Islam
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Umstrittene Massenprozesse

Ägyptisches Gericht bestätigt 183 Todesurteile gegen Mursi-Anhänger



Relatives and families of members of the Muslim Brotherhood and supporters of ousted Egyptian President Mohamed Mursi react outside the court in Minya, south of Cairo, after the sentences of Muslim Brotherhood leader Mohamed Badie and other Brotherhood supporters were announced, June 21, 2014. An Egyptian court on Saturday confirmed death sentences against the leader of the outlawed Muslim Brotherhood and at least 182 of his supporters, judicial sources at the court told Reuters.The court's decision came two months after it referred the case against the Brotherhood's general guide Mohamed Badie and hundreds of others to the state's highest religious authority, the Mufti, the first step towards imposing a death sentence. REUTERS/Mohamed Abd El Ghany (EGYPT - Tags: POLITICS RELIGION CRIME LAW)

Angehörige der verurteilten Muslimbrüder versammelten sich vor dem Gericht.  Bild: MOHAMED ABD EL GHANY/REUTERS

Ein ägyptisches Gericht hat am Samstag Todesurteile gegen 183 Anhänger des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi bestätigt, darunter das gegen den Chef der ägyptischen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Das teilte Generalstaatsanwalt Abdel Rahim Abdel Malek mit.

496 der Ende April insgesamt 683 zum Tode verurteilten Angeklagten seien freigesprochen worden, sagte er. Das Gericht im zentralägyptischen Minja wandelte zudem vier Todesurteile in lebenslange Haft um. Die Strafen waren im Schnellverfahren wegen der Teilnahme an gewaltsamen Protesten im April in Minia verhängt worden. 

Badie, der in dutzenden Verfahren angeklagt ist, war erst am Donnerstag zum zweiten Mal zum Tod verurteilt worden. Ein Gericht befand, er sei für Unruhen in der Hauptstadt Kairo verantwortlich, bei denen im Sommer 2013 zehn Menschen getötet worden waren. 

Zudem verhängten die Richter Todesstrafen gegen 13 weitere Anhänger Mursis, unter ihnen zwei ranghohe Vertreter der Muslimbrüder, Essam al-Erian und Mohammed El-Beltagi, sowie der Geistliche Safwat Hegasi.

Mursi, der vor seinem Amtsantritt der Muslimbruderschaft angehört hatte, war der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes. Er wurde im vergangenen Juli vom Militär gestürzt. Bei der blutigen Niederschlagung anschliessender Proteste der Muslimbrüder wurden mehr als 1400 Menschen getötet. Mursis Anhänger werden seither rigoros durch die Sicherheitskräfte und die Justiz verfolgt. Die Massenprozesse gegen Mitglieder und Unterstützer der Muslimbruderschaft stossen international auf scharfe Kritik. (rar/sda)

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