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Nobel Laureate in economics and former World Bank chief Joseph Stiglitz speaks to the media after his lecture

Joseph E. Stiglitz Bild: X00178

Interview

Nobelpreisträger Stiglitz: «Gewinnt Trump die Wahl, wird es sehr hart für die USA»

Noch gibt es Hoffnung für die USA, sagt Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Denn die Corona-Krise könnte Donald Trump das Amt kosten. Dann sei der Weg für den Wandel frei.

Marcus Gatzke / Zeit Online



Ein Artikel von

Zeit Online

Joseph E. Stiglitz ist Professor an der Columbia University und war Vorsitzender des Council of Economic Advisers der Regierung von Bill Clinton sowie Senior Vice President und Chief Economist der Weltbank. Im Jahr 2001 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Mitte Februar erschien sein neues Buch auf Deutsch: «Der Preis des Profits: Wir müssen den Kapitalismus vor sich selbst retten!»

Professor Stiglitz, die Corona-Pandemie hat die USA besonders hart getroffen. Sie analysieren seit Jahrzehnten Wirtschaftskrisen auf der ganzen Welt. Haben Sie schon einmal irgendetwas Vergleichbares erlebt?
Joseph Stiglitz:
Diese Krise ist mindestens so schlimm wie die grosse Depression. Was sie besonders trügerisch macht: Wir erleben gerade einen Nachfrage- und einen Angebotsschock – gleichzeitig. Das hat es so noch nicht gegeben. Auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit in nur wenigen Wochen um rund 40 Millionen ist beispiellos. Wir wissen zudem nicht, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird. Wir wissen auch nicht, welche Massnahmen die Politik noch ergreifen wird. Die Unsicherheit ist riesig.

In den USA heben viele Bundesstaaten die Beschränkungen bereits wieder auf und hoffen auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft. Wie realistisch ist das?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch irgendjemand ernsthaft an eine rasche Erholung glaubt. Der Lockdown hat in den USA Ende März begonnen. Damals haben noch viele angenommen, dass es nur eine kurze Unterbrechung sein wird. Die Gesetze, die im Kongress beschlossen wurden, gingen davon aus, dass es im schlimmsten Fall acht oder vielleicht zehn Wochen dauern wird. Alle Programme sind bis zum 1. Juni befristet. Jetzt sind wir nur noch eine Woche von diesem Datum entfernt. Bis dahin wird die Pandemie nicht beendet sein.

Wie beurteilen Sie die bisherige Strategie der Trump-Regierung?
Es ist ein Desaster. Die Krise zeigt uns, wie wichtig in einer Demokratie ein funktionierender Staat sowie gute Wissenschaft und Expertise sind. In den USA wurde der Staat in den vergangenen 40 Jahren kleingehalten und schlechtgemacht. Das hat die Möglichkeiten, sich auf eine solche Krise vorzubereiten, erheblich eingeschränkt. Die Trump-Regierung hat die Wissenschaft schlechtgeredet und deren Budgets massiv gekürzt. Bereits 2018 wurde beispielsweise das Gremium, das sich mit dem Kampf gegen Pandemien beschäftigt, komplett aufgelöst. Die amtierende Regierung hat mit grossem Aufwand dafür gesorgt, dass wir noch unvorbereiteter waren als sowieso schon.

FILE - In this Feb. 20, 2020, file photo President Donald Trump speaks during a campaign rally at The Broadmoor World Arena in Colorado Springs, Colo. President Donald Trump has a new pitch to voters for this fall: Trust me. (AP Photo/Evan Vucci, File)
Donald Trump

Ahnungslos oder erfolgreich? Donald Trump. Bild: AP

Aber es wurden auch riesige Rettungsprogramme aufgelegt.
Ja, es wurden rund drei Billionen Dollar bereitgestellt. Wenn man die Massnahmen der (Notenbank) FED hinzunimmt, verdoppelt sich die Summe noch mal. Nur wurde unglücklicherweise nicht sehr zielgerichtet agiert. Die Massnahmen sollten den Anstieg der Arbeitslosigkeit bremsen, das Geld sollte möglichst bei dem Ärmsten ankommen. Nichts davon wurde wirklich erreicht. Der Kongress war zwar bereit, viel Geld auszugeben, und dafür muss man ihn loben. Aber am Ende hat die Wirtschaftslobby bestimmt, wohin das Geld fliesst.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Einer der grössten Defekte der amerikanischen Wirtschaft ist das private und öffentliche Sozialsystem. Es ist wohl das schwächste unter allen entwickelten Ländern. In den USA ist beispielsweise eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Coronavirus in den USA

Inmitten einer Pandemie wollen sie nicht, dass kranke Menschen arbeiten gehen. Millionen von Amerikanern leben jedoch von der Hand in den Mund, sie besitzen keine Reserven. Im Kongress wurde deshalb eine obligatorische Lohnfortzahlung beschlossen, wenn jemand an Corona erkrankt. Die geballte Lobbymacht der grossen Unternehmen hat es aber geschafft, dass alle Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern davon ausgenommen wurden. Mit anderen Worten: Für mehr als die Hälfte aller Beschäftigen in den USA hat das Gesetz keine Wirkung.

Sie haben den enormen Jobverlust bereits erwähnt. Einige Experten gehen davon aus, dass diese Krise die Digitalisierung und Automatisierung der Wirtschaft beschleunigen wird. Wie viele Arbeitsplätze gehen derzeit für immer verloren?
Die amerikanische Wirtschaft macht gerade eine Transformation durch. Das war auch schon in der Finanzkrise 2008 der Fall. Und natürlich beschleunigen solche Krisen den strukturellen Wandel. Nehmen sie den Einzelhandel: Der hat es ohnehin schwer, mit Internethändlern wie Amazon zu konkurrieren. In der Krise gehen nun viele Jobs verloren und nur wenige werden wieder zurückkommen. Oder die Fluggesellschaften: Für sie wird es sehr lange dauern, die Krise zu meistern. Viele Unternehmen haben erkannt, dass man Geschäfte auch mithilfe von Videokonferenzen machen kann.

Was bedeutet diese Entwicklung für ein Land, in dem die Ungleichheit ohnehin schon sehr hoch ist und der Wille zur Umverteilung eher gering?
Wenn die Politik nicht gegensteuert, wird die Ungleichheit weiter in die Höhe getrieben. Deshalb kommt den Wahlen im November eine besonders wichtige Rolle zu. Die Trump-Regierung versucht alte Industrien zu schützen. Industrien wie die Kohle, die nicht Teil einer zukünftig dynamischeren und wissensbasierten Wirtschaft sein werden. Die Demokraten sorgen sich dagegen viel mehr um die soziale Ungerechtigkeit im Land, sie wollen die Transformation der Wirtschaft sozial gestalten. Die Wahl im November ist deshalb eine Richtungsentscheidung. Wenn die Bevölkerung den Trump-Weg wählt, werden die Arbeitslosigkeit und die Ungleichheit auf lange Sicht hoch bleiben. Gewinnt er die Wahl, wird es sehr hart für die USA, aber auch den Rest der Welt.

Was ist Ihre Prognose?
Die Krise hat die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass Trump die Wahl verliert. Viele Menschen haben erkannt, dass wir eine gute Regierung brauchen, dass Wissenschaft wichtig ist, dass Partialinteressen oft gefährlich für die gesamte Gesellschaft sind. Hinzu kommt die spezielle Persönlichkeit von Donald Trump. Mit jedem Tag wächst das Bewusstsein, dass dieser Mann nicht der Richtige ist, um in einer solchen Krise zu regieren. Ein Mensch, der den Bürgern empfiehlt, Desinfektionsmittel zu trinken oder die Gesetze in Michigan zu missachten.

Auch wenn Trump die Wahl verliert: Woher kommt Ihr Optimismus, dass sich die USA wirklich wandeln? Sie haben die Macht des Geldes in der US-Politik bereits erwähnt. Die wird sich erst mal nicht verringern, egal wer im Weissen Haus sitzt.
Das stimmt. In der demokratischen Partei gibt es jedoch eine starke Mehrheit, die über die Macht des Geldes und der Lobbygruppen sehr besorgt ist. Hinzu kommt, dass rund zwei Drittel der Amerikaner Veränderungen wollen – eine strengere Waffenkontrolle beispielsweise, einen höheren Mindestlohn oder eine Krankenversicherung für alle. Gerade unter den jungen Menschen ist der Wille zur Veränderung sehr gross.

Woher kommt dieser Wille?
Die aktuelle Krise hat den Glauben in den Markt in den USA erschüttert. Der Markt war beispielsweise nicht in der Lage, die notwendigen Masken oder die notwendigen Schutzausrüstungen zu produzieren. Sie müssen sich das wie einen stetigen Tropfen vorstellen, der die gängigen Vorstellungen in den USA erodieren lässt. Bereits 2008 hat der Markt nicht wie versprochen, die Jobs geschaffen, die die Menschen gebraucht hätten.

Aber die Vorwahlen hat nicht der Linke Bernie Sanders, sondern der gemässigte Joe Biden gewonnen.
Dass Joe Biden die Vorwahlen gewonnen hat, wurde von manchen als Sieg über die Progressiven in der Partei missverstanden. Für viele Amerikaner hat jedoch eines die höchste Priorität: Trump muss aus dem Weissen Haus raus. Er ist gefährlich – für unsere Wirtschaft, für unsere Demokratie, für unser Land. Deshalb haben die Demokraten für den Kandidaten gestimmt, der die grössten Chancen hat, gegen Trump zu gewinnen. Das habe ich in den vielen Gesprächen, die ich im ganzen Land geführt habe, immer wieder festgestellt. Was man auch nicht vergessen darf: Biden wurde damals von Barack Obama ausgesucht, um die Linken in der Partei zu repräsentieren. Das zeigt, wie stark sich die Partei in den vergangenen Jahren verändert hat.

Durch die Krise werden die Staatsschulden in den USA enorm steigen. Wie viel Handlungsspielraum hat da ein neuer Präsident überhaupt?
Genug. Die Unternehmenssteuern könnten erhöht werden, ohne dass sich dadurch die Investitionen verringern würden. Auch die Spitze der Vermögens- und Einkommenspyramide können wir stärker verpflichten. Eine Erbschaftssteuer könnte verhindern, dass sich die USA endgültig zu einer Plutokratie der Reichen entwickeln. Auch eine gut konzipierte CO2-Steuer wäre sinnvoll. Damit liessen sich zusammen Billionen Dollar einnehmen. Hinzu kommt, dass die Zinsen und damit auch die Zinslast des Staates auf längere Sicht niedrig bleiben werden.

Wenn man Ihnen zuhört, könnte man zum Schluss kommen, dass Donald Trump am Ende doch etwas Gutes hat. Er hat das Bewusstsein für einen notwendigen und radikalen Wandel gestärkt.
Ja. Das ist zumindest der Silberstreifen am Horizont, an den ich glaube. Im November werden wir sehen, ob sich diese Hoffnung bewahrheitet. Wir leben immer noch in einer Demokratie, sei sie noch so fehlerhaft. Wenn nur genug Menschen wählen gehen, dann können wir unser System reformieren.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Zeit Online veröffentlicht. Watson hat eventuell Überschriften und Zwischenüberschriften verändert. Hier geht’s zum Original.

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63Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • davej 27.05.2020 16:26
    Highlight Highlight "In den USA wurde der Staat in den vergangenen 40 Jahren kleingehalten und schlechtgemacht"

    Ja, die SVP und FDP tut das gleiche seit 20 Jahren. Leider gibt es viele Befürworter, wenn es darum geht den Staat abzubauen...
  • Demetria 27.05.2020 12:24
    Highlight Highlight Sanders wäre ein Signal gewesen. Nicht nur für die USA sondern für die ganze westliche Welt. Aber einen neuen Gesellschaftsvertrag will niemand. Die Reichen nicht, weil sie dann auch mal etwas bezahlen müssen und die Alten nicht, weil sie glauben noch mehr deregulieren regle alles. Das ist Stuss. Idioten wie Thatcher, Reagan, Clinton oder Schröder verdanken wir ja die Sch... Die progressive Seite hat keine Chance. Zu jung und zahlenmässig unterlegen. Man kann nur ohnmächtig da sitzen und zusehen wie Umwelt und Gesellschaft (also die Zukunft) bachab gehen.
    • Notra 27.05.2020 16:02
      Highlight Highlight Nein, untätig sein müsst ihr nicht. Habt Kinder, drei, vier, fünf, sechs an der Zahl. Erzieht sie gemäss Eurer politischen Ideologie, et voilà, in knapp 25 Jahren seid ihr in der Mehrheit.
      Von nichts kommt halt nichts.
  • Hans Jürg 27.05.2020 12:00
    Highlight Highlight Gewinnt Trump die Wahl, wird es sicherlich sehr hart für die USA. Und für den Rest der Welt leider auch.
  • neutrino 27.05.2020 09:47
    Highlight Highlight Na ja, ein Hauptproblem sehe ich in Trumps Konkurrenten - Hillary, Biden: das sind keine Linken, sondern primär neoliberale Politiker, die für den globalen Freihandel einstehen.

    Es ist ein national-konservativ gegen neoliberal. Wie wenn in der Schweiz ein Albert Rösti gegen Petra Gössi antreten würde. Vor allem auf dem Land würde dann ein Rösti gewählt - nicht weil man ihn so gut findet, aber weil man halt mit Gössi noch weniger anfangen kann.

    • swisskiss 27.05.2020 10:58
      Highlight Highlight neutrino: Dem amerikanischen Durchschnittswähler, geht der internationale Freihandel am A... vorbei, solange kein Populist behauptet, dass seine schlechte Arbeits -und Finanzlage genau wegen diesem Freihandel so schlecht ist. Was natürlich Schwachsinn ist, weil nicht der Chinese, der Deutsche oder der Werauimmer, die Sozialgesetze macht oder den Mindestlohn bestimmt.

      Dein Vergleich Biden/Gössi hinkt schwer, wenn man die Progamme vergleicht. Hab jetzt noch nie von der FDP gehört, dass man Sozialwerke ausbauen und die obersten Einkommen über 1,5 Millionen stark besteuern soll.
    • Notra 27.05.2020 16:05
      Highlight Highlight @Swisskiss
      Selbstverständlich bestimmt der Chinese den Mindestlohn in den USA. Einfach indirekt über den Freihandel, den es den Chinesen erlaubt, den amerikanischen Arbeitern die Arbeit wegzuschnappen dank tieferen Lohnstückkosten in China.
  • Oigen 27.05.2020 09:02
    Highlight Highlight Rein zum Titel:

    Gweinnt Trump mögen die usa ein problem haben.

    Verliert Trump haben die usa Bürgerkrieg.
    • Notra 27.05.2020 10:06
      Highlight Highlight Nein, es droht kein Bürgerkrieg. Es bleibt bei Schlammschlachten, egal welche Partei den nächsten Präsidenten stellen wird.

      Ich denke, Trump wird die Wahlen gewinnen, weil die Demokraten untereinander zerstritten sind und weil die Corona-Epidemie ihm hilft. Trump wird überzeugend darlegen können, dass die schlimmste Wirtschaftskrise seit Generationen vermeidbar gewesen wäre, hätte man nicht auf die Hysteriker, bzw die Demokraten gehört. Man wird die Opfer der Wirtschaftskrise weitaus höher werten als die Opfer von Covid19.
    • petrolleis 27.05.2020 17:12
      Highlight Highlight Nein, er wird hoffentlich nicht gewählt. So blöd sind nicht mal die Amis... Wie verbittert muss man sein, um so ein Verhalten (z.B. einen Behinderten nachmachen etc.) gutzuheissen. In meinen Augen menschlicher Abschaum.


      Ja, seine überzeugende Darlegung (welche auf dem Niveau eines 7-jährigen erfolgen wird und nur von 5jährigen geglaubt werden kann...) kann er dann aus dem knast machen... ah moment mal... darf man im knast überhaupt twittern? Hoffentlich nicht.
  • felixJongleur 27.05.2020 06:40
    Highlight Highlight "Was man auch nicht vergessen darf: Biden wurde damals von Barack Obama ausgesucht, um die Linken in der Partei zu repräsentieren." Damit hat sich der Herr wohl gerade selber disqualifiziert.
    • felixJongleur 27.05.2020 07:19
      Highlight Highlight Wenn mir die Blitzer jetzt noch erklären können weshalb genau Biden ein Linker ist dann ist mein Tag gerettet.
    • DieFeuerlilie 27.05.2020 09:48
      Highlight Highlight Naja.. eventuell liegt es an deiner recht selektiven Zitatauswahl?

      Denn der darauffolgende Satz
      “Das zeigt, wie stark sich die Partei in den vergangenen Jahren verändert hat.“ ordnet die Aussage ja klar ein.

      Für US-Verhältnisse ist ja schon links, wer Rechte für sozial Schwächere fordert..

      “Links“ in unserem westeuropäischen Sinn ist in den USA vielleicht Bernie Sanders. Oder auch noch Alexandria Ocasio Cortez.

      Daher musst du jene Aussage aus US-amerikanischer Sicht betrachten.

      Reps sind rechts, Dems etwas weniger rechts.. 😁
    • mrmikech 27.05.2020 09:48
      Highlight Highlight @felixJongleur: was in die USA links ist, ist bei uns schon sehr rechts. Unsere SP wäre extrem links in USA, kommunistisch fast. Biden ist also für Amerikaner "ein Linker".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 27.05.2020 00:34
    Highlight Highlight Der Staat in den USA wurde nicht klein gehalten. Der ist massiv grösser als in der Schweiz - auch relativ betrachtet. Der Staat in den USA ist einfach unglaublich ineffizient. Und das ist er unabhängig davon, wer gerade Präsident ist.

    Was die USA brauchen, ist Wandel, ja. Aber nicht einfach in Form eines anderen Präsidenten. Sondern in Form eines besseren politischen Systems. Liebe Amerikaner: Wie wäre es mit direkter Demokratie? Dann wird wieder über Inhalte statt über Personen diskutiert.
    • Steibocktschingg 27.05.2020 01:28
      Highlight Highlight So ungefähr auch mein Eindruck: Trotz des Blablas vom übermächtigen Staat, der gesundgeschrumpft werden muss, ist der Staat nicht unbedingt schwach, nur extrem ineffizient und darauf ausgelegt, den Partikularinteressen mächtiger kleiner Gruppen zu dienen. So etwas treibt wiederum die Propaganda der Staatshasser an, die wiederum die Gelegenheit nutzen möchten, sich noch mehr gütlich zu tun am Geld der Bürger, nur ja nicht für was Sinnvolles ausgeben, damit ja niemand auf die Idee kommt, dass ein Staat auch einigermassen effizient und sozial funktionieren könne (böser Sozialismus!!111)
    • Kruk 27.05.2020 04:58
      Highlight Highlight Muss nicht zuerst das Bildungssystem geändert werden damit die direkte Demokratie zu etwas führen kann?
    • Nate Smith 27.05.2020 06:17
      Highlight Highlight Da musste ich jetzt lachen. Direkte Demokratie wohl die teuerste und ineffizienteste Demokratrieform die es gibt. Sie ermöglicht null politische Führung, sämtliche Entscheidungen und gesellschaftlicher Wandel dauern Jahrzehnte anstatt Jahre. So hat sie zum Beispiel dazu geführt, dass wir in Westeuropa in gesellschaftspolitischen Fragen eines der rückständigsten Länder sind. Die meisten Länder können sich einen solchen Leerlauf schlicht nicht leisten. In der Schweiz sind deren Instrumente zur teuren Partei- und Lobbypolitik verkommen und müssten dringend reformiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ulmo 26.05.2020 23:56
    Highlight Highlight Gutes Interview. Aber, es gibt keinen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Es gibt nur den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, welcher 1968 von der Schwedischen Zentralbank unter diesem Namen gestiftet wurde, damit die Wirtschaftswissenschaften auch das Prestige eines "Nobel"-Preises haben konnten. Gemäss eines 2001 veröffentlichen Briefes von Nobel, hasste er Wirtschaft. Er hat auch sonst keine Preise für Geisteswissenschaften gestiftet: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred-Nobel-Ged%C3%A4chtnispreis_f%C3%BCr_Wirtschaftswissenschaften
  • Füürtüfäli 26.05.2020 22:04
    Highlight Highlight Man wird sich noch in 100 Jahren wundern und fragen, wie jemand mit so offensichtlichen psychischen Problemen und Schwächen US Präsident werden konnte.
    • felixJongleur 27.05.2020 07:15
      Highlight Highlight Michael Moore sagte es voraus und behielt recht. Man konnte es offenbar sehen wenn man denn wollte.
  • Kronrod 26.05.2020 21:49
    Highlight Highlight Wetten, dass Nobelpreisträger Stiglitz 2020 genauso falsch liegt wie Nobelpreisträger Krugman 2016?

    Ich prophezeie: Trump wird wiedergewählt und die Wirtschaft ist bis 2021 wieder auf Zack. Hält jemand dagegen?
    • lilie 26.05.2020 22:06
      Highlight Highlight @Kronod: Ich halte dagegen: Trump wird wiedergewählt und die amerikanische Wirtschaft geht weiter vor die Hunde.
    • äti 26.05.2020 22:08
      Highlight Highlight 72% halten dagegen. Murphis law.
    • Herbsli69 26.05.2020 22:59
      Highlight Highlight @lilie: Und mit der Wirtschaft gleich das ganze Land. Wird Trump wiedergewählt, würde es mich nicht erstaunen, wenn soziale Unruhen das Land heimsuchen würden. Wie Stiglitz sagt, wird Trump nicht wiedergewählt, können die USA die Kurve noch kriegen. Weitere 4 Jahre Trump würden sowohl das Land kaputt machen wie auch die geopolitische Landschaft verändern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 26.05.2020 21:46
    Highlight Highlight Auf dass der weise Stiglitz recht behalten möge!
  • smartash 26.05.2020 21:44
    Highlight Highlight Natürlich hat Trump etwas "Gutes"

    Er hat so viele Missstände aufgezeigt. Und gezeigt wie fatal es werden kann, wenn man einen Populisten ohne jede Kompetenzen an die Spitze wählt.

    Oder ganz nach dem alten Sprichwort:

    Bevor es Besser wird, muss es schlimmer werden

  • BlickvonAussen 26.05.2020 21:43
    Highlight Highlight Je mehr man über die USA liest und hört, desto mehr Verachtung empfindet man gegenüber diesem Land.
    Die könnten froh sein, wenn sie heute weiterhin Steuern an einen englischen König zahlen müssten. Es zeigt sich heute, dass die Idee sich von Britannien zu trennen eine Katastrophe war. Wären sie heute ein Teil Britanniens, dann hätten sie wenigstens etwas Demokratie im Land.
    Ein Land, in welcher die Republikaner, die Armen an der Teilnahme der Wahlen hindern wollen. Ein Land, in welcher der Wahltag nicht arbeitsfrei ist, sondern die Leute müssen den Arbeitsausfall selber berappen.
    • Notra 26.05.2020 23:16
      Highlight Highlight Wer einem König steuern zahlen muss, der lebt nicht in einer Demokratie.
      Nimm ein Pretuval!
    • Silphium 26.05.2020 23:36
      Highlight Highlight "Ein Land, in welcher die Republikaner, die Armen an der Teilnahme der Wahlen hindern wollen. Ein Land, in welcher der Wahltag nicht arbeitsfrei ist, sondern die Leute müssen den Arbeitsausfall selber berappen."

      Wie in der römischen Republik vor etwas mehr als 2000 Jahren. Nur damals war dies ein Fortschritt zu den üblichen Regierungskonzepten dieser Zeit...
    • Grohenloh 27.05.2020 06:40
      Highlight Highlight Teil von Britannien?
      Echt jetzt?
      USA: 330 Mio Einwohner. UK: 70 Mio.
      Da wäre UK ein Teil der USA...

      Dass die USA ein Teil von UK hätte bleiben können, ist so etwas von Mumpitz. Die Teile des Empire, die sich nicht durch Gewalt gelöst hatten, sind heute genauso unabhängig (Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika)

    Weitere Antworten anzeigen
  • Mikey51 26.05.2020 21:34
    Highlight Highlight Es ist eigentlich fast alles gesagt. Ich hoffe, die Amerikaner verstehen diese Aussagen und reagieren entsprechend ansonsten .....amen.
    • NathanBiel 27.05.2020 00:17
      Highlight Highlight Nochmals Trump und dann 2 x Jared Kushner und die USA erholen sich nie mehr.
  • Scaros_2 26.05.2020 21:13
    Highlight Highlight Dann sei der Weg für den Wandel frei.

    Als ob :D. Dieses Land ist so verkorzt und gespalten und inkompetent in ihren Sichtweisen. Solange die glauben das jegliche Soziales ein Anzeichen für Komunissmus ist, solange Fox News etc. ihren MIst vortragen können. SO lange wird dieses Land sich nicht ändern.
    • Notra 26.05.2020 23:14
      Highlight Highlight Frage: Muss dieses Land sich überhaupt ändern? Wenn ja, inwiefern und weshalb?
    • felixJongleur 27.05.2020 06:55
      Highlight Highlight CNN und as MSNBC sind nicht viel besser. Siehe Doku "Bernie Blackout" oder das Beispiel Russiagate das Jahrelang gepusht wurde ohne Substanz. Warum wohl weichen Millionen Amis auf Joe Rogan Podcasts etc. aus?
    • Notra 27.05.2020 11:09
      Highlight Highlight @Notra
      Die Blitzer meinen also: Nein, die USA müssen sich nicht ändern.
  • Notra 26.05.2020 19:53
    Highlight Highlight Es wird so oder so hart für die USA.
    • AdvocatusDiaboli 27.05.2020 00:05
      Highlight Highlight Verglichen zu?
    • Notra 27.05.2020 09:51
      Highlight Highlight zu 2019
    • Gipfeligeist 27.05.2020 10:37
      Highlight Highlight Da stimme ich Notra zu. Verglichen mit jedem anderen westlichem Land

      Die USA haben ein 2-Parteien System, finanziert von den Reichen. Weder Schulbildung, noch medizinische Grundversorgung. Momentan brechen sie einen Handelskonflikt mit China vom Zaun. Die wissenschaftlichen Stimmen gehen unter, im populistische FoxNews gebrülle. Die USA ist der Kapitalismus im Endstadium, und wir müssen aufpassen dass uns nicht das gleiche Schicksal erleidet...
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