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Trump droht Russland und China mit nuklearer Aufrüstung – 6 Punkte dazu



Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, die USA würden aus dem INF-Vertrag aussteigen. Das Abkommen aus dem Jahr 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, den Vertrag gebrochen zu haben.

Nun hat Trump nachgelegt.

Was genau hat Trump gesagt?

epaselect epa07112138 US President Donald J. Trump speaks to the media as he departs the White House for a Houston, Texas rally to support Senator Ted Cruz in Washington, DC, USA, 22 October 2018. Trump spoke about the so-called migrant caravan heading through Mexico.  EPA/JIM LO SCALZO

Bild: EPA/EPA

Der US-Präsident hat mit einer Aufstockung des US-Atomwaffenarsenals gedroht. Donald Trump sagte im Weissen Haus, diese Drohung gelte Russland und China und «jedem sonst, der dieses Spiel spielen will». Er fügte an, die USA würden ihr Atomwaffenarsenal aufbauen, «bis sie zur Vernunft kommen. Wenn sie das tun, werden wir alle schlau sein und alle aufhören. Und übrigens nicht nur stoppen, wir werden reduzieren, was ich gerne tun würde.»

Trump warf erneut den Russen vor, sich «nicht an den Geist der Vereinbarung oder an die Vereinbarung selber gehalten» zu haben. Zudem sei China nicht Teil des Abkommens, obwohl das notwendig wäre. So könnten die Chinesen ungehindert aufrüsten. 

Wie reagieren die Russen?

President Vladimir Putin’s spokesman Dmitry Peskov speaks to The Associated Press in Moscow on Tuesday, April 5, 2016. Peskov says the Russian leader has no connection whatsoever to offshore accounts allegedly owned by his close friend, a Russian musician. Dmitry Peskov says the leaked documents from a Panama-based firm have been wilfully interpreted by an international consortium of investigative journalists to make what he called an unfounded claim that cellist Sergei Roldugin’s offshore assets were linked to the Russian president. (AP Photo/Ivan Sekretarev)

Bild: AP/AP

Russland warnte angesichts des angekündigten Ausstiegs der USA aus dem INF-Abkommen vor globalen Sicherheitsrisiken. Damit mache Trump die Welt deutlich gefährlicher, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. Peskow betonte, Russland halte sich an die Vereinbarungen. Doch müsse sein Land im Fall eines einseitigen Rückzugs der USA «nach einer Wiederherstellung des Gleichgewichts in diesem Bereich suchen».

Peskow warnte weiter, dass die USA nach einem Ausstieg aus dem INF-Vertrag genau die Waffensysteme entwickeln wollten, die durch das Abkommen verboten werden. Schon jetzt verletzten die USA das Abkommen seit Jahren systematisch, etwa mit der Entwicklung raketenbestückter Drohnen. Im Falle eines Ausstiegs aus dem Vertrag müsse Russland Massnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu garantieren, betonte er.

Und was sagen die Chinesen dazu?

Das chinesische Aussenministerium wies Trumps Darstellung zurück. «Es ist völlig falsch, China in den Rückzug aus dem Vertrag zu involvieren», sagte eine Ministeriumssprecherin. Der Vertrag zwischen den USA und Russland habe als wichtiges Abrüstungsabkommen viel dazu beigetragen, das strategische Gleichgewicht zu wahren. Deshalb sollten die USA Vorsicht walten lassen. Eine einseitige Aufkündigung des Vertrags werde «viele negative Auswirkungen» haben. 

Und Europa?

epa07104733 German Foreign Minister Heiko Maas speaks during a joint press conference with Czech Foreign Minister Tomas Petricek (not pictured) at the German Foreign Ministry in Berlin, Germany, 19 October 2018.  The ministers met in the German capital to discuss bilateral matters.  EPA/OMER MESSINGER

Bild: EPA/EPA

Der deutsche Aussenminister Heiko Maas kündigte an, sich für eine Rettung des INF-Vertrags einzusetzen. «Dieses Abkommen berührt lebenswichtige Interessen Europas. Solange es noch eine Chance gibt, das Abkommen zu erhalten, wollen wir mit allen diplomatischen Mitteln dafür kämpfen», sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Maas betonte zudem: «Wir werden das Thema in der Nato ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Wir sind bereit, auf Russland einzuwirken, um die Einhaltung des INF zu forcieren. Wir sind nicht bereit, ein neues Wettrüsten in Gang zu setzen.»

Droht Trump nur – oder spricht er auch mit den Russen?

FILE - In this Wednesday, June 27, 2018 file photo, U.S. National security adviser John Bolton waits for the talks with Russian President Vladimir Putin in the Kremlin in Moscow, Russia. President Donald Trump’s national security adviser is going to be raising thorny subjects with his counterparts in Moscow on a visit to help craft a script for another high-level meeting between Trump and Russia President Vladimir Putin. John Bolton leaves Saturday, Oct. 20, 2018 on a trip to Russia, Azerbaijan, Armenia and Georgia. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko, Pool)

Bild: AP/AP POOL

Ja, es laufen parallel Gespräche. Trumps Sicherheitsberater John Bolton weilt derzeit in Moskau. Nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Nikolai Patruschew äusserte Russland die Bereitschaft, die gegenseitigen Vorwürfe auszuräumen. Patruschew bekräftigte laut einer Mitteilung des Sicherheitsrates, es sei wichtig, an dem Vertrag festzuhalten. Bei dem Gespräch sei es auch darum gegangen, den 2021 auslaufenden New-Start-Vertrag um fünf Jahre zu verlängern. Bolton sagte dazu dem Radiosender Echo Moskwy: «Wir sind bereit, zu verhandeln. Jetzt ist Zeit für diesen Prozess. Nun verstehen wir auch die russische Position besser.» Jetzt gehe es darum, sie zu präzisieren und Details zu klären.

Wie geht es weiter?

Die USA wollen die Nato-Partner im Laufe der Woche offiziell über ihre Pläne informieren. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen soll die Unterrichtung im Rahmen einer Sitzung des Nordatlantikrats erfolgen. (sda/dpa/mlu)

Atomschutzbunker sind ein boomendes Geschäft in den USA

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • mrbios 23.10.2018 20:23
    Highlight Highlight Alles nicht so heiss wies gegessen wird. Trump gibt seinen Wählern was sie wollen - reine Polemik.
  • bcZcity 23.10.2018 14:53
    Highlight Highlight Die 80er Jahre Retro-Welle macht eben auch vor der Politik nicht halt. Alles dreht sich im Kreis, immer wieder....
    • rodolofo 23.10.2018 17:11
      Highlight Highlight Ich hätte jetzt eher an die 30er-Jahre gedacht, an den Hitler-Stalin-Pakt, der dann von Hitler gebrochen wurde...
  • zombie woof 23.10.2018 11:49
    Highlight Highlight Ich sag immer wieder: Gib einem Idioten Macht, und das Ergebnis wird katastrophal sein.
  • rodolofo 23.10.2018 10:18
    Highlight Highlight Steve Bannon, der Vordenker der Endzeit-Apokalypse, dürfte sich ins Fäustchen lachen, jetzt wo diese lebendig gewordene Comic-Figur mit dem Namen "The Donald" einen weiteren wichtigen Vertrag des Völkerrechts kündigen will.
    Und sein Russisches Pendant (der Chef-Ideologe im Kreml) dürfte das Selbe tun.
    Die früheren Grossmächte USA und Russland wollen ihre frühere Dominanz zurückerlangen, indem sie den "Kalten Krieg" neu intensivieren.
    Aber die Welt macht dabei nicht mehr mit!
    Wir haben jetzt eine dritte Achse: Sie heisst Europa-China.
    Die "Reiche der Mitte" verbünden sich.
    • bokl 23.10.2018 12:43
      Highlight Highlight China braucht keine Verbündete...
    • rodolofo 23.10.2018 13:33
      Highlight Highlight @ bokl
      Und warum bauen sie dann so gerne Brücken?
      Ach so!
      Jetzt verstehe ich...
  • Sauäschnörrli 23.10.2018 09:14
    Highlight Highlight Trumps vorgehen um Deals zu schliessen hat nun wirklich nichts mit Kunst zu tun. Viel eher entspricht sie einem Kleinkind, dass gerade gemerkt hat, dass es im Monopoly verlieren wird und nun die Mitspieler, unter Androhung das Brett zu zerstören, zur Änderung der Regeln zu seinen gunsten zu zwingen versucht.
  • die 200 23.10.2018 09:11
    Highlight Highlight ... wollt Ihr zukünftig Berichte über Trump nicht einfach den Dienstag-Fails anhängen?
  • Magnum44 23.10.2018 08:52
    Highlight Highlight Aufrüsten, «bis sie zur Vernunft kommen. Wenn sie das tun, werden wir alle schlau sein und alle aufhören. Und übrigens nicht nur stoppen, wir werden reduzieren, was ich gerne tun würde.»

    Der Typ ist doch geistesgestört.
  • Dirk Leinher 23.10.2018 08:19
    Highlight Highlight Während Russland relativ klar bennent weshalb die USA den INF Vertrag verletzen würden, sehe ich umgekehrt nur ein vages "die Russen verletzen den Geist des Abkommens". Nun wie will Maas genau auf die Russen einwirken, wenn das Ziel so unbestimmt ist. Maas sollte vielleicht besser auf die USA einwirken, denn es sind hauptsächlich die amerikanischen Raketensysteme die ursprünglich mit der Lüge "zum Schutz vor iranischen Raketen" erbaut wurden, welche die Sicherheit Europas gefährden.
  • Gubbe 23.10.2018 08:08
    Highlight Highlight Als Auswirkung für die CH, werden wir ein Revival des Zivilschutzes mit dem Nagelseminar (Holzbetten) erleben.
  • Olmabrotwurst 23.10.2018 08:04
    Highlight Highlight Es liegt auf der Hand das die USA kein Geld mehr haben und keins mehr verdienen. Darum müssen sie aus dem Abkommen aussteigen um neue Waffen zubauen um ans Geld zukommen. Da aber der Chinese die oberhand hat was schuldscheine der USA betrifft kommt dss ganze nicht so gut an
  • Scaros_2 23.10.2018 07:43
    Highlight Highlight Trump droht mehr Atomwaffen zu bauen um damit zu erreichen das China und Russland zu Vernunft kommen (Bei was genau eigentlich?). Und wenn das der Fall ist rüstet er wieder ab?

    Will heissen er Investiert viele $ um ein gegenüber zu überzeugen etwas "besser" zu machen und zerstört dann diese Investition wieder?

    Hat das noch so wer verstanden? Unser "Great Dealmaker"...........irgendwie ist mir das zu viel am Wochenanfang.
    • rodolofo 23.10.2018 10:27
      Highlight Highlight Das ist die altbewährte Methodik der Mafia:
      Mit absoluter Grausamkeit und Brutalität drohen und diese auch an abschreckenden Exempeln durchführen, damit niemand mehr auf die Idee kommt, aufzubegehren und zu rebellieren.
      Das abschreckende Exempel von Russland ist Syrien.
      Das abschreckende Exempel der USA ist der Jemen.
      Sowohl in Putin-Russland, als auch in den Trump-USA regiert die Mafia, das Organisierte Verbrechen.
      Wer das aber offen sagt, dem hetzen sie ihre Anwälte auf den Hals, mit Klagen von wegen "Üble Nachrede".
      Ja, das ist üble Nachrede!
      Und ich könnte noch viel übler nachreden!
  • just_a_name 23.10.2018 07:39
    Highlight Highlight Ich hoffte nie einen kalten Krieg 2.0 erleben zu müssen... Oder gar einen dritten Weltkrieg.

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