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Warum beim Hurrikan «Florence» das Worst-Case-Szenario droht

Am Donnerstag könnte einer der mächtigsten Hurrikans der letzten Jahre auf die US-Ostküste treffen. Meteorologen befürchten, dass sich eine Katastrophe anbahnt. Die sechs wichtigsten Gründe dafür.

Julian Wermuth
Julian Wermuth



Die schiere Gewalt

In nur wenigen Stunden wurde aus dem Kategorie-2-Hurrikan «Florence» ein Hurrikan der Kategorie 4. Bereits am Dienstag erreichte der Hurrikan hohe Windgeschwindigkeiten von 200 km/h. Laut CNN-Meteorologist werde er noch stärker bevor er auf Land trifft und könnte zu einem Sturm der Kategorie 5 hochgestuft werden. Das würde Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h bedeuten. 

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Video: watson/nico franzoni

Wie stark ein Hurrikan eine Stadt treffen kann, mussten die Einwohner von Houston im letzten Jahr erfahren, wie diese Bilder zeigen:

Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten

Die Sturmfluten

Die dunkelsten Stellen der Karte zeigen Sturmfluten von drei bis sechs Metern. 

Ein Hurrikan treibt eine enorme Menge an Wasser vor sich her. Diese Sturmfluten könnten weite Teile der Ostküste überschwemmen. Laut der Federal Emergency Management Agency (FEMA) seien sie eine der grössten Gefahren bei einem Hurrikan. Man erwarte Sturmfluten von sechs Metern Höhe, ab drei Metern werden sie als lebensbedrohlich eingeschätzt.

Der Niederschlag

Nicht nur Sturmfluten, sondern auch grosse Mengen an Niederschlag werden befürchtet. Sie könnten auch im Innern des Landes zu Überflutungen führen. Es ist also nicht nur die Küstenregion vom Sturm betroffen, auch im Landesinnern drohen Überschwemmungen. Das National Hurricane Center erwartet Niederschlagsmengen von bis zu 50 Zentimetern. 

Ein Artikel in der Fachzeitschrift American Meteorological Society zeigt die Todesfälle bei tropischen Stürmen, analysiert über einen Zeitraum von 25 Jahren. In 27 Prozent der Fälle war Starkregen die Ursache für den Tod. Somit ist Regen die Todesursache Nummer zwei. Nur Sturmfluten führen zu mehr Toten (49 Prozent der Fälle), während der Wind nur für 8 Prozent verantwortlich ist.

Fehlende Erfahrung

Die Leute von North und South Carolina sind sich nicht an derart massive Hurrikans gewöhnt. Die meisten grossen Hurrikans dieser Kategorie treffen gewöhnlich weiter südlich auf das Festland der USA. Die Federal Emergency Management Agency (FEMA) informiert deswegen die Bevölkerung über die Gefahren eines solchen Sturms. 

Insassen in Gefahr

Laut einem Bericht von The State verzichtet der Gouverneur von South Carolina darauf, Gefängnisse in potentiellen Gefahrengebieten des Hurrikans zu evakuieren. Er spricht von einem zu grossen Sicherheitsrisiko für den Rest der Bevölkerung. Knapp 1000 Insassen und 100 Wärter seien davon betroffen. 

Hurrikan Florence Evakuierungskarte South Carolina

Das Gefängnis befindet sich knapp ausserhalb der Evakuierungszone.

Wird der Sturm zu wenig ernst genommen?

Berichte aus der Bevölkerung zeigen, dass einige Menschen den Sturm offenbar nicht ernst genug nehmen. Gepaart mit der Unerfahrenheit mit starken Hurrikans könnte dies fatale Folgen haben. In einem Interview mit Forbes erklärt Sarah DeYoung, eine Expertin für Entscheidungsfindung bei Katastrophen, die Gründe, weshalb Fehleinschätzung zu Ernstfällen führen kann. 

«Die evakuierten Leute, dich ich in der Vergangenheit befragt hatte, trafen ihre Entscheidungen auf Grund von ihrer Erfahrung, ‹dass es noch nie so schlimm gewesen sei.› Sie mussten dann von der Küstenwache evakuiert werden.»

Sarah DeYoung

Betroffene würden oft den optimalen Zeitpunkt für eine Flucht verpassen, weil sie noch abwarten und nicht früh genug die Gefahrenzone verlassen.

Für die Leute, die bis zur letzten Minute warten, ist die grösste Gefahr im Stau festzustecken und dann von einer Verschlechterung des Wetters oder überfluteten Strassen überrascht zu werden.

Sarah DeYoung

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43
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mr. Spock 12.09.2018 20:32
    Highlight Highlight Thoughts and prayers!
  • swisskiss 12.09.2018 18:56
    Highlight Highlight Die Niederschlagsmenge wird mit bis zu 40 inch prognostiziert (1 Meter Niederschlag) dies entspricht in etwa der Niederschlagsmenge von Zürich in einem Jahr!
  • Bienchen 12.09.2018 16:29
    Highlight Highlight Sieben Gründe: Im Sommer hat offenbar die Trump Administration beschlossen, 10 Mio. Dollar aus dem FEMA Budget (Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe) abzuzweigen und diese ICE (Immigration and Customs Enforcement) zukommen zu lassen. Mit 10 Mio. kommt man im Katastrophenfall vermutlich nicht allzu weit, dennoch dürfte die Kürzung des Budgets die Situation wesentlich verschlechtern.
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    • swisskiss 12.09.2018 17:37
      Highlight Highlight Bienchen: Der Transfer von rund 10 Millionen Dollar von FEMA (Federal Emergency Management Agency) zur ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) kommt nicht aus den Fonds für Katastophen und ist nicht mal 1% des Gesamtbudgets der FEMA.

      Traurig genug, dass diese Gelder für die Trennung von Familien eingesetzt wurde, ist es mehr als bedenklich, wie Homeland Security, das Ministerium für innere Sicherheit, als übergeordnete Dienstelle, immer mehr zum polilitischen Erfülllungsgehilfen trumpscher Flüchtlingspolitik verkommt, statt das amerikanische Volk vor Gefahren zu schützen.
    • Bienchen 12.09.2018 18:36
      Highlight Highlight @swisskiss Im Beitrag von MSNBC wird deutlich, dass ein Teil der 10 Mio. aus dem FEMA Ressort „Office of Response and Recovery“ stammt. Die amtliche Stelle, die Anleitung, Führung und Aufsicht für die Koordination der Katastrophenhilfe bereitstellt. Wenn man hier die finanziellen Mittel kürzt, dürfte sich das durchaus negativ auf das Leben der vom Hurrikan betroffenen Menschen auswirken.
    • Gummibär 13.09.2018 14:15
      Highlight Highlight Weitere 200 Millionen wurden aus anderen Etat-Stellen des Homeland Security Budgets abgezweigt. Langsam merken auch die Republikaner was für ein Kuckus-Ei sie sich ins Nest geholt haben.
      Kein "Deep State" aber "State Capture" durch die Trump Seilschaften.
  • Matrixx 12.09.2018 16:00
    Highlight Highlight Ach, halb so schlimm. Wenn alle amerikanischen Waffenbesitzer auf den Hurrikan schiessen, wird er gar keinen so grossen Schaden anrichten.
    Und der Klimawandel ist daran ganz sicher nicht schuld, weil der ja nicht existiert.
  • Brienne von Tarth 12.09.2018 15:47
    Highlight Highlight In Taiwan ist anscheinend noch ein viel grössere Sturm unterwegs, hab ich im Radio ghört. Warum berichtet niemand darüber? Als möglichen grund gaben sie an, das wenn man die Schäden in Kosten aufrechnet wird es in der USA viel mehr sein. Ist da was dran?
    • Hackphresse 12.09.2018 16:11
      Highlight Highlight In taiwan ist man sich Taifune gewöhnt, die meisten Gebäude sind Erdbeben und Sturmsicher -jedenfalls in der Hauptstadt Taipei.
      Die Gebiete der US-Ostküste liegen tief und sind meist nicht gegen grosse Sturmfluten und Regenmassen gesichert. Das ist eigentlich allgemein in den USA so wenn man an Katrina denkt.
      Einzig Florida ist grösstenteils für Hurricans gewappnet.
    • gmiraisin 12.09.2018 16:45
      Highlight Highlight "hab ich im Radio ghört"

      (...)

      "Warum berichtet niemand darüber?"

      🤔
    • Fraessnapf 12.09.2018 16:45
      Highlight Highlight Ich denke nur wenn man die Kosten in $ berechnet. Kaufkraftbereinigt sähe das wohl sehr anderst aus?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Elon 12.09.2018 15:38
    Highlight Highlight Irgendwie ironisch, dass das Land (die Regierung) das den Klimawandel "ignoriert", ständig von starken Hurricanes getroffen wird.

    • nomoney_ nohoney 12.09.2018 16:09
      Highlight Highlight Frag mal die Evangelikalen, woran es liegt :-/
    • Supermonkey 12.09.2018 17:16
      Highlight Highlight Was hat das mit Klimawandel zu tun?
    • roger_dodger 12.09.2018 17:44
      Highlight Highlight Wer CO2 sät wird Sturm ernten!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 12.09.2018 15:28
    Highlight Highlight Was machen Leute, die kein Auto haben, keine Verwandten, kein Geld um sich irgendwo unterzubringen, wie wird denen geholfen?
    • Gipfeligeist 12.09.2018 15:40
      Highlight Highlight Die machen es sich in Turnhallen gemütlich
    • roger_dodger 12.09.2018 15:48
      Highlight Highlight Thoughts and Prayers natürlich! Spass beiseite, hoffe mal das die Nationalgarde auch Leute evakuiert.
    • Garp 12.09.2018 15:51
      Highlight Highlight Und da gibts nen Shuttle Dienst?
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