Interview
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Toni Bortoluzzi (SVP-ZH) applaudiert bei der Verabschiedung im Nationalrat, am Freitag, 25. September 2015, am letzten Tag der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Toni Bortoluzzi am 25. September während seiner letzten Session in Bern.
Bild: KEYSTONE

Interview

Wie Schreiner Bortoluzzi den neuen Bundesrat geschnitzt hat: «Parmelin hörte auf mich»

Guy Parmelin heisst der Nachfolger von Eveline Widmer-Schlumpf. Was Alt-SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi damit zu tun hat? Er hat ihn geformt, 12 Jahre lange. Ein Interview mit Parmelins Lehrmeister.



Grüezi Herr Bortoluzzi. Stören wir?
Toni Bortoluzzi: Nicht wirklich. Ich fahre gerade Zug. Warten Sie rasch, ich gehe in eine etwas ruhigere Ecke ...

... wohin fahren Sie?
Ans Fraktionsessen mit Guy Parmelin im Kornhauskeller in Bern. Da dürfen auch die Alten hin (lacht). 

«Parmelin hat viel gelernt von mir.»

Sie müsste Parmelin sowieso einladen! Schliesslich haben Sie sich selbst in einem Interview als Parmelins Lehrer bezeichnet. Wie gross ist Ihr Anteil daran, dass er heute zum Bundesrat gewählt wurde?
Vielleicht klein, er könnte aber auch grösser sein, als ich denke. Er glaubte mir und er hörte auf mich. Das war sicher nicht verkehrt für seine Karriere. ​

Waren Sie eine Art Mentor für ihn?
Nein. Das wäre etwas überheblich. Aber als Schreiner würde ich mich als sein Lehrmeister bezeichnen. Ich war für ihn eine Art Richtschnur. 

Wie kam es dazu?
​Ich sass zwölf Jahre mit ihm in der Gesundheitskommission. Ich war der SVP-Leader in dieser Kommission und er ein Neuling. Er hat viel gelernt von mir. 

Was denn?
Er kam als typischer Waadtländer, als Agrarier, eher als Mitte-Politiker und ich musste ihm erst beibringen, wie es parteipolitisch läuft in Bern. Über die Jahre entwickelte er eine anständige, konservative Haltung. Und heute ist er aus Sicht eines Zürcher SVPlers ein stabiler SVPler.

«Wie Parmelins Wein schmeckt, weiss ich nicht mehr. Das ist zu lange her.»

Freuen Sie sich über seine Wahl?
Ja. Er hat einen guten Charakter und wird bestimmt ein guter Bundesrat werden. Er muss sich zuerst in das Amt einarbeiten, das ein ganz anderes ist, als sein bisheriges. Aber das wird ihm rasch gelingen. Ich freue mich, ihn heute wiederzusehen und ihm zu gratulieren.  

Wie schnell ihm das gelingt, wird man bald sehen. Aber uns interessiert derzeit eine ganz andere Frage: Haben Sie eigentlich seinen Wein schon probiert?
Natürlich. Wir machten vor Jahren Mal einen Ausflug auf seinen Hof und haben seinen Wein getrunken.

Und, hat er geschmeckt?
Ic​h weiss es nicht mehr, das ist schon zu lange her. Aber vielleicht tischt er ja heute Abend ein paar Flaschen auf (lacht). 

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    Alle Leser-Kommentare
  • FrancoL 09.12.2015 19:06
    Highlight Highlight Na Bravo! Wenn das Interview echt ist dann gibt es doch zu denken. Dass man in einer Materie die man ungenügend kennt dazulernen kann und muss verstehe ich bestens. Das man im Alter von ca. 40 Jahren seine politische Haltung noch so verformen und anpassen kann ist für mich ein Gräuel, darum hoffe ich auf ein Fake-Interview. Zudem; Schreiner Bortoluzzi stellt da den neuen BR als kleinen Schulbuben dar, finde ich unschön aber typisch für den Toni; immer der Spruch; "Sie müssen wissen . . . ." . geht mir so auf den s...
    • Felix Burch 09.12.2015 19:18
      Highlight Highlight Das Interview ist selbstverständlich echt.

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