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Wal Timmy bläht sich auf: Darum ist eine Explosion möglich

Timmys Kadaver bläht sich auf: Darum können Wale explodieren

Die sterblichen Überreste von Wal Timmy sind vor einer Nordseeinsel angespült worden – die Verwesung ist in vollem Gange. Eine Expertin erklärt, wieso Explosionsgefahr besteht.
22.05.2026, 13:4022.05.2026, 13:40
Ein Artikel von
t-online

Der tote Buckelwal liegt noch immer vor der dänischen Insel Anholt – erste Versuche der lokalen Behörden, den Kadaver zu bergen, waren am Donnerstag gescheitert. In der Zwischenzeit bläht sich das tote Tier immer weiter auf: Wie Wal-Experte Fabian Ritter t-online bereits am Donnerstag erklärte, kann der Kadaver jede Minute explodieren.

Buckelwal Timmy Dänemark
Wal Timmy ist mittlerweile stark aufgebläht.Bild: News5

Dass die Kadaver sich so stark aufblähen und eventuell explodieren, sei bei den Meeressäugern nicht untypisch, erklärte die Biologin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Für dieses Phänomen sei die sehr dicke Fettschicht von Walen verantwortlich.

Auslöser sei ein genereller Prozess: Gallus erklärte: «Wenn ein Tier stirbt, beginnen sofort Verwesungsprozesse im Körper.» Bei diesem Prozess entstünden immer auch Bakterien und Faulgase. Normalerweise werde dieser Prozess allerdings durch kalte Luft oder kaltes Wasser verlangsamt. Sie kühlen den Körper und dämmen so auch die Bakterienbildung ein.

Wal Timmy: Aasfresser können die Explosion stoppen

Nur: Bei Walen sei die Fettschicht ein so effektives Isoliermaterial, dass es innerhalb des Kadavers warm bleibt. Solange der Körper des toten Wals nicht geöffnet sei, könnten die dabei entstehenden Gase nicht entweichen. Das könne etwa durch Aasfresser geschehen.

Sei dies allerdings nicht der Fall, könne es vorkommen, dass der Wal explodiert. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt von mehreren Faktoren ab, etwa der Umgebungstemperatur. Wie Gallus erklärte, könne das im Sommer schon nach wenigen Tagen passieren. Bei tieferen Temperaturen dauere der Prozess aber deutlich länger. Wie lange es bei dem als Timmy bekannten Buckelwal dauert, lasse sich also nicht mit Gewissheit sagen.

Die dänische Umweltbehörde hatte in den vergangenen Tagen bereits davor gewarnt, sich dem Kadaver zu nähern. Nach aktuellen Plänen soll der Wal an einen Hafen in Jütland transportiert werden. Dort soll das Tier eventuell obduziert werden.

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ghost Dog
22.05.2026 14:11registriert Februar 2026
Ja, wir wissen es langsam. Aktuell picken Möwen an ihm und TV-Teams machend davor Interviews. Hoffe, dass ihn so eine Möwe aufpicket an einer dünnen Stelle.
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Makeabetterplace
22.05.2026 21:40registriert Februar 2026
Liebes Watson-Team,wieso habt ihr eigentlich keinen Bericht darüber geschrieben, warum sich immer mehr Wale verirren? Es geht doch primär darum, warum dieser Wal gestrandet ist und nicht darum, was man hätte tun oder lassen können. Das eigentliche Problem ist doch, dass die Wale die Orientierung verlieren, weil unzählige Schiffe die Frequenzen stören, die sie zur Navigation brauchen.
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