Islam
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epa04822833 Two men demonstrative kiss each other in front of a group of Turkish riot police officers during a rally on the occasion of the 13th annual Gay Pride Parade in Istanbul, Turkey, 28 June 2015. Numerous LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Transexual) activists and supporters were marching through downtown Istanbul to support rights for sexual minorities. Leaders of the 13th annual Istanbul LGBTI Pride Parade said police used force on the tens of thousands of people who had arrived at the city's central Taksim Square waving rainbow flags and holding placards.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Homosexuellen-Aktivisten in Istanbul.
Bild: TOLGA BOZOGLU/EPA/KEYSTONE

Islam und Homosexualität: «Ich küsste ihn unaufhörlich auf seinen schneeweissen Mund»

Nach dem Attentat von Orlando behaupten sowohl Islamfeinde als auch radikale Muslime, Morde an Schwulen und Lesben liessen sich aus dem Koran ableiten. Das ist falsch. Früher konnten Homosexuelle in muslimischen Gesellschaften sogar freier leben als im Westen.

16.06.16, 15:14

Christoph Sydow / spiegel online



Ein Artikel von

«Als er dann endlich kam, führte ich ihn an einen Ort, den Augen der Verräter und Neider entzogen.

Ich gab ihm kleine Mengen Weins zu trinken. Als er genug vom Trinken hatte, legte er sich auf die Seite, um zu ruhen.

Ich stand auf, um seine Kleider zu lösen und seine Schenkel zu streicheln.

Danach umarmten wir einander: Ich küsste ihn unaufhörlich auf seinen schneeweissen Mund.

Als seine Verblendung vorüber war, stand er tiefbetrübt auf, mit heftigem Herzweh.»

Gut 1200 Jahre ist es her, seit der muslimische Dichter Abu Nuwas diese Zeilen schrieb. Er war Poet am Hofe des legendären Kalifen Harun al-Raschid und dessen Sohn al-Amin in Bagdad. Der Kalif, als Oberhaupt aller Muslime, protegierte einen Poeten, der homoerotische Literatur verfasste.

Abu Nuwas und seine Werke sind nur ein prominentes Beispiel für Abertausende Verse klassischer arabischer und persischer Liebeslyrik auf schöne junge Männer. Jahrhundertelang sind die islamischen Gesellschaften von Andalusien bis Indien tolerant mit homosexuellen Menschen umgegangen. Die inzwischen alltägliche Homophobie in der islamischen Welt ist ein modernes Phänomen und erst unter dem Einfluss der europäischen Kolonialherren entstanden. Besonders die prüden viktorianischen Briten brachten die Homosexuellenfeindlichkeit in den Nahen und Mittleren Osten.

Nach dem Anschlag von Orlando versuchen sowohl Islamfeinde als auch radikale Muslime eine Kontinuität nachzuweisen, die vom Koran direkt zu den Morden an Schwulen und Lesben im Pulse-Nachtklub führt. Doch diese Kontinuität gibt es nicht.

Jünglinge warten laut Koran im Paradies

Der Koran lässt offen, ob Homosexualität verboten ist oder nicht, von einer Bestrafung für Homosexualität ist jedenfalls keine Rede. In den Paradiesbeschreibungen des Korans werden sogar Jünglinge beschrieben, die «verborgenen Perlen» ähnelten und auf die männlichen Wiederauferstandenen warteten.

Überliefert ist auch das Erlebnis eines sudanesischen Scheichs aus dem frühen 18. Jahrhundert. Er beobachtete einen türkischen Pilger, der am Grab des Propheten Mohammed in Medina bitterlich weinte. Als der Scheich den Pilger nach dem Grund dafür fragte, antwortete dieser: «Gestern Nacht hatte ich Geschlechtsverkehr mit zwei jungen Männern.» Doch statt den jungen Pilger zu verurteilen, entgegnete der Scheich: «Dir sei vergeben. Nur, tue so etwas nicht noch einmal.»

Homophobe Muslime stützen sich daher auf Hadithe, also die mündlichen Überlieferungen von Aussagen und Handlungen des Propheten Mohammed, die erst Jahrhunderte nach dem Tod des Religionsstifters niedergeschrieben wurden. «Wenn du jemanden siehst, der das tut, was das Volk Lots getan hat, dann töte denjenigen, der es tut, und denjenigen, dem es angetan wird», soll der Prophet gesagt haben. Als Volk Lots werden im Islam die Bewohner Sodoms bezeichnet, die laut alttestamentarischer Überlieferung gleichgeschlechtlichen Sex gehabt haben sollen. Im Arabischen werden Schwule deshalb als «Loti» bezeichnet.

Unter anderem mit Verweis auf diesen Hadith begründen Staaten wie Iran, Saudi-Arabien, der Jemen und die Vereinigten Arabischen Emirate, dass sie die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen verhängen.

Treffpunkt Hamam

Doch rund 1200 Jahre lang waren muslimische Herrscher weitaus weniger streng. Sie duldeten Homosexualität, solange sie im Verborgenen stattfand. Historiker vergleichen die Stellung von Schwulen in islamischen Gesellschaften über Jahrhunderte mit der Rolle der Frau. Ähnlich wie sich Frauen in der Öffentlichkeit zurückhalten und ihre Reize verhüllen sollten, mussten sich auch Homosexuelle verhalten. Was von der Öffentlichkeit verborgen hinter verschlossenen Türen stattfand, war eine andere Frage.

Ähnlich ist es bis heute: In allen arabischen Grossstädten gibt es eine verborgene Schwulen- und Lesbenszene. Kontakte zu knüpfen ist nicht schwer, die Tarnung fällt relativ leicht. Es ist schliesslich Alltag, dass auch heterosexuelle Männer sich händchenhaltend in der Öffentlichkeit zeigen. Sie verabreden sich über das Internet zu Treffen in den Hinterzimmern von Cafés oder Untergrunddiscos. Bis heute ist auch das Hamam, das öffentliche Badehaus ein beliebter Treffpunkt. Das war schon zu Zeiten von Abu Nuwas so. «Wie trefflich ist das Bad unter den Orten, die alles deutlich zeigen. Auch wenn die Leute einem mit Handtüchern einen Teil der Annehmlichkeiten vergällen», dichtete der Poet vor 1200 Jahren.

Bis heute gehen in der islamischen Welt die Meinungen darüber weit auseinander, was überhaupt als homosexueller Sex angesehen wird. Noch immer ist es für junge Männer in islamischen Gesellschaften sehr schwierig, vor der Ehe sexuelle Kontakte zu Frauen zu knüpfen. Laut einer Studie aus Marokko hat deshalb ein grosser Teil der heranwachsenden Männer den ersten Geschlechtsverkehr mit einem anderen Jungen. Als homosexuell wird dabei nur der passive Partner angesehen.

Lies hier ein Interview mit dem schwulen Imam Mohamed Zahed.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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70
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    Alle Leser-Kommentare
  • atomschlaf 17.06.2016 16:13
    Highlight Grundsätzlich ein interessanter Artikel, aber als im Westen lebender Schwuler ist es für mich von sehr geringer Relevanz, wie tolerant und fortschrittlich die islamische Welt früher einmal war.
    Ich habe auch keine Lust, wegen zunehmendem moslemischen Einfluss meine Sexualität wieder verstecken zu müssen, wie ich dies in einer arabischen Stadt tun müsste.
    5 1 Melden
  • stiberium 17.06.2016 09:05
    Highlight Jeder sollte bei solch einem Thema in sich gehen und sich frage ob er/sie selbst nicht auch schon homoerotische Fantasien gehabt hat oder ob er/sie vielleicht auch schon einen Schritt weiter gegangen ist. Ich wage zu behaupten die Mehrheit hatte diese, denn es geht um Lust und die Befriedigung dieser und da nimmt das Tier Mensch was zur Verfügung steht wenn er es sich nicht selbst macht, was mit der Zeit langweilig wird. ;)
    8 4 Melden
  • dracului 17.06.2016 07:38
    Highlight Die islamischen Gesellschaften waren lange Zeit in allen Bereichen fortschrittlicher als das Abendland. In jeder Gesellschaft beginnt der Rückschritt, wenn die Zukunft als unsicher empfunden wird, konservative Kräfte übernehmen und versuchen die Erfolgsrezepte der Vergangenheit auf die Gegenwart anzuwenden. Gerne diskutieren wir den Islam und akzeptieren auf der anderen Seite, dass gewisse Politiker und Bischöfe hierzulande sogar öffentlich Schwule diffamieren können. Wir müssen hier wachsamer werden, wenn die Meinungsfreiheit zur Volksaufhetzung missbraucht wird.
    30 9 Melden
    • TurnOver87 17.06.2016 09:45
      Highlight Schön gsajt gopferdammi! :)
      3 6 Melden
  • Wilhelm Dingo 17.06.2016 06:58
    Highlight Nicht alle Muslime hassen schwule so wie nicht alle Christen Lesben lieben. Tatsache ist aber das sehr viele muslimisch geprägte Staaten Homosexualität hart verfolgen. Es ist heute nun mal eine Tatsache auch wenn es vor 1000 Jahren anders war. Es kommt auf die Menschen an welche eine Religion leben.
    17 3 Melden
  • Jasmine 17.06.2016 06:24
    Highlight Laut einer Studie aus Marokko hat deshalb ein grosser Teil der heranwachsenden Männer den ersten Geschlechtsverkehr mit einem anderen Jungen.

    Ist diese Aussage nicht auch eine Art Rassismus? Also wäre ich einer dieser jungen Männer würde ich eine Klage wegen DISKRIMINIERUNG einreichen.
    4 28 Melden
    • Der Beukelark 17.06.2016 09:39
      Highlight Naja. Falls dem wirklich so ist, dann nicht. Machen sie ja freiwillig und diskriminierend empfindet das nur, wer ein Problem mit gleichgeschlechtlichem Sex hat. Mich würde aber auch interessieren von wo die Behauptung stammt. Quellen?
      2 1 Melden
    • Fabio74 17.06.2016 12:55
      Highlight was haben Fakten aus einer Studie mit Diskriminierung zu tun? Und wer soll hier diskriminiert werden?
      Durch die Sexualmoral dort unten dürfen sie nicht mit Frauen. Die Lust ist halt trotz allem da. Also löst man das Problem.
      2 4 Melden
    • Jasmine 17.06.2016 13:18
      Highlight Fabio Danke für den Joke. Allerdings bin ich der Meinung das man über sowas keine Witze machen sollte. Oder war das gar kein Witz sondern Satire? Wenn ja, dann hast damit echt den Bock abgeschossen.
      2 2 Melden
  • Talli 17.06.2016 00:18
    Highlight Also lehnen die meisten muslime schwule nur ab, dulden sie im geheimen, bestenfalls, und wollen sie nicht gleich massakrieren? So oder so doof und rückschrittlich. Versteh diesen artikel nicht ganz. Was wollt ihr mir damit sagen?
    30 13 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 17.06.2016 02:04
      Highlight Tatsächlich, Talli, du verstehst diesen Artikel nicht ganz. Vielleicht musst du ihn einfach nochmals lesen.

      Wo steht da, dass die meisten Muslime Schwule ablehnen? Ich habe keine entsprechende Textstelle gefunden. Wie kommst du also darauf?

      Da steht: "[Es] behaupten sowohl Islamfeinde als auch radikale Muslime, Morde an Schwulen und Lesben liessen sich aus dem Koran ableiten."

      Islamfeinde sind vermutliche gar keine Muslime. "Radikale Muslime" sind eine kleine Minderheit Islamisten, die den Islam missbrauchen, um Greueltaten zu rechtfertigen. Das sind keine richtige Muslime.
      18 25 Melden
    • Jasmine 17.06.2016 06:27
      Highlight Sie wollen dir damit sagen das der Islam eigentlich gut ist und das schlechte nur wegen der paar einzelnen Extremisten ist, die diese Religion missbrauchen.
      13 3 Melden
    • Asmodeus 17.06.2016 08:44
      Highlight @Talli
      Also genauso wie Christen.

      Oder unsere lieben SVPler. Oder "Mama Merkel"
      3 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 16.06.2016 20:27
    Highlight Es wäre ja gelacht, wenn die muslimische tradition frei von homosexualität wäre, da diese ja nicht sozialisiert, sondern als solche einfach ist oder nicht ist. Nicht mehr und nicht weniger.
    29 1 Melden
  • Jasmine 16.06.2016 20:19
    Highlight Ja die schlimmen verlogenen doppelmoraligen Fundamentalisten jeglicher Coleur. Wie alle anderen Menschen nicht verlogen wären und keine Doppelmoral hätten. Dabei sind diese bekanntermassen noch viel schlimmer.
    9 16 Melden
    • axantas 16.06.2016 22:01
      Highlight und was willst du uns damit sagen? dass das ok ist, bzw. die fundamentalisten weniger schlimm als deine 'alle anderen'?
      16 4 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 22:27
      Highlight axantas: Ich glaube, Jasmine meint es etwa so, wie es Freud ausgedrückt hat, "wer Homosexualität in Bausch und Bogen verdamme, bekämpfe damit nur seine eigenen homosexuellen Impulse".

      Überspitzt: Homophobe sind selber schwul.

      Oder generell: Wer mit der Moralkeule schwingt, der tut es oft, um sein eigenes unmoralisches Verhalten zu kaschieren.

      Für die Homophobie sehen Psychologen allerdings noch andere Ursachen, vorallem Ekel und Neid.

      http://www.welt.de/wissenschaft/article4946747/Psychologen-suchen-Gruende-fuer-Homophobie.html
      17 4 Melden
    • Too Scoop 17.06.2016 08:08
      Highlight Häufig ist es so, dass die, die am lautesten gegen etwas schreien, am meisten zu verbergen haben.
      9 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 19:18
    Highlight Es gibt auch sehr schöne homoerotische Liebesgeschichten zwischen Jungs in der Bibel.

    Zum Beispiel die Geschichte des Prinzen Jonatan und seiner leidenschaftlichen Freundschaft zum Hirtenjungen David.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jonatan_%28Sohn_Sauls%29
    15 9 Melden
  • terribile 16.06.2016 18:31
    Highlight Leider ist es so, dass sich schwule Isamisten bedeckt halten und lieber heiraten als sich zu öffnen. Es gibt viele schwule Islam Gläubige - nur sind sie im Untergrund - oder erzählen sie seien Bisexuell - auch eine Schutzbehauptung. Begreiflich wenn man sieht was sich die sog. Imame erlauben.
    20 8 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 19:08
      Highlight terrible: sei vorsichtig bei Begriffen.

      Es gibt Unterschiede zwischen Muslimen und Islamisten. Islamisten sind radikale Extremisten, die den Islam zur Rechtfertigung beliebiger Greueltaten missbrauchen. Es sind eben keine Muslime. Sie verhalten sich nicht nach den Regeln des Islams.

      Schwule/gläubige Muslime hadern mit ihrer Sexualität ganz ähnlich wie es schwule/gäubige Christen genau so tun. Es hängt letztlich vom Umfeld ab, vorallem dem familiären, wie einer mit seiner inneren Zerrissenheit umgehen kann oder darf, die ihm die äusseren Umstände aufzwingen.

      Mit Islam hat das wenig zu tun.
      34 18 Melden
    • Fabio74 16.06.2016 19:45
      Highlight Denke jeder Gläubige unabhängig der Religion hat ein Problem damit, und je nachdem wie die Familie "tickt" wirds fast unmöglich.
      19 3 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 21:03
      Highlight Genau, Fabio74! Es geht nicht um Religion sondern wie das Umfeld "tickt". Das bringt's auf den Punkt. ;)

      Lässt man bei terribile die Religion weg, dann bleibt:

      "Leider ist es so, dass sich schwule (X) bedeckt halten und lieber heiraten als sich zu öffnen. Es gibt viele schwule (X) - nur sind sie im Untergrund - oder erzählen sie seien Bisexuell - auch eine Schutzbehauptung."

      Wie werden diese schwulen (X) innerhalb der LGBTQ-Gemeinden behandelt? Wird es respektiert, wenn jemand sich lieber bedeckt halten und ein Doppelspiel treiben will?

      Da wäre meines Erachtens ein Handlungsansatz.
      1 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • elco 16.06.2016 17:58
    Highlight Danke Watson für diesen gut recherchierten Beitrag. Daumen hoch! Es ist etwas vom interessantesten, wie sich das historisch entwickelt hat. Denn Homophobie ist ja letztlich etwas unnatürliches.
    36 8 Melden
    • The Host 16.06.2016 20:02
      Highlight Der Artikel ist vom Spiegel ;-)
      21 1 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 15:51
    Highlight Schon an anderer Stelle war von "inkompatiblen Kreisen" die Rede. Es scheint mir aber törricht, sich auf den Islam zu fokussieren. Es gibt zB. auch viele LGBTQ- Jugendliche, die sich ebenso vom ICF angezogen fühlen.

    Aus einer Babtisten-Predigt: "Sind Sie traurig, dass heute 50 Pädophile gestorben sind? Oh, nein! Ich glaube, das ist grossartig. Ich glaube, das hilft der Gesellschaft. Ich glaube, Orlando/FL ist heute abend sicherer. Tragisch, dass nicht mehr von ihnen starben."

    http://sacramento.cbslocal.com/2016/06/13/sacramento-baptist-preacher-praises-orlando-gay-nightclub-attack/

    18 5 Melden
    • Citation Needed 16.06.2016 18:11
      Highlight Die 'inkompatiblen Kreise' hast Du wohl von mir.

      8-ung! Ich sage ja nicht, dass Islam, Christen, Republikaner, Moderne, Traditionalisten, etc. per se nicht miteinander können. Aber der Einzelne muss schon versuchen die Schnittstellen zu glätten, die in ihm zusammenlaufen.

      Das war auf den Orlando-Attentäter gemünzt, der es wahrscheinlich (viel wissen wir ja nicht) versäumt hatte, reinen Tisch zu machen und seine Widersprüche anzugehen..

      Gleichzeitig homophob sein und homosexuelle Neigungen verfolgen ist eine unmögliche Herausforderung..
      9 2 Melden
    • Citation Needed 16.06.2016 18:12
      Highlight PS: eigentlich geht es um die Verhärtung der Fundamentalisten jeder Couleur, die keine Kompromisse erlauben..
      6 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 20:45
      Highlight genau, Citation Needed. Die "nicht miteinander kompatiblen Kreisen" habe ich von dir. Die Neutralität des Begriffs empfand ich angenehm. Die eher ungewollte Härte des Begriffs "Inkompatibilität" habe ich auch bemerkt.

      Es gibt in den LGBTQ-Gemeinden viele derart zerrissene Betroffene, weil sie unterschiedlichen Zirkeln angehören, mit unterschiedlichen, auf den ersten Blick unvereinbar erscheinenden Weltanschauungen.

      Ich meine, da sollten die LGBTQ-Gemeinde ansetzen: innerhalb der Gemeinden Brücken bauen. So eine Art Universeller Service Bus für ein heterogenes Netzwerk. ;)
      2 3 Melden
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  • axantas 16.06.2016 15:49
    Highlight Immer wieder schockiert über die fundamentale Verlogenheit von Fundamentalisten jeglicher Couleur, die in der angesprochenen Religion ausgesprochen verbreitet ist und die unerträgliche Anmassung, jemanden sogar zu töten, der einer selbst zurechtgeschusterten Interpretation einer überlieferten Sage nicht genehm ist.
    34 1 Melden

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