International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06465487 A visitor walks through the grounds at the Bunker Hill Monument Boston National Historical Park in the Charlestown neighborhood of Boston, Massachusetts, USA 22 January 2018. Many National Parks are impacted by the shutdown of the US Government.  EPA/CJ GUNTHER

Auch das Bunker Hill Monument in Boston ist vom Shutdown betroffen, nun sollen sich die beiden Parteien aber geeinigt haben. Bild: EPA/EPA

«Shutdown» praktisch beendet – US-Parteien akzeptieren Kompromiss



Der politische Nebel in Washington lichtet sich: Nach tagelangen Verhandlungen und einem Kompromiss unter den beiden grossen US-Parteien geht der jüngste Stillstand der US-Regierung nach nur drei Tagen zu Ende.

Der Fraktionschef der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, hatte den oppositionellen Demokraten einen Deal angeboten: Aufhebung des «Shutdowns» für eine offene Debatte zur Migration. Oppositionsführer Charles Schumer willigte ein: «In einigen Stunden wird die Regierung wieder öffnen», sagte Schumer im Senat.

Vorher bedurfte es noch einer Reihe von Abstimmungen, unter anderem zu einem Übergangshaushalt für die nächsten drei Wochen bis zum 8. Februar. Den musste auch noch Präsident Donald Trump unterschreiben. Der begrüsste über seine Sprecherin Sarah Sanders die Entwicklung. «Die Demokraten sind zur Vernunft gekommen», sagte Trump in einem von Sanders verlesenen Statement.

Streit um Einwanderer-Kinder

Bis Anfang Februar soll dann auch ein Gesetzentwurf stehen, der das Problem des Aufenthaltsstatus von Kindern illegaler Einwanderer löst. Rund 800'000 Menschen leben in den USA, die als Kinder von ihren Eltern in die USA gebracht wurden, dort aufwuchsen, aber eigentlich kein Aufenthaltsrecht besitzen.

«Dreamers» vor dem Kapitol. Bild: AP/AP

Die Demokraten wollen unbedingt eine Gesetz, das eine Daca genannte Regelung von Präsident Barack Obama ersetzt. Diese war von Obamas Nachfolger Donald Trump aufgelöst worden.

Das teilweise hinter verschlossenen Türen ausgehandelte Paket beinhaltet neben dem Übergangshaushalt auch eine auf mehrere Jahre angelegte Fortführung eines Programms zur Kindergesundheit, das CHIP genannt wird.

Präsident Trump hatte sich am Montag vergleichsweise wenig in die Diskussion eingemischt. Nach der Einigung liess er über seine Sprecherin erklären, er sei zufrieden. Er wolle auch ein Daca-Gesetz unterschreiben, «wenn es gut für das Land ist».

Schuldenobergrenze erreicht

Hintergrund des «Shutdown» ist Geldmangel, weil eine Schuldenobergrenze erreicht wurde und der Senat sich bislang nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnte. Am vergangenen Freitag war ein Gesetzentwurf dafür im Senat gescheitert. Allerdings hatten nicht nur die demokratischen Senatoren dagegen gestimmt, sondern auch ein Teil der republikanischen Mehrheitsfraktion.

Seitdem gaben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld an dem Zustandekommen der erzwungenen Auszeit. Die Demokraten argumentieren, Trumps ständig wechselnde Forderungen zur Migrationspolitik seien unter anderem der Grund für die nicht zustande gekommene Einigung.

Trump konterte auf Twitter: «Die Demokraten stellen den Dienst und die Sicherheit für Bürger ein, um Dienst und Sicherheit für Nicht-Bürger zu gewährleisten.» Die Oppositionspartei habe den «Shutdown» provoziert, um ihre linksgerichtete Wählerbasis zu befriedigen.

Regierungsmitarbeiter bleiben zuhause

Am Montag waren die ersten Auswirkungen des «Shutdown» erkennbar, den es zuletzt für 16 Tage im Jahr 2013 gegeben hatte. Zehntausende Regierungsmitarbeiter mussten einen Zwangsurlaub hinnehmen, andere erledigten nur noch Restarbeiten in ihren Büros.

Am Wochenende hatte es mit Ausnahme von geschlossenen Touristenattraktionen kaum spürbare Einschnitte gegeben. Lediglich Trumps Feier zum Jahrestag seiner Amtsübernahme in Florida musste ohne den Gastgeber stattfinden.

Einige Institutionen, darunter Zoo und Museen in Washington, widersetzten sich dem «Shutdown» auch am Montag, in dem sie Gelder aus zurückliegenden Haushaltsjahren aktivierten. Die Freiheitsstatue in New York wurde nach vorübergehender Schliessung wieder für Besuche geöffnet, nachdem der Bundesstaat New York eingesprungen war. (leo/sda/dpa)

Trumps Wahlversprechen:

Play Icon

Video: watson

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 23.01.2018 10:37
    Highlight Highlight Diese Shutdowns zeigen doch aller Welt, wie eng der Spielraum für JEDE US-Regierung inzwischen geworden ist!
    Wenn Trump noch mehr Staatsgelder in unsinnige Mauern, in wahnsinnige Militärische Aufrüstung und in Steuergeschenke für die Reichen und Super-Reichen verpulvert, wird dieser Spielraum in Zukunft sicher nicht grösser werden.
    Im Gegenteil!
    Vermutlich wird nach dieser rechtsradikalen Regierung niemand mehr zu finden sein, der den von Trump und seiner Bande hinterlassenen Saustall aufräumen will!
    Und wenn die USA Bankrott geht, werden alle begreifen, wie harmlos die Griechen sind...
    1 0 Melden
  • DanielaK 22.01.2018 19:55
    Highlight Highlight Traurig finde ich, dass nach so einem Theater die Sache trotzdem nur für etwa 2 Wochen geregelt ist. Ich weiss, ein Staat ist etwas komplexer als ein Familienbudget, aber schliesslich schaut da ja auch nicht irgendwer dazu. Wenn einer privat alle 2 Wochen vor dem finanziellen Kollaps steht, heissts, er könne sowas von nicht mit Geld umgehen. Bei denen scheint das ja fast ein Sport zu sein.😔
    33 2 Melden
    • bokl 22.01.2018 20:45
      Highlight Highlight Es geht nicht um den finanziellen Kollaps. Die FED hat noch genug Papier für die Notenpresse. Es geht nur darum, wer wie viel ausgeben darf.
      5 11 Melden
    • DanielaK 22.01.2018 21:45
      Highlight Highlight Naja, macht es für mich auch nicht wirklich verständlicher.
      5 1 Melden
  • DocM 22.01.2018 19:28
    Highlight Highlight Mal sehen was der Deal für die Übergangslösung bis 08.02. war und wie es verkauft wird...
    19 0 Melden
  • Doctor Unrath 22.01.2018 19:02
    Highlight Highlight Oh. Jetzt kommt er doch hierher...
    56 5 Melden
    • The Origin Gra 22.01.2018 19:13
      Highlight Highlight Nein 😱
      28 6 Melden
    • MaskedTruth 22.01.2018 19:21
      Highlight Highlight Wenns weiter schneit, habe ich Hoffnung.... ❄️ ❄️ ❄️
      23 5 Melden
    • Oban 22.01.2018 20:30
      Highlight Highlight Er kann ja noch immer in Schweden landen.
      22 1 Melden

Hansjörg Wyss erklärt seine Milliardenspende: «Trumps Umweltpolitik ist eine Katastrophe» 

Der in den USA lebende Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss hat eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz gespendet. Im Interview erklärt er, warum er sich engagiert, weshalb er die Selbstbestimmungsinitiative der SVP ablehnt und wieso er nicht mehr ans WEF reist.

Er sorgte diese Woche weltweit für Schlagzeilen: Der Berner Milliardär Hansjörg Wyss schrieb in der «New York Times», dass wir den Planeten retten müssen – und er deswegen eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz spendet. Was treibt einen Menschen an, der Milliarden für gute Zwecke ausgibt?

Herr Wyss, was gab den Ausschlag, gerade jetzt so viel Geld für die Umwelt bereitzustellen?

Hansjörg Wyss: Das war eine gemeinsame Idee von meiner Stiftung, der gemeinnützige Organisation «The Nature …

Artikel lesen
Link to Article