International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ex-UBS-Skandalhändler Adoboli wehrt sich gegen Abschiebung nach Ghana

Für seine milliardenschweren Zockergeschäfte musste der frühere UBS-Banker Kweku Adoboli in Grossbritannien ins Gefängnis. Nun droht ihm laut «Financial Times» die Abschiebung nach Ghana. Doch der 35-Jährige kämpft dagegen an.

12.10.15, 14:21


FILE This Tuesday, Sept. 18, 2012 file photo shows former trader Kweku Adoboli leaving Southwark Crown Court in London for a lunch break from his trial at the court.  A rogue trader who lost $2.2 billion in bad deals at Swiss bank UBS was convicted of fraud on Tuesday, Nov. 20, 2012. It emerged Wednesday June 24, 2015 that Adoboli was released from prison last week after serving half of his seven-year sentence. (AP Photo/Sang Tan)

Soll zurück nach Ghana: Kweku Adoboli.
Bild: Sang Tan/AP/KEYSTONE

Ein Artikel von

Er hat in Grossbritannien Karriere gemacht – und als Wertpapierhändler der Londoner Niederlassung der UBS-Bank Milliarden verzockt. Jetzt will Grossbritannien den ehemaligen Wertpapierhändler Kweku Adoboli offenbar loswerden. Die «Financial Times» berichtete, ein Einwanderungsgericht habe über seine Abschiebung in sein Heimatland Ghana entschieden.

Adoboli bezeichnete die Entscheidung dem Zeitungsbericht zufolge als «herzzerreissend» und kündigte an, dagegen in Berufung gehen zu wollen. Der 35-Jährige hatte 2012 mit seinen Geschäften in London die grösste Bank der Schweiz, die UBS, an den Rand des Ruins getrieben. 2,3 Milliarden Dollar Verlust gingen auf sein Konto, der grösste illegale Handelsverlust der britischen Börsengeschichte. Adoboli wurde deshalb zu sieben Jahren Haft verurteilt, wegen «Betrugs durch Missbrauch einer Vertrauensposition».

Im Tauziehen um den Verbleib in Grossbritannien argumentierte Adoboli der «Financial Times» zufolge, das Land sei seine Heimat. Sein Vergehen habe nichts mit seiner Nationalität zu tun. Obwohl er seit 23 Jahren in England lebt, hat Adoboli dem Bericht zufolge aber nie die britische Staatsbürgerschaft beantragt. Nach britischem Recht werden ausländische Staatsbürger abgeschoben, wenn sie zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt werden.

Adoboli hat von seiner siebenjährigen Haftstrafe mehr als die Hälfte verbüsst und ist vor vier Monaten aus dem Gefängnis entlassen worden.

kop

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der umstrittenste Whistleblower der Schweiz und sein doppeltes Spiel

Der umstrittenste Whistleblower der Schweiz steht vor dem Bundesgericht. Es geht um drei Fragen: Muss er ins Gefängnis? Wie weit geht das Bankgeheimnis im Ausland? Und wie soll der Fall Elmer in die Geschichte eingehen?

Rudolf Elmers Welt ist klein geworden. Die Golfbälle schlägt er von einem Plastikteppich in seinem Vorgarten in Rorbas ZH direkt ins Netz vor der Hecke. Früher verkehrte er auf Golfplätzen der Karibik. Heute ist er Hausmann, damals verwaltete er Millionen als Offshore-Banker im Steuerparadies. Dazwischen nahm sein Leben eine spektakuläre Wende, und er stand mit Wikileaks-Gründer Julian Assange vor der Weltpresse.

Elmers Geschichte wird am 10. Oktober vor dem Bundesgericht in Lausanne aufgerollt. …

Artikel lesen