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Chicago: 6-Jähriger erschiesst 3-jährigen Bruder beim «Räuber und Poli»-Spiel 

Die Waffe lag geladen auf dem Kühlschrank, beim Spielen holte der Junge sie herunter: In Chicago hat ein Sechsjähriger seinen kleinen Bruder erschossen. Der Vater der Brüder wurde festgenommen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ein sechs Jahre alter Junge aus Chicago hat versehentlich seinen jüngeren Bruder erschossen. Laut Polizei spielten die beiden Jungen «Räuber und Poli» – mit der Waffe ihres Vaters.

Demnach hatte der 25-jährige Vater die Waffe illegal erworben und auf dem Kühlschrank aufbewahrt. Der ältere Sohn habe sie von dort oben herunter geholt. Die Pistole war geladen, der ältere Junge schoss seinem drei Jahre alten Bruder ins Gesicht. Dieser starb später im Krankenhaus.

Der Vater der Jungen wurde festgenommen. Die Staatsanwaltschaft erklärte bei einem Termin beim Haftrichter, der 25-Jährige habe seinem Sohn sogar gezeigt, wo er die Waffe aufbewahre. Demnach handelt es sich bei dem Vater um ein ehemaliges Mitglied einer Gang.

Michael Santiago is pictured in this undated booking photo provided by the Chicago Police Department. Santiago has been charged with child endangerment after his six-year-old son shot and killed his three-year-old brother while the two were playing, police say, October 18, 2015.  REUTERS/Chicago Police Department/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

Michael S. verlor seinen Sohn und wurde auch noch verhaftet. Weil er in einem Prozess aussagen sollte, hatte er sich eine Pistole gekauft.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Er sagte dem Gericht, er habe sich den Revolver zugelegt, weil er gegen einen Ex-Kumpanen aussagte und sich bedroht fühlte. Chicago hat die höchste Mordrate der USA – was der Polizei zufolge auch mit dem illegalen Waffenhandel zusammenhängt. Allein in diesem Jahr hat die Behörde mehr als 5500 illegale Waffen beschlagnahmt, es gab mehr als 370 Mordfälle.

«Es ist doch ganz einfach», sagte Polizei Superintendent Garry McCarthy der Agentur AP. «Wäre diese Pistole nicht in dem Haus gewesen, würde das Kind heute noch leben.» Solange sich aber nichts an den bestehenden Waffengesetzen ändere, werde es immer wieder zu solchen Tragödien kommen.

Eine Studie der US-Organisation «Brady Campaign to Prevent Gun Violence» hatte 2014 ergeben, dass jeden Tag sieben Kinder und Jugendliche in den USA erschossen werden. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle durch Schusswaffen ereignen sich der Untersuchung zufolge im häuslichen Umfeld – etwa im eigenen Haus oder dem von Freunden, Nachbarn und Verwandten.

Der Studie zufolge leben rund 1.7 Millionen Kinder in den USA in einem Haushalt mit einer geladenen, nicht weggesperrten Waffe.

gam/AP

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    Alle Leser-Kommentare
  • Darkglow 19.10.2015 12:48
    Highlight Highlight Einfach nur Traurig!
    Was ich nicht begreife, wieso nicht schon lange eine Sammelklage gegen die RFA wegen bewusster Beihilfe zum Mord, in Millionen von Fällen, man kann doch sowieso jeden und alles wegen allem und nichts Anklagen.

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