Interview
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«Es hat ja einen Grund, dass wir so scharf reagieren»: Darum regen sich Transmenschen so über «Giacobbo/Müller» auf 

09.04.16, 09:53 09.04.16, 10:39


Eine Petition fordert wegen «Transen-Witzen» eine öffentliche Entschuldigung von «Giacobbo/Müller»: Urs Sager, Pressesprecher des Transgender Networks Switzerland, erklärt, warum sich die Betroffenen so echauffieren.

Haben sich «Giacobbo/Müller» im Ton vergriffen? Für Transmenschen ist die Antwort klar.
bild: srf

watson: Herr Sager, was kommt bei Ihnen an, wenn der Begriff «Transe» fällt?
Urs Sager: Der Begriff «Transe» wird von Transmenschen als Verunglimpfung empfunden. Er ist im deutschen Sprachgebrauch wahrscheinlich ​noch relativ gängig, wird aber häufig abwertend in Bezug auf Transvestiten benutzt. Man setzt ihn oft in einen sexuellen Zusammenhang – vor allem, wenn damit Transmenschen gemeint sind, die sich prostituieren müssen. Der Begriff ist diskriminierend und macht die Leute lächerlich.

Auf den ersten unbedarften Blick mag das Wort «Transe» nicht besonders schlimm klingen. Hätten «Giacobbo/Müller» aber über «SP-Homos» gewitzelt, wäre der Aufschrei gross gewesen: Fehlt es an einer Sen­si­bi­li­sie­rung für dieses Unwort?
Genau, das ist ein grosses Problem. Wenn man den Beitrag genau anschaut, sieht man, dass Mike Müller am Anfang das Wort «Transmenschen» benutzt, was eigentlich korrekt ist. Und dann wird es relativ abwertend, das Wort «Transe» fällt mehrmals bis zu dem Satz, ob ein muslimischer Bub einer «Transe» die Hand geben darf, wenn er ertrinkt: Das ist einfach blöd, das ist keine Satire mehr und es richtet sich deutlich gegen Transmenschen. Die Problematik ist, dass sie ja die SP-Frauen satirisch angehen wollten, aber das Ganze auf dem Rücken einer Minderheit austragen, die seit Langem um Anerkennung in der Gesellschaft kämpft und kämpfen muss.

Umfrage

Hand aufs Herz: Ist dir bewusst gewesen, dass das Wort «Transe» diskriminierend ist?

  • Abstimmen

3,193 Votes zu: Hand aufs Herz: Ist dir bewusst gewesen, dass das Wort «Transe» diskriminierend ist?

  • 46%Ja, das war mir klar.
  • 46%Nein, tatsächlich nicht.
  • 8%Ich weiss nicht.

In welcher Lage befinden sich die Transmenschen?
Wir haben in unserem Brief die Situation deutlich beschrieben: Transmenschen werden diskriminiert. Auch in der Schweiz. Es gibt hierzulande noch Gerichte, die sogar eine Sterilisation verlangen, damit Transmenschen ihre offiziellen Papiere ändern können. Wir haben keine Selbstbestimmung in der Schweiz. Das geht nicht. Wir liegen hinter anderen Ländern in Europa zurück, und das hilft uns einfach nicht bei der Anerkennung dieser Menschen.

FILE - In this Jan. 14, 2016 file photo, Caitlyn Jenner participates in E!'s

Caitlyn Jenner ist derzeit der wohl berühmteste Transmensch weltweit.
Bild: Richard Shotwell/Invision/AP/Invision

Sie stecken in einem Dilemma: Schafft Ihre Petition nicht mehr Aufmerksamkeit für die diskriminierenden Aussagen, als dass sie Ihnen nützt?
Ich muss berichtigen: Die Petition hat nicht das Transgender Network Switzerland eingereicht. Die ist von Frauen von der Gruppe Aktivistin.ch in Gang gebracht worden. Wir wurden neben weiteren Organisationen angefragt, ob wir das unterstützen – und das tun wir natürlich.

Sie hätten von sich aus also gar nicht protestiert?
Wir selbst haben nach der Sendung direkt interveniert und einen Brief an die SRF-Leitung geschrieben – also an SRF-Direktor Ruedi Matter, an SRG-Generaldirektor Roger de Weck und die Ombudsstelle. Wir haben auch eine Antwort bekommen: Dass die Ombudsstelle das entgegengenommen und an die entsprechenden Personen weitergeleitet hat. Wir werden sehen, ob eine Reaktion kommt, oder nicht. Es hat ja einen Grund, dass wir so scharf reagieren.

Der da wäre?
Es ist nicht das erste Mal, dass sich das SRF in Bezug auf Transmenschen massiv in der Wortwahl vergreift. Es gab auch schon Sendungen von «10vor10» oder «glanz & gloria»​, in denen die Wortwahl auch völlig daneben war. Da haben wir auch reagiert und sogar mit dem SRF ein Gespräch gehabt, in dem wir auch auf unseren Medienguide hingewiesen haben. Dort kann man lesen, welche Ausdrücke man benutzen kann. Das SRF hat das zur Kenntnis genommen – passiert ist trotzdem nichts.

US-Talkmaster John Oliver zum Thema Transmenschen.
YouTube/LastWeekTonight

Wie viele Beschwerden gab es denn schon?
Eine genaue Zahl kann ich jetzt nicht nennen, aber seit ich Medienverantwortlicher bin, also seit März 2015, war es jetzt sicher die vierte Beschwerde.

Zum Abschluss die Frage: Was wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir einfach mehr Sorgfalt bei der journalistischen Berichterstattung​. Es ist für uns wie ein Kampf gegen Windmühlen. Wir haben ein gewisses Verständnis, dass man nicht immer hundertprozentig die Korrekte Wortwahl braucht. Aber es muss insgesamt mehr Sensibilität an den Tag gelegt werden. 

Gedankenspiel

Zum guten Glück hat die Gesellschaft gelernt, Homosexuelle nicht als «Homos» zu bezeichnen: Heute ist jedem klar, wie abfällig der Ausdruck ist. Hier nochmal die Zitate aus «Giacobbo/Müller» leicht verändert: «Früher hat sich der einfache SP-Arbeiter beim Pinkeln gefragt: Darf ich stehen oder muss ich mich hinsetzen? Heute ist das anders. Heute überlegt sich der SP-Homo: [Darf ich auch ins Frauenklo]?» Und: «Darf so ein muslimischer Bub seinem Lehrer, wenn er ein Homo ist, die Hand verweigern?» 
Tönt schon ganz anders, oder?

Umfrage

Hast du nach diesem Interview Verständnis für die Petition?

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1,924 Votes zu: Hast du nach diesem Interview Verständnis für die Petition?

  • 20%Ja, ich sehe ein, warum eine Entschuldigung gefordert wird.
  • 25%Ich habe ein gewissen Verständnis für die Sache, finde eine Petition aber übertreiben.
  • 2%Ich weiss nicht.
  • 26%Die Witze sind nicht besonders gelungen, aber auch kein Grund zur Aufregung.
  • 27%Ich sehe das Problem überhaupt nicht.

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61
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61Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • somethin'witty 09.04.2016 19:54
    Highlight Eventuell wäre dieses Interview ein guter Start gewesen für eine differenzierte, von jeder Empörung lisgelöste Berichterstattung über die Situation von Transmenschen in der Schweiz. Ich persönlich lese und sehe viel zu diesem Thema im Internet, allerdings auf die USA bezogen mitsamt Kopschüttelwürdiger, typisch übertriebener pc.
    Gerade, weil der Aufschrei der Trans-Community vor allem zeigt, dass diese sich Medienpräsenz wünscht/braucht, da wäre es doch schön, diese intelligent zu gestalten, als bloss den Elefanten zu füttern.
    5 0 Melden
  • PewPewPew 09.04.2016 19:14
    Highlight Jaja, "Je suis Charlie", aber wehe man wird selber zum Ziel der Satire.

    Doppelstandards sind was schönes, die machen das Leben so einfach.
    8 1 Melden
  • Ignorans 09.04.2016 17:22
    Highlight Jetzt läuft das immer noch...
    2 1 Melden
  • Zeit_Genosse 09.04.2016 15:27
    Highlight Letztlich bliebe noch die Möglichkeit in einem Schweizerfenster eines ausländischen Senders Satire für die Schweiz zu machen. Exilsatire als Programm. Ironische Betrachtung des Service Public, der zum Schlachtfeld von Minderheiten verkommt.
    20 2 Melden
  • Sapere Aude 09.04.2016 15:05
    Highlight Ich glaube der entscheidende Punkt ist doch, dass die beiden die diskriminierenden Worte nicht verwendet haben um Transsexuelle zu beleidigen. Die Nummer machte sich ja über die Genderdebatte in der SP lustig und nicht über Transsexuelle. Ob das ganze jetzt lustig ist, ist eine andere Sache. Aber finde gehört gerade zur künstlerische Freiheit, Worte zu verwenden die nicht der political correctness entspricht.
    45 3 Melden
  • Menel 09.04.2016 14:53
    Highlight Satire ist Satire und trotzdem kann man Bezeichnung wählen, die nicht diskriminierend sind (vor allem, wenn schon deswegen das Gespräch mit SRF gesucht wurde.
    Ich denke nämlich nicht, dass sie in der Sendung zB. das Wort Nigger verwenden würden.
    14 19 Melden
    • AdiB 09.04.2016 16:08
      Highlight das n-wort haben sie aber schon öfters gebraucht in der sendung.
      5 2 Melden
    • Hierundjetzt 09.04.2016 16:11
      Highlight Jaaa... Nein.

      Den damit wären wir wiederum bei Sprechverboten und Zensur.

      Zur argumentativer Untermauerung: Dann darf man konsequent zu Ende gedacht auch nicht mehr Daesh sagen oder Islamist. Auch Cüpli-Sozi geht dann nicht mehr. Denn alle genannten Ausdrücke sind für eine Minderheit subjektiv abwertend.

      Halten wir die Kirche im Dorf. Sonst ist es nur noch ein kleiner Sprung zu amerikanischen Verhältnissen. Und die will ich nicht.
      20 0 Melden
    • Menel 09.04.2016 17:06
      Highlight Das N-Wort wie auch Cüpli-Sozi wird aber verwendet, wenn diese als Protagonisten auftreten und nicht als Statisten am Rande. Für mich macht dies den Unterschied.
      0 11 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dan Rifter 09.04.2016 14:34
    Highlight Only a ginger can call another ginger ginger.
    11 11 Melden
    • Lialice 11.04.2016 12:44
      Highlight 11 Leute kennen scheinbar Tim Minchin nicht.
      1 0 Melden
    • Dan Rifter 11.04.2016 16:54
      Highlight Eine Tragödie :-)
      1 0 Melden
  • philosophund 09.04.2016 14:22
    Highlight Nunja die Leute sind zu doof um zu erkennen, wo eine Diskriminierung beginnt. Und ich denke dabei an doofe Leute, die sich das Recht nehmen über Betroffene zu spötteln. Wenn es aber darauf ankommt schreien diese Hipokriten nach Anstand und abendländische Werte.
    11 9 Melden
    • winglet55 09.04.2016 14:58
      Highlight Anstand & Respekt sind keine hiesigen Werte, das ist erlogen und erstunken. Anstands ähnliche Verhältnisse herrschen nur solange missliebige Personen anwesend sind. Sobald man Rücken kehrt, ist mit Anstand ende Box, da wird gelästert was das Zeug nur so hergibt. Das ist unsere Kultur. Das erfährt jeder, der Anders ist, der Randständige wie der körperlich Behinderte, der Schwule wie der Transgender, der Arbeitslose wie der Banker. Hier wird eine Mücke zum Elefant gemacht.
      13 0 Melden
  • Darkside 09.04.2016 13:59
    Highlight Soweit kommts noch dass man sich von ner Randgruppe vorschreiben lässt wie man zu reden hat.
    41 45 Melden
    • Citation Needed 09.04.2016 15:45
      Highlight Wir sind schliesslich das Volk, nicht wahr?
      Du kannst natürlich weiterhin Randgruppen nach Deiner Façon betiteln, souveränes Mehrheitsgesellschaftsrecht, sozusagen. Die, die lieber nicht diskriminieren möchten, haben jetzt die Möglichkeit, ihren Sprachgebrauch anzupassen. So funktioniert Wandel. Bei manchen schneller, bei andern langsamer oder nie, aber immer tut sich was..
      7 9 Melden
    • Darkside 09.04.2016 16:54
      Highlight Der Spruch mit dem Volk ist mir doch sehr fremd. Aber Du hast recht, jeder soll seinen Sprachgebrauch nach seinem Gutdünken festlegen. Ich habe überhaupt nichts gegen andere Menschen, wie auch immer sie sind. Was mir auf den Sack geht ist diese Empörungskultur und dass einem von jedem der sich grade von irgendwas betupft fühlt gesagt wird 'das darfst du nicht sagen, das ist nicht korrekt' etc. Heutzutage fühlt sich ja jeder gleich diskriminiert. Aber nur weil ich rede wie ich will, und z.B. den Begriff Transe gebrauche bedeutet das noch lange nicht dass ich diese Menschen nicht respektiere.
      12 3 Melden
    • Alex23 09.04.2016 17:55
      Highlight Gebe Darkside Recht. Dieses dauernd über irgendwas Beleidigtsein ist der Tod jedes Scherzes, jeder Satire.
      Humor in der Satire lebt von einer momentanen "Respektlosigkeit", die Dinge nicht so tierisch ernst zu nehmen, auch sich selbst nicht.
      Das heisst aber nicht, dass mein despektierliches Reden bedeutet, dass ich die Interessen irgendwelcher Minderheiten nicht ernst nehme. Alles zu seiner Zeit.
      4 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • kTri 09.04.2016 13:57
    Highlight Satire muss (soll) nicht witzig sein, Satire soll viel mehr zum Nachdenken anregen...
    41 1 Melden
  • Mia_san_mia 09.04.2016 13:46
    Highlight Die sollen aufhören rumzuheulen, das ist total übertrieben!
    43 18 Melden
  • projektb 09.04.2016 13:21
    Highlight Genau desshalb ist Satire in der Schweiz eine Lachnummer. Jeder Gag wird als Beleidigung zum Skandal aufgeblasen. Meistens müssen schweizer "Satiriker" erst Personen erfinden bevor sie Witze darüber machen können, nur um niemanden auf den Schlips zu treten. Über sich selbst zu lachen, in der Schweiz undenkbar.
    86 9 Melden
  • MaskedGaijin 09.04.2016 13:13
    Highlight von mir aus dürfen sie in so einer sendung auch neger, schwuchtel, kameltreiber usw. sagen. sie machen sich damit ja nicht über den betroffenen lustig, sondern über den der so spricht.
    70 5 Melden
  • herschweizer 09.04.2016 12:54
    Highlight Es geht ja um die grundsätzliche armselige Humorvorstellung von Jack/Müll beliebiege Randgruppen zu erniedriegen und das dabei noch Satiere zu nennen ... man könnte fast meinen deren Weltbild deckt sich mit den Wertvorstellung der SVP
    17 100 Melden
    • Hierundjetzt 09.04.2016 14:30
      Highlight ja klar. Aber dafür gepflegt ein "schö sui Tscharli" aufs FB-Profil kleben und einer Religionsgemeinschaft mangelnden Humor attestieren: Kann ich
      14 3 Melden
  • koks 09.04.2016 12:49
    Highlight oje, wenn ich als heterosexueller mann jedes mal eine petition starten möchte, wenn jemand im fernsehen etwas gesagt wird, was mir nicht passt. get a life.
    77 12 Melden
    • herschweizer 09.04.2016 13:16
      Highlight es geht ja primär nicht um die Randgruppe Transmenschen sondern um Jack/Müll und deren Humor... das ist nur eine Steilvorlage... Sagen können alle Menschen ja sehr viel aber jetzt wird mal ein Fokus darauf gesetzt wie sie HANDELN
      4 40 Melden
  • Ylene 09.04.2016 12:40
    Highlight Ich habe 2 Transfrauen in meinem Bekanntenkreis. Muss die das nächste Mal mal fragen. So entspannt wie die beiden drauf sind, denke ich aber nicht, dass die mit Giacobbo / Müller ein Problem hätten. Ja, Transe ist etwa gleich 'nett' wie Schwuchtel oder Neger. Und Transvestiten (Drag Queens u Kings) haben mit Transmenschen überhaupt nichts zu tun. Eine Drag Queen ist glücklich als Mann, sie trägt einfach ab und zu zum Spass Frauenkleider. Guckt sonst mal die 'Frag ein Klischee'-Reihe auf YouTube zu Drag Queen an mit der superlustigen Jurassica Parka.
    41 0 Melden
  • Grundi72 09.04.2016 12:38
    Highlight 1st World Problems von Wohlstands-Sozialisten...
    52 23 Melden
    • INVKR 09.04.2016 13:09
      Highlight 1st World Problems vielleicht. Was das alles mit Sozialismus zu tun haben soll, musst du mir jetzt aber erklären. Sozialismus ist in der ersten Welt seit 1990 nicht mehr sehr populär.
      24 18 Melden
  • Citation Needed 09.04.2016 12:23
    Highlight Ich bin zwar der Auffassung, dass die Petition doof ist und kontraproduktiv... Verstehe aber auch nicht, warum Müller nicht einen weniger schmuddeligen Begriff wählen konnte. Hab mich im Zuge der Caster Semenya-Geschichte mal vertieft mit der Situation von nicht 'heteronormalen' Leuten befasst (von intersexuell, transident, usw.). Es ist wirklich tough, juristisch, sozial, you name it. John Olivers Video ist diesbezüglich sehr aufschlussreich.
    12 6 Melden
  • bfm 09.04.2016 12:15
    Highlight Weshalb müssen sich kleine bis winzigste Randgruppen immer so ernst nehmen? Vielleicht müssten sie sich damit abfinden, dass sie in ihrer offen, nicht selten sogar bewusst provokativen, zur Schau getragenen Andersartigkeit (Stichwort: Drag-Queen) einfach nicht von allen für voll genommen werden können.
    Und was Witze anbelangt: Freiburger? Aargauer? Zürcher? Österreicher? und und und ... sollen sich die auch alle in den Schmollwinkel verziehen?
    54 16 Melden
    • Citation Needed 09.04.2016 12:50
      Highlight Weil du als BetroffeneR 100 % drinsteckst?
      Ich mein, früher gingen Schwule noch Scheinehen ein, lebten eine Lüge und gingen nicht selten dran kaputt, Frauen und Kinder litten mit. Alles nur, um nicht von der Norm abzuweichen. In manchen Fällen liegt der Fehler eben bei der Norm, nicht bei der Abweichung. Schwulsein ist heute z.B gut akzeptiert, Schwule müssen sich nicht mehr verstecken. Diese Veränderung wär noch nicht mal begonnen, wenn sie nie für Rechte und Akzeptanz gekämpft hätten.
      19 6 Melden
    • Duweisches 09.04.2016 12:57
      Highlight Transmenschen haben nicht viel mit Drag Queens zu tun... 🙄
      20 3 Melden
  • Der Beukelark 09.04.2016 11:57
    Highlight Ich verstehe die negativen Kommentare hier nicht. Warum sind Leute tendentiell einfach mal intolerant? Je weniger herablassende Wörter wie Transe, Schwuchtel, Jugo, "du Puur", usw. verwendet werden umso friedlicher ist das zusammenleben. Sind doch völlig überflüssige Bezeichnungen. As simple as it is...
    22 30 Melden
    • Citation Needed 09.04.2016 13:00
      Highlight Beutelark: same here. Obwohl ich die Petition nicht gutheisse (für Sachthemen ok, aber im satirischen Kontext?) und generell zu viel Betroffenheitsgeheul ablehne... Gegen Diskriminierung vorzugehen find ich richtig.
      Und jetzt empören sich die 'Normalos' über die Empörung der LGBT-Leute.. Irgendwie grotesk!
      14 2 Melden
  • Spassvogel88 09.04.2016 11:31
    Highlight Haha in unserem medienguide wäre klar für das srf was sie sagen dürfen😂😂😂
    36 11 Melden
    • Hierundjetzt 09.04.2016 11:49
      Highlight Das toppt alles. Als nächstes kommt wohl die PNOS mit ihrem "Guide" oder der Wassersportclub Zollike

      Keine Gruppe zu klein um beleidigt zu sein.

      Sich bei einer Satiresendung beschweren. Bitte...
      52 4 Melden
  • Digichr 09.04.2016 11:21
    Highlight Die Petition sagt
    Der Witz am Gendersternchen ist, dass es die Ungerechtigkeit der deutschen Sprache sichtbar macht. Dass überhaupt ein Gendersternchen gesetzt werden muss, zeigt an, dass es in der deutschen Sprache bislang unmöglich ist, Transgender und Ungeschlechtlichkeit auszusprechen

    Naja, ob das Hilfreich ist müssen sie selbst wissen.
    26 8 Melden
  • seventhinkingsteps 09.04.2016 11:01
    Highlight "Your rights end where my feelings begin"? Eine Satiresendung muss nicht politisch korrekt sein. Sie muss Schwuchtel sagen können, Neger, Homo, Mongo. Wer jetzt sagt, er habe Verständnis dafür, der muss auch Verständnis haben, wenn ein Moslem beleidigt ist ab einer Karikatur. Er muss Verständnis zeigen für einen Erdogan. Das eine ist eine Minderheit, der andere ein Diktator? Spielt keine Rolle. Wo ist das Problem? Es gibt das Recht auf Satire und es gibt das Recht beleidigt zu sein. Letzteres hebt nicht einfach ersteres auf. Beleidigt zu sein berechtigt zu nichts. Rein gar nichts.
    134 8 Melden
    • seventhinkingsteps 09.04.2016 11:25
      Highlight Übrigens: Denken Transgender- Aktivisten wirklich, dass zwei Künstler, die regelmässig Travestie bzw. Cross-Dressing als Kunstform in ihren Sketches betreiben die Diskriminierung von Transmenschen befürworten?
      74 3 Melden
    • SuicidalSheep 09.04.2016 12:01
      Highlight Absolut einverstanden! Kunst und Humor darf alles. Ob jemand es gut findet und ein anderer nicht, ist dann wieder jedem selbst überlassen.
      15 2 Melden
    • AdiB 09.04.2016 12:22
      Highlight @lorenzo. genau da liegt der punkt, wieso muslime sich angegriffen fühlen.
      macht man sich über islam und muslime lustig, müssen sie stillschweigend akzeptieren. doch wird eine andere menschengruppe durch den dreck gezogen, wird gleich ein fass aufgemacht und drüber diskutiert ob das legitim ist. viele muslime hätten weniger probleme mit islamwitzen wenn man alle anderen auch so durch den dreck ziehen kann.
      4 4 Melden
  • Karl Müller 09.04.2016 10:46
    Highlight "bis zu dem Satz, ob ein muslimischer Bub einer «Transe» die Hand geben darf, wenn er ertrinkt: Das ist einfach blöd, das ist keine Satire mehr und es richtet sich deutlich gegen Transmenschen."

    Ähm ... nein? Das ist ein Seitenhieb in Richtung religiös motivierte Verhaltensregeln und macht über Transmenschen an sich keinerlei Aussage. Wenn man nicht mal das versteht, sollte man sich besser nicht über Satiresendungen äussern.
    120 9 Melden
    • manu94 09.04.2016 11:06
      Highlight Äm und wieso sagt Mike dann nicht einfach trans Frau?
      9 70 Melden
    • seventhinkingsteps 09.04.2016 11:17
      Highlight Weil eine Satiresendung nicht politisch korrekt sein muss?
      70 3 Melden
    • Altweibersommer 09.04.2016 11:47
      Highlight ist "Frau" nicht beleidigend?
      37 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • TschGadEis 09.04.2016 10:37
    Highlight Interessant ist, dass z.B. das Wort "Homo" von Homosexuellen selbst immer wieder (natürlich nicht negativ) verwendet wird. Beispielsweise: "Gestern war ich an einer Homo-Party." Wäre dies nun ein Problem, wenn ich als Hetero jene Veranstaltung ebenfalls als "Homo-Party" bezeichne?

    Ist doch etwas schade, wenn der Fokus auf den einzelnen Begriffen liegt, statt auf der Intention, die dahinter liegt. Dennoch kann ich den Unmut natürlich nachvollziehen. Trotzdem bringt es das Somuncu-Zitat in einem Kommentar weiter unten schon noch auf den Punkt...
    54 9 Melden
    • goschi 09.04.2016 10:49
      Highlight Zwischen einen Begriff freundschaftlich slbst verwenden und ihn gegen sich verwendet sehen ist immer ein Unterschied.

      Das Wort Homo ist entsprechend auch klar eine beledigende Wortwahl.
      11 45 Melden
    • seventhinkingsteps 09.04.2016 11:20
      Highlight Es ist immer eine beleidigende Wortwahl, weil es immer jemand geben wird, der beleidigt ist.
      40 2 Melden
    • Turi 09.04.2016 11:51
      Highlight goschi, wer nicht den begriff beurteilt, sondern wer ihn gesagt hat, ist ein moralist und gesinnungspolizist. brauchen wir nicht. entweder ist homo zulässig, für alle, oder nicht. gilt genauso für transe.
      12 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Altweibersommer 09.04.2016 10:27
    Highlight Humor ist, wenn man trotzdem lacht
    61 4 Melden
  • The fine Laird 09.04.2016 10:12
    Highlight Serdar Somuncu: "Intressant ist es, dass sich die gewisse Menschengruppe immer nur dann aufregen wenn es sie selber betrifft. Juden melden sich auch nur wenns es Juden geht, bei veganer Ernährung nur die Veganer. Dass ist für mich verlogen und darum mache ich mit der Satire weiter."

    Denkt mal drüber nach ihr da draussen.
    119 12 Melden
    • goschi 09.04.2016 10:30
      Highlight Interessenvertretungen genau das sind, sie sollen die eigenen Interessen vertreten, nicht sich überall einmischen, auch weil sie dann eben gerade negativ wahrgenommen werden als "die mischen sich überall ein"

      Ausserdem stellen sich LGBT-Community allgemein sehr stark gegen jedwede Abwertung von Minderheiten ein, der Satz stimmt also nicht.

      Und zuletzt, bei Serdar Somuncu sollte man vorsichtig sein, er kann brilliant argumentieren, er ist aber sehr oft auch ein stumpfer doofer Polemiker mit grenzwertigen Ansichten gerade gegenüber den genannten Minderheiten.
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    • Sol_Invictus 09.04.2016 10:40
      Highlight Ja, Sie da drinnen. Ich habe nun, wie verlangt, darüber nachgedacht, nachdem ich das gebrochene Deutsch endlich entziffern konnte. Was soll nun die Konklusion dieses wirren Zitats sein? Schon die Prämisse ist falsch. Es gibt genug Menschen, die sich für die Anliegen anderer Gruppen einsetzen. Dieser Artikel ist doch genau ein Paradebeispiel, schliesslich wurde die Petition nicht von einer Transgender-Organisation eingereicht. Dass man sich besonders lautstark meldet, wenn man selbst betroffen ist, halte ich nicht verlogen. Als Betroffene Person kann man nun mal am besten mitreden.
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«Ich habe keine devote Ausstrahlung»: Tonia Maria Zindel über MeToo, Tod und Rätoromanisch

Es gibt Leute, die begleiten einen jahrelang. Am TV. Und plötzlich stehen sie da. Etwa in Locarno. Am Filmfestival. Das muss genutzt werden. Weil? Siehe zum Beispiel Frage Nummer eins. 

Sie spielte acht Jahre lang die Maja in «Lüthi und Blanc». Wohnte mit ihrem Steve über der Calvados-Bar am Idaplatz im Zürcher Kreis 3. Auch heute kommen dort noch Fangruppen vorbei. Sagen: «Wir sind wohl im falschen Film», wenn es in Realität ganz anders aussieht als in den Kulissen der Schoggisoap. In Locarno eröffnete «Amur senza fin» (Rätoromanisch für «Ewigi Liebi»), der Film mit Tonia Maria Zindel, am 1. August das Festival.

Als «Lüthi und Blanc» 1999 bis 2007 lief, dachte ich: Du bist …

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