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Die Bromance zwischen «Raketenmann» Kim und dem «verrückten Alten» Trump in 13 Tweets

12.06.18, 15:43 12.06.18, 17:59


Nach langem Hin und Her hat es endlich geklappt: Am 12. Juni trafen sich Donald Trump und Kim Jong Un auf neutralem Boden in Singapur zum historischen Gipfel. «Aus Feinden können tatsächlich Freunde werden», schwärmte Trump nach der Begegnung. Ein gemeinsam unterschriebenes Dokument soll die guten Absichten und die Fortschritte in der Beziehung unterstreichen.

Bis es so weit war, hatte es aber die eine oder andere Drohung mit dem roten Knopf aus Pjöngjang und Washington und eine gefühlte Zillion Tweets des US-Präsidenten gebraucht. 

Wir zeigen noch einmal auf, wie sich die Beziehung zwischen Trump und Kim über die letzten zwei Jahre entwickelte, inklusive Höhenflüge, Tiefschläge, abrupte Richtungswechsel – und einem (vorläufigen) Happy End im Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA.

Die Drohungen

Kurz nach der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsidenten im Januar 2017 beginnt Nordkorea mit einer Serie von Raketentests. Trump reagiert auf Twitter mit Bedenken über die nationale Sicherheit der USA.

epa05147401 A handout picture made available by the North Korean Central Television (KCTV) Broadcasting Station shows North Korea's 'Kwangmyongsong-4' satellite being fired from the Dongchang-ri launch site in Cholsan, North Pyongan Province, North Korea, 07 February 2016. North Korea has said it has successfully launched a satellite into orbit.  EPA/KCTV -- MANDATORY CREDIT: KCTV -- BEST QUALITY AVAILABLE -- SOUTH KOREA OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Raketentest in Nordkorea im Sommer 2017 – Handout-Foto des staatlichen Senders KCTV.  Bild: EPA/YONHAP/KCTV

Im Frühling 2017 spitzt sich die Lage zu. Nordkorea setzt seine Raketentests fort, Beobachter spekulieren über eine Eskalation, ein atomarer Konflikt scheint nicht ausgeschlossen.

Anfang Juli ändert Trump den Adressaten seiner Tweets: Anstatt an Nordkorea richtet der US-Präsident seine Nachrichten nun direkt an Kim Jong Un. 

Im August droht Trump dem nordkoreanischen Diktator unverhohlen mit Vergeltungsmassnahmen, die «fire and fury»-Aussage (später der Titel eines Enthüllungsbuchs über die Trump-Administration) geht in die Geschichtsbücher ein.

«They will be met with fire and fury like the world has never seen.»

Donald Trump

Das Einlenken

Der UN-Sicherheitsrat verhängt eine neue Runde von Sanktionen gegen Nordkorea. Trump zeigt sich zufrieden, dass Nordkorea die Atomtests ausgesetzt hat.

Die Abweisung

Im Herbst stehen die Zeichen wieder auf Konfrontation – zumindest auf Twitter. Trump bezeichnet Kim in einem Tweet als «madman» («Verrückter»). Kim reagiert mit einem Statement, in dem er Trump als «geistig verwirrten US-Senilen» bezeichnet, den es «mit Feuer» zu zähmen gelte.

«Was auch immer Trump erwartet hatte, er wird Resultate erhalten jenseits von seiner Vorstellungskraft. Ich werde auf jeden Fall den geistig verwirrten US-Senilen mit Feuer zähmen.»

Kim Jong Un

Donald Trump reagiert mit einem neuen Übernamen für Kim: «Little Rocket Man» oder einfach nur «Rocket Man» – der Raketenmann. Eine Anspielung auf die Angewohnheit Nordkoreas, Diplomatie mit der Ankündigung und Durchführung von Raketentests zu betreiben. 

Die besten Karikaturen zum Trump-Kim-Gipfel

Das Kokettieren

Während Trump mit Vorliebe Kims körperliche Attribute aufs Korn nimmt, geizen die Nordkoreaner nicht mit Anspielungen auf Trumps Alter und geistige Verfassung. 

«Leichtsinnige Bemerkungen eines alten Verrückten wie Donald Trumps werden unsere Fortschritte nicht stoppen.»

Nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur

Trump reagiert mit einem ironischen Tweet: «I try so hard to be his friend» – dass er nur sieben Monate später genau diese Freundschaft blumig ankündigte (siehe oben), hätte er wohl selber nicht gedacht.

Der Penisvergleich

Anfang 2018 drehte sich zwischen Trump und Kim alles darum, wer den grösseren (Atom-) Knopf hat. In einer Rede im Januar 2018 liess der nordkoreanische Machthaber die USA wissen, dass sich der (rote) Knopf in Griffweite auf seinem Bürotisch befindet.

«Die Vereinigten Staaten sollten wissen, dass sich der rote Knopf für die Atomwaffen auf meinem Tisch befindet.»

Kim Jong Un

Das konnte Trump natürlich nicht auf sich sitzen lassen: «Würde jemand von seinem verarmten und hungernden Regime ihn (den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un) wissen lassen, dass ich auch einen Atomknopf habe, der aber viel grösser & mächtiger ist als seiner, und dass meiner funktioniert!»

FILE - In this March 6, 2009, file pool photo, then-Secretary of State Hillary Clinton and Russian Foreign Minister Sergei Lavrov hold together a device a with a red button symbolizing the intention to

Roter Knopf: Symbolbild. Bild: AP/POOL AFP

Der Balztanz

Kurz nach dem grossen Knopf-Vergleich deutete sich erstmals eine Entspannung an im Verhältnis zu Nordkorea. Nach der symbolischen Annäherung bei den Olympischen Spielen, als Nordkorea und Südkorea unter einer Flagge gestartet waren, bahnte sich auch zwischen den USA und Nordkorea eine zaghafte Romanze an.

Nach der Ankündigung Kims, Nuklear- und Raketentests zu stoppen und das Atomtestgelände zu zerstören, jubiliert Trump auf Twitter: «Fortschritt für alle!»

Dann der vermeintliche Durchbruch: Trump kündigt Anfang Mai ein Treffen mit Kim Jong Un an – es wäre das erste zwischen einem nordkoreanischen Machthaber und einem US-Präsidenten.

Der Rückzieher

Am 24. Mai vollzieht Trump in einem Brief an Kim Jong Un die Kehrtwende: Er müsse das Treffen «leider aufgrund der offenen Feindseligkeit» im jüngsten Statement der Nordkoreaner absagen. Hintergrund des Rückziehers sind Aussagen einer Vertrauten Kims aus dem Aussenministerium, die den US-Vizepräsidenten Mike Pence als «politischen Hohlkopf» abkanzelte. Pence hatte zuvor gewarnt, Nordkorea riskiere das «libysche Modell», falls es in der Atomfrage nicht einlenke.

Das Happy End?

Drei Tage später dann der Rückzieher vom Rückzieher. Trump erklärt auf Twitter, dass sein Verhandlungsteam ein Treffen anberaumt habe. Er glaube wirklich daran, so Trump, dass Nordkorea «brillantes Potenzial» habe und eines Tages eine grosse wirtschaftliche Nation sein werde. Kim Jong Un stimme ihm in dieser Frage zu. 

(wst)

>> Hier geht's zu den aktuellen Ereignissen auf Sentosa Island in Singapur.

U.S. President Donald Trump, right, and North Korean leader Kim Jong Un leave after a signing ceremony at the Capella resort on Sentosa Island Tuesday, June 12, 2018, in Singapore. (Kevin Lim/The Straits Times via AP)

Kim Jong Un und Donald Trump während des Treffens auf Sentosa Island am Dienstag.  Bild: AP/The Straits Times

Der Kommentar zum Treffen zwischen Trump und Kim:

Der Handschlag, der in die Geschichte eingeht

Video: srf

Nordkorea

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