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Trump verhängt milliardenschwere Strafzölle – China kündigt Vergeltung an

15.06.18, 14:14 15.06.18, 15:02


US-Präsident Donald Trump lässt gegen China Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verhängen. Das gab Trump am Freitag bekannt. Zwar seien ihm die Freundschaft zu Präsident Xi Jinping und das Verhältnis zu China sehr wichtig, erklärte Trump. Dennoch sei die Situation nicht länger hinzunehmen. Die Zölle sollen ab dem 6. Juli gelten.

Die Entscheidung habe Trump am Donnerstag nach Beratungen mit seinen engsten Handelsberatern getroffen, berichtete zuvor unter anderem das «Wall Street Journal» in der Nacht zu Freitag. Bei dem Treffen waren nach einem CNN-Bericht unter anderem Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer anwesend.

FILE - In this May 24, 2018, file photo, U.S. President Donald Trump speaks during a signing ceremony for the

Trump verhängt Strafzölle.  Bild: AP/AP

China will nach den jüngsten US-Zöllen auf chinesische Produkte seinerseits Zusatzabgaben auf amerikanische Güter in ähnlichem Umfang auf den Weg bringen. Die Regierung in Peking wolle keinen Handelskrieg, müsse aber zurückschlagen, teilte das Handelsministerium in Peking am Freitag mit.

China werde seine Interessen verteidigen. Die Ergebnisse vorheriger Verhandlungen seien nach der Entscheidung des US-Präsidialamts nichtig, Zölle von 25 Prozent auf Waren im Volumen von 50 Milliarden Dollar zu erheben. Diese US-Massnahmen schadeten der weltweiten Handelsordnung, erklärte das Ministerium weiter.

Trump erklärte am Freitag, auf eine etwaige Reaktion Chinas mit eigenen Zöllen würden auch die USA wieder mit neuen Zöllen reagieren.

Warnung des IWF

Die angedrohten Zölle würden nicht nur die beiden grössten, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor sehr negativen Auswirkungen gewarnt, die ein Handelskonflikt bei Konsumenten, Investoren und auf den Finanzmärkten auslösen würde.

Die drohenden Zölle waren noch am Donnerstag in Peking Thema bei einem Treffen von US-Aussenminister Mike Pompeo mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Pompeo erklärte, das Handelsdefizit der USA gegenüber China sei noch immer zu hoch. Wang Yi äusserte gleichwohl die Hoffnung, dass Washington «nicht weitere Hindernisse schafft». Pompeo berichtete im Anschluss von sehr konstruktiven Gesprächen.

epa06806592 Chinese Foreign Minister and State Counselor Wang Yi (R) gestures to speak beside US Secretary of State Mike Pompeo (L) during a joint press conference at the Great Hall of the People in Beijing, China, 14 June 2018. US Secretary of State Mike Pompeo is on a state visit to China on 14 June 2018.  EPA/WU HONG

US-Aussenminister Mike Pompeo mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Bild: EPA/EPA

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Verhandlungen geführt hatten, hatte das Weisse Haus Ende Mai überraschend angekündigt, am 15. Juni eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar vorlegen zu wollen. Auf diese sollen Zölle von 25 Prozent erhoben werden. Die Zölle waren ursprünglich im März bekanntgegeben worden.

Scharfe Kritik

China hatte den angekündigten Schritt der USA scharf kritisiert. Eine weitere Eskalation in dem Streit wäre auch deswegen brisant, weil die USA China für eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea brauchen.

Das Handelsdefizit der USA mit China ist Trump seit langem ein Dorn im Auge. Er hatte schon im Wahlkampf angekündigt, es deutlich reduzieren zu wollen. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar mehr Waren in die USA, als es von dort einführte.

Trump will auch Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen einen Riegel vorschieben. China wird der Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen.

Handelsstreit zwischen den USA und der EU erklärt in 4 Runde

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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45
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45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Al Paka 15.06.2018 17:32
    Highlight Sind bei solchen Zöllen nicht die amerikanischen Endabnehmer die Verarschten?

    Schlussendlich müssen Sie wohl die 25% Aufschlag zahlen.
    Und weils wohl immer noch günstiger ist,
    wird es trotzdem gekauft. 🤷‍♂️
    25 2 Melden
    • swisskiss 15.06.2018 19:51
      Highlight Al Paka: Grundsätzlich macht ein Strafzoll dann Sinn, wenn die heimische Produktion durch ausländische Importe gefährdet wird, weil diese zu tieferen Preisen produzieren und verkaufen können.
      ABER die heimische Produktion muss in der Lage sein, die gewünschte Stahlsorte herzustellen kann die USA nicht) und zu Preisen zu produzieren, die die metallverarbeitende Industrie nicht schädigt ( Autoindustrie, Baustahl etc. kann sie genausowenig) So entsteht der Effekt, das trotzdem importierter Stahl verwendet werden muss, die Margen schwinden und Jobs verloren gehen.
      23 0 Melden
    • Al Paka 16.06.2018 05:40
      Highlight Danke für die nähere Ausführung.

      Kurz gesagt, hier ist wohl wirklich das eigene Volk, das Bestrafte.
      7 0 Melden
  • reconquista's creed 15.06.2018 16:32
    Highlight Mir tut Trumps Nachfolger ab 2021 jetzt schon leid.
    Er wird nicht - wie Trump - die Lorbeeren seines Vorgängers mit einer brummenden Wirtschaft übernehmen können, sondern Trumps internationalen Scherbenhaufen kitten müssen.
    68 7 Melden
    • FrancoL 15.06.2018 18:02
      Highlight naja ob Obama ja oder nein ist eine Frage. Trump nein ist eine Tatsache.
      30 2 Melden
    • swisskiss 15.06.2018 18:33
      Highlight Bombenjunge: Schauen wir mal, wie die Zahlen für neue Jobs in der 2, Hälfte 2018 aussehen, wenn die Strafzölle auf Stahl und Alu und die Gegenmassnahmen aus China, Kanada, Mexiko und Europa voll auf Konsum, Handel, Landwirtschaft und Industrie durchschlagen.

      Ich wette mit Dir, dass bis Ende 2018, mehr als 3 Millionen Jobs in diesen Branchen verloren gehen.
      Werde Dich gerne im Januar 19 darauf aufmerksam machen, wer für dieses Debakel verantwortlich sein wird. Kleiner Tip: Es ist nicht Obama!
      30 2 Melden
    • Fulehung1950 15.06.2018 19:04
      Highlight Bombenjunge: wir hatten uns auf 2030 geeinigt. Wäre das für Dich auch ok?
      19 2 Melden
    • T13 15.06.2018 20:47
      Highlight Er kann also theoretisch nur gewinnen🤔
      5 1 Melden
    • reconquista's creed 15.06.2018 22:04
      Highlight Während dem Wahlkampf behauptet Trump die tiefen Arbeitslosenzahlen von Obama seien gefälscht. Kaum einen Tag im Amt sagt Trump die tiefen Arbeitslosenzahlen seien nur ihm zuzuschreiben.
      Und das finden die Bombenjungen dieser Welt natürlich nicht lächerlich...
      17 2 Melden
  • mrmikech 15.06.2018 16:13
    Highlight Vielleicht soll die USA erst mal etwas produzieren was wir kaufen wollen.
    49 2 Melden
    • Fulehung1950 15.06.2018 22:14
      Highlight Kannst lange warten! Ausser Rüstungsgütern sehe ich da nichts. Und da sind die Chinesen auch svhon sehr weit😂
      11 0 Melden
  • TanookiStormtrooper 15.06.2018 16:07
    Highlight Mal sehen wie viele von Trumps Wählern es toll finden, wenn ihre Smartphones, Computer und Fernseher plötzlich teurer werden....
    41 2 Melden
    • Fulehung1950 15.06.2018 19:07
      Highlight Die schreien „America first“ und blättern noch ein paar Bündel von Benjamin Franklins mehr auf den Tisch. Das ist wahrer Patriotismus!
      19 1 Melden
    • TanookiStormtrooper 15.06.2018 19:25
      Highlight Es sind ja gerade die weissen abgehängten Proleten, die ihn gewählt haben. Die haben ja meist nicht viel, da schmerzt sowas schon. Vielleicht nicht hauptsächlich Technik-Kram aber mit den Zöllen auf Alu wird auch das Dosenbier teurer (oder besser gesagt das Zeug, welches in den USA als Bier verkauft wird).
      19 2 Melden
    • Fulehung1950 15.06.2018 22:15
      Highlight Du meinst Beer migraine light und so?😂
      8 0 Melden
  • Maya Eldorado 15.06.2018 15:44
    Highlight Ist das jetzt ein Wirtschaftskrieg?
    33 1 Melden
  • rolf.iller 15.06.2018 15:35
    Highlight Ja richtig so, nur kein Fettnäpfchen auslassen. Der man beweist ja auch einen gewissen Gerechtigkeitssinn, er bringt alle gleichermassen gegen sich auf.
    62 4 Melden
  • Watcher 15.06.2018 15:09
    Highlight Das Militärbudget der USA ist über 600 Milliarden schwer. Könnte (sollte) man kürzen, am besten auf 50 Milliarden.
    35 5 Melden
  • Gurgelhals 15.06.2018 15:08
    Highlight Trumps Handelspolitik in einem gif:
    82 4 Melden
  • Slavoj Žižek 15.06.2018 14:59
    Highlight China betreibt schon immer extremen Protektionismus, endlich wehrt sich mal jemand.
    11 40 Melden
    • Fulehung1950 15.06.2018 19:14
      Highlight Nur wird dueser jemand verlieren. Und das ist gut so.
      13 2 Melden
  • Oberon 15.06.2018 14:56
    Highlight Irgendwie ist Trump wirklich schlecht beraten diesen eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Ich hoffe China wir besonnen auf diese Provokationen reagieren. Nun muss Europa nur noch die aktuelle schwäche der US-Regierung ausnutzen und neue Bündnisse schmieden.
    34 0 Melden
  • Fulehung1950 15.06.2018 14:47
    Highlight Bin fündig geworden:

    Technologie-Hardware bildet circa 60 Prozent der US-Importe aus China. Mobiltelefone und Computer bilden den Löwenanteil.

    Tarife auf diese Produkte wären fast ausnahmslos Steuern für amerikanische Konsumenten. Deshalb mobilisieren mögliche Zölle auf diesen Zwischenfabrikaten die einflussreiche amerikanische Technologie-Lobby, die darauf angewiesen ist.

    Ob das die US-Bürger mögen werden?
    44 2 Melden
  • Fulehung1950 15.06.2018 14:35
    Highlight Mich würde interessieren, was für Güter die USA aus China importieren. Weiss das jemand von der Redaktion?
    8 5 Melden
    • TheCloud 15.06.2018 16:15
      Highlight Bin zwar nicht von der Redaktion aber hier eine Auswahl: Kleider, alles aus Plastik, intel-chips, Apple phones, "hochwertige" Markenprodukte, die US Hersteller in China anfertigen lassen.
      Für die Konsuuist alles kein Problem, wenn die Ware nur 25% steigt. Müssten sie in den USA produzieren, käme ein iPhone auf ca. 4000 US-Dollar.
      19 2 Melden

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