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epaselect epa05288924 Republican presidential candidate Donald Trump (C) waves to his supporters after giving a speech in the lobby of Trump Tower in New York, New York, USA, 03 May 2016. Donald Trump won the Republican presidential primary in Indiana, and as a result Texas Senator Ted Cruz suspended his presidential campaign.  EPA/JUSTIN LANE

Seine Präsidentschaftskandidatur ist nur noch Formsache: Donald Trump. Bild: JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

Cruz ist weg vom Fenster, Trump vor Riesen-Triumph: Jetzt beginnt der Kampf um Amerika

Nach Donald Trumps Sieg in Indiana überlässt Ted Cruz dem Milliardär die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Die Partei steht vor einer historischen Zäsur, der Kampf um Amerika hat begonnen.

Veit Medick, Washington



Ein Artikel von

Spiegel Online

Es ist, auf den ersten Blick, alles wie immer. Ein Dienstagabend, die Lobby des Trump Towers in New York, der Kandidat hält eine Siegesrede. «Es ist ein unglaublicher Tag», ruft Donald Trump: «Das ist ein Riesen-Sieg.» Die Frau links, die Tochter rechts. Ein Auftritt, wie man ihn gut kennt aus den letzten Wochen.

Und doch ist nach diesem Wahlabend vieles anders. Im Trump Tower. Bei den Republikanern. Ja, in ganz Amerika.

Ted Cruz schmeisst hin

Mehr zum Rückzug des texikanischen Senators aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur: Hier.

Der Milliardär gewinnt Indiana und weil er das wieder in einer so furiosen Art und Weise tat, gibt sein ärgster Rivale Ted Cruz noch am Abend auf. Trump wird Präsidentschaftskandidat der Republikaner, man kann das jetzt schreiben, obwohl ihm zur absoluten Mehrheit der Delegierten noch ein paar Stimmen fehlen. Aber die wird er in den kommenden Wochen holen, das ist überhaupt keine Frage. Es ist ja niemand mehr da, der sie ihm streitig machen kann. Ausser John Kasich.

Republican U.S. presidential candidate John Kasich speaks at the California GOP convention in Burlingame, California, U.S., April 29, 2016. REUTERS/Stephen Lam

Verbleibt als letzter Gegner Trumps im innerrepublikanischen Wettbewerb – zumindest auf dem Papier: John Kasich. Bild: STEPHEN LAM/REUTERS

Ja, genau. John wer?

«Wir waren 17 Egos in diesem Rennen», ruft Trump in Richtung seiner Fans. «Jetzt gibt es noch ein Ego. Oder ist da noch wer?» Lacher, Klatscher, Jubel. Er weiss, die Schlacht, diese erste Schlacht, ist jetzt vorbei.

Mag sein, dass mancher eine Kandidatur von Donald Trump zuletzt schon erwartet hatte. Sein Durchmarsch in New York, sein Triumph in Pennsylvania, der Einbruch von Cruz – das alles deutete schon darauf hin, dass der 69-Jährige auf die Nominierung zusteuert. Aber man sollte die jetzige Entwicklung jenseits der jüngsten Ergebnisse sehen.

Geschick, Witz, Demagogie, Hass

Mitte 2015 war Donald Trump eine Lachnummer, ein obskurer Seiteneinsteiger, einer der die Rolltreppe in die goldene Lobby seines Towers in New York herunterfuhr, um seine Kandidatur zu verkünden und um gleich mal ein paar Mexikaner zu verunglimpfen. Einer wie er? Null Chance. Und dann eroberte er innerhalb von nur neun Monaten die Republikaner und vernichtete seine Gegner. Er machte das mit einer Mischung aus Geschick, Witz, Demagogie und Hass. Nun soll dieser Mann, der noch nie auch nur ansatzweise ein politisches Amt inne hatte, den überhaupt erst die Wut auf die Politik dorthin gespült hat, wo er jetzt ist, die «Grand Old Party» im Kampf um das Weisse Haus repräsentieren. Es ist, so abgedroschen das auch klingen mag, eine Sensation.

Bild

Da waren's auch bei den Republikanern nur noch zwei potentielle Präsidentschaftskandidaten. grafik: new york times

Die Sache mit der Kandidatur ist jetzt geklärt, aber so vieles ist eben noch unklar, das ist das Besondere an diesem Wahlkampf und an Trumps Kandidatur. Früher, da wusste man ungefähr was kommt, wenn erst mal der Spitzenmann feststeht. Ein Jubelparteitag. Eine geschlossene Partei. Ein harter Wahlkampf. Und dann eben Sieg oder Niederlage. Wie das so ist in der Demokratie. Alles ganz ordentlich.

Aber jetzt? Jubelparteitag? Geschlossene Partei? Kaum vorstellbar. Der Vorwahlkampf hat offengelegt, wie verfeindet die Republikaner untereinander sind. Trump hat die Basis zur Revolution gerufen, er hat die alte Garde erniedrigt und der Partei seinen Kurs aufgedrückt. Ted Cruz erwähnte Trump in seiner Abschiedsrede mit keinem Wort. Keine Kritik. Kein Glückwunsch. Es ist nur eines von etlichen Zeichen dafür, wie schwer es vielen in der Partei fällt, die Situation zu akzeptieren.

Kampf um die Zukunft der Republikaner

Sie haben im Wahlkampf ja auch ein wenig ihre Seele verloren. Welchen Charakter wollen die Republikaner künftig haben? Den von Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt, die die Nation und ihre Werte verteidigten, sich aber von einem Anstand leiten liessen, der die «GOP» eine sehr, sehr lange Zeit in der Mitte Amerikas verankerte? Oder den von Trump, der die Wut auf Washington anfacht und seine Partei gerne wieder zu einem nationalistischen Bollwerk machen würde? Das ist ziemlich offen und viele im Establishment sind so verunsichert, dass sie hoffen, dieser Frage ausweichen zu können, wenn sie sich nur schnellstmöglich hinter Trump versammeln. Aber sie wird kommen. Egal, wie der Parteitag im Juli verläuft. Und egal, wie das Rennen im November ausgeht.

Und Trump? Was macht der? Wie tritt er künftig auf? Präsidialer, um seine Basis zu verbreitern? Oder unverändert rücksichtslos, um seine Kernwähler bei der Stange zu halten? Auch unklar. Am Abend, kurz nach dem Triumph in Indiana, tritt er etwas freundlicher als sonst, das fällt auf. Er lobt zum Beispiel Ted Cruz. «Ein harter Gegner», sagt er. «Er hat eine fabelhafte Zukunft vor sich.» Das sind nette Worte, aber man muss wissen, dass Trump noch ein paar Stunden zuvor einen Schmutzartikel in einer Supermarkt-Illustrierten zitierte und Cruz' Vater in die Nähe des Attentäters von John F. Kennedy rückte. Es geht alles ziemlich schnell bei Trump. Seine Richtungswechsel. Seine Schlussfolgerungen. Aber eben auch sein Aufstieg. Das macht ihn so unberechenbar.

Übrigens auch für Hillary Clinton. Deren Lager unterschätzt den Fernsehstar schon lange nicht mehr. Sein schillerndes Bündnis aus weissen Arbeitern, Erzkonservativen und Evangelikalen flösst den Strategen bei den Demokraten Respekt ein.

REFILE - CORRECTING STATE U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton smiles as she listens to her introduction at a campaign event in Athens, Ohio, United States, May 3, 2016. REUTERS/Jim Young

Wird im Herbst Trump weglächeln müssen: Hillary Clinton bei einem Wahlkampfauftritt in Ohio.
Bild: JIM YOUNG/REUTERS

Überhaupt: Clinton. Eines ist doch recht klar in diesen verrückten Tagen. Es wird ein harter Wahlkampf im Herbst. Ein bisschen wie früher. Nur eben noch härter. Wer Clintons Laufbahn beobachtet hat, weiss, dass sie Wahlkampf nicht nur als Wettstreit um die klügsten politischen Ideen versteht. Sie kann auch schmutzig. Clinton werde, so ist aus ihrer Kampagne zu hören, «brutale Angriffe auf den Charakter von Donald Trump» fahren.

Willkommen im Kampf um Amerika.

Trump oder Clinton oder ...? Welche Promis unterstützen wen?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin Whatison 04.05.2016 14:28
    Highlight Highlight ist das wieder ein lustiger Titel: Kampf um Amerika hat begonnen. ! Amerika hat schon verloren, da der Gewinner Trump oder Clinton heissen wird.
  • Arabra 04.05.2016 11:17
    Highlight Highlight Die Entwicklung auf diesem Planeten sind sehr bedenklich. Macht- und Geldgier vernebeln die Sinne der Menschen. Leider sind die am schlimmsten infizieren an der Macht. Ich kauf mir ein Bunker.
    • Olmabrotwurst 04.05.2016 13:19
      Highlight Highlight wieso kaufen? ln der schweiz ist es immer noch pflicht einen schutzbunker im haus zu haben :)
  • Ylene 04.05.2016 11:07
    Highlight Highlight Jeder, der sich mal ein wenig vertieft mit dem ultrakonservativen, fundamentalistisch-religiösen Cruz auseinander gesetzt hat, weiss, dass da sogar Windfähnchen und Dreckschleuder Trump das kleinere Übel wäre. Leider. Hoffen wir, die Demokraten werden wieder Präsident - obwohl der Unterschied zwischen Clinton und Kasich auch nicht gross ist. Noch habe ich ein bitzeli Hoffnung für meinen Wunschkandidaten Sanders.
  • Wolfsblut 04.05.2016 10:58
    Highlight Highlight Vielleicht ist Trump der beste Wahlhelfer für die Demokraten.
  • Olmabrotwurst 04.05.2016 10:30
    Highlight Highlight in einem halben jahr kann viel passieren bis november ist es noch eine weile...
  • Kastigator 04.05.2016 09:49
    Highlight Highlight kennt ihr Wolf Schneider? Der grösste zeitgenössische Stilist wettert seit bald 20 Jahren gegen "die modische Punktseuche". Echt jetzt: Wer soll so etwas lesen wollen? Wie soll einen klaren Gedanken haben, wer so abhackt schreibt?
    " Es geht alles ziemlich schnell bei Trump. Seine Richtungswechsel. Seine Schlussfolgerungen. Aber eben auch sein Aufstieg. Das macht ihn so unberechenbar."
    "Überhaupt: Clinton. Eines ist doch recht klar in diesen verrückten Tagen. Es wird ein harter Wahlkampf im Herbst. Ein bisschen wie früher. Nur eben noch härter. "
    -
    Schlicht grauenhaft, unter uns gesagt.
  • palimpalim 04.05.2016 09:31
    Highlight Highlight Ich zieh nicht gern die "Mainstream media"-Karte, aber es ist schon beeindruckend zu sehen, wie in den meisten Spiegel-Artikeln davon ausgegangen wird, dass Clinton die demokratische Nomination kriegen wird. Sanders hat gerade eben Indiana gewonnen und da ist noch lange nichts entschieden, es wird wohl zu einer contested convention kommen. Überhaupt wird Sanders kein einziges Mal erwähnt im Artikel...
    • John Smith 04.05.2016 10:08
      Highlight Highlight Eine contested convention die im ersten Wahlgang entschieden wird. Clinton hat fast sämtliche Superdelegierten auf ihrer Seite.
    • Hayek1902 04.05.2016 11:04
      Highlight Highlight Wie die Sanders Anhänger immer so Matheresistent sein können? Wunschdenken führt nur in Esotherikbüchern zu Ergebnissen. Sanders hat keine Chance mehr, es gibt keine Winner-takes-it-all Staaten bei dem Demokraten, deshalb kann er such nicht genug aufholen, so einfach. Wenn er eine Chance hätte, würde er nicht Leute entlassen.
    • Gigle 04.05.2016 11:12
      Highlight Highlight Ich denke, Sanders würde der USA richtig gut tun. Aber eine wirkliche Chance hat er nicht. Die Amis sind nicht bereit für jemanden wie Sanders.
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