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Ohne rosarote Brille: Das hat die Wirtschaftspolitik des russischen Präsidenten gebracht. bild: keystone/watson

Liebe Putin-Fans, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein

Wladimir Putin nimmt seine vierte Amtszeit als Präsident in Angriff. Nach 18 Jahren an der Macht fällt seine Wirtschaftsbilanz ernüchternd aus: Auf Russlands einst rasende Aufholjagd folgte Stagnation.

Benjamin Bidder / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Mehrheit der Russen kann sich ein Russland ohne Putin nicht vorstellen. Ähnlich unumstritten wie in der eigenen Bevölkerung war Putin lange auch bei einer entscheidenden Zielgruppe im Ausland: Westliche Wirtschaftsvertreter lobten bei jeder Gelegenheit Putins Errungenschaften und Absichten, die tatsächlichen wie die vermeintlichen.

Nach den Parlamentswahlen 2011 etwa hatten gut dokumentierte Wahlfälschungen in Moskau bis zu hunderttausend Menschen auf die Strasse getrieben. Der damalige Geschäftsführer des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft hingegen glaubte, sogar «die ersten freien Wahlen in Russland gesehen» zu haben.

2013 dann – kurz nach dem drakonischen Urteil gegen Pussy Riot und zwei Wochen nach einer Razzia in einem russischen Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung – verkündete der damalige VW-Chef Martin Winterkorn in den «Tagesthemen», Putin sei ein «Mann, der in Russland die Demokratie einführen will».

Der Ton in der Wirtschaft ist inzwischen zurückhaltender. Die Entwicklung sei «ernüchternd» gewesen seit Putins Rückkehr in den Kreml 2012, sagt Wolgang Büchele, Vorsitzender des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft. Die ambitionierten Wahlversprechen des Kreml seien «mit den Rezepten der Vergangenheit nicht zu schaffen», sondern nur «mit einem beherzten Kurswechsel».

Putin hatte vor der Wahl unter anderem angekündigt, die Armut im Land zu halbieren. Sie war zuletzt sprunghaft gestiegen.

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Als Wladimir Putin im Jahr 2000 Präsident wurde, war Russland in weiten Teilen ein armes Land. Die russische Regierung stufte damals 36 Millionen Menschen als «arm» ein, 2012 waren es nur noch 15 Millionen. Seitdem steigt ihre Zahl allerdings wieder, bedingt durch Russlands Wirtschaftsprobleme.

Putins Wirtschaftswunderland

Putin hatte sein Amt im Jahr 2000 mit der Agenda eines Wirtschaftsreformers angetreten. Es gehe um «die Prinzipien der Stärkung des Staates und der marktwirtschaftlichen Reformen». In den zehn Jahren nach Putins Amtsantritt wuchs Russlands Wirtschaftsleistung in absoluten Zahlen von 260 Milliarden Dollar auf 1.9 Billionen Dollar, eine Verachtfachung. Die Arbeitslosigkeit sank auf fünf Prozent, die Einkommen wuchsen dreimal schneller als die Produktivität. 1999 lebten noch sechs Prozent der Russen von weniger als zwei Dollar pro Tag, anderthalb Jahrzehnte später kaum noch jemand.

Das war die Zeit, in der sich Wirtschaftsvertreter aus dem Westen angewöhnten, von Russlands grossem Potenzial zu schwärmen. Erfüllt wurden die Erwartungen selten. Ein Beispiel: der russische Automarkt. Er ist ein passabler Indikator für die Entwicklung des Wohlstands in der breiten Bevölkerung – und der Grund, warum alle grossen deutschen Autobauer über die Jahre eigene Fabriken in Russland gebaut haben.

Im Jahr 2007 rechnete der Wirtschaftsprüfungskonzern PWC vor, Russland mit seinen 140 Millionen Einwohnern werde bald schon Deutschland als grössten Automarkt Europas ablösen. 2008 sollte es soweit sein. Als das Ereignis ausblieb, war die Rede von 2011, später 2013, zuletzt 2016. Auch die Boston Consulting Group war noch vor Kurzem sicher, der russische Automarkt werde bis 2020 auf 4.4 Millionen Fahrzeuge anschwellen, getrieben von der boomenden Konjunktur.

Die Realität sieht anders aus.

Russlands BIP liegt heute auf dem Wert von 2008

2017 war der russische Automarkt mit 1.6 Millionen Neuzulassungen weiter entfernt vom Volumen des deutschen (3.45 Millionen) als im Jahr 2005. Da war Putin gerade einmal fünf Jahre im Amt.

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Die Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen schieben die russische Konjunktur nicht mehr an. Schon 2013 – das Barrel Öl kostete noch 110 Dollar, Sanktionen waren nicht in Sicht – sank das Wachstum auf 1.3 Prozent. Als der Ölpreis dann 2014 auf 40 Dollar fiel, rutschte das Land in die längste Rezession seit den frühen Neunzigerjahren.

Der von manchen Beobachtern im Westen erwartete Zusammenbruch der wirtschaftlichen Ordnung blieb damals aus. Und: Einige Branchen haben in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge errungen. Russische IT-Firmen etwa zählen zu den innovativsten weltweit. Das Land hat auch im vergangenen Jahr die USA als grösster Weizenexporteur abgelöst. Zum ersten Mal hat Russland mehr mit Agrarexporten verdient, als mit Waffenverkäufen (mehr über den Landwirtschaftsboom erfährst du hier: «Sanktionen? Super!»).

Trotzdem wuchs die Wirtschaft 2017 gerade einmal 1.8 Prozent. Die Prognosen für 2018 und 2019 liegen bei 1.5 bis 2 Prozent. Für Russland, das eigentlich Augenhöhe mit den entwickelten Industrieländern sucht, ist das ein spärlicher Wert. In Dollar gerechnet lag die Wirtschaftskraft Russlands im vergangenen Jahr niedriger als im Jahr 2008.

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Die russischen Wachstumsraten konnten seit 2009 nie auch nur annähernd jene Werte der ersten Putin-Jahre erreichen. Im Jahr 2000 wuchs die Wirtschaft um satte zehn Prozent. 2013 – der Ölpreis lag noch bei 110 Dollar, die Krim war noch ukrainisch – reichte es allerdings nur noch für magere 1,3 Prozent Wachstum. Immerhin: 2017 setzte nach zwei Jahren Krise das Wachstum wieder ein. Experten rechnen allerdings damit, dass Russland auf absehbare Zeit maximal zwei Prozent wachsen wird.

Die gläserne Decke

Russlands Wirtschaft scheint regelmässig an eine gläserne Decke zu stossen – trotz ihres unbestritten grossen Potenzials. Der Grund ist die Stärkung der Rolle des Staates in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Um die Macht der Oligarchen und Räuberkapitalisten zu brechen, hat der Kreml immer mehr Wirtschaftsbereiche in Staatshand konzentriert. Damit wollte Putin die Probleme der Neunzigerjahre lösen.

Doch die Strategie, die zu Beginn seiner Präsidentschaft durchaus nachvollziehbar war, ist inzwischen selbst zum grössten Problem geworden. Bis zu 70 Prozent der gesamten russischen Wirtschaftskraft entfallen heute auf schwerfällige, staatlich kontrollierte Strukturen. Um Russlands Wachstum zu entfesseln, müsse sich der Kreml «aus der Mehrheit seiner Industriebeteiligungen zurückziehen und mehr Wettbewerb zulassen», fordert der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft.

Wahrscheinlich ist das nicht. Der seit Putins Amtsantritt im Jahr 2000 stetige Rückgang der Zahl der Armen im Land hat sich umgekehrt, seit 2014 steigt ihre Zahl wieder. Für das Ansehen des Präsidenten im Amt hat das bislang kaum spürbare Folgen. Putins Russland liess nach dem Ölpreisverfall den Rubel gegen Euro und Dollar dramatisch abwerten. Das half der Wirtschaft, die Krise zu überstehen: Importe aus dem Ausland wurden teurer, russische Produzenten konkurrenzfähiger. Russlands Industrieproduktion wächst deshalb. Die Zeche zahlten allerdings die Bürger: Die Preise stiegen, die Kaufkraft von Einkommen und Renten ist stark gesunken.

Putins Rückhalt in der Bevölkerung ist dennoch ungebrochen. Zuletzt gaben 81 Prozent der Bevölkerung an, zufrieden zu sein dem Staatsoberhaupt.

Seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 messen die meisten Russen Putin nicht mehr wie früher am Fortschritt der Wirtschaft – sondern zuerst an den tatsächlichen und vermeintlichen Erfolgen der russischen Aussenpolitik. Der Druck, die Wirtschaftspolitik zu ändern, ist auch deshalb gering.

Weitere aufschlussreiche Infografiken:

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Die Lebenserwartung in Russland stürzte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ab. Seit 2005 steigt sie deutlich an. Beachtlich sind deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Russische Frauen werden im Schnitt 77 Jahre alt – das ist der höchste, jemals gemessene Wert. Männer dagegen werden nur 66,5 Jahre alt, ihre Lebenserwartung war bereits Ende der Achtzigerjahre ähnlich hoch. Mitte der Neunzigerjahre war sie allerdings auf 57 Jahre abgestürzt. Putin hat im Wahlkampf versprochen, die Lebenserwartung werde bald weiter steigen – auf über 80 Jahre.

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In den Neunzigerjahren war die Geburtenrate in Russland extrem eingebrochen, auf zwischenzeitlich nur noch 1,2 Kinder pro Frau. Viele Russen rechnen Putin hoch an, den Bevölkerungsschwund zumindest gebremst zu haben. Als einer der Gründe dafür galt die Einführung des sogenannten «Mutterschaftskapitals», einer staatlichen Einmalzahlung an Mütter im Wert von mehreren Tausend Euro. Allerdings entfällt ein Teil des Zuwachses auf die strukturschwachen und islamisch geprägten Gebiete des Nordkaukasus. Zuletzt berichteten russische Medien zudem, die Zahl der Geburten sei um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

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Russland liess nach dem Ölpreisverfall den Rubel gegen Euro und Dollar dramatisch abwerten. Das half der Wirtschaft, die Krise zu überstehen: Importe aus dem Ausland wurden teurer, russische Produzenten konkurrenzfähiger. Russlands Industrieproduktion wächst deshalb. Die Zeche zahlten allerdings die Bürger: Die Preise stiegen, die Kaufkraft von Einkommen und Renten ist stark gesunken.

Videos zeigen mutmassliche Verstösse

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    Alle Leser-Kommentare
  • AdiB 20.03.2018 13:48
    Highlight Highlight ich finde die linken in europa lustig. putin ist eigendlich auch eher ein linker. er verbesserte die arbeitsgesetze damit auch die bedienungen. er hat den islam als offizielen teil russlanda erklärt. er geht auf alle völkerschichten ein und gab jedem etwas dass ihn zufrieden stimmt.
    klar ist die armut gross in russland und freie meinungsäusserung geht nur soweit, solange es nichts negatives über putin ist.
    und dass putin soviele stimmen bekam ist nicht verwunderlich. der man schaffte es alle völker (fast 100) zuvereinen so dass sich niemand mehr underdrückt fühlt, bis auf ein par linke.
  • Gregor Hast 20.03.2018 08:22
    Highlight Highlight Es kommt der Zeitpunkt, da wird das Kriegsbeil begraben und die Sanktionen aufgehoben. Wann das geschehen wird, steht noch in den Sternen. Doch dieser Zeitpunkt kommt sobald alle zur Vernunft gekommen sind.
  • mogad 20.03.2018 07:54
    Highlight Highlight "Russland liess nach dem Oelpreisverfall den Rubel gegen Euro und Dollar abwerten, das half der Wirtschaft die Krise zu überwinden. Importe wurden teurer, russische Produzenten konkurrenzfähiger."

    Da hat Putin gegenüber der EU einen Vorteil: EU-Krisenländern (Italien, Griechenland) wäre wirtschaftlich wohl geholfen wenn sie Drachme und Lira noch hätten. Diese Währungen könnten sie abwerten, um die Wirtschaft im Inland anzukurbeln und den Schuldenabbau zu erleichtern. Geht nicht wegen des Euro's. Wie Putin wohl über die Schwächen des Westens der so hart mit ihm ins Gericht geht, denkt?!
  • Jim_Panse 20.03.2018 06:19
    Highlight Highlight Werde definitiv zum Putin fan. Er ist der Antihero schlechthin. Trotz Putinbashing und harten Sanktionen steht Putin und Russland gerade. Ich denke die Wirtschaftsdaten von Russland sind vorallem für die Sanktionsgeber ernüchternd. Langfristig wird Russland nur gestärkt
  • RacKu 19.03.2018 22:23
    Highlight Highlight Wenn die Russen sooo schlecht dran sind, warum müssen wie die militärisch und wirtschaftlich im Schach halten? Oder gehts nur um freie Marktwirtschaft?
  • Statler 19.03.2018 20:30
    Highlight Highlight Watson, es nervt. Ich will meinen Sermon aus dem Löpfe-Artikel nicht wiederholen.
    Ich sag' zum Abschied leise Servus. War schön, aber jetzt reichts...
    • Echo der Zeit 19.03.2018 21:45
      Highlight Highlight "Liebe Putin-Fans, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein" - Komm schon, sie haben euch Extra gewarnt.
    • Juliet Bravo 19.03.2018 23:37
      Highlight Highlight Reisende soll man nicht aufhalten - Ciao 👋
    • Juliet Bravo 19.03.2018 23:39
      Highlight Highlight Trotzdem schade, dass du gehst Statler. So sensibel?
  • Der_Mario 19.03.2018 20:04
    Highlight Highlight Ein paar schöne Erfolge kann der Herr Putin ja schon verbuchen. Auch wenn der Glanz bröckelt, er ist zur Zeit der starke Mann Russlands. Das bleibt er auch, denn mögliche Konkurenz wird von ihm jeweils schnell ausgebremst, bevor sie zur Gefahr werden könnte.
    Die Russen glauben an ihn und seine Versprechen. Eine Alternative fehlt und an etwas müssen auch die Russen glauben.
  • Flipperli 19.03.2018 19:48
    Highlight Highlight Irgendwie ist alles nur noch korrupt 🤮🤮🤮
  • Julian Roechelt 19.03.2018 19:44
    Highlight Highlight Erstaunlich sind immer diese Spezialisten im Forum, die nicht mal Russisch können.
    Ich kann denen nur empfehlen, geht doch selber mal hin und schaut.
    Ich habe während meines Medizinstudiums ein Praktikum in RU gemacht, damals noch ohne Sprachkenntnisse.
    Das war eine der besten Zeiten meines Lebens.
    • FrancoL 19.03.2018 20:55
      Highlight Highlight Ohje der Einzelfall, der Student der alles begriffen hat.
      Nein man kann auch ohne Sprachkenntnisse zB merken dass die Korruption immer noch an der Tagesordnung ist, man kann auch ohne Sprachkenntnisse die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens valutieren, man kann auch ohne Sprachkenntnisse den Stand der Technik beurteilen und man kann auch ohne Sprachkenntnisse Bilder betrachten, es werden wohl nicht alles gefakte Bilder sein.
    • Julian Roechelt 19.03.2018 21:43
      Highlight Highlight "und man kann auch ohne Sprachkenntnisse Bilder betrachten"

      Das nennt man Bilderbuch anschauen.
      Hab' ich als Kind oft gemacht.
    • Graf Von Mai 20.03.2018 01:07
      Highlight Highlight Julian, nur weil du Gefallen an deiner Zeit in RU hattest, ist Putin gut oder sagt jemand hier ganz RU ist schlecht?
  • Julian Roechelt 19.03.2018 19:41
    Highlight Highlight Da gibt es auch andere Ansichten, und nein, nicht von RT, sondern aus der WELT:

    https://www.welt.de/finanzen/article174703344/Wladimir-Putin-Mit-diesem-Deal-duepiert-er-den-Westen.html
  • Posersalami 19.03.2018 19:22
    Highlight Highlight Ein Land, dessen Wirtschaft vom Rohstoffexport lebt, bekommt also Probleme, wenn diese Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu tiefen Preisen gehandelt werden. Wow, was für eine Erkenntnis!

    Jetzt ist natürlich die Frage, wieso diese Rohstoffe denn so günstig sind..

    "Hintergrund ist ein knallharter Wettbewerb zwischen den klassischen Ölförderern wie Saudi-Arabien und neuen Konkurrenten vor allem in Nordamerika (...)"
    https://www.srf.ch/news/wirtschaft/darum-ist-der-oelpreis-so-tief

    Putin ist Schuld, das ist doch eindeutig!
    • Tepesch 19.03.2018 20:11
      Highlight Highlight @Posersalami
      Ähm, natürlich ist es auch der Regierung anzulasten, wenn die Wirtschaft zu einseitig ausgelegt wird.
    • Toerpe Zwerg 19.03.2018 20:32
      Highlight Highlight Es ist ja nicht so, dass man Rohstoffeinnahmen dafür einsetzen könnte, gezielt in andere Sektoren zu diversifizieren ...
    • FrancoL 19.03.2018 21:00
      Highlight Highlight Wer auf wenig solide Handelsware setzt der ist kein guter Kaufmann und wohl auch kein besonders guter Staatchef.
      Russland hätte zumindest auf der Basis des unter den Kommunisten gut funktionierenden Bildungssystems mehr diversifizieren können, doch es war wohl für die neuen Barone einfacher auf die Rohstoffplünderung zu setzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zweistein 19.03.2018 19:08
    Highlight Highlight Etwas selektive Datenauswahl. Russland ist es trotz Sanktionen gelungen, die Staatsschulden auf 12% zu senken und die Goldreserven weiter zu steigern. Dies macht Russland finanziell unerpressbar, was in den Westmedien aber kaum eingestanden wird. Auf alle Fälle ist Russland geopolitisch wichtiger als alle 28 EU-Pudel zusammengenommen.
    • FrancoL 19.03.2018 21:01
      Highlight Highlight Bist Du da so sicher? Ich würde da nicht viel drauf wetten.
  • walsi 19.03.2018 18:44
    Highlight Highlight Die Wirtschaft verachtfacht, die Arbeitslosigkeit gesenkt, die Armut stark reduziert und dennoch spricht der Artikel von Stagnation und von kleinen Wachstum. Die EU hat ein Zielwachstum von 2% und Russland liegt bei 1.8%.

    Vielleicht bin ich wirklich zu doof, aber ich versteh den Sinn dieses Artikels nicht.

    Spannend wär was in der russischen Wirtschaft los wäre wenn es keine Sanktionen gibt.
    • Hierundjetzt 19.03.2018 22:13
      Highlight Highlight Simples VWL, ohne Sanktionen würde die Wirtschaft noch schlechter dastehen, da alles im Westen gekauft wird (wie vorher).

      1,8 % auf 1,2 Bio (RU) ist wenig zu 2% EU mit 14,6 Bio.

      (Ohne Schweiz 660 Mrd und Norwegen 350 Mrd)

      PS: Russland ist nur 2x so stark wie die CH. Denk mal darüber nach 😏
  • Dong 19.03.2018 18:15
    Highlight Highlight Liebe Watsons, tapfer sein müssen „wir“ schon lange ;-)
    Abgesehen davon ein m. E. unverhofft sachlicher Artikel, dem ich absolut zustimmen kann. Das ist halt Russland, arm dran, aber war schon schlimmer (und zwar immer).
    Was halt doof ist (abgesehen vom Titel des Artikels), ist, erst Sanktionen zu verhängen, und dann zu klagen, dass die russische Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Das war doch die Idee der Sanktionen, oder?
    • FrancoL 19.03.2018 20:50
      Highlight Highlight Ich bin mir nicht so sicher ab man das auf die Sanktionen abwälzen kann und soll. Es gab auch schon eine Zeit ohne Sanktionen und die war nicht besser. Es ist mE wohl das Problem des NACH der Planwirtschaft und dazu noch der höchst ungleichen Verteilung der Güter bzw des Kapitals. Schaut man ganzer hin so haben auch die anderen Länder die eine Planwirtschaft zu überwinden haben ihre grosse Mühe in Schwung zu kommen. Da ich seit dem Mauerfall mit den EX Oststaaten zu tun habe treffe ich häufig auf diese Problematik, es ist nicht einfach von der Planwirtschaft auf die Markwirtschaft zu wechseln.
    • rodolofo 20.03.2018 08:18
      Highlight Highlight Nein, darum ging's nun wirklich nicht!
      Sie werden aber leider von vielen so verstanden.
      Ein verheerendes Missverständnis!
      Kommt in der besten Erziehung vor...
      In den Philippinischen Slums hat ein Philippinischer Ethnologe beobachtet, dass dort die Mitglieder von Gangs Gefängnis-Aufenthalte und Anzahl Morde wie Trophäen behandeln und damit angeben!
      Was willst Du da als Polizist noch erreichen, wenn Du nicht schon selber vollkommen korrupt und kriminell geworden bist?
      Kannst Du's mir sagen, Du Neunmal Kluger?
  • Echo der Zeit 17.03.2018 13:47
    Highlight Highlight Russlands Landwirtschaft ist dabei noch auf Sanktionen aus dem Westen angewiesen. Sonst würde dort überhaupt nichts gehen - ausser einer Handvoll Schweizer Bauern die ausgewandert sind.
  • Maria B. 17.03.2018 13:43
    Highlight Highlight Eine weitere SPIEGEL-Nullnummer zur "richtigen Zeit"

    Wer die gestrige Spezialsendung mit Susanne Wille auf SF1 (in die news eingebettet) aus Moskau live sah, der weiss a. dass es Russland trotz den sinnlosen Sanktionen wirtschaftlich keineswegs so schlecht geht wie hier aufgeführt, b. die meisten Russen nicht unzufrieden und die Regale mit feinen Lebens- und Genussmitteln (Bilddokumentation) gut gefüllt sind.

    Komisch, diese evidenten Unterschiede in der Berichterstattung, die von Wille immerhin vor Ort, wo auch die meisten der Befragten mit einem überwältigenden Wahlsieg Putins rechnen ;-)!
    • Echo der Zeit 19.03.2018 17:42
      Highlight Highlight Russland wird von Moskau aus Regiert - und wo war die Susanne ? Aha in Moskau. Auch ein Guter Bericht vom SRG, aber eben nicht Fernsehen sondern Radio - https://www.srf.ch/play/radio/zwischen-den-schlagzeilen/audio/russland-modernisiert-seinen-fernen-osten?id=4c87f344-5597-4a64-9ee0-478210066e36
    • FrancoL 19.03.2018 17:56
      Highlight Highlight Ja Maria; So einfach ist es Moskau ist Russland und Russland ist Moskau. Nun schon mal bemerkt dass bei 13 Zeitzonen 12 nicht über Moskau führen? Schon mal einen Bericht aus den alten Industriestädten geschaut oder einmal selbst dort gewesen? Auch mal ein Blick an den Rand von Moskau bewegt? Wohl kaum sonst würde Ihr Kommentar kaum so ausfallen. Seit 15 Jahren haben wir direkt und indirekt mit RU zu tun und dieses heile Bild der vollen Regale zeichnet sich unseren Mitarbeitern nicht.
    • Juliet Bravo 19.03.2018 18:06
      Highlight Highlight Maria, diese Daten lassen einem an ihrer Version aber ziemlich zweifeln.
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