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Kalifornien brennt weiter: Opferzahl steigt auf 38  ++ Über 200 Vermisste

Bild: AP/The Press Democrat

14.10.17, 16:46 15.10.17, 05:12


Die Zahl der Toten durch die verheerenden Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien ist auf mindestens 38 gestiegen. Allein im nördlich von San Francisco gelegenen Bezirk Sonoma starben mindestens 20 Personen, wie die Behörden am Samstag (Ortszeit) mitteilten. Dort werden noch mehr als 200 Menschen vermisst.

Sechs Tage nach Ausbruch der verheerenden Buschbrände im Norden Kaliforniens ist ein Ende der Katastrophe noch nicht in Sicht.

«Wenn neue Feuer ausbrechen, könnten sie sich extrem schnell ausbreiten», zitierte der britische Sender BBC am Samstag den Meteorologen Brooke Bingaman vom Nationalen Wetterdienst in Sacramento, der Hauptstadt des US-Bundesstaates.

A mobile home park devastated by a wildfire is seen Friday, Oct. 13, 2017, in Santa Rosa, Calif. A fifth day of desperate firefighting in California wine country brought a glimmer of hope Friday as crews battling the flames reported their first progress toward containing the massive blazes, and hundreds more firefighters poured in to join the effort. (AP Photo/Jae C. Hong)

Zerstörter Trailerpark in Santa Rosa: Die Waldbrände in Kalifornien haben 35 Menschenleben gekostet, Tausende Gebäude wurden vernichtet. Bild: AP/AP

Zu den Opfern gehörte auch ein 14-jähriger Junge, dessen Leiche in der Nähe seines Hauses gefunden wurde. Unter den Toten sind ansonsten überwiegend ältere Menschen, die sich nicht vor den Flammen retten konnten.

Der US-Sender CNN berichtete von einem älteren Ehepaar, das sich in Santa Rosa vor dem Feuer in den Pool rettete. Die Eheleute harrten dort stundenlang in der Nacht aus, während sie die verrauchte Luft einatmen. Als sich die Flammen verzogen, konnte der Mann lebend aus dem Pool steigen. Doch seine 75 Jahre alte Ehefrau, mit der er 55 Jahre lang verheiratet war, war tot.

Vermisste Menschen wieder gefunden

In Sonoma County, einem der am stärksten betroffenen Landkreise, waren zeitweise mehr als 400 Menschen vermisst. Am Freitag teilte die Polizei mit, dass nun noch 256 Menschen von ihren Familien gesucht würden. Tausende sind in Notunterkünften untergebracht.

Smoke billows from a fire burning in the mountains over Napa Valley, Friday, Oct. 13, 2017, in Oakville, Calif. Firefighters gained some ground on a blaze burning in the heart of California's wine country but face another tough day ahead with low humidity and high winds expected to return. (AP Photo/Rich Pedroncelli)

Rauchsäule über dem Napa Valley. Das Weinbaugebiet wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bild: AP/AP

Viele Gebiete sind wegen Feuergefahr nicht zugänglich. Mehr als 90'000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, fast 30'000 sind ohne Stromversorgung. Die chaotischen Verhältnisse erschweren die Suche nach Angehörigen.

Mehr als 5700 Gebäude sind nach Behördenangaben bei den jüngsten Grossbränden in Kalifornien vernichtet worden. Das Inferno forderte bereits jetzt mehr Menschenleben und zerstörte mehr Häuser als ein verheerendes Feuer von 1991 in den Hügeln der Stadt Oakland.

Schwerste Brandsaison seit Messbeginn

Nach Einschätzung der Feuerwehr Kaliforniens (Cal Fire) ist die aktuelle Brandsaison eine der schlimmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Einige Buschfeuer konnten dank eines massiven Einsatzes tausender Feuerwehrleute weiter eingedämmt werden. Trockene Vegetation und anderes leicht brennbares Material wurden beseitigt, um den Flammen nicht noch Nahrung zu geben.

epa06257852 Jordan Williamson surveys damage to his home after it was destroyed by the Canyon Fire 2 in Anaheim Hills, California, USA, 10 October 2017. 24 structures were destroyed and 7,500 acres burned in a fire that is now 25 percent contained. In northern California, at least 15 people have died and over 75,000 acres have been scored by 15 fires and California Governor Jerry Brown has declared a state of emergency in several northern California counties.  EPA/MIKE NELSON

Mehr als 90'000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, fast 30'000 sind ohne Stromversorgung. Bild: EPA/EPA

Die wirtschaftlichen Schäden im kalifornischen Weinanbaugebiet sind noch nicht absehbar. BBC berichtete von mindestens fünf niedergebrannten Weingütern und zahllosen anderen, die beschädigt wurden. (wst/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 15.10.2017 08:42
    Highlight Was für ein Flammen-Inferno!
    Warum sehen die Evangelikalen, die Trump gewählt haben, ausgerechnet dieses Mal nicht, dass Gott die USA dafür bestraft, dass sie mit Trump einen "Satan" gewählt haben, der die von Menschen massgeblich mitverursachte Klimaerwärmung leugnet, obwohl sich die meisten Wissenschaftler dieser Erde darüber einig sind und dass dieser Präsident den Versuch der Weltgemeinschaft, diese Klimaerwärmung mit einem Klima-Vertrag und entsprechenden Massnahmen, welche diese Erwärmung bremsen sollen, torpediert, indem die USA aus diesem Klimavertrag ausgestiegen sind?
    6 7 Melden
    • bendr 15.10.2017 10:27
      Highlight Das ist etwas unfair wenn man von Kalifornien spricht. Die Gesellschaft dort ist weniger Bibel geblendet als in den meisten anderen Staaten. Zudem ist Kalifornien in den USA ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz. Es ist z.B kein Zufall das die VW Dieselaffäre genau dort aufgeflogen ist.
      6 0 Melden
    • stamm 15.10.2017 12:26
      Highlight rodolfo: und ganz nebensächlich deines Trump-Hasses tun dir wahrscheindlich die Leute dort auch leid.... Oder steh mal vor die tausenden Menschen, die in den Flammen etwas wertvolles verloren haben, und sag ihnen, dass sie selber Schuld sind! Oder sonst lass einfach diese Kommentare.
      5 0 Melden
    • rodolofo 15.10.2017 12:44
      Highlight @ Bender
      Ich spreche ja nur von den Evangelikalen, welche massgeblich Donald Trump zum Sieg verholfen haben.
      Warum interpretieren sie DIESE Naturkatastrophen nicht als Strafe Gottes, mit der dieser Allmächtige auf die Sünden der US-Amerikaner reagiert?
      Sonst sind sie ja immer schnell darin, solche Zusammenhänge herzustellen!
      Aber ausgerechnet dieses Mal, wo tatsächlich ein solcher Zusammenhang besteht, sagen sie nichts und schweigen...
      1 1 Melden
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