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President Donald Trump meets with Russian President Vladimir Putin at the G20 Summit, Friday, July 7, 2017, in Hamburg. (AP Photo/Evan Vucci)

Gemeinsame Cyber-Truppe: Da hat Putin Trump wohl einen Floh ins Ohr gesetzt... Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Trump plant Cyber-Einheit mit Putin – und macht nach Shitstorm Kehrtwende



Für die einen ist es ein Pakt mit dem Teufel, für andere nur noch lächerlich. Nach seiner Rückkehr vom G20-Gipfel verkündete Trump am Sonntagabend auf Twitter bizarre News: 

Die US-russische Cyber-Truppe

Er habe am G20-Gipfel über eine neue Cyber-Einheit gesprochen, mit der man sich vor Hacker-Angriffen bei Wahlen schützen wolle. Kaum zu glauben: Die neue Cyber-Truppe will der US-Oberbefehlshaber ausgerechnet mit dem russischen Präsident Diktator Wladimir Putin bilden

Man müsse sich jetzt «nach vorn bewegen» und «konstruktiv» mit Russland zusammenarbeiten, schrieb Trump. Es sei an der Zeit, die Diskussion um die russische Wahleinmischung hinter sich zu lassen. Er wies auch darauf hin, dass er Putin bei dem Treffen in Hamburg mehrmals «energisch» auf die Vorwürfe einer gezielten Einmischung in die US-Wahl angesprochen habe. Der russische Präsident habe die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Damit scheint die Sache für Trump vom Tisch. 

Die entsetzten Republikaner

Nach den jüngsten Aussagen Trumps ist in den USA eine hitzige Diskussion entfacht. Selbst Republikaner sind fassungslos über die Vorschläge des US-Präsidenten: Mit Russland punkto Cyber-Sicherheit zusammenzuarbeiten sei, wie wenn man mit dem syrischen Diktator Assad eine gemeinsame «Chemiewaffen-Truppe» etabliere, so Sentor Marco Rubio. 

Der republikanische Senator Graham nannte das Treffen zwischen Trump und Putin «katastrophal». Trump sei auf einem Auge blind, wenn es um Putin gehe. Man könne in diesem Fall nicht einfach «vergessen und vergeben». Zu den Plänen für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit meinte Graham, es sei zwar nicht die dümmste Idee, die er bisher gehört habe, «aber sie kommt nahe daran».

Senator John McCain kann über die jüngste Idee von Trump nur lachen: Natürlich werde Putin eine grosse Hilfe sein, die Hacker-Angriffe zu stoppen. «Er steckt ja dahinter»

Der Trump-Rückzieher

Der Aufschrei blieb nicht ohne Folgen. Trump hat seinen Vorschlag einer amerikanisch-russischen Sondereinheit für Sicherheit im Internet nach kürzester Zeit selbst verworfen. Und damit wieder einmal bewiesen, dass er zuerst twittert, und dann denkt.

Trump schrieb: «Die Tatsache, dass Präsident Putin und ich über eine Einheit für Cybersicherheit gesprochen haben, bedeutet nicht, dass ich denke, dass es dazu kommen kann. Das kann es nicht.»

So spotten die Twitter-User über Trump 

Die Cyber-Pläne von Trump regen die Phantasie der Twitter-User an. Sie bringen gleich ähnlich bizarre Beispiele für eine Sicherheits-Zusammenarbeit. Sei es eine Sicherheits-Partnerschaft mit dem Waschbär...

Oder eine Kooperation mit dem Einbrecher... *lol

Oder warum nicht mit dem Fuchs eine Sicherheitstruppe für den Hühnerstall formieren...?

Trump-Sohn traf sich mit russischer Anwältin

Ein Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich einem im Wahlkampf 2016 mit einer russischen Anwältin getroffen. Diese soll kompromittierende Informationen über Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton in Aussicht gestellt haben. Die «New York Times» berichtete am Sonntag unter Berufung auf drei Berater des US-Präsidialamts, die Anwältin habe Verbindungen zum russischen Präsidialamt gehabt. An dem Treffen hätten neben Donald Trump Jr. auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

Das Blatt zitierte eine Stellungnahme von Donald Trump Jr., wonach dieser die Begegnung mit der Anwältin Natalia Veselnizkaja einräumte. «Nach dem Austausch von Freundlichkeiten erklärte die Frau, sie habe Informationen, dass Personen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee finanzierten und Frau Clinton unterstützten.» Das Democratic National Committee ist die Parteiorganisation der Demokraten. (sda)


Hintergrund des ursprünglichen Tweets von Trump ist übrigens eine heftige Diskussion in den USA darüber, ob Trump bei dem Treffen mit Putin dessen Verneinung einer Wahleinmischung akzeptiert habe - wie das von russischer Seite nach der Begegnung berichtet worden war.

US-Aussenminister Rex Tillerson, der bei dem Treffen anwesend war, äusserte sich vor Journalisten nicht direkt zu dieser Darstellung, sagte aber, dass Trump sich entschlossen habe, zu anderen Dingen überzugehen, da von Russland kein Schuldeingeständnis zu erwarten sei.

Kritiker werfen Trump vor, er habe Putin zu leicht davonkommen lassen. Auch in US-Medien wurde das Treffen überwiegend als ein Erfolg für Putin gewertet. (amü/sda)

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Video: reuters

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BeatBox 10.07.2017 08:26
    Highlight Highlight Wieso wird diese Hacking Geschichte eigentlich immer noch verfolgt?

    1. Hat noch immer keiner einen richtigen Beweis vorgelegt.
    2. Haben die Demokraten es abgelehnt, dass das FBI ihre Server untersuchen kann?
    3. Wurden Verfehlungen der Demokraten aufgedeckt, die halt nun einmal Verfehlungen sind. Hätte dies ein Reporter getan, hätte er den Pulitzer Preis gewonnen.

    Die ganze Hacking-BS-Kampagne ist ein Manöver der Demokraten um von ihrer misslungenen Politik abzulenken. Leider war halt auch Obama eine einzige Enttäuschung. Die USA braucht einen neue, 3. starke Partei!
    • Walter Sahli 10.07.2017 09:35
      Highlight Highlight Und Dein Kommentar ist ein Manöver, um von der missratenen Trump-Politik abzulenken...
    • BeatBox 10.07.2017 14:25
      Highlight Highlight @Walter Sahli und Domsh:
      Also ihr hättet lieber Hillary und wärt dann glücklich und zufrieden? Die USA hat ein viel tiefergreifendes politisches Problem.

      Ihr hättet jetzt die beste Möglichkeit dies auch zu erkennen. Aber leider hinkt Ihr den anderen hinterher und diskutiert lieber jeden verdammten Tag über das schlimme Hacking-Thema, wo Tatsachen aufgedeckt wurden, als darüber, dass die USA wie Russland zu einer Oligarchie geworden ist, in der es wenigen gut und dem Rest immer beschissener geht. Logisch, wenn jemand eine Milliarde braucht um gewählt zu werden, da wird jeder zum Lobbyist!
    • rodolofo 11.07.2017 07:17
      Highlight Highlight Nicht Barak Obama war eine riesige Enttäuschung, sondern diejenigen, die ihn inquisitorisch blockiert haben!
      Und jetzt sind ausgerechnet diese Inquisitoren von der Rechts aussen - Teaparty an der Macht!
      Und das Erste, was sie zustande bringen, ist, mit der Abrissbirne auch noch das Wenige zu demolieren, was Obamas Regierung zustande gebracht hat.
      Mich erinnert das an den Islamischen Staat...
  • rodolofo 10.07.2017 08:22
    Highlight Highlight Mir sind diese Russen auch nicht geheuer.
    Aber warum wird jetzt dermassen dauer-empört auf den Russischen Einmischungen herumgeritten, während gleichzeitig die damaligen massiven Amerikanischen Einmischungen in den Russischen Wahlkampf, die Boris Jelzin und damit indirekt den von "Tanzbär Schnapsnase" später als Nachfolger eingesetzten Putin zur Macht verholfen haben, nur mit einem Schulterzucken quittiert werden?
    Es gibt da in der Beurteilung von Einmischungen schon zweierlei Mass:
    Der Russische Meter entspricht dabei einem US-Amerikanischen Zentimeter.
    • Lamino 420 10.07.2017 11:04
      Highlight Highlight Richtig!
  • Herren 10.07.2017 08:06
    Highlight Highlight Na ja. Graham, McCain und Rubio sind regelmäßige Kritiker von Trump. Da müsst ihr nicht jedes mal schreiben, dass "sogar Republikaner" protestieren. Anders sähe es aus, wenn z.B. Ryan Trump kritisierte.
    • tomdance 10.07.2017 08:32
      Highlight Highlight Ryan? Der Beweis, dass auch ein Leben ohne Rückgrat möglich ist?
    • Butzdi 10.07.2017 08:48
      Highlight Highlight Um einen Text gegen Trump zu schreiben, müsste Ryan erst mal sein seit langem verschollenes Rückgrat wiederfinden.
  • Slavoj Žižek 10.07.2017 07:59
    Highlight Highlight 13 von 17 US-Geheimdiensten haben keine Einmischung der Russen in die US Wahlen erkannt, wie jetzt auch die NYT zugeben musste.

    https://mobile.nytimes.com/2017/06/29/pageoneplus/corrections-june-29-2017.html?referer=http://www.watson.ch/!329473509
    • Gurgelhals 10.07.2017 08:37
      Highlight Highlight Das ist auch wieder so ein typisches Troll- und Ablenkungsmanöver der Trumpkins, welches an der eigentlichen Sache vorbei zielt.

      Die für eine solche Angelegenheit zuständigen Nachrichtendienste — das FBI, die NSA, die CIA sowie das übergeordnete Büro des Directors of National Intelligence — haben eine Einmischung erkannt und bestätigt.

      Die Anderen haben das nicht getan, weil sie mit der Untersuchung schlicht nichts zu tun haben. Was sollen die Nachrichtendienste der Küstenwache, des Marine Corps, der Drogenfahndungsbehörde, etc. zu dieser Sache schon zu sagen haben? Eben.
    • Butzdi 10.07.2017 08:49
      Highlight Highlight Meinen Sie wirklich es gäbe keine Zuständigkeitsbereiche bei den 17 IC's und dass alle dasselbe tun? Dass 4 sich der Sache angenommen haben, zeigt wie brisant es ist, normal wäre 1-2.
    • Gibaue 10.07.2017 08:54
      Highlight Highlight Es würde ja auch wenig Sinn machen 17 Geheimdienste auf dasselbe Problem anzusetzen. Die Grössten und am besten Ausgerüsteten (NSA, FBI, CIA und DNI) haben es allerdings bestätigt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Einstürzende_Altbauten * 10.07.2017 07:53
    Highlight Highlight Er soll einfach mal die Finger von der Tastatur lassen
    Benutzer Bild
    • Slavoj Žižek 10.07.2017 08:24
      Highlight Highlight Du hast das Internet nicht verstanden.
    • Slavoj Žižek 10.07.2017 12:27
      Highlight Highlight Wenn du dich selbst an deine Auflistung halten würdest, müsste ich deinen irrelevanten Kommentar nicht lesen, aber Zensur liegt mir nicht so.
  • Wilhelm Dingo 10.07.2017 06:17
    Highlight Highlight Wocor haben die Amis bei den Russen eigentlich Angst? Warum geht eine Zusammenarbeit mit den Saudis, nicht aber mit den Russen?
    • Baba 10.07.2017 08:51
      Highlight Highlight Saudi Arabien ist in der Region der grosser Gegenspieler des Iran und den schätzt die Administration von Nr 45 als den grossen BöFei ein. Back to the 1980s... Dass genau dieser 'furchtbare' Staat demokratische Wahlen abgehalten hat, ein gemässigtes Staatsoberhaupt bestimmt und auch UN-Inspektoren ins Land gelassen hat, wird von den 'Stellvertreter-Kriegern' grosszügig ausgeblendet. Der Iran tanzt eben nicht nach der Pfeife 'Mericas...

      Dazu kauft SA amerikanische Waffen für Milliardenbeträge und vielleicht hat auch das (immer noch) reichlich vorhandene Öl einne gewissen Reiz...
  • Eine 10.07.2017 04:05
    Highlight Highlight Trump plant, ist ein Wiederspruch in zwei Wörter, hat via Twitter auch bereits den *** eingezogen. ;)

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