International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Es hilft doch auch nichts, wenn wir jetzt alle nett miteinander sind» – Merkel verteidigt harte Linie gegen Griechenland

Die strenge Haltung im Schuldenstreit mit Griechenland hat Deutschland viel Kritik gebracht. Doch Kanzlerin Merkel lässt sich davon nicht beirren. Nett sein bringe nichts.



epa04886312 A handout picture made available on 16 August 2015 by German public broadcaster ZDF of German Chancellor Angela Merkel (L) and head of ZDF's Berlin studios, Bettina Schausten (R) during the traditional summer interview in Berlin, Germany, 16 August 2015. Merkel gave the traditional interview upon her return from summer vacations with Greece and migrant crisis likely to top the interview's agenda. 
 
ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF  EPA/JUERGEN DETMERS/ZDF / HANDOUT ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Angela Merkel beim Sommerinterview im ZDF Bild: EPA/DPA/ZDF

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den strengen Umgang mit Griechenland im Streit um weitere Finanzhilfen verteidigt. «Es hilft doch auch nichts, wenn wir jetzt alle nett miteinander sind und in zwei, drei Jahren ist es noch schlechter, als es heute schon ist», sagte sie im ZDF-«Sommerinterview».

Die griechische Regierung habe ihre Herangehensweise geändert. Dies sei «der Härte auch vieler anderer Länder zu verdanken, aber auch Wolfgang Schäuble, auch der Bundesregierung».

«Wir hatten sehr, sehr viel Unterstützung»

Athen habe «eingesehen, dass das Land nur auf die Beine kommen kann, wenn auch wirklich Reformen da sind», urteilte Merkel. Es bleibe nun abzuwarten, «ob diese Intensität des Arbeitens auch anhält». Auf die Frage, ob Deutschlands Ruf durch die harte Haltung Schaden erlitten habe, sagte sie: «Wir hatten sehr, sehr viel Unterstützung», beispielsweise von Irland und Portugal.

Griechenland soll gemäss der Vereinbarung mit den internationalen Geldgebern ein drittes Hilfsprogramm erhalten. Vorgesehen sind bis zu 86 Milliarden Euro an frischen Krediten. Im Gegenzug verpflichtet sich Athen zu umfassenden Reformen und Sparmassnahmen.

Das griechische Parlament stimmte den Auflagen in der Nacht zu Freitag zu, am Freitag billigten die Eurofinanzminister das neue Programm. Am Mittwoch stimmt der Bundestag ab. Es wird mit mehreren Gegenstimmen aus der Unionsfraktion gerechnet. Mitte Juli hatte rund ein Fünftel der Fraktion nicht für die Aufnahme von Verhandlungen über das dritte Hilfsprogramm votiert.

epa04886313 A handout picture made available on 16 August 2015 by German public broadcaster ZDF of German Chancellor Angela Merkel (L) and head of ZDF's Berlin studios, Bettina Schausten (R) during the traditional summer interview in Berlin, Germany, 16 August 2015. Merkel gave the traditional interview upon her return from summer vacations with Greece and migrant crisis likely to top the interview's agenda. 
 
ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF  EPA/JUERGEN DETMERS/ZDF / HANDOUT ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/DPA/ZDF

Merkel nimmt Kauder in Schutz

Der CDU-Fraktionschef Volker Kauder drohte daraufhin, Abweichler könnten künftig keine wichtigen Funktionen in Parlamentsausschüssen mehr bekleiden. Dafür war er scharf kritisiert worden. Merkel nahm ihn in Schutz. Sie sagte, Kauder habe keinen Abgeordneten unter Druck setzen wollen.

Auf die Frage, ob alle Abgeordneten frei seien in ihrer Stimmabgabe, sagte Merkel: «Selbstverständlich.» Sie sei zuversichtlich, dass der Bundestag dem Hilfspaket zustimme.

Dass die Einigung mit Griechenland zustande kam, sei auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu verdanken. Die Kanzlerin sagte, sie habe in der letzten Nacht der Verhandlungen ständig mit ihm im Kontakt gestanden.

Merkel zeigte sich überzeugt davon, dass sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem Hilfspaket beteiligt. «Der IWF hat mitverhandelt, er trägt das.»

epa04886311 A handout picture made available on 16 August 2015 by German public broadcaster ZDF of German Chancellor Angela Merkel arriving for the traditional summer interview in Berlin, Germany, 16 August 2015. Merkel gave the traditional interview upon her return from summer vacations with Greece and migrant crisis likely to top the interview's agenda. 
 
ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF  EPA/JUERGEN DETMERS/ZDF / HANDOUT ATTENTION EDITORS: FOR EDITORIAL USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING ON THIS PROGRAM / MANDATORY CREDIT: PHOTO: JUERGEN DETMERS/ZDF HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/DPA/ZDF

IWF-Chefin Christine Lagarde habe gesagt, der IWF sei dabei, wenn die Bedingungen für ein neues Rettungsprogramm erfüllt seien, erklärte Merkel. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass das, was Frau Lagarde gesagt hat, auch Realität wird.»

Bisher gibt es einen Konflikt, weil der IWF sich nur beteiligen will, wenn Griechenland Schulden erlassen werden. Das aber widerspricht den Euro-Statuten. Merkel unterstrich, dass ein Schuldenerlass nicht möglich sei. Zugleich deutete sie einen Kompromiss an.

Spielraum gebe es sowohl bei den Laufzeiten der bisherigen Kredite als auch bei den Zinssätzen. Das heisst: Griechenland könnte einige Erleichterungen bei der Rückzahlung bekommen.

sms/dpa/Reuters

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 16.08.2015 22:04
    Highlight Highlight merkel, die eiserne lady
    7 0 Melden
  • _kokolorix 16.08.2015 21:55
    Highlight Highlight wetten das noch vor ablauf von 2, 3 jahren über weitere hilfskredite verhandelt wird. auch diese kredite dienen ausschliesslich der rückzahlung von älteren krediten. und auch diese neuen kredite müssen verzinst und abgezahlt werden.
    ich verstehe nicht warum das so schwer zu verstehen ist das dieses vorgehen niemals zum ziel führen wird.
    wenn allerdings die massregelung der griechen das ziel ist, ist alles klar...
    4 1 Melden
    • Jol Bear 16.08.2015 22:58
      Highlight Highlight Angela Merkel beweist Prinzipientreue, alles andere würde ihre Chancen für einen erneuten Wahlsieg als Bundeskanzlerin gefährden. Aus ökonomischer Warte ist es wohl klar, dass Griechenland diese immensen Schulden nie wird zurückzahlen können. Aber hier geht es um Politik und diese richtet sich nach einem 4-Jahres-Rhythmus. Längerfristige ökonomische und ganzheitliche Aspekte spielen da, und bei der EU-Geld- und Wirtschaftspolitik besonders, erwiesenermassen eine untergeordnete Rolle.
      4 1 Melden

Anwaltskosten und Facebook-Likes – dafür hat AfD-Weidel die Schweizer Spenden verwendet

Alice Weidel hat von einer Schweizer Pharmafirma 130'000 Euro, gestückelt in 18 Tranchen, erhalten. Laut deutschem Recht sind Spenden aus einem Nicht-EU-Land illegal. Strafanzeige wurde eingereicht, Untersuchungen laufen.

So viel war bekannt. Was man bisher noch nicht wusste, ist wofür die AfD-Fraktionschefin das Geld verwendet hat. Bis jetzt.

Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, hat Weidel das Geld einerseits für einen Medienanwalt ausgegeben, der rechtlich gegen Journalisten …

Artikel lesen
Link to Article