oval Office. Big Issues. Huge problems. Highly Concerned!
    33 10 Melden
  • rodolofo 03.03.2017 08:21
    Highlight "Iich nööd, dr Ander au!"
    Wie im Kindergarten.
    Nur spielen diese "Grossen Jungs" nicht mit farbigen Holzklötzchen, sondern hantieren mit Billionen von Dollars und mit modernstem Hightech-Kriegsgerät!
    Einer von diesen Lausbuben hat sogar Zugang zum "Roten Knopf", kann also Atomraketen abfeuern, so dass es gigantisch kracht und tätscht!
    Ich glaube, Kim Jong Un ist schon sehr neidisch auf das noch viel verwöhntere, US-Amerikanische Riesen-Baby,,,
    17 14 Melden
  • urano 03.03.2017 08:20
    Highlight eine unglaubliche Lügnerbande - diese Regierung wird das nicht überstehen
    18 12 Melden
  • EvilBetty 03.03.2017 07:59
    Highlight Reichen 140 Zeichen doch nicht, he?

    😂
    21 6 Melden
  • fcsg 03.03.2017 06:55
    Highlight #lockpenceup
    63 13 Melden
    • Hackphresse 03.03.2017 10:05
      Highlight #lockthemallup
      1 2 Melden
  • Taggart 03.03.2017 06:40
    Highlight "Rehtorik"? Jetzt habe ich Lust auf Hirschpfeffer. Bitte schenkt der SDA einen Duden.
    73 1 Melden
    • franz ermel 03.03.2017 06:45
      Highlight @Taggart: ;-) Haben wir angepasst, vielen Dank!
      19 6 Melden

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump

Der US-Präsident glaubt, er stehe über dem Gesetz. Er hat die Mitglieder der republikanischen Partei zu harmlosen Schmeichlern degradiert. Er stösst Verbündete vor den Kopf und zettelt nach Belieben Handelskriege an.

Wegen einer Laune der Natur hatte George Washington keine leiblichen Kinder. Das hat der jungen amerikanischen Republik sehr viel Ärger erspart, denn die Angst vor einer königlichen Familie war nach dem erfolgreichen Aufstand gegen die Briten weit verbreitet, ja geradezu hysterisch.

Der kinderlose 1. Präsident war jedoch ein Garant, dass in den USA keine königliche Familie und damit auch keine absolutistische Monarchie entstehen konnte.

Der 45. Präsident der USA hat zwar noch nicht den Status …

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