International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ukraine-Affäre – jetzt geraten Biden Junior und Gasfirma ins Visier der Behörden



In der Ukraine-Affäre um US-Präsident Donald Trump gerät die Gasfirma Burisma ins Blickfeld: Die ukrainischen Justizbehörden haben am Freitag angekündigt, die Geschäfte des Konzerns erneut unter die Lupe zu nehmen, für den der Sohn des früheren US-Vizepräsidenten und demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden gearbeitet hat.

Der Generalstaatsanwalt verwies allerdings darauf, dass die zu untersuchenden Affären nicht zwangsläufig mit Hunter Biden zu tun hätten.

Joe (r.) und Hunter Biden stehen im Mittelpunkt der Affäre um ein Telefonat von US-Präsident Donald Trump. Darin hatte dieser den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen ermuntert, die seinem möglichen demokratischen Herausforderer Joe Biden im Wahlkampf schaden könnten.

Hunter Biden, hier mit Vater Joe. Bild: EPA AP POOL

Burisma ist nach eigenen Angaben der grösste private Erdgasproduzent und einer der führenden Gaskonzerne der Ukraine. Hunter Biden gehörte von 2014 bis 2019 dem Verwaltungsrat von Burisma an. Er sollte die Rechtsabteilung des Konzerns leiten und ihn vor «internationalen Organisationen» vertreten. Biden selbst hatte einst gesagt, er wolle Burisma zum Thema «Transparenz» beraten.

Das Unternehmen gehörte dem umstrittenen prorussischen Abgeordneten und Geschäftsmann Mykola Slotschewsky. Von 2010 bis 2012 war dieser Umweltminister unter Präsident Viktor Janukowitsch. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Lizenzen für die Gasproduktion an sein eigenes Unternehmen vergeben zu haben.

Ermittlungen wegen Geldwäscherei

Nach der Revolution 2014, die Janukowitschs Regierung aus dem Amt trieb, wurden Korruptionsuntersuchungen gegen die ehemalige Führung des Landes aufgenommen. In dem Monat, in dem Hunter Biden sein Amt bei Burisma antrat, wurden in Grossbritannien und der Ukraine mehrere Ermittlungen wegen Geldwäscherei eingeleitet, London fror 23 Millionen Dollar auf britischen Konten Slotschewskys ein.

In Kiew wurden die Ermittlungen von Generalstaatsanwalt Viktor Schokin überwacht. Joe Biden - ein Verfechter der demokratischen Reformen in der Ukraine - bat um die Entlassung Schokins. Der Grund: Schlechte Resultate im Kampf gegen Korruption.

epa07883526 (FILE) - Former New York City Mayor Rudy Giuliani (L) poses with US President Donald J. Trump at the clubhouse of Trump International Golf Club, in Bedminster Township, New Jersey, USA, 20 November 2016 (reissued 30 September 2019). The House Committees of Foreign Affairs, Oversight, and Intelligence issued a subpoena for Rudy Giuliani, President Trump's personal lawyers, demanding that he produce communications and records related to Ukraine in connection with the impeachment inquiry.  EPA/PETER FOLEY  ALTERNATIVE CROP

Schiessen gegen Joe Biden: Donald Trump und sein Anwalt Rudy Giuliani. Bild: EPA

Genau diesen Schritt verwenden US-Präsident Donald Trump und sein Anwalt Rudy Giuliani nun gegen Joe Biden. Sie werfen ihm vor, auf die Entlassung von Schokin gedrängt zu haben, um seinen Sohn Hunter zu schützen. Allerdings forderten auch die EU, der Internationale Währungsfonds sowie ukrainische Aktivisten aus ähnlichen Gründen wie Biden die Entlassung Schokins.

«Für Burisma war der Hauptgrund, Hunter Biden an Bord zu holen, den Ruf des Unternehmens aufzupolieren», sagte eine westliche Quelle in Kiew der Nachrichtenagentur AFP und fügte hinzu, dass die Aufgaben von Biden nicht verdächtig gewesen seien.

Biden war nicht die einzige internationale Persönlichkeit, an die sich Burisma wandte, um sein Image zu pflegen: Auch der ehemalige polnische Präsident Aleksander Kwasniewski ist für das Unternehmen tätig. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

Trump kennt (k)eine Antwort

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Basti Spiesser 05.10.2019 16:02
    Highlight Highlight Die Dems sind wahrscheinlich froh können sie den alten Biden so „entsorgen“ und den Weg für eine progressivere Kandidatin frei machen und dabei gleichzeitig Trump noch eine reinwürgen.
  • rolf.iller 05.10.2019 14:34
    Highlight Highlight Wer Untersucht Trumps Tochter. Die hat ihn China kurz nach dem Amtsantritt eine ganze Reihe Markenrechte bekommen.
    • Pümpernüssler 05.10.2019 18:45
      Highlight Highlight Frag mal China 🤣
  • P. Silie 05.10.2019 10:13
    Highlight Highlight Ist ja nichts passiert damals und die Untersuchung wurde damals eingestellt -> nicht etwa wegen der USD 1mia. an Kreditlinien die nicht freigegeben wurde, sondern weil alles sauber war.

    Somit müssen sich die Demokraten, ja Biden, überhaupt nicht sorgen, denn die Ermittlungen mit dem neuen Staatsanwalt werden sicher nichts ergeben...
  • Roland Kull 05.10.2019 10:00
    Highlight Highlight Möchte Trump wirklich nicht in Schutz nehmen: macht er nicht einfach das, was ALLE machen, öffentlich und nicht im Verborgenen? Alle Gegner und Verbündete suchen nach Schwachstellen der Gegenseite. Bisher halt sehr diskret. Der Poltergeist aus dem Weissen Haus macht es einfach öffentlich und unverhohlen.
    • Hoopsie 05.10.2019 10:36
      Highlight Highlight Natürlich, suchen alle nach Schwachstellen, aber hier wird das Präsiamt missbraucht um andere suchen zu lassen! Und das ist mehrfach verboten in den USA. So schwer das endlich zu verstehen?
    • Roland Kull 05.10.2019 10:49
      Highlight Highlight @ Hoopsie, denken sie tatsächlich, die ANDERN missbrauchen ihre Ämter und ihr Geld nicht um ans Ziel zu kommen. Ihnen gefällt, was man offenbar nicht weiss. Alles was sie sagen ist richtig..... nur, halten sich die "anderen" auch daran....? Wohl kaum, sonst würde Qualität und nicht Geld in der USA bei Wahlen eine Rolle spielen.
    • Roland Kull 05.10.2019 11:31
      Highlight Highlight Verlogen sind ALLE, ob mit Geld oder Macht. Wichtig ist, man hat es für den Wahlkampf
  • Dirk Leinher 05.10.2019 07:24
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass in diesem Fall Joe Biden kaum damit durchkommen kann, dass er die Entlassung des Staatsanwaltes nicht aus Eigeninteresse mit Erpressung kraft seines Amtes durchsetzte.
  • FrancoL 05.10.2019 00:17
    Highlight Highlight Am besten lässt Trump gleich auch noch die Organisationen an die das Ähnlich wie Joe Biden verlangten, näher untersuchen, die da wären:
    die EU,
    der Internationale Währungsfonds
    sowie ukrainische Aktivisten.
    Offenbar scheint es Trump zu stören, dass man versucht hat die Korruption einzudämmen und klar, für die Trumpisten sind die EU, der Währungsfond und die Aktivisten alle korrupt und darum gar nicht gegen die Korruption, die ja Trump immer wieder bekämpft. Er wollte ja den Sumpf austrocknen und wie weit ist er heute mit dem Trocknen? Sind ihm die geistigen Trocknungstücher ausgegangen?
    • Auric 05.10.2019 09:01
      Highlight Highlight und für Dich niemand außer Trump korrupt, weil er das als armer Schlucker ja nötig hat.
      Seltsamerweise sind es immer die linken die der Weg vom ausbildungskursen Taxifahrer zum Vizekanzler vom Buchhändler zum EU- Parlamentspräsidenten ermöglichen,
      Solche Leute sind ja Grundsätzlich Immun gegen Korruption, was man an den Jobs nach der Politischen Karriere bei Gasfirmen 😉 dann sieht.
    • FrancoL 05.10.2019 11:16
      Highlight Highlight Er wurde nicht umsonst reicher. Studiere seine Anfangszeiten in der Baubranche und Du wirst Korruption finden und die Konkurse sind dann auch noch interessant, studiere dort die die Geld verloren haben.
      Viele lügen sind korrupt, das was aber das stabile Genie an krimineller Energie aufbringen mag ist schon "Spitze"
  • Adumdum 04.10.2019 23:22
    Highlight Highlight Wie dumm muss denn Biden sein - beide Bidens! Wenn Papa in so einem hohen politischen Amt ist, dann auf die Idee zu kommen dass Sohnemann sich seinen Namen ohne Konsequenzen vergolden lassen kann (ohne Sohn von Papi hätte er den Job sicher nicht bekommen), von so einem Unternehmen in so einem Land.

    Dumm, geldgierig, Geld frisst Hirn. Und dann setzt sich Papa auch noch für die Absetzung des Staatsanwalts ein, egal was andere Institutionen sagen. Das Wort Befangenheit müsste auch ein Biden kennen?!

    Erst Hillary... Wollen die alle Trump nur an die Macht bringen/ ihn dort halten?!?
    • Marty_2015 05.10.2019 10:55
      Highlight Highlight Naja, siehst Du, in Deinem Narrativ sieht man, wie viel von Trump‘s Verschwörungstheorie hängen geblieben ist - Du hast diese falschen Fakten ja schon gekauft.
      Fakt ist, dass es nie eine Untersuchung gegen Biden‘s Sohn gegeben hat. Fakt ist, dass der Staatsanwalt aus dem Amt gejagt wurde, weil er seinen Job nicht erledigt hat.
      2 unabhängige Ereignisse, die jetzt geschickt miteinander verknüpft werden: Willkommen in der Welt der Verschwörungstheorien!
  • Spooky 04.10.2019 23:04
    Highlight Highlight Zu diesem Thema empfehle ich den Talk Täglich
    auf TeleZüri mit Erich Gysling.

    Donald Trump und die Ukraine-Affäre:
    [https://www.telezueri.ch/talktaeglich/die-diskussion-mit-persoenlichkeiten-die-den-tag-bewegen-135669335]
    • Dr. Unwichtig 05.10.2019 13:37
      Highlight Highlight Netter Hinweis auf Reagan - Iran/Contra. George W. Bush mit nachweislich erfundenen Massenvernichtungswaffen als Vorwand für einen Krieg wäre auch noch ein Beispiel.

      Die realen Werte der US-Politik und der Umgang mit der eigenen Vergangenheit sollten Themen sein, die die US-Gesellschaft lange nach dem Abgang von Trump noch beschäftigen sollten....

Kein Urlaub für Väter: Die Schweiz ist die einsame Insel in Europa

Ende September stimmt das Schweizer Stimmvolk über zwei Wochen Vaterschaftsurlaub ab. Im internationalen Vergleich hinkt die Schweiz in dieser Frage hinterher, wie die Statistik zeigt. Noch viel krasser sind die Unterschiede allerdings in puncto Elternurlaub. Ein Überblick in sechs Grafiken.

Am 27. September stimmt die Schweiz über einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub ab. Dies nach einer Odyssee, angefangen bei einer Volksinitiative für vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Das Parlament wollte nichts davon wissen und verabschiedete zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Gegen diese Idee wurde jedoch das Referendum ergriffen. Und über dieses Referendum wird nun abgestimmt.

Doch wie sieht es mit dem Mutterschafts-, Vaterschafts und dem Elternurlaub europaweit aus? Wie steht es um die Schweiz? Ein …

Artikel lesen
Link zum Artikel