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A Chinese investor uses her smartphone as she monitors stock prices at a brokerage house in Beijing, Friday, July 6, 2018. President Donald Trump made clear Thursday that U.S. tariffs against Chinese imports will take effect early Friday and that he's prepared to sharply escalate a trade war between the world's two biggest economies. (AP Photo/Mark Schiefelbein)

In dem Streit zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hat China Vergeltung angekündigt. Bild: AP/AP

Trump startet laut China den «grössten Handelskrieg der Geschichte»



Die USA haben im eskalierenden Handelskonflikt mit China Strafzölle auf Importe von Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar eingeführt. Die Zölle traten um Mitternacht (06.00 Uhr MESZ) in Kraft, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer bestätigte.

Nach Inkrafttreten der neuen US-Strafzölle auf chinesische Importe hat Chinas Regierung «den notwendigen Gegenangriff» verkündet. Die USA hätten «den grössten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte» eingeleitet, sagte der Sprecher des Handelsministeriums in Peking.

Es wird erwartet, dass Peking seinerseits umgehend mit Sonderzöllen auf US-Importe reagieren wird. China lasse sich nicht provozieren, hiess es vom Handelsministerium. Angekündigt waren Massnahmen etwa auf Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA.

US-Präsident Donald Trump hatte der chinesischen Führung angedroht, im Falle von Vergeltungszöllen weitere chinesische Waren im Wert von bis zu 200 Milliarden Dollar mit Handelsschranken zu belegen.

Gegen den «Diebstahl» Chinas

Zunächst kämen die Zölle für Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar zum Einsatz, sagte Trump am Donnerstag, wenige Stunden vor dem Inkrafttreten. «Und dann haben wir weitere 16 (Milliarden) in zwei Wochen», fügte er hinzu. Damit soll geistiger Diebstahl seitens China abgestraft werden. «Und dann sind wir, wie bekannt ist, auf weitere 200 Milliarden eingestellt, und nach den 200 Milliarden sind wir auf 300 Milliarden eingestellt.» Die Massnahmen beträfen ausschliesslich China.

Volkswirte befürchten, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA bald zu einem handfesten Handelskrieg auswachsen kann. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die betroffenen Handelsvolumina derzeit noch als zu klein an, als dass dies allein zu grösseren Problemen für die Weltwirtschaft führen könnte. Allerdings werden Effekte durch die Verunsicherung der Märkte und eine mögliche Eskalationsspirale befürchtet.

Kampf an mehreren Fronten

Trump zieht gegen die mit einem Defizit von mehr als 800 Milliarden US-Dollar belastete Handelsbilanz seines Landes an mehreren Fronten zu Felde. Er belegte auch die Nachbarn Kanada und Mexiko sowie Verbündete wie die Länder der Europäischen Union mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium. Auch von dort sind bereits Vergeltungszölle in Kraft gesetzt worden.

An der Haltung der US-Regierung gibt es auch im Inland massive Kritik. Teile von Trumps eigener republikanischer Partei sehen in den Zöllen versteckte Steuern. Kritiker glauben, dass ein Teil von Trumps in der Unternehmerschaft gefeierter Steuerreform dadurch neutralisiert werden kann.

US-Branchen in Aufregung

In den von Vergeltungszöllen betroffenen US-Branchen herrscht Aufregung. Dies gilt insbesondere für die Bauern. China, Kanada und Mexiko verlangen etwa künftig erhöhte Zölle auf Schweinefleisch-Produkte, die EU hat Whiskey mit Vergeltungszöllen belegt.

Handelsjuristisch wird die Politik Trumps problematisch gesehen. Mehrere Länder und auch die Europäische Union haben bereits Klage bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. Trump droht seinerseits mit einem Austritt aus der WTO oder gar mit deren Zerschlagung.

Derzeit blockieren die USA die Neubesetzung von Stellen im Schiedsgericht der WTO. Sie argumentieren, bei der Besetzung der Richterstellen seien bisher nicht ausreichend US-Interessen gewürdigt worden. (sda/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 09.07.2018 05:38
    Highlight Highlight Man sollte ausserordentlich grosse Handelsbilanzungleichgewichte gar nie aufkommen lassen. Das sorgt immer für wirtschaftspolitische Massnahmen und Gegenmassnahmen. Ein wichtiger Grund für den Wahlsieg von Donald Trump war der Gewinn der Staaten im Mittleren Westen. Diese hatten einen Niedergang ihrer Industrien und in der Folge eine Abwanderung von Bevölkerung zu verkraften. Es ist mir unerklärlich, wieso die früheren amerikanischen Regierungen nichts Entscheidendes taten gegen diese negative Wirtschaftsentwicklung in diesen Staaten.
    3 0 Melden
  • Gregor Hast 07.07.2018 14:49
    Highlight Highlight Moment... den grössten Terroranschlag in der Geschichte habe ich noch vergessen!
    0 4 Melden
  • Gregor Hast 07.07.2018 14:49
    Highlight Highlight Fällt euch was auf? Jedesmal, wenn es zu Übertreibungen kommen soll, wird ständig damit geprahlt:

    Die grösste Kries in der Geschichte....
    Der grösste Handelskrieg in der Geschichte....
    Der grösste Eroberer in der Geschichte...
    Der grösste Turm in der Geschichte...
    2 3 Melden
  • sokrates2 06.07.2018 14:31
    Highlight Highlight Es ist halb so schlimm. China hat viel zu lange das Nachsehen der USA gehabt. Jetzt gibt es eine kleine Korrektur.
    0 2 Melden
  • StealthPanda 06.07.2018 13:37
    Highlight Highlight Da ich kein grosses Wissen und Interesse haben an Internationaler Wirtschaft frage ich euch liebe Community: Wieso lassen wir die USA nicht fallen? Europa sollte sich Richtung Osten orientieren und eine Wirtschaftsgemeinschaft gründen die auf einer anderen Währung als der USD basiert. Da die USA nicht mal mehr als verlässlicher NATO Partner angesehen werden kann würde ich eine Isolation (ganz im Sinne von Trump und seinen wählern) durchführen.
    9 1 Melden
  • Pius C. Bünzli 06.07.2018 12:55
    Highlight Highlight Er will den Diebstahl von geistigem Eigentum abstrafen. Ausländische Unternehmen welche in China produzieren wollen, müssen Joint-Ventures mit chinesischen Firmen eingehen. Diese Firmen nehmen logischerweise geistiges Eigentum ihrer Partner auf.

    Die Urheberrechtsgesetze in China sind lasch, aber chinesisches Gesetz. Muss man sich halt dran halten wenn man billig in China produzieren will. Jahre später wegen diesem Grund Strafzölle zu erheben ist mehr als lächerlich.
    10 4 Melden
  • zombie woof 06.07.2018 11:04
    Highlight Highlight Wenn Populisten an der Macht sind......
    24 5 Melden
  • Tilman Fliegel 06.07.2018 10:13
    Highlight Highlight China müsste nur mal kurz *alle* Exporte in die USA stoppen. Dann kommt der Trump doch ganz schnell mit eingezogenem Schwanz angekrochen.
    22 5 Melden
  • manhunt 06.07.2018 09:20
    Highlight Highlight so wie die usa in den letzten 60 jahren auf der ganzen welt staaten „demokratisiert“ hat, um eigene interessen durchzusetzen, so könnte nun der rest der welt die usa „demokratisieren“. gewaltlos, versteht sich von selbst.
    25 3 Melden
  • yannis675 06.07.2018 08:47
    Highlight Highlight 8 milliarden lassen sich von 300 millionen drangsalieren.....toll.
    18 2 Melden
  • darkshadow 06.07.2018 07:55
    Highlight Highlight Loose-Loose Situationen sind immer schlecht. Wenigstens wird Mutter Natur profitieren.
    33 2 Melden
    • Margaluri 06.07.2018 11:38
      Highlight Highlight Lose-lose wäre auch nicht schlecht. Das Englische ist zwar nicht besonders schwierig, aber die Orthographie hat so ihre Tücken.
      6 7 Melden
  • oXiVanisher 06.07.2018 07:50
    Highlight Highlight Das geht so lange weiter, biss Trumps Amerika auf die Schnauze fliegt. Die einzige Frage ist, wie lange das noch dauern wird ... Ich denke nicht, dass das bald ein Ende nehmen wird. Aber für den Rest der Welt kann das auch eine Chance sein und die USA befördert sich selbst ins Aus.
    61 3 Melden
  • roger_dodger 06.07.2018 07:06
    Highlight Highlight Und wie gross sind die Gewinne die US-Firmen machen weil Sie in China billig produzieren können? China könnte einfach mal einen Teil der 3 Billionen US-Dollar Währungsreserven auf den Markt werfen, dann kann die USA den Laden dicht machen.
    111 8 Melden
    • PhilippS 06.07.2018 08:08
      Highlight Highlight Könnten sie, werden das aber zum jetzigen Zeitpunkt kaum machen. Die Verwerfungen an den Finanzmärkten könnten unkontrollierbare Folgen haben, die auch auf China zurückfallen könnten.

      Ziel von China (auch Kanada, EU, Mexiko,...) ist wohl eher, dass die Wählerschaft die Massnahmen in den USA derart stark spürt (Entlassungen auf der einen, Preissteigerung auf der anderen Seite, dass die Republikaner bei den Wahlen im Herbst die Republikaner abstrafen.

      Eine Mehrheitsverschiebung in minimal einer Kammer könnte schon vieles der Trumpschen Auswüchse wieder eindämmen...
      48 3 Melden
    • swisskiss 06.07.2018 08:21
      Highlight Highlight roger_dodger: Abgesehen davon, dass chinesische Dollarbestände zum grösste Teil in 30 jährigen US Bonds gehalten werden, hat das Ueberschwemmen des Devisenmarkts mit Dollar den Effekt, dass der Kurs des Dollars fällt, die Importe der USA teurer werden und die Exporte billiger, und die Schuldenbewirtschaftung der USA günstiger wird. John Conally, der frühere Wirtschaftsminister schon in den 70er Jahren: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."
      24 1 Melden
    • Wilhelm Dingo 06.07.2018 08:29
      Highlight Highlight @roger_dodger: wenn es um die Vormacht des Dollars geht, versteht die USA keinen Spass, siehe Lybien. China und Russland machen es viel geschickter, sie lösen sich langsam und fast unbemerkt vom Dollar.
      24 3 Melden

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