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Demokraten schneiden bei Nachwahl in Ohio überraschend stark ab



Eine Nachwahl im US-Bundesstaat Ohio macht den oppositionellen Demokraten Hoffnung für die Kongresswahlen in drei Monaten. Bei der Abstimmung am Dienstag hatte der von Präsident Donald Trump unterstützte republikanische Kandidat nach Auszählung fast aller Stimmen nur einen hauchdünnem Vorsprung vor dem Demokraten - und dies, obwohl der Wahlbezirk eigentlich eine Hochburg der Republikaner ist.

President Donald Trump, right, shakes hands with 12th Congressional District Republican candidate Troy Balderson, left, during a rally, Saturday, Aug. 4, 2018, in Lewis Center, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Troy Balderson und Donald Trump kürzlich in Ohio.  Bild: AP/AP

Das Votum galt als wichtiger Stimmungstest vor den Kongresswahlen. Der Republikaner Troy Balderson lag am Mittwoch in der Stimmauszählung bei 50,2 Prozent, sein demokratischer Rivale Danny O'Connor bei 49,3 Prozent. Nur rund 1700 Stimmen trennten die beiden. Wahlentscheidend könnten die mehreren tausend Briefwahlstimmen sein, die noch ausgezählt wurden.

Selbst wenn sich der Republikaner Balderson am Ende durchsetzen sollte, hat seine Partei nach der Wahl Grund zur Sorge. Denn eigentlich hätte Balderson mühelos gewinnen müssen: Der Wahlkreis im Umland der Grossstadt Columbus ist seit 30 Jahren in der Hand der Republikaner, Trump setzte sich bei der Wahl 2016 mit elf Prozentpunkten Vorsprung gegen die Demokratin Hillary Clinton durch. Das Wahlvolk hier ist typische Trump-Klientel - wohlhabende Vorort- und Kleinstadtbewohner, zu 88 Prozent weiss.

Referendum über Trump?

«Diese Wahl hätte eigentlich nicht einmal ein ernsthafter Wettbewerb sein dürfen», sagte der frühere Kongressabgeordnete Charlie Dent, ein moderater Republikaner, dem Sender CNN. Er äusserte die Befürchtung, dass die Kongresswahlen im November zu einem reinen Referendum über Trumps Präsidentschaft werden könnten - zum Nachteil der Republikaner.

Politikprofessor David Cohen von der University of Akron in Ohio analysierte: «Dass die Demokraten in diesem Wahlbezirk überhaupt mithalten konnten, ist ein Anzeichen dafür, dass tatsächlich eine blaue Welle im Anrollen ist.»

Blau ist die Parteifarbe der Demokraten. Sie hoffen, dass die Unzufriedenheit mit der turbulenten Präsidentschaft Trumps tatsächlich eine «blaue Welle» auslöst, die sie zur Eroberung der Mehrheit im Repräsentantenhaus und womöglich auch im Senat tragen könnte.

Regieren würde erschwert

Ohne die bisherige Mehrheit seiner Republikaner in beiden Häusern des Kongresses würde das Regieren für Trump deutlich schwieriger. Der Präsident hatte sich deshalb bis zuletzt mächtig für Balderson ins Zeug gelegt. Erst am Samstag war er zusammen mit dem Kandidaten aufgetreten.

Trump gratulierte dem Republikaner noch in der Nacht zu einem «grossartigen Sieg», obwohl die Stimmen noch nicht alle ausgezählt waren. Auch Balderson bezeichnete sich selbst als Sieger. Der Demokrat O'Connor vermied es, eine Niederlage einzugestehen. «Wir hören jetzt nicht auf», sagte er vor Anhängern. «Wir werden bis zum November weiterkämpfen.»

Prognose sieht Demokraten vorne

Bei der Wahl am Dienstag ging es um die Besetzung eines vakant gewordenen Sitzes im Repräsentantenhaus. Bei den Wahlen am 6. November werden dann alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben. Die Hoffnungen der Demokraten auf ein gutes Ergebnis sind in letzter Zeit durch eine Reihe von Siegen und überraschend knappen Niederlagen bei Nachwahlen zum Kongress gestärkt worden.

Nach der Wahl in Ohio am Dienstag prognostizierte der einflussreiche US-Demoskop Nate Silver auf seiner Internetseite: «Die Republikaner werden das Repräsentantenhaus sicher verlieren.»

Bei den zeitgleichen Wahlen zum Senat ist die Ausgangslage der Demokraten deutlich komplizierter. Zwar haben die Republikaner dort derzeit nur eine hauchdünne Mehrheit von 51 Sitzen. Doch nur zehn der 35 zur Wahl stehenden Senatsposten werden von den Republikanern gehalten. In der Mehrzahl der Rennen geht es also für die Demokraten um den Erhalt ihrer bisherigen Mandate. (sda/afp)

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butzdi 08.08.2018 11:21
    Highlight Highlight Erstens ist das Resultat noch nicht definitiv und zweitens ist es eine Riesenschlappe für die Trumper, weil sie seit 2016 10% verloren haben. Natürlich lügt Trump wider rum und vertritt seine Realität der Dinge.
    Immer noch gibt es leider Lernresistente die für dem Kandidaten der Grünen stimmten. Am 6. November wird der Sitz nochmal neu vergeben und geht dann an die Dems.
  • MikoGee 08.08.2018 08:38
    Highlight Highlight Wieso schreibt ihr hier was von einem Sieg wenn die amerikanischen Medien selbst noch "too close to call" verzeichnen?
  • DailyGuy 08.08.2018 08:19
    Highlight Highlight Titel des Artikels: Trump-Kandidat gewinnt nationalen Stimmungstest in Ohio.

    Liest man den Artikel weiter sieht man, wie es gar noch nicht definitiv ist. Wieso dieser Titel?
    • DailyGuy 09.08.2018 07:50
      Highlight Highlight Das kann gut sein, aber ich weiss einfach, dass CNN zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels gesagt hat, dass es zu knapp sei. Weil es eben so war das eine Zeit lang der Demokrat führte und dann wieder der Repulikaner.
  • swisskiss 08.08.2018 07:23
    Highlight Highlight "Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Trump in dem Wahlkreis mehr als 60 Prozent der Stimmen gewonnen."

    Faktisch Falsch! Der 12. Distrikt ging an Trump mit 53% zu 42% gegen Clinton.

    Genauso falsch Trumps Aussage, dass die polls Balderson hinten sahen. Vor 1. Monat + 10%, vorgestern +1% vorne. Der sogenannte "Trump Effekt" wirkungslos.

    Kein gutes Zeichen für die Reps für die midterms und ein fast schon sicherer Wechsel der Mehrheit zu den Dems.
    • Crissie 08.08.2018 09:50
      Highlight Highlight Hoffentlich!
    • FrancoL 08.08.2018 11:26
      Highlight Highlight @swisskiss; Danke für die Berichtigung, so ähnlich hatte ich es auch auf dem Radar. Aber was nützt das? Nicht sehr viel, denn die Trump-Fangs bleiben resistent gegen jede Wahrheit und da ändern auch 1000 Fake-news nichts.
      Zu offenbleibt, dass im Herbst wirklich die Mehrheit in beiden Kammern ändert, sonst wird Trump nicht mehr Unheil anrichten können.
      Doch auch eine Mehrheitswechsel wird Trump noch mehr zu Extravaganzen verleiten und Besserung wäre nur in Sicht wenn die Dems endlich eine guten Kandidaten/Kandidatin aufbauen, denn die Zeit läuft schnell und die 2 Jahre sind schnell mal weg.
    • Therealmonti 08.08.2018 13:08
      Highlight Highlight Hoffentlich, swisskiss. Leider habe ich angesichts des Durchscnitts-IQ der US-Wähler und dem Machtdünkel der republikanischen Polit-Elite, die mit allem Mitteln versuchen werden, in Washington, die Mehrheit zu behalten - sogar eine aktive Wahleinmischung in Kauf nehmen - so meine Zweifel.

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