International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Wir machen das dicht»: Apple attackiert Facebook

05.06.18, 15:45 05.06.18, 16:43


BERLIN, GERMANY - FEBRUARY 24:  A visitor snaps a photo of the Facebook

Bild: Getty Images Europe

Apple legt sich mit Facebook an: Der iPhone-Konzern erschwert dem weltgrössten Online-Netzwerk den Zugriff auf Nutzerdaten in seinem Webbrowser Safari. «Wir haben alle schon mal diese ‹Like›- und ‹Teilen›-Buttons sowie Kommentar-Felder gesehen», leitete Apples Software-Chef Craig Federighi seine Erläuterungen ein.

Und stach dann schnell zu: «Nun, es stellt sich heraus, dass diese auch dazu verwendet können, Ihnen nachzuspähen. Heute machen wir das dicht.» Der Vorstoss kann für Facebook mehr als nur ein Nadelstich sein, denn Safari läuft nicht nur auf Apples Mac-Computern, sondern ist auch der meistgenutzte Webbrowser auf dem iPhone.

Konkret wird es ab Herbst so laufen, dass Safari-Nutzer eine Warnmeldung angezeigt bekommen, wenn sie Websites besuchen, die «Like»-Buttons haben oder auch ihre Kommentar-Funktion mit Facebook-Login betreiben. Dann können sie entscheiden, ob sie eine Datenfreigabe gewähren wollen. Bisher passiert der Datenaustausch einfach unbemerkt im Hintergrund. Die Wahrscheinlichkeit, dass viele bei einer direkten Frage auf «Nein» klicken, ist gross.

Dorn im Auge

Websites bauen «Like»-Buttons ein, weil sie auf einen Nutzerzustrom aus dem Online-Netzwerk hoffen. Vielen Datenschützern sind die Knöpfe mit hochgestrecktem Daumen schon lange ein Dorn im Auge, weil sie Facebook letztlich eine Liste aller Seiten, die man besucht hat, liefern können.

Apple betonte schon immer gern, der Konzern mache seine Gewinne vor allem mit Hardware wie iPhones und müsse daher kein Geld mit Daten verdienen. Im Gefolge des Datenskandals um Cambridge Analytica stichelte Apple-Chef Tim Cook zuletzt aber auch direkt gegen Facebook.

Auch Apple hätte eine Menge Geld mit den Daten der Kunden verdienen können, habe sich aber bewusst dagegen entschieden, gab Cook bei einem Auftritt im März zu bedenken. Und auf die Frage, was er denn in der aktuellen Lage von Facebook-Chef Mark Zuckerberg tun würde, hakte Cook ab: «Ich würde gar nicht erst in dieser Situation sein.» Die Nutzer seien bei Facebook das Produkt für Werbekunden, sagte der Apple-Chef und schloss sich damit der Wortwahl vieler Datenschutz-Aktivisten an. Zuckerberg schmeckte das nicht und er tat Cooks Äusserungen als «extrem aalglatt» ab.

Gangart verschärft

Die Apple-Ankündigungen folgen auch noch auf einen Bericht der «New York Times», denen zufolge Apple, Samsung und andere Smartphone-Anbieter Sonder-Vereinbarungen mit Facebook hatten, die ihnen erweiterten Zugriff auf Nutzer-Daten ermöglichten. Cook betonte in einem Interview des Senders NPR, damit sei es nur darum gegangen, Facebook-Funktionen umzusetzen. Apple habe von Facebook «null» Daten erhalten.

Über Facebook hinaus verschärft Apple auch insgesamt die Gangart gegenüber der Online-Werbebranche. Bereits im vergangenen Jahr bekam Safari einen Schutz dagegen, dass nach einem Website-Besuch zum Beispiel in einem Online-Shop penetrante Werbeanzeigen zum angesehen Produkt den Nutzer quer durchs Netz verfolgen. Diese Funktion wurde jetzt noch einmal mit besserer Anonymisierung verbessert. «Die Datenfirmen sind clever und erbarmungslos», erklärte Federighi den Schritt ohne einen Hauch von Ironie. (awp/sda/dpa)

Fragst du dich, warum du überall neuen AGB zustimmen musst?

Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent, Lya Saxer

Tipps und Tricks zu iOS von Apple (iOS 11, iOS 10)

7 geniale neue Kamera-Tipps, die iPhone-User kennen sollten

Akku-Tipps: So hält dein iPhone mit iOS 11 länger durch

7 Profi-Tipps für iPhone-User, die kaum jemand kennt

Überraschendes Update für iOS 11 ++ Das weiss Tinder über dich 😱

13 nützliche Tipps zu iOS 11, die du als Apple-User nicht verpassen solltest

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

28
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dä_Dröggo 06.06.2018 08:18
    Highlight Wenn Apple jetzt noch seine soziale Verantwortung in Sachen Steuergerechtigkeit wahrnehmen würde, wäre ich recht zufrieden aber anderen eins auf die Mütze geben lenkt bloss von sich selbst ab. So scheint auch dies ein blosser Image-Move zu sein und sonst nichts als heisse Luft.

    Erzählt mir nicht, dass Apple von der ganzen Datenklauberei nichts gewusst haben soll.

    Heuchelei und Expansionsbegehren in einem perfekten Paket als Werbung verschnürt. That's it.
    10 0 Melden
  • franzfifty 05.06.2018 21:56
    Highlight ..Apple schützt Euch nicht vor Facebook! Die wollen nur, dass Ihr akzeptiert, dass bei Problemen Apple selber raus aus dem Spiel ist. Echter Schutz wäre komplett zu blockieren, Zugriff auf Website sperren, App von app Store löschen...aber das machen die kaum, die verdienen an Facebook genausoviel wie immer. Nur Ihr seid die Trottel..
    13 19 Melden
  • chrimark 05.06.2018 18:14
    Highlight Wer immer und überall alles liken und anklicken muss, braucht sich dann auch nicht zu wundern. Zuerst Nachdenken bevor man klickt hilft mehr als jedes Datenschutz- und Sicherheitsgadget.
    21 17 Melden
    • Pachyderm 05.06.2018 21:23
      Highlight Die ganzen Socialmedia-Plugins tracken dich auch wenndu sie nicht anklickst.
      25 0 Melden
    • riqqo 05.06.2018 22:50
      Highlight Die Daten werden gesammelt, sobald auf einer Website einen Like-Button erscheint. Nix liken/sharen/kommentieren.

      Also auch auf den XXX-Seiten die du ab und an besuchst, werden Facebook-Daten gesammelt ;-)
      16 0 Melden
    • Ecoliat 05.06.2018 23:00
      Highlight Beim Like-Button erfährt Facebokk aber sowieso, dass du die Seite besucht hast 😕, auch wenn du den Like-Button nicht anklickst
      11 0 Melden
  • Charlie B. 05.06.2018 18:13
    Highlight „Internet Friends“ you blocked me on facebook? Now ...

    12 0 Melden
  • YvesM 05.06.2018 18:13
    Highlight Und wer schützt uns vor Apple? 🤔
    29 49 Melden
  • DomKi 05.06.2018 18:08
    Highlight Au ja, Facebook versenken !!
    58 2 Melden
  • My Senf 05.06.2018 17:50
    Highlight Ebe
    War eigentlich die „Sensation“ gestern!

    Die ganze Aufmerksamkeit gilt Apple

    Nur watson & co können sich von den Buttons des fb Konzerns nicht lösen...
    89 1 Melden
  • mrmikech 05.06.2018 17:29
    Highlight Wann du kein vpn benutzt können swisscom, sunrise, upc, etc auch alles mitlesen, und sind auch verpflichtet die daten zu speicher.
    10 23 Melden
    • Filzstift 05.06.2018 19:36
      Highlight Https?
      6 0 Melden
    • Mafi 05.06.2018 21:10
      Highlight Geht nicht wenn du https gebrauchst. Nur was via http gesebdet wird kann der Anbieter mitlesen. Plus natürlich die dns Anfragen, aber siehe dns via https (DoH), ist Firefox mut cloudflare am aufbauen.
      4 0 Melden
    • virus.exe 05.06.2018 21:49
      Highlight Verstehe die Blitzer nicht. Das sind Tatsachen.
      7 1 Melden
  • CASSIO 05.06.2018 17:20
    Highlight und die user glauben an die gutmenschen. macht Euch nicht lächerlich. apple wie fb machen daten zu geld.
    16 36 Melden
    • Dan Ka 05.06.2018 20:37
      Highlight Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber. FB und Google‘s Produkt sind die User. Beide wollen Werbung verkaufen. Apple will Geräte verkaufen. Da vertrau ich doch eher auf zweiteres als bspw. „Gratis“ Android.
      16 1 Melden
    • Ueli der Knecht 05.06.2018 22:22
      Highlight Im Grund streiten sie sich wie kleine Kinder um den Kuchen. Beide wollen den ganzen für sich. Teilen? Nada!

      Übrigens hat Zuckerberg damit angefangen.

      Bisher wussten wir nicht, dass Facebook mit Apple, Samsung und andere Gerätehersteller Partnerschaften pflegte, um sie mit Extra-Daten zu bedienen (https://nyti.ms/2kRnrMK).

      Nachdem das kürzlich aufgeflogen ist, behauptet Heucher Zuckerberg: "We’re winding down access to them. We’ve already ended 22 of these partnerships."
      https://newsroom.fb.com/news/2018/06/why-we-disagree-with-the-nyt/

      Apples Rache brauchte keine drei Tage.

      Kinder!
      6 2 Melden
  • theluke 05.06.2018 16:23
    Highlight Jaja aber selber daten von facebook kaufen. Guter marketing gag
    38 111 Melden
    • Asmodeus 05.06.2018 16:48
      Highlight Die Anzahl Blitze die Du dafür bekommen hast zeigen, dass dieser Marketinggag funktioniert.
      31 12 Melden
    • Raffaele Merminod 06.06.2018 07:17
      Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
    • Raffaele Merminod 06.06.2018 10:09
      Highlight Ich weiss nicht was ich "sachlicher" formulieren soll, liebe Redaktion?
      Es ist doch seltsam, das der Kommentar von "theluke" so viele Blitze erhält, obwohl er nur Fakten erwähnt, aber der von "Asmodeus" so viel Zustimmung erhält, obwohl er die Aussage von "theluke" bestätigt?
      Ist doch eigentlich Wiedersprüchlilch.
      7 0 Melden
  • What’s Up, Doc? 05.06.2018 16:11
    Highlight Ist ja gut und recht aber egal ob Amazon, Apple, Google oder Windows, jeder hört mit. Auch wenn sie von super Datenschutz auf ihren Servern reden, was zwischen unseren Geräten und deren Servern passiert kann niemand garantieren.
    35 38 Melden
    • todesnachti 05.06.2018 16:29
      Highlight Absolut garantieren nicht, aber dafür sorgen, dass es einen supercomputer Jahrzehnte beschäftigt den Inhalt herauszufinden, ist schon möglich.
      48 2 Melden
    • Posersalami 05.06.2018 18:07
      Highlight Darum verschlüsselt man den Datenverkehr. Dann wirds auch für eine NSA schwer mitzulesen, zumindest so lange es noch keinen Quantencomputer gibt.
      8 6 Melden
  • Posersalami 05.06.2018 16:11
    Highlight Nice, wieder 1-2 Erweiterungen für den Browser weniger die ich installieren und pflegen muss!

    Es ist schon abartig, welchen Aufwand man betreiben muss um den Datenkraken das Sammeln wenigstens zu erschweren oder punktuell zu verunmöglichen. Das endlich mal einer was gegen diese Seuche tut finde ich toll!

    Danke, Apple!
    227 13 Melden
    • franzfifty 05.06.2018 21:58
      Highlight Tja, das Konzept läuft anders ab und nicht wie Du denkst. Aber bedanke Dich nur irrtümlicherweise bei Apple...
      7 5 Melden
    • Alnothur 05.06.2018 22:22
      Highlight Öhm, was für einen Berg von Erweiterungen benutzt du denn? Ich habe Privacy Badger, der kümmert sich um alles...
      3 0 Melden
    • Posersalami 05.06.2018 23:33
      Highlight @ franzfifty: Dann klären sie bitte mich auf.
      0 1 Melden

Jeff Bezos, reichster Mann auf dem Planeten und «schlechtester Chef der Welt»

Er begann als kleiner E-Book-Händler. Jetzt ist er der reichste Mensch der Welt, der Imperator der Tech-Welt, ein Elon Musk auf Steroiden. Jeff Bezos wird mit Amazon wohl bald Apple als wertvollstes Unternehmen ablösen. Doch wie ist das möglich?

Der Gründer und Chef von Amazon ist vieles: Visionär, Multi-Milliardär, Ausbeuter. Investoren-Legende Warren Buffett preist Jeff Bezos als den «grössten Unternehmer unserer Zeit». Die Gewerkschaften sehen in ihm den «Weltmeister im Steuervermeiden».

Reichster Mensch der Welt ist Bezos bereits. Aber das ist ihm nicht genug. Sein Tech-Imperium entwickelt wiederverwendbare Raumfahrt-Raketen, verkauft Gesichtserkennungssoftware an Polizisten oder produziert Oskar-gekrönte Filme. Die …

Artikel lesen