International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04687785 (FILE) A file picture dated 06 October 2011 shows US rapper Jay-Z watching game five of the American League Division Series playoffs between the New York Yankees and the Detroit Tigers at Yankees Stadium in the Bronx, New York, USA. Jay-Z launched his own music streaming service called Tidal on 30 March 2015 with the support of some celebrities.  EPA/JUSTIN LANE

Jay-Z lässt in einem Gastbeitrag für die «New York Times» seinem Ärger Luft. Bild: EPA/EPA FILES

Rapper Jay-Z prangert US-Justiz an

Jay-Z hat seinem Ärger über das US-Justizwesen Luft gemacht. Es diskriminiere Schwarze, kritisiert der Rapper in einem Gastbeitrag für die «New York Times». Anlass: der Fall Meek Mill.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Rapper Jay-Z hat schwere Vorwürfe gegen das Justizwesen der USA erhoben. «Es ist ein kriminelles System, das sich jeden Tag einige hunderttausend Schwarze fängt und sie schikaniert», schrieb Jay-Z in einem Essay in der «New York Times». Er reagierte damit auf den umstrittenen Fall des Rappers Meek Mill, der im US-Bundesstaat Philadelphia vor einigen Tagen erneut zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde – für zwei bis vier Jahre.

Mill war 2008 wegen Drogenhandel und Waffenbesitz zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Nach seiner ersten Entlassung verstiess er jedoch gegen Bewährungsauflagen. Der Musiker mit dem bürgerlichen Namen Robert Rihmeek Williams habe unter anderem entgegen der Anordnungen eigenmächtig Konzerttermine angesetzt, wurde die zuständige Richterin in Philadelphia von der Website philly.com zitiert.

In this July 13, 2017 file photo, rapper Meek Mill poses during a portrait session to promote his new album

Rapper Meek Mill. Bild: AP/AP

Der Musiker habe dem Gericht «die lange Nase gezeigt», obwohl sie ihm eine Chance nach der anderen gegeben habe, sagte die Richterin dem Bericht zufolge. Er war etwa im März in St. Louis nach einer Rauferei mit einem Flughafen-Mitarbeiter vorübergehend festgenommen worden, heisst es in einem Bericht des Senders CNN. Zudem soll es bei Dreharbeiten in New York einen Zwischenfall im Strassenverkehr gegeben haben.

Mills Bitten um Nachsicht konnten die Richterin nicht erweichen. Er muss wieder hinter Gitter. Nach zwei Jahren ist eine Entlassung auf Bewährung möglich.

«Fast ein Jahrzehnt lang wird er nun von diesem System verfolgt, dass die kleinste Verletzung von Regeln als Rechtfertigung dafür nimmt, ihn wieder einzusperren.»

Das Urteil hatte vor allem in der Rap-Szene massive Empörung ausgelöst. Kritiker empfinden die Strafe als viel zu hart, darunter auch Jay-Z. Mill sei ungefähr 19 Jahre alt gewesen, als er verbotenerweise mit Drogen dealte und Waffen besass, schreibt der Rapper in der «New York Times». Er habe danach eine achtmonatige Haftstrafe abgesessen. Inzwischen sei der Rapper 30 und befinde sich damit im Prinzip sein ganzes Leben als Erwachsener auf Bewährung.

«Meek ist nur ein Beispiel»

«Fast ein Jahrzehnt lang wird er nun von diesem System verfolgt, dass die kleinste Verletzung von Regeln als Rechtfertigung dafür nimmt, ihn wieder einzusperren», kritisierte Jay-Z – und nutzte den Fall für eine ausführliche Abrechnung mit dem amerikanischen Justizsystem.

Der Umgang mit Meek Mill sei nur ein Beispiel für die Diskriminierung von Schwarzen. Er habe das selbst aus direkter Nähe mit angesehen, als er in den 1970er und 1980er Jahren in Brooklyn aufgewachsen sei. Statt den Menschen eine zweite Chance zu geben, gestalte sich die Bewährungszeit so, als würden sie sich über einen Minenfeld bewegen.

«Der kleinste Fehltritt führt zu schwerwiegenderen Konsequenzen als die kriminelle Tat selbst», schreibt der Rapper. Ein Mensch auf Bewährung könne am Ende im Gefängnis landen, weil er gegen formale Regeln wie etwa eine Ausgangssperre verstossen habe.

Alle Vorwürfe gegen Mills seien fallengelassen oder nicht weiterverfolgt worden, schrieb Jay-Z. Dennoch sitze der Rapper im Gefängnis. Die Steuerzahler in Philadelphia, wo Mill lebt, müssten nun Zehntausende Dollar dafür bezahlen, dass er eingesperrt bleibe - dabei mache das die Gegend bestimmt nicht sicherer.

Meek Mills jüngstes Album «Wins and Losses» schaffte es in diesem Jahr auf Platz drei der US-Albumcharts. Bekannt wurde er auch durch seine zweijährige Liaison mit der Rap-Queen Nicki Minaj, die in diesem Jahr endete. (fok/mit Material von AFP)

Meek Mill feat. Nicki Minaj:

abspielen

Video: YouTube/MeekMillTV

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Über 20'000 Schüler demonstrieren für Klimaschutz

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Del Curtos ZSC-Debüt geht in die Hose

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Musikuss 18.11.2017 12:43
    Highlight Highlight Illegaler Drogenhandel und Waffenbesitz als „kleinste Vergehen“ zu betrachten, zeigt wie koks-vernebelt die Gehirne dieser Typen sind. Die brauchen wirklich eine Mami, die ihnen zeigt: Wer Respekt will, soll auch seinen Mitbrüdern Respekt zollen, auch wenn sie zufällig weiss sind und dem Gericht angehören!

«Wer zur Hölle ist Helene Fischer?», fragen sich derzeit englische Medien

Wer kennt sie nicht? Helene Fischer, 34, Schlager-Star, geliebt von den Einen, gehasst von den Anderen. Und erfolgreich ist sie: Laut «Forbes» ist Fischer die achtbestverdienende Musikerin der Welt. Satte 32 Millionen Dollar kassierte sie im letzten Jahr.

Die englischsprachigen Medien waren hingegen verwirrt. «Wer ist diese Frau?», fragten sich unter anderem der englische «Guardian» und das amerikanische «Paper»-Magazin.

Das «Paper»-Magazin wundert sich zuerst über ihre Herkunft: in Sibirien …

Artikel lesen
Link zum Artikel