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Die Zürcher Gazprom-Bank taucht ebenfalls in den Panama Papers auf.
bild: google maps

Panama Papers: Das grösste Datenleck aller Zeiten enthüllt die Geheimnisse schmutzigen Geldes

Hunderte Journalisten aus fast 80 Ländern haben Finanzgeschäfte über Briefkastenfirmen auf Panama und in anderen Steueroasen recherchiert. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und der Sportwelt könnten in Erklärungsnot kommen.



Es ist das grösste Datenleck aller Zeiten: 11,5 Millionen Dokumente aus einer Kanzlei in Panama (daher der Name Panama Papers) enthüllen weltweite Vermögenstransfers und geheime Deals von verurteilten Kriminellen und von Personen, denen die Strafverfolger schwere Verbrechen vorwerfen – darunter Kriegsverbrechen, Drogenhandel, Bruch internationaler Sanktionen, sogar Kinderhandel.

So kam es dazu

Panama Papers ist auch die grösste Zusammenarbeit von Journalisten aller Zeiten. 376 Rechercheure aus 76 Ländern analysierten gemeinsam rund 11,5 Millionen Dateien der Kanzlei Mossack Fonseca. Die Daten von einem der grössten Offshore-Dienstleister der Welt gelangten von einer anonymen Quelle an die «Süddeutsche Zeitung». Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) koordinierte die ein Jahr dauernde Recherche. Am 3. April 2016 präsentierten 109 Zeitungen, TV-Stationen und Online-Medien erste Ergebnisse.

Die Daten bestehen aus Millionen von Mails, Urkunden, Verträgen und Bankauszügen und reichen von den 1970er-Jahren bis ins Frühjahr 2016. Der Enthüller des NSA-Skandals, Edward Snowden, sprach auf Twitter vom «grössten Leck in der Geschichte des Daten-Journalismus».

Die Firma im Zentrum aller Geschichten ist Mossack Fonseca, der panamaische Offshore-Dienstleister, der in Dutzenden Büros auf der ganzen Welt, etwa in Zürich, London oder Hongkong, seine Briefkastenfirmen verkauft. Mossack Fonseca hat Zigtausende Offshore-Firmen gegründet, verkauft und verwaltet. Die Panama Papers geben ein detailliertes Bild davon ab, wie das Unternehmen Tag für Tag Sanktionsbrüche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Kauf nimmt. 

140 Politiker und hohe Amtsträger enttarnt

Spitzenpolitiker, Sportstars und Kriminelle sind nach Recherchen der «Süddeutsche Zeitung» verwickelt. Darunter auch die FIFA.

Die Ethikkommission des Fussball-Weltverbandes bestätigte der Nachrichtenagentur dpa bereits am Abend interne Vorermittlungen gegen ihr eigenes Mitglied Juan Pedro Damiani aus Uruguay. «Ja, der Bericht ist richtig. Ich kann bestätigen, dass wir eine sogenannte Voruntersuchung in die Wege geleitet haben», sagte der Sprecher der ermittelnden Kammer der Ethikkommission, Roman Geiser. Weitere Details nannte er nicht.

Die Opfer der Offshore-Geschäfte

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YouTube/ICIJ

Zu den Profiteuren der Offshore-Dienste zählen zwölf Staatsoberhäupter und 128 weitere Politiker, aber auch internationale Finanzinstitute. Die Daten legen laut NDR die Offshore-Geschäfte von insgesamt 140 Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offen. Insgesamt fänden sich in den Unterlagen die Namen von zwölf amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs. In den Unterlagen tauchten aber auch Namen von Spionen, Drogenhändlern und anderen Kriminellen auf.

Wie man eine Milliarde Dollar versteckt

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YouTube/The Guardian

Vorwürfe gegen Lionel Messi

Auch international sanktionierte Geschäftsleute wie ein Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad oder Monarchen wie der König von Saudi-Arabien haben den Unterlagen zufolge Offshore-Firmen genutzt.

Neue Vorwürfe gibt es durch das Datenleck laut «Süddeutscher Zeitung» auch gegen den argentinischen Fussballstar Lionel Messi, gegen den bereits wegen Steuerhinterziehung ermittelt wird. In den Unterlagen wird er als Begünstigter einer Offshore-Firma geführt, von der die Staatsanwaltschaft bisher nichts wusste.

«Verschleiern, wem die Firma in Wahrheit gehört»

Die Daten belegten, wie die globale Offshore-Industrie im Verbund mit grossen Banken, Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern, in aller Verschwiegenheit die Besitztümer von Politikern, Funktionären, Drogenschmugglern, aber auch von Milliardären, Prominenten oder Sport-Stars verwalte.

Igor Angelini, Chef der Finanzermittlungseinheit von Europol, erklärt dem Bericht zufolge, dass Briefkastenfirmen auch eine «wichtige Rolle bei Geldwäsche-Aktivitäten im grossen Massstab» spielen. Gleiches gelte für Korruption: Offshore-Firmen würden besonders genutzt, «um die Bestechungsgelder weiterzuleiten».

«Generell gilt: Der Besitz einer solchen Offshore-Firma ist für sich nicht illegal», schreibt die «Süddeutsche». «Aber wer sich in den Panama Papers umsieht, stellt sehr schnell fest, dass es in der überwältigen Zahl der Fälle vor allem um eines geht: zu verschleiern, wem die Firma in Wahrheit gehört.»

Unter den deutschsprachigen Medien, die die Panama Papers mitanalysiert haben, sind die «Süddeutsche Zeitung» und der «Tages-Anzeiger». Das sind die Links:

(dwi/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ein Wanderer 04.04.2016 16:21
    Highlight Highlight Hallo Watson, Ich bin ein wenig enttäuscht, dass hier das Offensichtliche vergessen gegangen ist und dieser Beitrag deswegen keinen Deut differenzierter ist als alle Artikel, die ich den westlichen Leitmedien entnehmen konnte. Wussten Sie nicht, dass das US-Amerikanische "International Consortium of Investigative Journalists" (ICIJ), welches die "Panama Papers" enthüllt hat und nun v.a. Putin an den Pranger stellt, vom "Rockefeller Family Fund" sowie vom Milliardär George Soros ihr Geld erhält? Wer diese Namen nicht kennt, einfach mal Googeln und selber eine Meinung dazu machen.
    2 1 Melden
  • Philipp Burri 04.04.2016 00:28
    Highlight Highlight Wer jetzt glaubt, dass das für irgendwen halbwegs bedeutenden irgendwelche Konsequenzen haben wird, lebt im Märliland. Es wird nach dem gleichen Schema ablaufen, wie die kleinen Deals der Ammann-Gruppe unseres Bundesrats und Rhetorik-Genies Leider-En-Panne. Die zuständigen Gerichte werden i.d.R. entscheiden, dass das alles so erlaubt ist. In unseren westlichen Demokratien, auf die wir alle so furchtbar stolz sind und die wir gegen die Barbaren aus dem nahen Osten und Nordafrika verteidigen zu müssen glauben, regiert nicht das Volk sondern der schnöde Mammon. Sic transit gloria mundi.
    22 0 Melden
    • rasca 04.04.2016 03:36
      Highlight Highlight "Geldadel betreibt Offshore Firmen für kriminelle Machenschaften" würd ich nichtmal als wirkliche News bezeichnen... Wird schneller im Sand verlaufen als das NSA Ding, von dem ausser ein paar Jokes schlussendlich kaum was geblieben ist
      2 0 Melden
  • Dan Ka 03.04.2016 23:08
    Highlight Highlight Putin wird aktuell medial demontiert wie dazumal Ghadaffi. Mal im Ernst, welches Staatsoberhaupt, welcher Wirtschaftsführer (Gerade der Banken, Ratingagenturen, Rückversicherer etc.) hat keinen Dreck am Stecken? D.h. nicht, dass ich das gut finde, es ist aber leider usus und schockiert mich (nicht) mehr. Was Steuern, Drogengelder etc. anbelangt ist mir's persönlich auch egal. Was ist mit den Namen hinter dem Menschen- und Kinderhandel? Das wär mal was für eine Publikation und Intervention! Aber da gibt's halt zu wenig zu holen, gell! Es ist zum kotzen!
    28 26 Melden
    • Donald 04.04.2016 02:00
      Highlight Highlight Pauschalisierende Aussagen helfen extrem!
      2 2 Melden
  • Matthias Studer 03.04.2016 22:51
    Highlight Highlight Interessant finde ich, wie man Putin auf dem Silbertablett serviert. Das dieser Mann Dreck am Stecken hat, sollte eigentlich jedem klar sein.
    Dennoch bekommt man das Gefühl, es ist ein Ablenkungsmanöver. Welche Namen befinden sich sonst noch auf der Liste? Ist Putin die erste Veröffentlichung von vielen oder ist er der einzige?
    Setzt sich die Justiz gegen alle durch, oder lässt man es wegen den Machtverhältnisse liegen?
    41 10 Melden
    • FrancoL 03.04.2016 23:33
      Highlight Highlight Ich stütze voll Ihre Meinung, habe auch einen ähnlichen Post in Sachen Putin geschrieben und finde es hätte genügend Platz gehabt um die restlichen 11 Staatsoberhäupter zu nennen. Schade dass man dies selbst bei Watson nicht macht, mehr als nur bedauerlich.
      10 1 Melden
    • Mighty 03.04.2016 23:47
      Highlight Highlight Empfinde ich auch so, es wird ja von 12 (?) Regierungsmitglieder geschrieben, lesen konnte ich bis jetzt nur Putin. Watson bitte dranbleiben.
      7 1 Melden
  • ramonke 03.04.2016 22:44
    Highlight Highlight na di finma hat sich da wohl einen grösseren patzer geleistet. da werden hoffentlich ein paar zurücktreten. das das immer noch möglich war über was hier berichtet wird ist einfach nur noch unglaublich.
    und wir disskutieren hier über die flüchtlinge während das geld das dies verursacht hat durch die scheiz geflossen ist.
    19 9 Melden
    • Bijouxly 04.04.2016 00:06
      Highlight Highlight zusammenhang?
      6 2 Melden
  • ramonke 03.04.2016 22:22
    Highlight Highlight na dann hoffen wir mal das da jetzt mal gut durchgeputzt wird und die banken sich nicht wieder mit vergleichen aus der sache retten
    36 2 Melden
    • CanaBeatz 03.04.2016 22:25
      Highlight Highlight wird leider wohl niemals so passieren wie wir das gerne hätten
      19 0 Melden
    • Ikarus 03.04.2016 22:33
      Highlight Highlight Wenn ich die berichte von der SZ lese, bezweifel ich dass doch sehr stark.
      Da gibts für alles ne ausrede die mit genügend geld unterstützt wird. Schwach das sowenig aus dem leak gemacht wurde und es in paar tagen wieder vergessen sein wird.
      13 1 Melden
  • niklausb 03.04.2016 22:18
    Highlight Highlight misst jetzt muss ich wider die Bank wechseln 😝
    24 5 Melden
  • TomTayfun 03.04.2016 22:12
    Highlight Highlight na da sehen wirs doch wieder wo die GIER hinfällt wollen die Menschen immer mehr . . . . . .mehr . . . . . . . . . . .meeeehr
    20 2 Melden
  • Matthiah Süppi 03.04.2016 22:10
    Highlight Highlight zum kotzen.
    19 3 Melden
  • malu 64 03.04.2016 21:59
    Highlight Highlight Offshore Konten dienten bisher
    nur um Steuern zu hinterziehen,
    um schmutziges Geld zu waschen
    und um Gelder zu verstecken.
    Der kriminelle Arm der ehrenwerten Banken.
    25 1 Melden
  • mortiferus 03.04.2016 21:23
    Highlight Highlight Ach ja noch was, was die russischen Vermögen in Zypern betraff. Würde ja hoffen das wen Schweizer Vermögen in Russland haben und die dort dieses Vermögen kürzen wollen um ihre Probleme zu lösen, dass der Bundesrat sich mit vollem Einsatz für das Schweizer Geld einsetzten würde.
    2 7 Melden
  • mortiferus 03.04.2016 21:20
    Highlight Highlight Die "Panama Papers: Der Schatz des Putin-Clans («Tages-Anzeiger»)" ist ja voll gruslig. Putins Freunde, Putins vielleicht Tochter, Putin wurde dort gesehen, Putins Skigebiet, Putin usw. Die Bilder Putin der Dämon, das arme blonde Mädchen am betteln. Es fehlt noch Putin der beim Ausverkauf einer alten Dame ihr Schnäppchen aus der Hand reisst. Das Bild zu Anfang Putin auf dem Stuhl, das ist doch nicht mal Putin, das ist ein Double. Aber trotzdem, Respekt an die gesamten Journalisten das sie es geschafft haben das im heimlichen durchzuziehen.
    26 9 Melden
    • ramonke 03.04.2016 22:55
      Highlight Highlight die bilder sind das eine aber wenn stimmt was da steht dann hätte das in jeder funktionierenden demokratie die absetzung des präsidenten und eine strafuntersuchung zur folge
      19 0 Melden
  • scriptCH 03.04.2016 21:16
    Highlight Highlight Freu mich darauf was man noch dazu kommt die Tage^^
    24 0 Melden
  • bangawow 03.04.2016 20:59
    Highlight Highlight Ich habe gar nicht gewusst, dass es eine Gazprom Bank gibt – hört sich schon krumm an ^^
    78 7 Melden

«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

Die Artenvielfalt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch gesunken. Das zeigt der WWF in seiner neuesten Ausgabe des Living Planet Index auf. Zum Glück findet ein Umdenken bei den Menschen statt. Das sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. 

60 Prozent der Tierarten sind in den letzten 50 Jahren verschwunden. Ist es also gerechtfertigt, von einem sechsten Massensterben zu sprechen? Ja, heute sterben 100 bis 1000 Mal mehr Arten aus als in vergangenen Zeiten. Das ist einmalig – und wir Menschen sind die Ursache. Der Living Planet Index des WWF untersucht die Populationstrends und zeigt so Veränderungen sehr früh an.

Ist dieses Massensterben nicht mehr aufzuhalten? Die kurze Antwort lautet: doch. Taucht man tiefer in die Daten ein, …

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