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epa04716399 Former US Secretary of State Hillary Clinton arrives to participate in an event presenting the 2015 Hillary Rodham Clinton Awards for Advancing Women in Peace and Security, at Georgetown University in Washington DC, USA, 22 April 2015.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Hillary und Bill Clinton haben mit bezahlten Gastauftritten ein Vermögen verdient. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Brisante Zahlen: So viel verdienten die Clintons mit ihren Auftritten. Zum Beispiel gabs 100'000 Dollar für eine Rede via Satellit

Im Rennen um die US-Präsidentschaft inszeniert sich Hillary Clinton als Frau fürs Volk. Neue Zahlen zu ihrem Familieneinkommen zeigen aber: Die Clintons gehören zu den Top-Verdienern.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Einige Zehntausend Dollar beträgt – je nach Bundesstaat – das jährliche Durchschnittseinkommen eines amerikanischen Haushalts. Die Clintons nehmen für eine einzige Rede mehr als zehnmal so viel ein. Das Vermögen der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ist ein grosses Thema in den USA – und neue Zahlen bieten Kritikern eine gute Angriffsfläche.

Hillary und Bill Clinton haben seit Januar 2014 mindestens 30 Millionen Dollar verdient, wie aus Unterlagen hervorgeht. Clintons Wahlkampfstrategen selbst haben die Zahlen offengelegt. 25 Millionen Dollar sollen für insgesamt 100 Reden geflossen sein. Weiter hat Hillary Clinton demnach mehr als fünf Millionen Dollar an Tantiemen für ihr im Juni erschienenes Buch «Hard Choices» bekommen.

Vorkämpferin für Arme?

Hillary Clinton und ihr Mann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, gehören damit zu den absoluten US-Top-Verdienern, rechnet die Nachrichtenagentur Reuters vor. Alle Präsidentschaftsbewerber wurden dazu angehalten, ihre persönlichen Einkommensverhältnisse offenzulegen. Noch bevor die Zahlen offiziell verbreitet wurden, gingen Hillary Clintons Berater damit selbst an die Presse - und lieferten gleich Erläuterungen dazu.

Demnach besitzen die Clintons ein Vermögen von mindestens 11,3 Millionen Dollar. Tatsächlich dürfte es mehr sein. Denn Vermögenswerte wie Häuser oder Wohnungen mussten nicht angegeben werden.

Die Zahlen sind brisant, da die soziale Ungleichheit in den USA bereits im Vorwahlkampf ein wichtiges Thema ist. Hillary Clinton selbst spricht gerne von den «everyday Americans». Diese bräuchten einen Vorkämpfer – und diese Vorkämpferin wolle sie sein, verkündete Clinton zum Auftakt ihrer Präsidentschaftskampagne. Die Karten in Amerika müssten neu gemischt werden.

epa04728598 Former US President Bill Clinton (2-R) and his daughter Chelsea Clinton (R) are guided as they visit a herb garden at Farasi Lane primary school in Nairobi, Kenya, 01 May 2015. Former US president Bill Clinton and his daughter Chelsea Clinton are on an African tour to visit several sites of Clinton Foundation projects in Tanzania, Kenya and Liberia concluding with the Clinton Global Initiative Middle East & Africa Meeting (CGI MEA) in Morocco.  EPA/DAI KUROKAWA

Bill Clinton mit Tochter Chelsea bei einem Besuch in Nairobi. Bild: DAI KUROKAWA/EPA/KEYSTONE

Doch Kritiker werfen den Clintons vor, sie seien selbst Teil einer privilegierten Elite, die die Situation der Durchschnittsamerikaner verkenne. Im vergangenen Jahr hatte Hillary Clinton erzählt, sie und ihr Mann seien am Ende seiner Präsidentschaft «total pleite» gewesen – obwohl der Ex-Präsident sehr schnell ins lukrative Geschäft mit Reden einstieg. Auch die Stiftung von Hillary Clinton geriet wegen fehlerhafter Finanzberichte und Gelder aus dem Ausland ins Visier von Kritikern.

100'000 Dollar für einen Auftritt via Satellit

Die Nachrichtenagentur AP rechnete auf Basis offizieller Unterlagen aus, dass Bill Clinton zwischen 2009 und 2012 mindestens 50 Millionen Dollar für Reden und andere Auftritte einnahm. In dieser Zeit war seine Frau Aussenministerin der USA.

Laut «New York Times» liegt der Rekord für den teuersten Auftritt von Bill Clinton bei 500'000 Dollar. Hillary Clinton konnte demnach immerhin schon einmal 350'000 Dollar verlangen.

Das Geschäft mit Reden und Auftritten habe viele frühere Präsidenten wohlhabend gemacht, schreibt die «New York Times». Aber die masslosen Gagen könnten dazu beitragen, dass sie nicht mehr verstehen, wie eigentlich die Mehrheit der Amerikaner ihr Geld verdient. So habe Hillary Clinton für eine Rede 100'000 Dollar bekommen, obwohl sie nicht einmal persönlich vor dem Publikum stand. Ihr Auftritt wurde per Satellit übertragen.

(mmq/Reuters/AP)

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