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epa06023917 An exterior view of the church Jakobskirche in Herxheim am Berg, Germany, 12 June 2017. Since 1934, the bell tower houses three bells of which its smallest shows the inscription 'Alles fuer's Vaterland, Adolf Hitler' (Everything for the fatherland, Adolf Hitler) and a swastika. For centuries, the controversial bell was forgotten but now the community is looking for a solution.  EPA/RONALD WITTEK

Umstrittene Kirchenglocke aus der NS-Zeit: Die Jakobskirche im pfälzischen Herxheim am Berg. Bild: EPA/EPA

«Hitler-Glocke» mit umstrittener Inschrift darf in deutschem Kirchturm hängen bleiben

«Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler»: Das steht auf einer Kirchenglocke im pfälzischen Herxheim, und so soll es auch bleiben. Der Beschluss des Gemeinderats wurde mit Applaus aufgenommen.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Gemeinderat im pfälzischen Herxheim am Berg hat beschlossen, die umstrittene Glocke aus der Zeit des Nationalsozialismus nicht entfernen zu lassen. Mit zehn zu drei Stimmen entschied das Gremium, dass sie als «Anstoss zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht» erhalten bleiben soll.

Die «Hitler-Glocke» mit einem Hakenkreuz und der Inschrift «Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler» gehört der Ortsgemeinde und hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Jakobskirche. Sie hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen gesorgt, seit Anfang September ist sie abgeschaltet.

Sieg Fail: So doof sind Nazis

Die Evangelische Kirche der Pfalz hatte angeboten, die Kosten für die Demontage der alten und die Anschaffung einer neuen Glocke zu übernehmen. Doch dazu wird es nun nicht kommen.

«Die Gemeinde hat es nötig, dass wir Klarheit bekommen, in welche Richtung wir gehen wollen», sagte Ortsbürgermeister Georg Welker (parteilos) am Montagabend. Unter grossem Medieninteresse stellte er im Gemeinderat das Gutachten einer Glockensachverständigen vor. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Glocke als Denkmal einzustufen sei und entweder in ein Museum gebracht oder im Kirchturm bleiben solle.

Im Gutachten heisst es, eine «Entsorgung» der Glocke sei «eine Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur».

Umfrage

Findest Du die Entscheidung richtig, die «Hitler-Glocke» hängen zu lassen?

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  • 62%Ja, sie soll bleiben dürfen.
  • 29%Nein, sie gehört weg.
  • 9%Weiss nicht.

Dem folgte die Mehrheit im Gemeinderat und entschied, die Glocke hängen zu lassen, sie wieder in Betrieb zu nehmen und an der Kirche eine Gedenktafel anzubringen, die auf ihre Geschichte hinweist.

Das Ergebnis wurde im Publikum zum Teil mit Applaus aufgenommen. «Der Beschluss des Gemeinderats entspricht auch dem Wunsch der Gemeinde», sagte ein Bürger.

wal/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • droelfmalbumst 01.03.2018 11:23
    Highlight Highlight Probleme wo keine sind...die Glocke sieht ja eh kaum jemand.. zudem ist eine Geschichte dahinter... In der Schule nimmt man ja auch den zweiten Weltkrieg durch und wird damit konfrontiert...dann müsste man das ja auch verbieten...da kommen auch Nazis und Hackenkreuze und der Name Adolf Hitler vor....

  • Alienus 27.02.2018 22:21
    Highlight Highlight Die alten Nazis machen noch in der heutigen Zeit Probleme mit diesem Auslassungszeichen!

    Nun, schaut man sich das Foto der ollen Naziglocke an, so stellt man einen echten Fehler fest, der aber augenscheinlich anders ist als zunächst gedacht.

    Denn laut DUDEN Rechtschreibung von 1941 ist das gemeinte „FUER‘ S“ eigentlich RICHTIG (!) geschrieben, aber das an der Glocke vorhandene Leerzeichen zwischen „…R‘_S“ ist FALSCH.

    Denn das ist laut Duden eine übliche Verbindung und wird „für’s“ geschrieben, weil sie als Ganzes gefühlt wird.

    Fazit: Erstaunlich. Erstaunlich.
  • pedrinho 27.02.2018 13:48
    Highlight Highlight erinerungen werden wach gehalten
    .....und immer samstags um 06:00, wenn das alteisen geschuettelt wird, denk ich schei..nazi, dreh mich um und versuch weiterzuschlafen. ;)
  • SeineEminenz 27.02.2018 11:20
    Highlight Highlight Luther war ein antisemit. Wird jetzt alles von ihm auch abgebaut und zensiert?
  • just sayin' 27.02.2018 09:04
    Highlight Highlight in den staaten war es trend die entfernung der robert e. lee statuen zu fordern (und zeuselten so lange bis die strassen brannten)

    da geht deutschland schon ein wenig intelligenter an die sache heran.
  • Judge Dredd 27.02.2018 08:38
    Highlight Highlight Weder das Symbol noch der Name tragen per se dazu bei den Nationalsozialismus zu verherrlichen, sonder was man damit verbindet.
    Es macht schon einen Unterschied ob dieses Symbol eine Kirchenglock "ziert" oder auf der Flagge eines Sympathisanten des Dritten Reichs prangt.
    Nicht das Hakenkreuz hat Menschen getötet, es war die perverse Ideologie eines Geisteskranken welche hinter dem Krieg und dem Massenmord stand.
    Aufklären statt verbannen.

    Ach ja, ich war zwar nicht dabei, aber der Applaus am Ende war wohl eher fehl am Platz. Emotionen sind etwas Gutes, hier brauchts aber Sachlichkeit.
    • aglio e olio 27.02.2018 11:13
      Highlight Highlight Die Burka unterdrückt auch keine Frauen. Dennoch steht sie stellvertretend für die Ideologie einer Variante der fundamentalistischen Religionen.
  • walsi 27.02.2018 06:03
    Highlight Highlight Zu den Bildern: So doof sind Nazis. Wie doof muss man eigentlich sein zu glauben, dass jeder der ein Hakenkreuz irgendwo hin malt auch ein Nazi ist?
    • zwan33 27.02.2018 07:25
      Highlight Highlight Willst du uns was mitteilen, walsi?
    • D(r)ummer 27.02.2018 08:48
      Highlight Highlight Du meinst die Swastika, nehme ich an.

    • aglio e olio 27.02.2018 11:16
      Highlight Highlight Wer sonst malt denn Hakenkreuze? Neonazis und deren Symphatisanten.
      Hakenkreuz = Nazisymbol
      Swastika = altes Glückssymbol
      Beide sind leicht von einander zu unterscheiden.
  • Panna cotta 27.02.2018 05:43
    Highlight Highlight Der wahre Skandal ist doch der Schreibfehler in der Inschrift! :-)
    • Walter Sahli 27.02.2018 08:05
      Highlight Highlight Es ist zu kalt oder ich zu doof. Welcher Schreibfehler?
    • Peter Panther 27.02.2018 08:54
      Highlight Highlight @walter sahli: fuer's bitte ohne apostroph!
    • MiezeLucy 27.02.2018 08:55
      Highlight Highlight Fuers wäre richtig :) a.h. Und Konsorten waren halt nicht die hellsten Lampen im laden.....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Juliet Bravo 27.02.2018 03:53
    Highlight Highlight So soll sie nun also Mahnmal sein und ihr Geläut alle erinnern, wozu der Mensch fähig ist.
  • aglio e olio 26.02.2018 23:25
    Highlight Highlight M.M.n. sollte ein Mahnmal auch mahnen.
    Das kann ich in diesem Fall nicht recht erkennen. Mit der Beschriftung und dem HK erweckt die Glocke eher den Anschein einer "Reliquie".
  • critico 26.02.2018 23:20
    Highlight Highlight kommt niemandem in den sinn das "kreuz" rauszuschleifen?
    • ostpol76 27.02.2018 08:35
      Highlight Highlight Dass würde die Glocke verstimmen 😉
    • Anded 27.02.2018 09:54
      Highlight Highlight Ähm, da ist ein Hakenkreuz UND ein Nazi-Spruch UND der Vor- und Nachname vom Obernazi drauf. Einschmelzen und neu Giessen wäre wohl effizienter als schleifen.
  • Schnuderbueb 26.02.2018 22:49
    Highlight Highlight Jakobskirche? Warum nicht gleich Adolfskirche? Oder sagen die dort anstatt mein Gott mein Adolf? Wäähh!
    • MaskedGaijin 27.02.2018 08:56
      Highlight Highlight Hääh?
    • droelfmalbumst 01.03.2018 11:23
      Highlight Highlight Hääh?

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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