International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06163565 A handout photo made available by NASA shows an image acquired by Geostationary Operational Environmental Satellite system (GOES) Project of Hurricane Harvey approaching Texas, USA, 25 August 2017. Hurricane Harvey made landfall as a category 4 storm with sustained winds of up to 215 km per hour on the night of 25 August.  EPA/NASA/NOAA/GOES PROJECT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Hurrikan Harvey (am 25. August 2017) Bild: EPA/NASA

Sturm «Harvey» in Texas: Steckt der Klimawandel hinter der Flutkatastrophe?

«Katrina» traf 2005 New Orleans, jetzt setzt «Harvey» Texas unter Wasser - sind Hurrikane eine Folge der Erderwärmung? Die gewaltigen Fluten überraschen Klimaforscher jedenfalls kaum.

Holger Dambeck



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sind Hurrikane und die damit verbundenen sintflutartigen Regenfälle eine Folge der Erderwärmung? Müssen die Menschen zum Beispiel in Texas, Louisiana und Florida in den kommenden Jahrzehnten mit noch schlimmeren Unwettern rechnen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Führt der Klimawandel in Zukunft zu mehr tropischen Wirbelstürmen?

Nein, nicht unbedingt. In seinem letzten Sachstandsbericht schreibt der Weltklimarat IPCC, es sei «wahrscheinlich», dass die Zahl tropischer Wirbelstürme gleichbleibe oder sogar sinke. Gleichzeitig halten es die Klimaforscher für wahrscheinlich, dass die Windgeschwindigkeit der tropischen Wirbelstürme steigt. Allerdings verweisen sie auch auf Unsicherheiten ihre Modelle.

Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten

Warum prognostizieren die Forscher keine Zunahme der Hurrikan-Anzahl?

Ist die Luft wärmer, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Ist das Wasser wärmer, steigt das Risiko Tropischer Wirbelstürme, die je nach Region Hurrikan, Zyklon und Taifun genannt werden. Sie entstehen erst bei Wassertemperaturen ab 26.5 Grad Celsius. Der Klimawandel müsste ihre Formierung also eigentlich fördern. Doch es gibt auch einen gegenläufigen Prozess.

Steigende Temperaturen führen dazu, dass sich Winde in unterschiedlichen Höhen stärker unterscheiden. Diese sogenannte vertikale Windscherung könne entstehende Hurrikane quasi zerreissen, sagt Mojib Latif vom Geomar in Kiel. Deshalb glauben Klimaforscher, dass die Anzahl der Hurrikane in den kommenden Jahrzehnten trotz höherer Temperaturen nicht zunimmt.

Sind die sintflutartigen Regenfälle in Südtexas eine Überraschung?

Nein. Das Problem ist, dass viele Menschen bei einem Hurrikan oder bei einem tropischen Sturm zuerst an die hohen Windgeschwindigkeiten denken. Doch diese sind nicht unbedingt die grösste Gefahr für Gebäude und Menschen.

Die mit einem Sturm verbundene Flutwelle vom Meer und gigantische Niederschläge können viel grössere Schäden anrichten, wie derzeit in Houston zu sehen. Einzelne Klimasimulationen haben ergeben, dass sich solche Extremsituationen in den kommenden Jahrzehnten im Nordatlantik häufen könnten: Bei Starkregen infolge von Hurrikans und tropischen Stürmen drohe ein Plus von 11 bis 20 Prozent.

Hurrikan Harvey verschont auch keine Altersheime

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Was ist der Unterschied zwischen einem Hurrikan und einem tropischen Sturm?

Wissenschaftler klassifizieren tropische Wirbelstürme nach der Windstärke. Ab 63 km/h sprechen sie von einem Tropischen Sturm. Erreicht der Wind 117 km/h, wird aus dem Sturm ein Hurrikan der Kategorie 1. Die Stufen gehen hoch bis zur Kategorie 5 mit einer Windgeschwindigkeit ab 252 km/h.

«Harvey» war am 17. August zunächst als Tropischer Sturm klassifiziert worden. Am 24. August intensivierte sich «Harvey» rasant, kurz vor Mitternacht erreichte er die Stufe 4 mit Spitzengeschwindigkeiten von 215 km/h. Als der Hurrikan das Land erreichte, schwächte er sich immer weiter ab. Erst zu Kategorie 3, dann zu 2 und 1 und schliesslich zu einem Tropischen Sturm. Das bedeutet jedoch nicht, dass es weniger regnet.

Zu welchem Anteil ist der Klimawandel Schuld an «Harvey»?

Der Klimaforscher Kevin Trenberth vom National Center for Atmospheric Research in den USA nannte gegenüber dem «Atlantic» die Zahl von 30 Prozent. So gross könne der vom Menschen verursachte Beitrag an der Regenmenge sein, die der Sturm mit sich bringe. Doch solche konkreten Zahlen sind fragwürdig, weil es sich ja um ein einzelnes Ereignis handelt.

«Das kann man so nicht machen», meint auch der Kieler Klimaexperte Mojib Latif. Erschwerend hinzu kämen natürliche Schwankungen der Meerestemperatur, die Jahrzehnte dauerten. Das macht es schwer, einen schwachen Trend zu identifizieren. «Ich kann nur sagen: Der Klimawandel fördert extremere Niederschläge.»

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • m. benedetti 28.08.2017 19:51
    Highlight Highlight Nur kurz eine Info: In Florida gab es zwischen 1900 und 1950 16 Hurrikane mit Landfall, zwischen 1951 und 2000 deren 6 und von 2001 bis dato genau einer.
    http://pparker.org/hurricanes/hurricane_history.htm
    Besonders hervorzuheben ist wohl derjenige von 1926.
    Aber es ist ja gerade in jedes Ereignis zur Klimakatastrophe hochzustilisieren.
  • DerHans 28.08.2017 19:17
    Highlight Highlight Alles was ich aus dem Artikel lesen kann ist, würde, wäre, könnte, hätte, hätte Fahradkette. Auf brechen und biegen muss die Klimaerwärumung an dieser Katastrophe schuld sein. Ich befürworte unseren verschwenderischen Umgang mit den Resourcen auf unserer Erde keineswegs, aber ich lasse mir auch nicht dauernd ins Gewissen reden wie schlecht wir doch sind.
    • rodolofo 28.08.2017 21:46
      Highlight Highlight Es geht ja gar nicht um eine Schuld!
      Das Klima macht einfach das, was das Klima tun muss, wenn sich einzelne Faktoren ändern!
      Und genauso werden sich die Afrikaner, die in den heutigen Dürregebieten südlich der Sahara keine Nahrung mehr finden, auf den Weg machen müssen!
      Auch sie haben keine Schuld und können nichts dafür. So ist es einfach.
  • Miikee 28.08.2017 18:22
    Highlight Highlight Bei Obama gab es das nie so stark.
    • Halb Wissen 28.08.2017 18:41
      Highlight Highlight Genialer Quatsch
    • Nonino 28.08.2017 20:33
      Highlight Highlight Nun zählt eben..America first
  • Alain Iylehadrezs 28.08.2017 18:10
    Highlight Highlight Natürlich nicht! Alles nur Fake News... 😂
  • Elias_W 28.08.2017 18:01
    Highlight Highlight Gemäss Donald alles fake
    Benutzer Bild
    • rodolofo 28.08.2017 21:48
      Highlight Highlight Bis das Wasser das oberste Stockwerk eines Trump-Towers erreichen wird, kann noch die Tochter von Ivanka Präsidentin werden!

Pompeo an Venezuelas Grenze: «Herr Maduro, öffnen Sie die Brücke»

Nach einer Tour durch Südamerika hat sich US-Aussenminister Mike Pompeo selbst ein Bild der Lage in Venezuela gemacht. Der US-Chefdiplomat richtete zum Abschluss seiner Lateinamerikareise einen emotionalen Appell an den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.

«Herr Maduro, öffnen Sie diese Brücke, öffnen Sie diese Grenze», sagte Pompeo am Sonntag in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta, wo tonnenweise Hilfsgüter für die notleidende venezolanische Bevölkerung lagern. «Sie können …

Artikel lesen
Link zum Artikel