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USA verhängen weitere Sanktionen wegen Unterdrückung der Uiguren

China zwingt Uiguren laut Menschenrechtlern dazu, Religion, Kultur und Sprache aufzugeben. Die USA wollen beteiligten Politikern erschweren, ein US-Visum zu bekommen.

Sören Götz / Zeit Online



Ein Artikel von

Zeit Online

Wegen der Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China hat die US-Regierung Strafmassnahmen gegen chinesische Politiker verhängt. US-Aussenminister Mike Pompeo verkündete Visa-Restriktionen gegen Vertreter der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei. Die USA halten die Partei für mitschuldig an der Inhaftierung und Misshandlung muslimischer Minderheiten in der chinesischen Region Xinjiang. Auch Familienangehörige dieser Personen könnten betroffen sein, erklärte Pompeo weiter. Details nannte das Aussenministerium nicht. Offen blieb damit auch, wie viele Personen insgesamt betroffen sind.

Three Muslim Uighur men rest outside a store where they sell portraits and memorabilia of late communist leader Chairman Mao Zedong, in Kashgar, in China's western Xinjiang province in this Sept. 24, 2001 file photo. The cloth portraits sell for 80 Yuan (US $9.68) each. Chinese officials said Saturday, March 8, 2003 that the central government was working hard to raise living standards in China's western regions. (AP Photo/Greg Baker)

Drei muslimische Uiguren vor Bildern des Kommunisten-Führers Mao Zedong. Bild: AP

Bereits am Vortag hatte das US-Handelsministerium 28 chinesische Unternehmen und Regierungseinrichtungen auf eine Schwarze Liste gesetzt, weil sie an der «brutalen Unterdrückung» ethnischer Minderheiten beteiligt seien. Pompeo appellierte nun an Peking, die «Unterdrückungskampagne» in der nordwestchinesischen Region Xinjiang «unverzüglich zu beenden». Alle dort «willkürlich festgenommenen» Menschen müssten freigelassen werden.

Nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen sind in Xinjiang mehr als eine Million Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Umerziehungslagern inhaftiert, wo sie dazu gezwungen werden, ihre Religion, Kultur und Sprache aufzugeben. Die chinesische Führung bestreitet das und spricht von «Bildungszentren», die dem Kampf gegen islamistische Radikalisierung dienten.

«Diese Anschuldigungen sind nichts weiter als eine Ausrede für die Vereinigten Staaten, sich vorsätzlich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen»

China spricht von «Einmischung in innere Angelegenheiten»

Die am Tag zuvor auf die Schwarze Liste gesetzten Firmen und Institutionen dürfen keine US-Produkte mehr kaufen. Damit solle verhindert werden, dass US-Technologie zur Unterdrückung «wehrloser Minderheiten» eingesetzt werde, erklärte Handelsminister Wilbur Ross. Die Sanktionen richten sich etwa gegen die Videoüberwachungsfirma Hikvision und die Unternehmen Megvii Technology und SenseTime, die auf Künstliche Intelligenz spezialisiert sind.

Commerce Secretary Wilbur Ross walks into the East Room of the White House before a news conference with President Trump and Australian Prime Minister Scott Morrison, Friday, Sept. 20, 2019, in Washington. (AP Photo/Patrick Semansky)
Wilbur Ross

US-Handelsminister Wilbur Ross verkündete Sanktionen infolge der Unterdrückung der Uiguren. Bild: AP

«Diese Anschuldigungen sind nichts weiter als eine Ausrede für die Vereinigten Staaten, sich vorsätzlich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen», sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums.

Die neuen US-Strafmassnahmen wurden kurz vor einer neuen Runde von Handelsgesprächen mit China verhängt. Die Gespräche sollen am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden. Dabei soll nach Angaben des Weissen Hauses der chinesische Handelsbeauftragte und Vizeregierungschef Liu He mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin zusammentreffen. Die USA und China überziehen sich seit mehr als einem Jahr gegenseitig mit hohen Sonderzöllen, was die Konjunktur weltweit schwer belastet.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Zeit Online veröffentlicht. Watson hat eventuell Überschriften und Zwischenüberschriften verändert. Hier geht’s zum Original.

Die unterdrückten Uiguren in China

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    Alle Leser-Kommentare
  • homo sapiens melior 09.10.2019 08:37
    Highlight Highlight Ich hatte Verwandte in Ungarn, die ohne umzuziehen mit ihrem Haus unvermutet zu Österreich gehörten. Den Leuten wurde verboten, Ungarisch zu sprechen. Die Kinder durften nur Deutsch sprechen. Es scheint funktioniert zu haben. Die ganze Region fühlt sich heute als österreichisch und nicht mehr als ungarisch und keiner spricht mehr Ungarisch als Muttersprache.

    Da sieht man perfekt wie oberflächlich und idiotisch die Unterschiede zwischen "Kulturen" oder "Völkern" sind. Es sind immer noch dieselben Leute.
  • rodolofo 09.10.2019 08:27
    Highlight Highlight Trump geht es doch nicht um Menschenrechte!
    Der will einfach mehr Geld in seine Schmarotzerstaat-Kassen, nachdem er die Reichen und Super-Reichen dafür belohnt hat, dass sie seinen Wahlkampf gesponsert haben.
    Er verhält sich, wie ein mittelalterlicher Fürst:
    Vorwärts in die Vergangenheit von engstirnigem Denken mit einem Horizont, der bis zur nächsten Mauer reicht...
  • André Izneuk 09.10.2019 07:46
    Highlight Highlight Die Amerikaner hsben die Indianer nicht umerzogen, sondern schlichtweg ausgerottet.....
  • koks 09.10.2019 07:35
    Highlight Highlight Trump setzt sich also für die unterdrückte Minderheit der Uiguren ein. Wie siehts bei der EU in der Sache aus?
  • Tragain 09.10.2019 07:21
    Highlight Highlight Double-standards🙄 wie war das mit dem "Muslim-Bann" zu Beginn von Donnies Amtszeit? die evangelikalen/konservativen Reps sind keineswegs an der muslimischen Minderheit interessiert, noch interessieren sie sich für soziale Minderheiten (man schaue auf die Flüchtlingszentren an den US Grenze zu Mexiko)!!!
    Alles was die wollen ist, China Nachteile aufbürden um als Wirtschaftsmacht nicht abgehängt zu werden.
    Länder, die selber Menschenrechte verachten und die eigene Demokratie nicht respektieren sollen sich nirgends einmischen. Aber die gute alte USA ist ja Weltpolizei.
  • Spitzbuab 09.10.2019 06:39
    Highlight Highlight Den USA geht es ganz sicher nicht um die Uiguren.
    Die USA interessieren sich nur um ihren Vorteil.
    Die Völker waren ihnen schon immer und werden es immer egal sein. Neuestes Beispiel: Kurden.
    Solange sie nützlich waren half man ihnen danach lässt man sie fallen.
    Und hier geht es nur um den Wirtschaftskrieg gegen China.
    • mrmikech 09.10.2019 07:30
      Highlight Highlight Einen wirtschaftskrieg welche bald explodieren könnte. China toleriert keine einmischung in lokale angelegenheiten.

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